Fußball-Ligen in Baden-Württemberg: Amateurfußball-Spielszene

So funktioniert das Ligasystem in Baden-Württemberg

Du willst wissen, wie die Fußball-Ligen in Baden-Württemberg aufgebaut sind? Dann bist du hier richtig. Das Ligasystem im Ländle ist eines der umfangreichsten in Deutschland: Rund 2.500 Vereine und über 250.000 aktive Spieler kicken in mehr als 40 Staffeln auf bis zu sieben Ebenen. Von der Oberliga Baden-Württemberg als fünfthöchster Spielklasse bis hinunter zur Kreisliga C wird hier Woche für Woche Amateurfußball mit vollem Einsatz gespielt.

Das Besondere: Anders als in den meisten Bundesländern teilen sich in Baden-Württemberg drei eigenständige Fußballverbände die Organisation des Spielbetriebs. Der Württembergische Fußballverband (WFV), der Badische Fußballverband (BFV) und der Südbadische Fußballverband (SBFV) haben jeweils eigene Ligen, eigene Pokalwettbewerbe und eigene Spielordnungen. Erst auf Ebene der Oberliga treffen Teams aus allen drei Verbandsgebieten aufeinander.

Diese Seite gibt dir den kompletten Überblick: Wie ist das Ligasystem aufgebaut? Welche Ligen gibt es auf welcher Ebene? Wie funktionieren Auf- und Abstieg? Und was unterscheidet die drei Verbände? Alle Antworten findest du hier — inklusive direkter Links zu jeder einzelnen Liga auf unserer Seite.

Die Ligapyramide im Überblick

Das Ligasystem in Baden-Württemberg folgt dem Pyramidenprinzip: An der Spitze steht eine einzige Liga, nach unten wird es immer breiter und regionaler. Jede Ebene hat ihre eigene Bedeutung im Gesamtgefüge.

5. Liga Oberliga Baden-Württemberg 1 Staffel, 20 Teams
6. Liga Verbandsligen 3 Staffeln (WFV, BFV, SBFV)
7. Liga Landesligen 4+ Staffeln
8. Liga Bezirksligen 16+ Staffeln
9. Liga Kreisliga A regional organisiert
10. Liga Kreisliga B regional organisiert
11. Liga Kreisliga C regional organisiert

Oberliga Baden-Württemberg (5. Liga)

Die Oberliga Baden-Württemberg steht an der Spitze des Landesfußballs. Als fünfthöchste Spielklasse im deutschen Ligasystem ist sie die einzige Liga, in der Vereine aus allen drei Landesverbänden gemeinsam antreten. Der Meister steigt direkt in die Regionalliga Südwest auf und spielt damit im überregionalen Fußball.

Die Liga umfasst in der Regel 20 Mannschaften und wurde in ihrer heutigen Form im Zuge der Ligareform 2008 etabliert. Zuvor existierten getrennte Oberligen für die drei Verbandsgebiete. Die Zusammenlegung hat den Wettbewerb deutlich aufgewertet: Erstmals traten die stärksten Amateurvereine aus Württemberg, Baden und Südbaden in einer gemeinsamen Spielklasse an.

Die Saison wird im Hin- und Rückrundensystem gespielt, mit Winterpause von Dezember bis Februar. Derbys zwischen Teams aus verschiedenen Verbandsgebieten, die sich sonst nie begegnen würden, machen den besonderen Reiz aus. Aktuelle Ergebnisse findest du in unseren Spielberichten und im Liveticker.

Verbandsligen (6. Liga)

Unterhalb der Oberliga beginnt die Aufteilung nach Verbänden. Jeder der drei Fußballverbände organisiert seine eigene Verbandsliga als höchste verbandsinterne Spielklasse. Die Meister der drei Verbandsligen steigen in die Oberliga auf, die Letzten steigen in die Landesliga ab.

Die Verbandsliga Württemberg ist dabei die größte der drei Staffeln, da der WFV den mitgliederstärksten Verband im Südwesten stellt. Die Verbandsliga Baden deckt den nordbadischen Raum um Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg ab. Die Verbandsliga Südbaden erstreckt sich von Freiburg über den Schwarzwald bis zum Bodensee. Die aktuellen Tabellenstände der Verbandsliga Württemberg aktualisieren wir regelmäßig.

Landesligen (7. Liga)

Auf der siebten Ebene wird es noch regionaler. Im württembergischen Verbandsgebiet gibt es drei Landesliga-Staffeln, dazu kommen die Landesligen in Baden und Südbaden. Die Landesliga markiert oft die Grenze zwischen ambitioniertem Vereinsfußball und dem reinen Breitensport.

Für viele Spieler und Vereine ist die Landesliga das Ziel: Wer es hierhin schafft, spielt ordentlichen Fußball und hat sich über Bezirks- und Kreisliga hochgearbeitet. Die Meister steigen in die jeweilige Verbandsliga auf. Gleichzeitig ist die Landesliga für viele Vereine die wirtschaftliche Schmerzgrenze — höher als die Landesliga bedeutet oft längere Auswärtsfahrten und höhere Anforderungen an Infrastruktur und Kader.

Bezirksligen (8. Liga)

Ab der Bezirksliga wird der Fußball richtig lokal. Allein der Württembergische Fußballverband unterhält 16 Fußballbezirke, jeder mit einer eigenen Bezirksliga. Hier spielen Vereine gegeneinander, die oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen — und genau das macht die Derbys in der Bezirksliga so intensiv.

Die Bezirksliga Unterland im Raum Heilbronn gehört zu den traditionsreichsten Bezirksligen. Aber auch in der Bezirksliga Hohenlohe oder der Bezirksliga Schwarzwald wird jede Woche um Punkte und Lokalstolz gekämpft.

Kreisligen (9.–11. Liga)

Hier schlägt das Herz des Amateurfußballs. In der Kreisliga treffen sich die Dorfvereine — und genau hier erlebst du Fußball in seiner ursprünglichsten Form. Ob Flutlichtspiel am Freitagabend oder Sonntagmorgen-Kick auf dem Hartplatz: Die Kreisliga ist Leidenschaft pur.

Die Kreisligen sind in drei Ebenen unterteilt: Kreisliga A (9. Liga), Kreisliga B (10. Liga) und Kreisliga C (11. Liga). Jeder Fußballbezirk organisiert seine eigenen Staffeln, sodass die Gesamtzahl der Kreisliga-Mannschaften in Baden-Württemberg in die Tausende geht.

Der Meister der Kreisliga A steigt in die Bezirksliga auf. In manchen Bezirken gibt es zusätzlich Relegationsspiele, wenn mehrere Staffeln um die Aufstiegsplätze konkurrieren. Die Fußball-Ergebnisse der Kreisliga in BW findest du auch auf fussball.de und den Webseiten der jeweiligen Verbände.

Was die Kreisliga so besonders macht: Hier spielen Nachbardörfer gegeneinander, der Torjäger arbeitet unter der Woche beim örtlichen Handwerksbetrieb und die Zuschauer kennen jeden Spieler persönlich. Der Zusammenhalt in den Vereinen ist enorm — ohne die Ehrenamtlichen, die den Platz pflegen, Kuchen backen und Jugendmannschaften trainieren, würde der Spielbetrieb nicht funktionieren. Genau deshalb ist die Kreisliga das Fundament des gesamten Ligasystems in Baden-Württemberg.

Drei Verbände, ein Bundesland

Die Dreiteilung des Fußballs in Baden-Württemberg hat historische Wurzeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in den drei Besatzungszonen separate Fußballverbände, die bis heute eigenständig agieren. Jeder Verband hat seine eigene Spielordnung, eigene Pokalwettbewerbe und eine eigene Verbandsliga als höchste interne Spielklasse.

WFV

Württembergischer Fußballverband

Der mitgliederstärkste Verband mit Sitz in Stuttgart. Organisiert den Spielbetrieb von der Verbandsliga Württemberg bis zur Kreisliga C in 16 Fußballbezirken. Der WFV-Pokal qualifiziert den Sieger für den DFB-Pokal.

BFV

Badischer Fußballverband

Zuständig für Nordbaden mit der Verbandsliga Baden als höchster Spielklasse. Die Region um Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg blickt auf eine lange Fußballtradition zurück.

SBFV

Südbadischer Fußballverband

Deckt den Süden ab — von Freiburg über den Schwarzwald bis zum Bodensee. Die Verbandsliga Südbaden bietet Amateurfußball vor einer der schönsten Kulissen Deutschlands.

Spielbetrieb und Saisonverlauf

Die Fußball-Saison in Baden-Württemberg folgt dem klassischen deutschen Rhythmus. Der Spielbetrieb startet in der Regel Mitte August und endet je nach Liga im Mai oder Juni des Folgejahres. Dazwischen liegt die Winterpause, die je nach Witterung und Spielklasse von Anfang Dezember bis Ende Februar dauern kann.

In allen Ligen gilt das Hin- und Rückrundensystem: Jedes Team spielt gegen jedes andere Team einmal zu Hause und einmal auswärts. Die Anzahl der Spieltage hängt von der Staffelgröße ab — in einer 20er-Liga sind es 38 Spieltage, in einer 16er-Liga 30. Gespielt wird in der Regel am Wochenende: Samstags und sonntags, in der Bezirks- und Kreisliga oft auch am Sonntagnachmittag.

Neben dem regulären Ligabetrieb gibt es in jedem Verband einen eigenen Pokalwettbewerb. Der WFV-Pokal, der Badische Pokal und der Südbadische Pokal sind begehrte Trophäen, weil der jeweilige Sieger sich einen Startplatz im DFB-Pokal sichert — und damit die Chance auf ein Duell mit einem Bundesligisten. Für viele Amateurvereine ist das der absolute Saisonhöhepunkt.

Ein wichtiger Unterschied zu den Profiligen: In den unteren Spielklassen sind Kunstrasenplätze und Hartplätze weit verbreitet. Viele Bezirks- und Kreisligaspiele finden auf Sportanlagen statt, die von ehrenamtlichen Helfern gepflegt werden. Diese Infrastruktur ist das Rückgrat des Amateurfußballs in BW.

Auf- und Abstiegsregeln

Das Prinzip ist auf jeder Ebene gleich: Der Meister steigt auf, die Letzten steigen ab. Im Detail gibt es aber Unterschiede je nach Liga und Verband.

Oberliga → Regionalliga

Der Meister der Oberliga Baden-Württemberg steigt direkt in die Regionalliga Südwest auf. Am Tabellenende müssen in der Regel drei Mannschaften absteigen — jeweils zurück in die Verbandsliga ihres Heimatverbands.

Verbandsliga → Oberliga

Die Meister der drei Verbandsligen steigen in die Oberliga auf. Je nach Saison kann es zusätzlich Relegationsspiele geben. Die genauen Regelungen werden von den Verbänden vor jeder Saison festgelegt.

Landesliga bis Kreisliga

In den unteren Ligen regeln die jeweiligen Verbände und Fußballbezirke den Auf- und Abstieg eigenständig. Grundsätzlich gilt: Der Meister steigt auf, die letzten ein bis drei Teams steigen ab. In manchen Bezirken gibt es zusätzliche Relegationsrunden, wenn mehrere Staffeln um dieselben Aufstiegsplätze konkurrieren.

Eine Besonderheit im württembergischen Verbandsgebiet: Die 16 Fußballbezirke des WFV organisieren ihren Spielbetrieb ab der Bezirksliga eigenständig. Das bedeutet, dass die konkreten Regeln zur Relegation von Bezirk zu Bezirk leicht variieren können. Die offiziellen Spielordnungen findest du beim WFV und beim DFB.