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Den 13. Tabellenplatz, die Neckarsulmer Sport-Union wird ihn nicht los. Auf diesem Rang hat sich der Oberligist zum Ende des vergangenen Jahre in die Winterpause verabschiedet. Nach den ersten fünf Spielen in diesem Jahr, die der NSU zwei Auswärts-Pleiten sowie zwei Unentschieden und einen Sieg vor heimischem Publikum bescherten, verharrt die NSU weiterhin auf Rang 13, der im allerschlechtesten Fall zum Saisonende den Abstieg bedeuten könnte.

Aktuell ist diese Gefahr jedoch nicht akut. Stand jetzt müssten nur vier Vereine den Gang in die Verbandsliga antreten.

"Es sind noch einige Spiele zu absolvieren, und wir können uns daher darauf nicht verlassen, dass es so bleibt", sagt der Neckarsulmer Trainer Marcel Busch vor dem Heimspiel am Samstag (15 Uhr) gegen Angstgegner 1. CfR Pforzheim. "Wir stehen jetzt vor den wichtigsten Wochen dieser Saison, in denen die Entscheidung fällt, ob man sich von den Abstiegsrängen absetzt oder weiter hinten reingezogen wird." Auf den viertletzten Platz verfügt die NSU über ein Polster von sieben Zählern.

Niederlage bei den Kickers war mehr Mut- als Frustmacher

Die 0:3-Pleite vom vergangenen Wochenende beim Spitzenreiter Stuttgarter Kickers fiel deutlich aus, spiegelte aber nicht den wahren Spielverlauf wider. Eine knappe Stunde war die Sport-Union auf der Waldau ein mehr als ebenbürtiger Gegner.

"Die Niederlage ist nur schwer zu verdauen, da mehr drin gewesen wäre", blickt Busch zurück. "Die erste Halbzeit ging komplett an uns. Wir haben oft die richtigen Entscheidungen getroffen, nur der letzte Pass oder der Abschluss passten nicht." Und somit war das 0:3 mehr Mut- als Frustmacher.

Gestärktes Selbstvertrauen ist wichtig, um an diesem Samstag eine schwarze Serie beenden zu können. Gegen den 1. CfR Pforzheim wurden alle bisherigen fünf Oberliga-Punktspiele verloren, bei insgesamt 1:7 Toren. "Das ist eine Statistik, die mich erschreckt. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund liegen die uns einfach nicht. Es ist nun an der Zeit, endlich gegen Pforzheim zu punkten. Wir müssen überzeugt sein, dass der Knoten jetzt platzt", gibt sich Marcel Busch trotzig und kämpferisch. "Es gilt die psychologische Blockade gegen diesen Gegner mit Optimismus und Vertrauen in die eigene Stärke zu lösen."

Einsatz von Marco Romano ist fraglich

Die Partie in der Hinrunde ging mit 1:0 glücklich an Pforzheim. Auch die beiden bisherigen Heimpartien gegen die Badener endeten mit diesem knappsten aller Ergebnisse. Den bis dato einzigen Treffer der Neckarsulmer erzielte am 19. November 2016 Ouadie Barini beim 1:2 in Pforzheim. Eine mehr als magere Bilanz, die an der Ehre der Neckarsulmer Kicker rütteln sollte, es diesmal besser machen zu wollen. Ob auf Kunstrasen-Platz oder im Pichterich-Stadion auf Naturrasen gespielt wird, entscheidet sich kurzfristig. Marcel Busch kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich der Einsatz von Marco Romano ist mit einem Fragezeichen versehen. Der Defensivakteur hat sich im Spiel bei den Kickers eine Zerrung zugezogen.

"Pforzheim ist ein unangenehmer Gegner", freut sich Busch aber auf das Wiedersehen mit Fatih Ceylan. Der 38-Jährige ist spielender Co-Trainer der Gäste, der mit viel Routine im Defensivbereich für Stabilität sorgt. "Wir haben in der Jugend zusammen beim VfR Heilbronn gespielt und schätzen uns sehr." Es war in der B-Jugend, just in der Saison, als die Jahrgangs-Einteilung geändert wurde. Der zwei Jahre jüngere Busch kam so in den Genuss drei Spielzeiten bei den B-Junioren verbringen zu dürfen, eine davon an der Seite von Ceylan.

Tickete-Aktion "Rudelbildung"

Die NSU setzt im Kampf um den Klassenerhalt auch auf die Unterstützung der Fans. Für das Spiel gegen Pforzheim bietet die Sport-Union die Fanaktion "Rudelbildung". Alle Zuschauer-Gruppen ab fünf Personen erhalten einen Rabatt von 50 Prozent auf den regulären Eintrittspreis.

Kalendarisch hat am Mittwoch der Frühling begonnen. Etliche Vereine im Fußballbezirk Unterland hoffen nun auf ein sportliches Frühlingserwachen. Hellwach waren am Sonntag die Bezirksligisten Friedrichshaller SV und SG Bad Wimpfen.

Während der FSV in Wüstenrot 7:1 triumphierte, feierte die SG einen 11:1-Erfolg über Untergriesheim. Die beiden Vereine haben sich damit für das Derby warmgeschossen. Am Sonntag gastieren die Stauferstädter im Friedrichshaller Sportpark. Seit der Saison 2009/2010 standen sich die beiden Teams neun Mal gegenüber. Drei Mal siegte der FSV, fünf Mal Bad Wimpfen. Einmal trennte man sich remis. Im Torverhältnis liegt der FSV mit 23:20 vorne, hat aber die letzten vier Vergleiche verloren.

Hähnchen-Essen als Aufgalopp für Kantersieg

Für Massimo Marone ist das Derby ein ganz besonderes Spiel. Der FSV-Trainer wohnt in der Stauferstadt, die SG Bad Wimpfen ist sein Heimatverein. "Ich habe dort in der Jugend gespielt und Ende der 80er, Anfang der 90er in der ersten Mannschaft", erzählt der 47-Jährige, der später die Trikots des VfB Bad Rappenau, SV Sinsheim und SV Babstadt trug.

Mit den Friedrichshallern geht es in dieser Saison um den Klassenerhalt. Mal wieder. Vor knapp zwei Wochen wurde der TGV Dürrenzimmern besiegt. Ein "Sechs-Punktespiel" im Kampf gegen den Abstieg. Als Belohnung spendierte ein Gönner der Mannschaft ein Hähnchen-Essen. Als die Friedrichshaller am Sonntag auf dem Waldsportplatz in Wüstenrot ein Tor nach dem anderen schossen, witzelten ein paar Zuschauer in Anlehnung an den Werbeslogan eines österreichischen Power-Getränk-Herstellers, "die halben Hähnchen haben den Spielern wohl Flügel verliehen."

Doch Marone weiß das 7:1, bei dem die Gastgeber einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten, richtig einzuordnen. Lob für das eigene Team gibt es dennoch. "Es hat alles gepasst. Der Sieg gegen Dürrenzimmern war sehr wichtig, die Art und Weise wie wir danach in Wüstenrot auftraten, war so nicht zu erwarten", sagt Marone und ergänzt mit einem kräftigen Augenzwinkern: "Vielleicht finden sich ja noch ein paar Sponsoren für weitere Hähnchen-Essen." Ob halbe Göckele gegen Bad Wimpfen zu einem Erfolg reichen würden, ist indes zu bezweifeln. "Die SG ist der Favorit, das ist eine Mannschaft, die ich zu den Topteams der Bezirksliga zähle, und die mit Platz vier etwas unter ihren Möglichkeiten ist", hebt Marone hervor. "Wir haben gegen Wimpfen immer gut ausgesehen, nur der Ertrag stimmte am Ende nicht."

Schlechtes Wetter verhilft Wimpfen zu Siegen

Hähnchen hat es für die Spieler der SG vor dem 11:1 über Untergriesheim nicht gegeben. Dafür aber nach dem Abschlusstraining am Freitagabend eine Spielersitzung, auf der Trainer Gerd Kieweg wohl die richtigen Worte gefunden hatte, die Warnung vor einem Aufsteiger "der bisher eine überragende Saison gespielt hat", kam an. Ob die verbalen Einstimmungen seinen Jungs Flügel verliehen haben oder vielleicht doch die klimatischen Rahmenbedingungen? "Kurioserweise hatten wir gegen Untergriesheim eine ähnlich schlechte Witterung wie zuvor beim Sieg in Ilsfeld", erzählt Kieweg von Regen und stürmischen Böen. Begleitumstände, denen die Mannschaft auch beim vergangenen Freitagstraining trotzte und dabei freiwillig länger auf dem Platz stand, als üblich. Die Bad Wimpfener als Schlechtwetter-Kicker? Beim Friedrichshaller SV hat man vorsorglich schon mal frühlingshaftes Wetter bestellt. Zuletzt zwei SG-Siege, die so nicht unbedingt zu erwarten waren.

Stürmer Hess musste als Innenverteidiger aushelfen

"Personell sind wir derzeit gebeutelt", berichtet Kieweg, der sich in Ilsfeld selbst einwechseln musste, und der gegen Untergriesheim erneut auf der Ersatzbank sitzen wird. Fünf, sechs Stammspieler galt es in den vergangenen Wochen zu ersetzen. Da musste selbst ein Martin Hess als Innenverteidiger aushelfen. "Das hat er richtig gut gespielt", lobt Kieweg den Stürmer, der einst unter anderem für die Sportfreunde Lotte, Waldhof Mannheim und die Neckarsulmer Sport-Union auf Torejagd ging.

Schon in der Hinrunde gegen den FC Union Heilbronn hatte Hess auf dieser Position überzeugt, kam ansonsten im Mittelfeld zum Einsatz. "Gegen Friedrichshall wird das jetzt ein ganz anderes Spiel", erinnert Kieweg an den 1:0-Erfolg aus der Hinrunde. "Da hatten wir Glück." Die Rivalität zwischen den beiden Nachbarn links und rechts des Neckars sei vorhanden, meint Kieweg, "der Derby-Charakter wird aber nicht durch die Spieler, sondern durch das Umfeld geprägt."

Eberstadt gegen Obereisesheim ist abgesagt worden

Die Partie in der Kreisliga A1 zwischen dem VfL Eberstadt und Türkiyemspor Obereisesheim zum Start in die Rückrunde wurde wetterbedingt abgesagt. Es hatte zu viel geregnet. "Auf unserem Platz stand das Wasser", berichtet Abteilungsleiter Hans Rank. Im ersten Pflichtspiel 2019 kam der VfL in Talheim 1:5 unter die Räder. Schon vor Wochen hat Eberstadt den Vertrag mit Trainer Engin Akgül verlängert. "Wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden, er kommt bei den Spielern sehr gut an", sagt Rank.

Diese Lösung hatte niemand auf der Rechnung. Dabei erscheint sie nur allzu logisch. Wenn schon der Trainer ab Sommer nicht mehr Julian Nagelsmann heißen kann, dann ersetzt ihn doch am besten jemand, der lange eng und erfolgreich mit ihm zusammengearbeitet hat.

Die Verpflichtung von Alfred Schreuder ist ein cleverer Zug der TSG-Verantwortlichen. Schreuder weiß um die Besonderheiten des Clubs, wie wichtig die Talentausbildung und Jugendförderung ist. Schreuder weiß zudem, wie relevant ein offensiver Spielstil ist. Denn darin besteht die einzige Chance, dass der Club auch außerhalb der Region positiv wahrgenommen wird. Niemand muss Schreuder die DNS des Vereins erklären, das hilft Club und Trainer.

Es gibt eine gewisse Fallhöhe für Schreuder

Alfred Schreuder war als Co beliebt bei den TSG-Profis, die meisten kennen den Trainer noch. Das dürfte helfen, den einen oder anderen umworbenen Profi zu überzeugen, bei der TSG 1899 zu bleiben. Weil sich in Sachen Spielphilosophie nicht viel ändern wird.

Allerdings ist Schreuder nun in einer neuen, schwierigeren Rolle. Cheftrainer müssen unbequeme Entscheidungen treffen und verantworten. Im modernen Fußball fungieren sie noch mehr als Pädagogen und Moderatoren unzufriedener Profis. Die Fallhöhe ist groß für den Neuen. Schließlich folgt er auf den erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte, der den Club mindestens zwei Mal in den Europapokal geführt hat. Der aus zahlreichen Profis Nationalspieler gemacht und viele Marktwerte gesteigert hat. Sich an Nagelsmann messen zu lassen, das ist eine große Herausforderung.

Der Blick zurück zeigt zudem: Nicht immer ist der Schachzug, den Assistenten zum Chef zu befördern, beim Kraichgauclub aufgegangen. Für Marco Pezzaiuoli waren die Fußstapfen von Ralf Rangnick einst viel zu groß.

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Am letzten Tag des kalendarischen Winters hat die TSG Hoffenheim die Cheftrainerfrage für die Saison 2019/20 geklärt. Damit ist der Verein gerade noch im vorgegebenen Korridor geblieben, den Geschäftsführer Peter Görlich und Sportdirektor Alexander Rosen seit Monaten immer wieder mit "Winter" umschrieben hatten.

Alfred Schreuder heißt der Neue, der eigentlich ein alter Bekannter ist. Bis 2022 hat der bisherige Co-Trainer von Ajax Amsterdam bei der TSG 1899 Hoffenheim unterschrieben. "Ich weiß um die große Herausforderung, aber genau darin liegt für mich ein besonderer Reiz", sagt Schreuder über seinen neuen Job.

Von Oktober 2015 bis Januar 2018 war der 46-Jährige bereits Co-Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim. Erst unter Huub Stevens, dann unter seinem Nachfolger Julian Nagelsmann. "Er hat maßgeblich zum Erfolg der vergangenen Jahre beigetragen", sagt Alexander Rosen über den Neuen, dessen Name sich übrigens Skroider ausspricht.

Der Abschied Anfang 2018 war tränenreich

Die Hoffenheimer ließen ihn vor 15 Monaten schweren Herzens als Co-Trainer zu Ajax Amsterdam ziehen. Für die Familie. "Er hat drei Kinder und ist nie daheim", sagte Julian Nagelsmann damals: "Alfred wird die 460 Kilometer in die Heimat im Auto sitzen und weinen." Ob er jetzt mit Freudentränen in den Augen zurückkommt? Immerhin zieht nun auch die Familie mit gen Süden.

Auch interessant: Schreuder ist eine überraschende, aber logische Wahl - ein Kommentar

Eingewöhnungszeit braucht Schreuder nicht, er kennt den Club, der Club kennt ihn. Vergangene Woche noch hatte Julian Nagelsmann betont, dass er nicht wisse, wer sein Nachfolger in Hoffenheim wird, dass er nicht eingebunden sei. Mit der nun gefundenen Lösung kann der Noch-TSG-Trainer sicherlich leben.

Dabei hätte Nagelsmann Schreuder gerne als Co-Trainer zu RB Leipzig gelotst. Leipzig bot viel Geld für den Schreuder-Transfer. Verlockender scheint nun aber die Aussicht, Nagelsmanns Werk fortzuführen. Schreuder betonte stets, wie viel er von Nagelsmann gelernt habe, dass er in Amsterdam Einheiten so gestalte, wie sein einstiger Chef.

"Wir haben schnell gemerkt, dass wir die gleiche Denkweise in Sachen Fußball haben", sagte Nagelsmann einst über Schreuder. Die beiden stehen immer noch in Kontakt. Der Niederländer habe laut TSG-Mehrheitsgesellschafter Dietmar Hopp seit Monaten zum engeren Kandidatenkreis gehört. Der Salzburger Marco Rose zögerte mit seinem Ja-Wort zu lange, was auf die Hoffenheimer Entscheider nicht wirklich überzeugend wirkte. Weil der Ex-Hoffenheimer David Wagner (zuletzt Huddersfield) keine Rolle spielte, wird Schreuder nun der Nagelsmann-Nachfolger.

Stevens rät: Einfach mal mit der Faust auf den Tisch hauen

Huub Stevens bezeichnete seinen wesentlich stilleren Landsmann einst als seinen besten Co-Trainer. "Mir ist aufgefallen, wie sehr er von den Spielern, mit denen er zusammenarbeitet, respektiert wird", schrieb sein einstiger Chef in seiner Biografie. Dessen einziges Manko: "Manchmal wirkt er zu nett. Ab und zu darf man ruhig mit der Faust auf den Tisch hauen", so Huub Stevens. Das wird Schreuder nun auch müssen. Als Co-Trainer lässt sich im Schatten prima arbeiten. Ohne die ganze Aufmerksamkeit, die Medienarbeit, die vielen Schlagzeilen.

Der perfekte Co Schreuder muss nun zeigen, dass er auch der perfekte Chef sein kann. Zwei Jahre lang war der ehemalige Profi (338 Erstligaspiele in den Niederlanden) ab 2013 bei Twente Enschede auch Cheftrainer, ansonsten war er immer der Mann im Hintergrund. Nicht minder wichtig, aber halt weniger im Rampenlicht.

Nach dem 4:1-Triumph von Ajax Amsterdam bei Real Madrid und dem damit verbundenen Einzug ins Champions-League-Viertelfinale hatte Julian Nagelsmann neulich gewitzelt, dass Schreuder ihm eine Siegprämie schulde. In der nächsten Saison nun kommt es zum direkten Duell der beiden Trainer.

Alle auf einen. In dieser 85. Minute hielt es am Sonntagmittag keinen mehr auf der Bank des Verbandsligisten VfB Eppingen. Tobias Zakel drohte nach seinem Siegtreffer zum 2:1 beim VfR Mannheim von der Zuneigung seiner Teamkollegen erdrückt zu werden. Dabei hatte der Eppinger doch besondere Fürsorge nötig. Denn Tobias Zakels Kopf zierte ein weißer Turban. Schon gleich zu Spielbeginn war er von einem Gegenspieler an der Stirn getroffen worden. Sanitäter schauten sich die Wunde an und gaben ihr Okay.

Auch mit dem Cut gab es keinen Cut im Eppinger Spiel. VfB-Trainer David Pfeiffer bewies ein glückliches Händchen - und ließ Zakel als stürmenden Scheich auf dem Spielfeld. Der Mann mit dem Turban wurde so am Ende zum Matchwinner. Acht Minuten vor Schluss verwandelte Zakel einen Foulelfmeter zum 1:1-Ausgleich. Mit rechts traf er ins linke Toreck. Der kurz zuvor eingewechselte Kestrin Gashi war im Strafraum zu Fall gekommen. Drei Minuten später stoppte Zakel den Ball an der Strafraumkante gekonnt mit der Brust und verwandelte volley zum 2:1.

Zakels dritter Anlauf beim VfB Eppingen

Zweimal versuchte Zakel sein Glück in jungen Jahren beim VfB Eppingen. Nie wurde er so richtig glücklich - und ging jeweils zum FVS Sulzfeld. Nach 40 Toren in zwei Jahren für den Unterländer Landesligisten SV Schluchtern ist er nun seit rund einem Jahr beim VfB. "Menschlich und sportlich ein toller Typ", sagt sein Trainer.

Der Mann mit der Nummer zwölf stach optisch heraus. "Wenn es ihm hilft, dann darf er immer mit Turban spielen", witzelte David Pfeiffer. Tobias Zakel hatte da schon ein Bier in der Hand. "Das hat er sich verdient", sagte Pfeiffer. Der war nicht nur mit dem späten Coup beim bisherigen Tabellenzweiten zufrieden, sondern vor allem mit der Art und Weise, wie er zustande kam. "Das war nicht glücklich oder unverdient", sagte Pfeiffer. "Das war auch schon vor den beiden Toren eine richtig gute Leistung von uns."

Die Gäste werden nach 33 Minuten ausgekontert

Die Kraichgauer versteckten sich nicht beim deutschen Meister von 1949. Bereits nach 15 Minuten hatte Kevin Haas das 1:0 auf dem Kopf. Aus sechs Metern köpfte er freistehend in die Arme des VfR-Keepers. "Beim Gegentor lassen wir uns auskontern", haderte David Pfeiffer hinterher mit dem 1:0 für den Aufstiegsaspiranten. Abdelrahman Mohamed traf nach 33 Minuten. "Ich hatte in der Halbzeitpause eigentlich nichts zu kritisieren", sagt Pfeiffer und betont vor allem das sehr gute Umschaltspiel und Spiel gegen den Ball.

Der VfB Eppingen hat sich durch die drei Punkte Luft im Abstiegskampf der Verbandsliga verschafft. Die Teams hinter Eppingen versäumten es, Punkte zu sammeln. Das macht diese drei Überraschungs-Zähler natürlich noch wertvoller.

Andere Vorzeichen als beim 1:6 im Hinspiel

Beim letzten Eppinger Gastspiel hatte es beim VfR Mannheim noch ein 1:6 gesetzt. Fußball ist schon ein kurioses Spiel, daran erinnert nun der VfB-Trainer. "Damals ging es für uns um viel weniger. Jetzt geht es um den Klassenerhalt", sagt David Pfeiffer - und am Ende steht ein später 2:1-Erfolg.

VfB Eppingen: Sauer, Irrgang, Palinkasch (59. Mustafa), Rauh, Zigmantavicius, Rudenko, Karagija, Zakel, Bostan (77. Gashi), Haas (59. Fleck).

Tore: 1:0 (33.) Abdelrahman Mohamed, 1:1 (82.) Foulelfmeter Tobias Zakel, 1:2 (85.) Tobias Zakel.

17. März 2019

EPPINGEN DREHT DAS SPIEL

(mk) Einen rabenschwarzen Tag erlebten die Spieler und Fans des VfR Mannheim im Rhein-Neckar- Stadion. Aufgrund einer 1:2-Niederlage gegen den VfB Eppingen mussten die Rasenspieler den zweiten Tabellenplatz an die U23 des SV Sandhausen abgeben und mit ansehen, wie der Abstand gegenüber dem Tabellenführer VfB Gartenstadt auf 5 Punkte anwuchs.

Schon zu Beginn der Partie war zu erkennen, dass die Kraichgauer ein unangenehmer Gegner sein würden. Das Team von Coach David Pfeiffer spielte engagiert mit und versuchte mit einem ziemlich frühen Angreifen, die VfR-Defensive in Bedrängnis zu bringen. Folgerichtig verbuchten die Gäste die erste Chance für sich, als der im Strafraum freistehende Kevin Haas mit einem Kopfball die Flanke von Alexander Rudenko im Tor unterbringen wollte. Allerdings fand der Angreifer in Marcel Lentz seinen Meister (7.).

Es war kein hochklassiges Spiel, welches den rund 230 Zuschauern geboten wurde. Geprägt wurde die Begegnung über einen langen Zeitraum von Fouls und Verletzungsunterbrechungen, während gefährliche Torraumszenen Mangelware blieben. Das 1:0 durch Abdelrahman Mohamed fiel dann auch aus heiterem Himmel. Ausgangspunkt war ein sehr guter Diagonalball von Steffen Kochendörfer, welchen Piero Adragna hervorragend mit der Brust annehmen konnte und schließlich auf den Torschützen weiterleitete, der das Spielgerät dann souverän im Gehäuse der Gäste unterbrachte (32.). Die Führung war zu diesem Zeitpunkt eher schmeichelhaft und spiegelte das Geschehen auf dem Rasen nicht wirklich wider.

Wer dachte, dass dieser Treffer die Mannheimer beflügeln würde, wurde jedoch ziemlich schnell eines Besseren belehrt. Eppingen wirkte keineswegs beeindruckt und die Secerli-Elf schaffte es nicht, den Unterschied von 11 Tabellenplätzen und 17 Punkten hervorzuheben. Somit blieb die letzte Chance in der ersten Hälfte dem Eppinger Kevin Haas vorbehalten, der jedoch abermals an Marcel Lentz scheiterte (45.+7).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wirkte der VfR dann endlich aggressiver, spritziger und gefährlicher. Der eingewechselte Ayhan Sabah sorgte mit einem Freistoß, welchen der Eppinger Keeper Kai Sauer beinahe ins eigene Tor bugsiert hätte, bereits früh für Dampf. Auch seine darauffolgende Ecke brachte Gefahr mit sich (49.). Die Rasenspieler hatten nun ihre stärkste Phase in der Partie. Erneut sorgte eine Ecke ein wenig für Gefahr. Dieses Mal war es René Schwall, der den Ball in den Strafraum auf den unbedrängten Steffen Kochendörfer brachte, dessen Kopfball jedoch zu unpräzise war (57.). Drei Minuten später war es erneut Kochendörfer, der das Leder nach Schwalls Flanke und Haffas Rückgabe über das Gehäuse der Eppinger setzte.

Die auswärtsstarken Gäste vermittelten allerdings zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, diese Partie aufgeben zu wollen. Es gelang ihnen immer wieder, Nadelstiche zu setzen und die Hintermannschaft des VfR in gehörige Schwierigkeiten zu bringen. Es war Marcel Lentz zu verdanken, dass auch in der 62. Minute die Null stehen blieb, als er im 1 gegen 1 mit dem freistehenden Alexander Rudenko der Sieger blieb.

Von nun an übernahm Eppingen immer mehr und mehr das Kommando. Neun Minuten vor dem Ende der Begegnung war es dann soweit. Steffen Kochendörfer holte den eingewechselten Kestrin Gashin im Strafraum von den Beinen. Den darauffolgenden Elfmeter verwertete Tobias Zakel ohne Probleme. Der VfB hatte nun Blut geleckt und spürte, dass in der Quadratestadt heute mehr zu holen ist als nur ein Punkt. Erneut war es Tobias Zakel, der sich vogelfrei im Strafraum des VfR bewegen konnte und zum 1:2 einnetzte (85.). Von den Rasenspielern kam nach diesem Gegentreffer keine nennenswerte Offensivaktion mehr, die Niederlage war somit besiegelt. 

Nun geht es am nächsten Samstag nach Walldorf. Ob René Schwall und Piero Adragna einsatzfähig sein werden, ist mehr als nur zu bezweifeln, da beide Akteure verletzt ausgewechselt werden mussten. Wie bereits zu Beginn erwähnt: Es war ein rabenschwarzer Tag!

Am 25. Spieltag der Regionalliga Südwest kämpfte der FC-Astoria Walldorf mit einer tollen Moral den Tabellensechsten SSV Ulm nieder. Trotz Rückstand und körperlicher Nachteile gegenüber dem physisch starken Gegner, drehte der FCA dank einer verrückten Schlussphase die Partie noch mit 2:1, Nicolai Groß und Minos Gouras trafen für die Mannschaft von Cheftrainer Matthias Born.

Born schickte dieselbe Startelf ins Rennen, die Dienstag in Mainz ein 1:1-Unentschieden erzielte. Mit Groß und Marcus Meyer kehrten außerdem zwei wiedergenesene Spieler zurück in den Kader, die jedoch zunächst auf der Reservebank Platz nahmen.

Vom Anpfiff weg spielte Ulm ihre physische Überlegenheit aus. Walldorf hielt mit viel Intensität dagegen, blieb aber in vielen Zweikämpfen nur zweiter Sieger. In der 5. Minute köpfte Ulms Größter, Kapitän Florian Krebs die frühe Gästeführung. Ulm blieb am Drücker, Vinko Sapina setzte die Kugel nach einer Ecke per Kopf an den Querbalken (28.). Anschließend war es Schlussmann Jürgen Rennar mit starken Abwehraktionen zu verdanken, dass es bis zur Pause nur beim 0:1 aus Sicht der Walldorfer blieb.

In der zweiten Halbzeit bemühte sich Walldorf um mehr Spielanteile und entschied immer mehr 50/50-Situationen für sich. Ulm baute im Verlauf der Partie leistungsmäßig ab und bekam ihr Spiel nicht mehr auf die Platte. Born sorgte nach gut einer Stunde mit einem Doppelwechsel für einen neuen Impuls in der Offensive, für Tim Fahrenholz und Maik Goß kamen Groß und Andreas Schön (62.). Fortan drückte der FCA die Ulmer tief in deren Hälfte. In der 80. Minute gelang den nicht Müde werdenden Walldorfern dann der verdiente 1:1-Ausgleich durch Joker Groß, nach einem langen Ball von Innenverteidiger Max Müller überwand er mit einem flachen Schuss Gästekeeper David Hundertmark. In den Schlussminuten stand die Partie auf Messers Schneide, in der 89. Minute drehte der FCA die Partie dann komplett, nach einem Steckpass von Schön tunnelte Gouras den Ulmer Schlussmann zum vielumjubelten 2:1-Siegtreffer.

Stimmen zum Spiel:

Holger Bachthaler, Trainer SSV Ulm: „Glückwunsch an Astoria zu den drei Punkten. Wir sind gut ins Spiel gekommen, in der ersten Halbzeit haben wir es versäumt mit 2, 3:0 in die Pause zu gehen. In der zweite Halbzeit konnten wir leider Gottes unser Spiel nicht mehr auf den Platz bekommen, trotzdem hat man nicht den Eindruck gehabt, dass wir in Gefahr kommen. Wir haben es heute nicht geschafft neunzig Minuten ein gutes Spiel hinzulegen. Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben, die Enttäuschung ist riesengroß. Es ist bitter, aber wir müssen feststellen das Anspruch und Wirklichkeit leider weit auseinander klaffen.“  

Matthias Born: „Es war enorm wichtig, dass wir heute den Dreier einfahren. Ulm hat die erste Halbzeit klar beherrscht, nur Jürgen Rennar hat uns mit starken Aktionen im Spiel gehalten. Im zweiten Durchgang muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, die eine tolle Mentalität gezeigt hat. Der Sieg war unter dem Strich verdient.“

Ausblick:

Mit dem harterkämpften 2:1-Heimsieg gegen die Ulmer Spatzen holt Walldorf starke sieben Punkte in dieser Englischen Woche. Nächste Woche ist man spielfrei, weiter geht es für den FC-Astoria am Samstag, den 30. März mit einem Heimspiel gegen den SC Hessen Dreieich, Anpfiff ist um 14 Uhr.

Tore: 0:1 (5.) Krebs, 1:1 (80.) Groß, 2:1 (89.) Gouras

FC-Astoria Walldorf: Rennar - Goß (62. Groß), Nyenty, Müller, Hofmann (78. Meyer) - Grupp, Hillenbrand, Fahrenholz (62. Schön), Gouras, Sahin - Wekesser

SSV Ulm: Hundertmark - Bradara, Krebs (58. Schindele), Reichert, Schmidts - Campagna, Gashi, Gutjahr (78. Lux), Sapina (70. Higl), Jann - Morina

Schiedsrichter: Dennis Meinhardt (Flieden)

Zuschauerzahl: 388

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