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Es war ein bitterer Moment für den SV Wachbach. Die 0:2-Niederlage gegen die SGM Niedernhall/Weißbach im Bezirkspokal-Halbfinale der vergangenen Saison am Mittwochabend tat doppelt weh. Der Bezirksligist verpasste den Endspiel-Einzug und damit die sichere Qualifikation für den WFV-Pokal. Aber er verpasste es auch, für ein Novum im Bezirk zu sorgen. Zum ersten Mal hatte ein Verein die Chance auf das "Finale dahoam".

Strenge Regeln wegen Corona

Denn es hatte sich kein neutraler Ausrichter gefunden, so dass das Endspiel zwischen Niedernhall/Weißbach und dem TSV Obersontheim nun am Samstag um 16 Uhr in Wachbach stattfindet.

Der Eingangsbereich wird ab 13.30 Uhr geöffnet sein. Zugang zum Sportgelände erhalten lediglich Personen, welche vorab über die teilnehmenden Mannschaften ein personalisiertes Ticket erhalten haben. Anreisende Zuschauer ohne personalisiertes Ticket wird der Zugang zum Sportgelände verwehrt. Ebenso allen Zuschauern mit möglichen Symptomen auf das Coronavirus. Diese Regelung greift ebenfalls bei Nichteinhaltung der allgemein behördlich vorgeschriebenen Quarantäneregelungen.

SGM profitiert von einem Blackout

Überglücklich war hingegen die SGM Niedernhall/Weißbach. Insgesamt gesehen sicher ein verdienter Sieger, da es Wachbach nicht schaffte, aus seiner Überlegenheit in der ersten halben Stunde klare Torchancen heraus zu spielen. "Die Mannschaft hat etwas gebraucht, bis sie reingekommen ist", sagte SGM-Trainer Klaus Heinle. "Aber wir sind dann besser ins Spiel gekommen." Und sein Team hatte die besseren Möglichkeiten.

Einen Blackout von Benedikt Dörner, der ihm den Ball direkt in den Fuß spielte, nutzte SGM-Neuzugang Marius Keiner in der 40. Minute zum 1:0. In der 70. Minute war es wieder Keiner, der den 2:0-Endstand herstellte. "Er geht vorne gut mit rein und gewinnt hinten die Zweikämpfe", lobte Heinle. "Ich hoffe, dass wir an ihm noch viel Freude haben werden."

Niedernhall/Weißbach zeigt eine starke kämpferische Leistung

Doch seine Mannschaft zeigte insgesamt eine starke Leistung - vor allem im kämpferischen Bereich. Cedrik Preyer (60., 82) und Sven Hettenbach (85.) hatten noch gute Chancen der SGM liegen lassen. Wachbach war durch Achim Feidel (18.), Andre Fries (58.) oder Marco Schmieg (90.+4) gefährlich gewesen, agierte mit viel Tempo aber zu wenig Struktur und Präzision beim Spiel in die Spitze. "Es war ein umkämpftes Spiel", meinte SGM-Abteilungsleiter Rainer Bopp. Und es hatte Spuren hinterlassen. Beide Mannschaften hatten hinterher einige angeschlagene Spieler zu beklagen.

Große Vorfreude auf das Finale

"Jetzt freuen wir uns auf den Samstag. Das Schöne ist, dass wir als Bonus eine Woche später noch gegen Freiberg im WFV-Pokal spielen. Es ist für die Jungs ein Highlight ein Pflichtspiel gegen einen Oberligisten zu spielen", sagte Heinle.

Dies ist der Fall, da Final-Gegner Obersontheim als Landesliga-Aufsteiger bereits für den Verbandspokal gesetzt ist. Nach dem Corona-Meistertitel will der TSV nun auch noch auf gänzlich sportlichem Wege einen Titel holen.

"Die Favoritenrolle ist klar verteilt", sagt Heinle zum Finale. "Obersontheim ist ein Landesligist und die Neuzugänge sind spielberechtigt. Und auch vergangene Saison waren sie das mit Abstand beste Team in der Bezirksliga." Aber kampflos wird sich die SGM nicht ergeben. "Wir versuchen, es denen so lange wie möglich schwer zu machen. Mal schauen, wer den Biss und den Willen hat", sagt Heinle.

Obersontheim zeigte sich in bestechender Form

In den beiden bisherigen Pokalspielen seit der Corona-Zwangspause überzeugte Obersontheim auf ganzer Linie. Im Viertelfinale gelang vergangenen Sonntag ein 6:1-Sieg gegen den FC Matzenbach. Am Mittwoch setzten sich die Obersontheimer mit 9:1 bei der SGM Löffelstelzen/Bad Mergentheim durch.

Für zusätzlichen Ansporn dürfte die Tatsache sorgen, dass der Sieger 750 Euro als Prämie bekommt. Für den Verlierer gibt es immerhin noch 250 Euro.

Im Wildparkstadion war er schon seit Jahren nicht mehr. Doch der Ex-Präsident wählt am Donnerstagabend mit, wenn sein Nach-Nachfolger beim Karlsruher SC gewählt wird. "Natürlich bin ich da als KSC-Mitglied dabei", sagt Paul Metzger, der ab 18 Uhr daheim vor seinem Computer sitzt. Es wird die wohl ungewöhnlichste Mitgliederversammlung und Präsidentenwahl in der Vereinsgeschichte. Gesucht dabei: Ein neuer Vereinsboss und Nachfolger von Ingo Wellenreuther, der fast zehn Jahre die Geschicke des Fußball-Zweitligisten leitete.

Als ehemaliger Oberbürgermeister von Bretten ist Paul Metzger bewusst, dass es sich nicht ziemt, Stellung zu einzelnen Kandidaten zu beziehen. "Ich weiß genau, wen ich wähle. Aber das bleibt geheim", sagt Metzger, der von Oktober 2009 bis September 2010 als KSC-Chef fungierte.

Gute Beziehungen aufbauen

Einige der Kandidaten sind auch für ihn alte Bekannte, die schon zu seinen Zeiten beim KSC aktiv waren. Axel Kahn, der Bruder von Oliver und 2001 mal Kurzzeit-Trainer beim VfB Eppingen, trat bei der Wahl 2009 gegen Metzger an - und unterlag. Rolf Dohmen wiederum musste unter Präsident Metzger als Manager gehen.

Was der oder die Neue mitbringen sollte, formuliert Metzger so: "Ein KSC-Präsident muss Beziehungen zu Leuten haben, die bereit sind, Sponsoring zu betreiben. Man sollte auf die Mitglieder zugehen können." Für den Ex-Präsidenten steht außerdem auf der To-do-Liste: "Wir brauchen wieder eine gute zweite Mannschaft als Basis, um aus der eigenen Jugendarbeit Talente nach oben zu bringen. Mit der Aufgabe der zweiten Mannschaft hat der KSC viel verloren."

Nun ist der KSC gerade erst knapp dem finanziellen Aus entkommen, ebenso knapp war es in Sachen Zweitliga-Klassenerhalt. Turbulent ging es auch schon 2009/10 zu Metzgers Zeiten zu.

Im Profifußball geht es um Eitelkeiten

Eigenmächtige Spielerverpflichtungen, weitere Alleingänge, der Tritt in zu viele Fettnäpfchen, diesen Dingen fiel der versierte Lokalpolitiker im Dickicht des badischen Traditionsvereins zum Opfer. "Das eine Jahr KSC-Präsident möchte ich nicht missen. Weil ich da eine ganz neue Einschätzung des menschlichen Gegeneinanders erlebt habe als ich es ursprünglich gewöhnt war", sagt Metzger rückblickend.

Dabei stört ihn auch zehn Jahre danach noch, dass seine kurze Amtszeit nur als Episode dargestellt wird. Metzger löste in der Stadionfrage die lange juristische Fehde mit dem Architekturbüro Fiebiger. "Sonst würde heute noch nicht gebaut", sagt Metzger. Zudem habe er den teuren Vertrag mit Rechtevermarkter Kölmel endlich gemacht.

Metzger kam im September 2010 nach nicht einmal einem Jahr seiner Abwahl zuvor und trat zurück. Wellenreuther übernahm. "Übergeben habe ich den Verein mit 400.000 Euro Schulden. Jetzt sind es über 30 Millionen Euro. Ich verstehe nicht, warum", sagt Metzger. Seine Lehren von damals: "Man muss wissen, dass es in jedem Proficlub sehr viel um Eitelkeiten geht. Das habe ich unterschätzt. Einzelne Sponsoren wollten wichtiger sein als andere. Daran bin ich gescheitert."

Außerdem nahmen viele KSC-Fans ihrem Vereinsboss krumm, dass dieser sich mit seinem damaligen VfB-Kollegen Erwin Staudt traf, um "das Kriegstreiben bei den Derbys zu beenden".

Erstmals erfolgt die Wahl per Online-Abstimmung

Erstmals wird der KSC-Präsident per Online-Abstimmung gewählt. "Das bedauere ich sehr, ich bin nicht sicher, was da alles abläuft", sagt Metzger. Von möglichem Wahlbetrug will er nicht sprechen, zieht lieber den Vergleich zur Briefwahl. "Da machen ja auch mitunter Leute ihr Kreuzchen nicht selbst hin und agieren im Namen anderer. Ich wünsche mir eine gute Wahl", sagt Metzger.

Das Wildparkstadion hat er übrigens seit vielen Jahren nicht mehr von innen gesehen. "Ich musste mir auf der Haupttribüne Beleidigungen anhören. Da habe ich mir gesagt: Das tust du dir nicht mehr an." Seither fiebert er vorm Fernseher mit - und am Donnerstagabend vor dem PC.

An diesem Mittwoch werden bei den Frauen, Männern und Senioren die Finalisten für das anstehende Pokalendspiel-Wochenende in Biberach ermittelt. Wobei zu beachten ist, dass es sich um den Wettbewerb der vergangenen Saison handelt.

Bei den Männern musste Bezirksligist Friedrichshaller SV sein Heimrecht im Halbfinale an den Neu-Bezirksligisten SC Böckingen abtreten, da dieser 2019/20 noch in der Kreisliga A3 spielte. Gleiches trifft auf die Frauen des Regionenligisten SGM Ilsfeld/Neckarwestheim zu, die nicht auf eigenem Platz antreten dürfen, sondern bei der SG Gundelsheim, da die SG zuletzt in der Bezirksliga auf Punktejagd ging und dort Meister wurde. Ilsfeld ist nicht nur mit den Frauen noch vertreten, sondern auch mit den Männern und Senioren. Da die erste Mannschaft ebenso ein Heimspiel hat wie die Senioren, gab das Ü 32-Team sein Heimrecht an die Spfr. Neckarwestheim weiter.

FSV reist unter Spielertrainer Matyssek mit breiter Brust an

Der SC Böckingen erwartet den Friedrichshaller SV. "Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen. Das ist für uns ein echter Prüfstein", sagt SCB-Funktionär Klaus Vielhauer. Doch die Friedrichshaller reisen unter ihrem neuen Spielertrainer Philipp Matyssek mit breiter Brust an, wurden im Viertelfinale doch die Sportfreunde aus Lauffen bezwungen.

Landesliga-Aufsteiger Türkspor Neckarsulm hat in der Sommer-Vorbereitung als Ziel das Double ausgerufen. "Man kann schon sagen, dass wir als Außenseiter ins Halbfinale gehen", sagt Elias Ziegler, einer der beiden spielenden Ilsfelder Abteilungsleiter, der die Neckarsulmer als Favorit sieht. "Aber wir haben in den vergangenen Jahren oft genug gegen Türkspor gespielt, um sie einschätzen zu können. Wir werden 120 Prozent geben", sagt Ziegler.

Interessante Duelle bei den Frauen

VfL Eberstadt gegen den SV Heilbronn am Leinbach - der Bezirksliga-Sechste der Frauen erwartet den Regionenliga-Fünften. Die SVH-Ladys sind der Favorit auf den Einzug ins Endspiel. Die SGM Ilsfeld/Neckarwestheim reist als Tabellensechster der Regionenliga zum Bezirksliga-Meister und künftigen Klassen-Konkurrenten SG Gundelsheim.

Bei den Ü 32-Kickern weiß man nie so genau, wie die Mannschaften einzuschätzen sind. Der SC Ilsfeld spielt als Titelverteidiger in Neckarwestheim. Offen sollte die Begegnung der Oldies zwischen dem TSV Botenheim und SV Leingarten sein. Der SVL ist Bezirksliga-Meister und Botenheim, das nicht in der Punktrunde spielt, gewann den Pokal in der Saison 2017/2018.

Bezirkspokal-Halbfinale, Mittwoch, 29. Juli. Alle Spiele werden um 19.30 Uhr angepfiffen.

Männer SC Böckingen - Friedrichshaller SV; SC Ilsfeld - Türkspor Neckarsulm;
Frauen VfL Eberstadt - SV Heilbronn am Leinbach; SG Gundelsheim - SGM Ilsfeld/Neckarwestheim; Senioren Spfr Neckarswestheim - SC Ilsfeld; TSV Botenheim - SV Leingarten

Am Montagabend räumte Günter Major ein letztes Mal die Trainingsutensilien auf, verstaute Bälle, Markierungshütchen und Übungsleibchen. Für den DFB-Übungsleiter war es der letzte Arbeitstag am Stützpunkt Heilbronn im Frankenstadion. "Ich trainiere jetzt nur noch meine Enkel Henri und Paul", sagt der 67-Jährige und schmunzelt. Gut 21 Jahre als Coach von aktiven Mannschaften und ebenso lang als DFB-Fördertrainer im Nachwuchsbereich sind genug.

Doch einer wie Major, der Generationen von Fußballern ausgebildet hat und auf all seinen Stationen viele Freunde hinterließ, schleicht nicht einfach so vom Sportgelände. Und so feierte der Heilbronner seinen Ausstand. Freunde, Weggefährten, ehemalige Jugendspieler und seine Stützpunktkollegen waren der Einladung gefolgt. Unter den Gästen war auch der ehemalige Bundesligaprofi Martin Lanig, den Major einst beim FV Lauda entdeckt und gefördert hatte.

27.046 Ballkontakte in zwei Stunden und elf Minuten

"Ich wurde 1969 deutscher Jugendmeister im Ball-Jonglieren mit 27 046 Ballkontakten in zwei Stunden und elf Minuten", erzählt Major. Der Siegerpreis damals: Eine Wochenende in Hamburg bei Uwe Seeler. "Ich hatte die Wahl zwischen Franz Beckenbauer und Seeler", erinnert sich Major. "Er holte mich persönlich vom Flughafen ab, und ich verbrachte das ganze Wochenende bei ihm daheim."

Am Samstag durfte der junge Weinsberger mit ins Volksparkstadion zum Spiel des HSV gegen Bayern München. "Ich war dabei, als sich die Hamburger Spieler umzogen. Seeler hat mich auch zu den Bayern geführt und Beckenbauer sowie Gerd Müller vorgestellt", erzählt Major auch von einem Gänsehautmoment, als er im vollbesetzten Stadion in der Halbzeitpause seine Jonglier-Künste präsentieren durfte. "Die Zuschauer haben getobt."

Schwere Verletzungen: Karriere mit 24 Jahren gestoppt

Als Neunjähriger begann der kleine Günter beim TSV Weinsberg mit dem Fußball. Es folgte der Wechsel zum VfR Heilbronn, wo er in der A-Jugend württembergischer Meister wurde. Als Aktiver spielte Major für den VfR, Union Böckingen und Germania Bietigheim in der 1. Amateur- und Oberliga. "Zwei schwere Verletzungen mit Operationen am Kreuzband, Schienbein und Sprunggelenk stoppten meinen Werdegang, da war ich erst 24", sagt Major. "Danach absolvierte ich beim WFV zusammen mit Ralf Rangnick als Zimmerkollegen die B- sowie beim DFB die A-Lizenz."

Trotz seiner Operationen hat es noch gereicht, um in den unteren Ligen zu kicken, als Spielertrainer des TSV Talheim, SGV Murr, TSV Untergruppenbach und TSV Künzelsau. Als Trainer arbeitete Major danach von der Landes- bis in die Oberliga für den VfR Heilbronn, SGV Freiberg, Union Böckingen, FV Lauda und SG Kirchardt. Ein Jahr war er auch verantwortlich für die B-Junioren des VfB Stuttgart, trainierte damals Fredi Bobic.

Robin Dutt und Hansi Flick als Kontrahenten

Zu seinen Kontrahenten am Rande des Spielfelds zählten einst Robin Dutt (als Trainer in Ditzingen sowie Lauda) und Hansi Flick (als Coach in Bammental). Das Highlight des Unterländer Trainer-Urgesteins als Aktiven-Coach war das DFB-Pokalspiel mit dem VfR gegen Bayer Leverkusen 1992, das nach großem Kampf 0:2 verloren ging. "Unter den Balljungen waren damals Rüdiger Rehm, Tomislav und Marijo Maric", erzählt Major.

1999 wurden deutschlandweit die ersten DFB-Jugendstützpunkte unter der Leitung von Dietrich Weise eingerichtet. Major übernahm zunächst den Stützpunkt in Michelbach/Wald, war auch noch Coach der Union Böckingen. "Rückblickend ist mir bewusst geworden, dass die Arbeit am DFB-Stützpunkt wie auf mich zugeschnitten war. Ich konnte junge Talente im besten motorischen Lernalter fordern und fördern", hat Major den Gang in den Nachwuchsbereich nie bereut.

Bicakcic, Kuntz und Tufekovic gefördert

2002, als aus dem DFB-Projekt eine wegweisende Einrichtung wurde, wechselte Major nach Heilbronn, beendete seine Tätigkeit als Coach in Lauda und fokussierte sich ganz auf die Jugendarbeit. Unter seinen Kickern am Stützpunkt im Frankenstadion waren die Möckmühler Ermin Bicakcic (Hoffenheim), Kevin Kuntz (Jahn Regensburg) und Martina Tufekovic (Hoffenheim).

"Als Aktiven-Trainer habe ich den einen oder anderen Spieler auch schon mal richtig in den Senkel gestellt", sagt Major, verlangte vor allem von seinen Lieblingsspielern sehr viel ab. "In der Jugendarbeit war ich dann deutlich entspannter und gelassener." Er wurde über die Jahre für viele der jungen Talente zu einer sportlichen Vaterfigur. Seit Montag ist er nur noch der Opa von Henri und Paul.

Das Kontingent wird voll ausgeschöpft. Damit werden das Bezirkspokal-Halbfinale der vergangenen Saison zwischen der SGM Niedernhall/Weißbach und der SV Wachbach heute immerhin 100 Schaulustige verfolgen können. "50 Karten haben wir Wachbach gegeben, 50 gab es für uns", sagt Rainer Bopp, einer der SGM-Abteilungsleiter. Aber er stellt auch klar: "Ohne Karte, die man im Vorfeld gekauft hat, kann man nicht zuschauen." Auf gut Glück braucht also keiner nach Weißbach kommen.

"Es ist schön, im Halbfinale zu stehen. Das war schon ein toller Erfolg. Trotzdem wäre es natürlich schön, auch noch das Finale zu erreichen", sagt Bopp. "Ich denke, beide sind heiß. Das ist das erste Pflichtspiel seit März. Da ist alles offen." Zumal sich zwei Mannschaften gegenüberstehen, die vergangene Saison auf Augenhöhe waren. "Wenn wir es ins Finale schaffen würden, wäre es das vierte Mal", sagt Bopp.

Im letzten Halbfinale gegen Wachbach ausgeschieden

Anfang der 2000er Jahre holte sich der TSV Niedernhall in Markelsheim den Titel durch einen Sieg gegen Wachbach. Ansonsten verlor Niedernhall in Untermünkheim gegen Bühlerzell und dann in Gaisbach gegen Untermünkheim. "Das letzte Mal, als wir im Halbfinale standen, schieden wir gegen Wachbach aus", sagt Bopp. Nun soll es also an der Zeit für eine Revanche sein.

"Die Chancen stehen 50:50", sagt Klaus Heinle. Dem Trainer-Routinier fehlt der Bezirkspokal noch in seiner langen Titelsammlung. "Als Spieler stand ich mit Michelbach 1984 im Finale und mit Künzelsau verloren wir im Endspiel gegen Satteldorf mit 2:3. Es wäre schon ein Höhepunkt, wenn wir das Finale erreichen würden. So etwas vergisst man einfach nicht." Und am Finaltag (1. August) sind dann zumindest 500 Personen auf dem Sportgelände zugelassen und sorgen für eine schöne Atmosphäre. "Schade, das es nicht die gewohnte Kulisse haben wird. Aber ich denke, die Jungs können das einordnen", sagt Heinle.

Es kommt auf die Tagesform an

Doch zunächst geht der Blick aufs Halbfinale. "Es stehen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber. Da kommt es auf die Tagesform an und auch darauf, wer nach der langen Pause die wenigsten Fehler machen wird. Das wird eine ganz enge Geschichte", sagt Heinle. Schließlich kennen sich die Teams seit Jahren. Der gegenseitige Respekt ist groß. "Ich hoffe, dass wir die Form halten können", sagt Heinle. "Wir haben uns in der Vorbereitung bisher immer steigern können." Ein kleines Fragezeichen hinterlässt der Trainerwechsel in Wachbach. Von Arben Kaludra übernahm Marco Reuß das Amt. An seiner Seite stehen Tobias Botsch und Torwart-Trainer Jürgen Ertel.

"Ich weiß nicht, ob das Spuren hinterlassen hat", sagt Heinle. "Ansonsten wissen wir, wie die spielen." So hat er noch genau die 1:4-Niederlage aus der Vorrunde der vergangenen Saison im Kopf. "Aber da haben wir ohne Kim Foss und Benno Schneider gespielt. Außerdem habe ich zu offensiv spielen lassen." Die SGM ließ sich auskontern. "Das darf und wird nicht mehr passieren", sagt Heinle.

Im WFV-Pokal wartet Oberligist Freiberg

Auch der zweite Finalist wird heute ab 19 Uhr ermittelt. Im anderen Halbfinale stehen sich die SGM Löffelstelzen/Bad Mergentheim und der TSV Obersontheim gegenüber. Hier sind die Rollen klar verteilt: Landesliga-Aufsteiger Obersontheim geht gegen den A-Ligisten als klarer Favorit ins Spiel. Schon im Viertelfinale gegen den FC Matzenbach zeigte sich der TSV beim 6:1 gut in Schuss. "So ein Finale ist etwas Besonderes", sagt Abteilungsleiter Marc Schwerin. "Das würden wir schon gerne erreichen."

Und falls die Obersontheimer ins Endspiel kommen sollten, ist das andere Team automatisch für den WFV-Pokal qualifiziert, da der TSV als Neu-Landesligist gesetzt ist und in der ersten Runde auf den Bezirkspokalsieger Enz/Murr trifft. Der Hohenloher Teilnehmer würde in der ersten Runde auf den Oberligisten SGV Freiberg treffen.

Pokal der Frauen

Das Halbfinale des Bezirkspokals der Frauen der Vorsaison wird am Sonntag um 16 Uhr gespielt. Dabei stehen sich die SGM Tüngental/Rieden/Michelbach-Bilz und die SGM Weikersheim/Markelsheim sowie die Crailsheim II/Jagstheim II und Gammesfeld gegenüber.

Im Unterländer Bezirkspokal hat das Viertelfinale stattgefunden. Keine der vier Partien nahm einen klaren Verlauf.

Friedrichshaller SV - Spfr Lauffen 1:0

Schade, dass wegen der Corona-Regelungen nur eine begrenzte Anzahl von Zuschauern dieses Pokalduell live im Sportpark verfolgen durfte. In der ersten Halbzeit agierte der Friedrichshaller SV viel zu hektisch. Nur selten wurden Angriffe sauber zu Ende gebracht. Höhepunkt des Spielabschnitts war der Führungstreffer für den Friedrichshaller SV in der 33. Spielminute. Nach einem Foul an Marvin Knoll entschied der Unparteiische auf Strafstoß. Tim Falk behielt die Nerven und verwandelte sicher.

Im zweiten Spielabschnitt nahm die Partie Fahrt auf, wurde aber auch giftiger, was sich in insgesamt zwölf Gelben Karten widerspiegelte. Die Gastgeber hatten mehrmals die Gelegenheit, die Führung auszubauen, aber der zweite Treffer wollte einfach nicht fallen. Ein Drehschuss von Marvin Knoll strich in der 54. Minute nur knapp am Tor vorbei. Nach einer Stunde Spielzeit wurde Spielertrainer Philipp Matyssek von Tom Franz mit einem langen Ball gefüttert, doch sein Schlenzer verfehlte das Ziel.

Tim Falk scheiterte genauso am gegnerischen Schlussmann wie in der Nachspielzeit Philipp Matyssek. Die Begegnung blieb spannend bis zum Abpfiff, da Lauffen einige Gelegenheiten hatte. Doch Robin Heinig im FSV-Tor präsentierte sich in Topform und hielt seinen Kasten sauber. Auf Grund einer starken kämpferischen Mannschaftsleistung geht dieser Sieg in Ordnung.

Das Halbfinale des Bezirkspokals steht bereits am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr auf dem Programm. Im heimischen Sportpark kämpfen der Friedrichshaller SV und der SC Böckingen um den Einzug ins Finale.

Tor: 1:0 (33.) Tim Falk (Foulelfmeter). Schiedsrichter: Benjamin Schmidt. Zuschauer: 100 (Corona-ausverkauft).

SV Sülzbach - SC Böckingen 2:3

Nach langer Spielpause rollte bei schönstem Wetter wieder der Ball über den Rasen. Der SV Sülzbach verschlief allerdings den Anfang des Pokal-Viertelfinales und lag bereits nach wenigen Minuten mit 0:2 zurück. Durch ein Doppelschlag von Matthias Kranzioch wurde schnell ausgeglichen. Kurz vor der Halbzeitpause konnte der SC Böckingen mit dem dritten Treffer von Fatih Kara an diesem Tag aber mit 3:2 in Führung gehen. Nach dem Seitenwechsel war es ein sehr ausgeglichenes Spiel ohne große Chancen. In der Endphase konnte Sülzbach nochmal Druck aufbauen und kam zu gefährlichen Situationen, welche jedoch nicht ausgenutzt wurden.

Tore: 0:1 (3.) Fatih Kara, 0:2 (6.) Fatih Kara, 1:2 (22.) Matthias Kranzioch (Strafstoß), 2:2 (32.) Matthias Kranzioch, 2:3 (38.) Fatih Kara. Zuschauer: 100 (Corona-ausverkauft).

TSV Botenheim - Türkspor Neckarsulm 2:3

Mehr Mühe als erwartet hatte der Landesligist aus Neckarsulm auf der Botenheimer Heide. Zwar gingen die Gäste bereits in der 10. Minute durch Asliani mit 1:0 in Führung, doch Botenheim hielt gut dagegen. Verhinderte in der 25. Minute noch die Latte den Ausgleich, so war es fünf Minuten später soweit und Marco Öhler traf aus 18 Metern zum 1:1. In der 37. Minute hatte der TSV sogar die Möglichkeit zur Führung, scheiterte aber und musste im Gegenzug das 1:2 hinnehmen, erneut durch Asliani. Bis zur Halbzeit war Türkspor drückend überlegen und Botenheim hatte viel Mühe, um nicht noch ein weiteres Tor zu bekommen. Nach dem Seitenwechsel war das Spiel wieder ausgeglichener. In der 64. Minute erhöhten die Gäste durch einen Foulelfmeter von Kushtrim Lushtaku auf 1:3. Nur drei Minuten später schloss Tobias Frank einen schönen Spielzug mit dem zweiten Botenheimer Treffer ab. In den letzten 20 Minuten versuchte Botenheim alles, um noch zum Ausgleich zu kommen, auch die Gäste hatten mehrfach die Möglichkeit, das Spiel mit dem vierten Tor zu entscheiden. Letztendlich blieb es beim verdienten Sieg der Neckarsulmer.

Tore: 0:1 (10.) Lindor Asliani, 1:1 (30.) Marco Öhler, 1:2 (38.) Lindor Asliani, 1:3 (64.) Kushtrim Lushtaku, 2:3 (67.) Tobias Frank. Zuschauer: 100 (Corona-ausverkauft). Schiedsrichter: Timon Ulrich (Obersulm).

TGV E. Beilstein - SC Ilsfeld 0:1 Ein spätes Elfmeter-Tor von Marcel Hetzer brachte in diesem Viertelfinale die Entscheidung. In der 88. Minute fiel der Matchwinner-Treffer für den SC Ilsfeld zum 1:0-Sieg in Beilstein. Es war ein unstrittiges Foul im Strafraum gewesen.

Im Halbfinale des Unterländer Pokals kommt es nun zum Duell zwischen dem SC Ilsfeld und Türkspor Neckarsulm. Die Partie wird bereits am Mittwoch stattfinden. red

Tor: 0:1 (88.) Marcel Hetzer (Elfmeter). Schiedsrichter: Sascha Wirth .

Das Outfit passt schon mal. Timo Wirth hat sich ein graues T-Shirt mit dem Logo der Barry University in Miami Shores Florida übergestreift. Dazu Shorts und Sportschuhe. In zwei Wochen soll die Reise in die USA losgehen, wenn es die Einschränkungen durch Corona zulassen. Der Bitzfelder hat sich für ein Fußball-Stipendium beworben und den Zuschlag bekommen.

Amerika könnte für Timo Wirth ein Umweg zum Profi-Fußballer sein. Denn das ist sein großer Traum, ein Ziel, das er schon im Alter von fünf Jahren geäußert hat. Bis zur fünften Klasse turnte und kickte Wirth parallel, dann konzentrierte er sich auf den Fußball. Doch das Training bei der KTV Hohenlohe macht sich noch heute positiv bemerkbar. "Ich habe dadurch eine super Grundausbildung, ein gutes Körpergefühl", sagt der 18-Jährige. Das brachte ihm in der praktischen Abiturprüfung 15 Punkte ein. In der Theorie kam er auf 14. Damit gewann er den Landessportpreis.

"Es ist extrem selten, dass jemand so gut ist", sagt Dieter Kurtze, Schulleiter des Paul-Distelbarth-Gymnasiums in Obersulm. "Wir sind sehr stolz, dass einer unserer Schüler den Preis gewonnen hat. Man muss ja sehen, dass eine glatte eins nicht reicht, es müssen 15 Punkte für den Preis sein." Insgesamt hatte Timo Wirth einen Abiturschnitt von 2,0. Auch das öffnete ihm die Türen für das auf vier Jahre angelegte Stipendium.

In Florida studiert er nun von September an International Business. "Ich freue mich darauf. Ich habe schon gehört, dass das Leben dort geil ist mit den Stränden, dem Nachtleben und dazu mit der akademischen Laufbahn", sagt Wirth. Angst vor einer erhöhten Corona-Ansteckungsgefahr hat er keine. "Ich hatte Kontakt zu einigen Studenten. Die meinten, es wäre kein Problem", sagt Wirth.

Viel Zeit wird der Sport einnehmen. "Wir werden tagsüber Vorlesungen haben, abends trainieren", sagt Wirth. "Dazu haben wir alle drei, vier Tage ein Spiel." Der Uni-Sport ist in den USA der Unterbau der Profiligen. "Die Durchlässigkeit ist sehr hoch", sagt Wirth. "20 Prozent der Sportler schaffen es in die professionellen oder semiprofessionellen Ligen. Es ist auch mein Ziel, Profi zu werden. In Deutschland habe ich es nicht geschafft, jetzt versuche ich es in Amerika."

Zuletzt in der A-Jugend-Oberliga beim SGV Freiberg

In Deutschland führte ihn der Weg von seinem Heimatverein TSV Bitzfeld zum SC Michelbach/Wald und dem DFB-Stützpunkt Schwäbisch Hall bis zum SGV Freiberg. Dort spielte er von der U15 bis zur U19. Zuletzt in der A-Jugend-Oberliga. Für zusätzliche Motivation sorgte sein jüngerer Bruder Linus, der Torwart in der U17 bei Borussia Mönchengladbach ist. "Ich habe früher im Garten geschossen und er stand im Tor. Dabei wollte jeder immer der Bessere sein", sagt Timo Wirth. Durch einen mexikanischen Bekannten, der selbst College-Fußball spielt, hörte er von der Möglichkeit. Vor etwa einem Jahr, während eines Probetrainings bei Viktoria Köln, reifte die Idee, sich für ein Stipendium zu bewerben. Also suchte er eine Agentur. Es folgten verschiedene Tests. Außerdem wurde ein Highlight-Video zusammengestellt, auf das Trainer amerikanischer Universitäten Zugriff hatten. Im Laufe der Zeit sammelten sich auf diesem Wege 30 Anfragen an den Flügelspieler.

"Vergangenes Jahr hatten wir ein Probetraining vor rund 50 Uni-Trainern", erzählt Timo Wirth. Er überzeugte, erwischte einen guten Tag und nutzte die Chance, nach den Einheiten mit den Trainern zu reden. Die Chemie zwischen ihm und dem Coach der Barry University stimmte. Wirth überzeugte mit Fitness, Wendigkeit, Mentalität und Technik. "Die suchten nach einem Flügelspieler", sagt er. "Außerdem wird in den USA deutlich physischer gespielt als hier. Da passte ich ganz gut ins Profil."

Wirth hatte auch Angebote anderer Universitäten, doch für ihn passte das Gesamtpaket in Miami. Auf den Sportanlagen dort trainierten bereits die brasilianische Nationalmannschaft, Real Madrid oder Paris St. Germain. "Es ist alles sehr professionell", sagt Wirth. Unter anderem stehen Eisbäder oder ein Kraftraum zur Verfügung.

Ein Großteil der Studienkosten werden bezahlt

Und das sportliche Niveau? "Ich denke, es ist vergleichbar mit einer Herren-Oberligamannschaft bei uns", sagt Wirth, der einen zusätzlichen Ansporn hat: Je besser er spielt, desto höher dotiert ist sein Stipendium. Im ersten Jahr werden etwa 80 Prozent der Studienkosten übernommen, dann wird neu bewertet. Das Gute aber: "Weniger als 80 Prozent werden es auf keinen Fall und ausgemustert wirst du auch nicht." Damit ist zumindest das Studium gesichert. Und was aus dem Traum wird, den Sprung ins Profilager zu schaffen, zeigt die Zeit.

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