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Nach mehr als zwei temporeichen Stunden ist dann das Hoffenheimer Vormittagstraining am Dienstag beendet. Endlich. "Das dauert hier länger als ich das gewöhnt bin", sagt TSG-Neuzugang Munas Dabbur. Weil aber irgendwie immer ein Ball mit dabei ist, sei das ja gar nicht so schlimm, lächelt der Israeli.

Eine Ablösesumme von bis zu 14 Millionen Euro zahlt die TSG Hoffenheim für den 27-Jährigen an den FC Sevilla. Der Neue scherzt während des Trainings immer wieder mit den neuen Kameraden, lässt beim Spielchen auf engem Raum sein Können mehr als nur einmal aufblitzen.

Das Ziel des neuen Torjägers: Endlich auch wieder in Pflichtspielen wieder befreit aufspielen. Beim FC Sevilla saß der 17-Millionen-Sommerneuzugang nämlich meist draußen. Gerade mal zwei Erstligaspiele bestritt er für die Andalusier. Beim Wechsel nach Spanien hieß sein Trainer noch Joaqun Caparrs, im Sommer kam jedoch Julen Lopetegui, der lieber auf einen großen Mittelstürmer setzt. "Es ist ja kein Geheimnis, dass es eine harte Zeit für mich in Sevilla war", sagt Munas Dabbur: "Die härteste in meiner Karriere."

Dabbur hat schon größere Rückschläge weggesteckt

Zuvor hatte Dabbur immer gespielt, war Torschützenkönig in der Schweiz und zwei Mal in Österreich. Der Karrierknick von Sevilla war nicht der erste Rückschlag im Leben den Munas Dabbur. 2009 verlor er seinen Vater bei einem Autounfall. Was ist dagegen schon ein halbes Jahr auf Bank und Tribüne in Sevilla?

Der 27-Jährige macht nun einen Schritt zurück, um zwei Schritte nach vorne zu kommen. Ein Modell, das bei der TSG Hoffenheim bereits sehr erfolgreich praktiziert wurde. Andrej Kramaric kam im Winter 2016 von Leicester City in den Kraichgau. Mit ganz wenig Spielzeit, aber mächtig Potenzial. Dreieinhalb Jahre später ist er der erfolgreichste TSG-Stürmer der Bundesliga-Geschichte. Mehr als 20 Vereine seien zuletzt hinter Dabbur hergewesen, verkündete Sportdirektor Alexander Rosen nach dem Transfercoup.

Dieser Coup ist auch einigen aktuellen TSG-Profis zu verdanken. "Ich kannte einige Jungs und war mit ihnen in Kontakt", sagt Dabbur. Sein ehemaliger Salzburger Mitspieler Diadie Samassekou machte Werbung für die TSG, mit Steven Zuber ist Dabbur schon länger befreundet. Sein junger israelischer A-Nationalmannschaftskollege Ilay Elmkies ist gerade dauerhaft in den Hoffenheimer Profikader befördert worden. "Ich will in einer Top-Liga in einem Top-Team spielen, wozu auch meine Art Fußball zu spielen passt", sagt Dabbur, der in seiner Spielweise an den verletzten Ishak Belfodil erinnert.

Reicht die Form schon fürs Debüt?

Am Samstag (15.30 Uhr, Sky) könnte der Neuzugang sein Bundesliga-Debüt gegen Eintracht Frankfurt geben. Ob es nach wenigen Trainingseinheiten mit den neuen Teamkameraden gleich schon für einen Startelfeinsatz reicht?

Dabbur hat hohe Ziele mitgebracht. "Wir wären mehr als glücklich, wenn wir uns für den Europapokal qualifizieren", sagt er. Damit nicht nur bei der alljährlichen Saisoneröffnung in der Sinsheimer Pre-Zero-Arena internationales Flair herrscht. Anfang August war Dabbur noch mit dem FC Sevilla zu einem Testspiel dort. Jetzt trägt er selbst das 1899-Trikot mit der Nummer zehn. Nach sechs Jahren mit der Rückennummer neun erhält Dabbur bei der TSG jene Zehn, der einst auch schon Roberto Firmino (heute FC Liverpool) Glanz verlieh.

Beim Gespräch am Rande des Trainingsplatzes bevorzugt der arabischstämmige Israeli noch Englisch. Durch insgesamt fünf Jahre in der Schweiz und Österreich versteht er jedoch Deutsch. Das erleichtert die Integration auf und neben dem Fußballplatz. Auch sein Hobby ist durchaus kompatibel, um schnell Anschluss zu finden. "Ich bin ein guter Fifa-Spieler und verbringe damit ganz viel Zeit", sagt er und lächelt. Zunächst heißt es aber, erst einmal ein Eigenheim zu finden. Seine Ehefrau wird demnächst ihr Medizinstudium beenden.

Dass Hoffenheim in Ilay Elmkies und Munas Dabbur nun zwei israelische Nationalspieler im Kader hat, das wird Folgen haben: "Ich bin mir mehr als sicher, dass wir künftig viel mehr Hoffenheim-Fans in Israel haben werden", sagt Dabbur. TSG-Fanclubs gibt es bereits in Indien, China, Vietnam, Thailand und den USA. Bald wohl auch in Israel.

Der Aufstiegstrainer bleibt bis zum Saisonende. Thomas Kettner führte die A-Jugend des FSV Hollenbach in der vergangenen Saison bis in die Oberliga. Dann machte er aus eigenem Wunsch Schluss. Schon Mitte der Vorrunde kam er zu dem abstiegsgefährdeten Team zurück, da sein Nachfolger Alexander Stier kürzer treten musste. "Ich mache die Runde nun fertig", sagt Kettner. "Aber im Sommer ist dann Schluss."

Der FSV überwintert auf dem ersten Nichtabstiegsplatz

Mit dem Hollenbacher Nachwuchs überwintert er auf Rang neun, dem ersten Nichtabstiegsplatz. "Wir sind sportlich jetzt sehr zufrieden. Wir stehen zwei Punkte über dem Strich", sagt Kettner. "Wenn wir da auch am Ende der Saison stehen, ist es in Ordnung. Das wird sicher eine interessante Rückrunde."

Allerdings ist aller Anfang schwer. Das war es auch bereits in der ersten Saisonhälfte. "Wir haben die starken Gegner zu Beginn. Wir müssen da mit Selbstvertrauen rein- und auch wieder rausgehen, damit wir dann für die wichtigen Partien gegen die direkten Konkurenten eine breite Brust haben", sagt Kettner. Will heißen: Verlieren ist erlaubt, nur sollte es keine deutlichen Klatschen geben.

So steht schon zum Wiederbeginn der Saison am 8. März die Heimpartie gegen den Tabellenführer Waldhof Mannheim an. "Es kann schon passieren, dass wir im März dann auch wieder auf einen Abstiegsplatz rutschen", sagt Kettner. Wichtig ist es, dass seine Mannschaft dann ruhig bleibt. "Man muss ja auch sehen, welche Mannschaften vorne stehen." Es sind Teams von Nachwuchsleistungszentren der Proficlubs SV Sandhausen, VfR Aalen, Stuttgarter Kickers oder Mannheim, die den Aufstieg in die Nachwuchs-Bundesliga anstreben.

Kettner hofft auf ordentlichen Start gegen starke Gegner

"Es gilt, gut rauszukommen und dann gegen die Mannschaften aus der hinteren Tabellenhälfte zu punkten", sagt Kettner. "Wir haben ja jetzt eine bessere Situation als zu Beginn der Runde, da wir zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben. Ich denke, wir haben eine fünfzigprozentige Chance, die Klasse zu halten." Auf den Abstiegsplätzen stehen derzeit der Freiburger FC (10. mit zehn Punkten), der FV Lörrach Brombach (9.) und etwas abgeschlagen bereits die Spvgg Neckarelz (4.).

Ein wichtiger Faktor in der Rückrunde wird wieder die mannschaftliche Geschlossenheit sein. "Wir kommen über taktische Disziplin", sagt Kettner. Nur so kann seine Mannschaft gegen die Großen bestehen und gegen die Teams auf Augenhöhe punkten. Denn ein Problem gibt es im Kader, der sich im Winter nicht verändern wird: Es fehlen die Führungsspieler. Umso mehr ist das Trainerteam gefordert, auch während eines Spiels einzugreifen und Anweisungen zu geben. "Das ist schon extrem, war aber bekannt", sagt Kettner.

Führungsspieler fehlen im Team etwas

Die Wortführer der Aufstiegs-Mannschaft rückten in die erste Mannschaft auf und spielen dort teilweise eine gute Rolle.

Allgemein lobt Kettner die Nachwuchsarbeit im Bezirk. "Im Jugendbereich ein Team in der Oberliga und zwei in der Verbandsstaffel, das gab es in Hohenlohe vorher noch nicht." Der TSV Ilshofen steht in der Verbandsstaffel auf Rang sieben, die Sportfreunde Schwäbisch Hall auf Platz zehn.

Die Entscheidung fiel Peter Hogen nicht allzu schwer. Frühzeitig signalisierte er den Verantwortlichen des VfR Gommersdorf, dass er gerne eine weitere Saison bleiben würde. Egal ob in der Verbands- oder Landesliga. Zudem wird Tobias Scheifler an seiner Seite der spielende Co-Trainer bleiben. Die Vereinsverantwortlichen nahmen das gerne an. "Der Trainer ist schon eine wichtige Personalie bei uns", sagt Team-Manager Jörg Olkus.

DIe wichtigen Faktoren stimmten

"Im Verein herrscht ein gesundes Umfeld in Gommersdorf und sportlich ist es auch einigermaßen in Ordnung. Es ist ein rühriger Verein, in dem alle versuchen, an einem Strang zu ziehen. Das hat mir schon in meinem ersten halben Jahr hier gefallen", sagt Hogen. "Außerdem passt die Zusammenarbeit mit den Team-Managern Daniel Gärtner und Jörg Olkus und das Verhältnis zur Mannschaft war auch o.k. Das sind die Fakten, die auch stimmen müssen."

Und diese haben ihn trotz des Anfahrtsweges aus Mosbach zum Bleiben bewogen. "Die Fahrstrecke ist nicht ohne, aber es ist planbar, weil es normalerweise keine Staus gibt", sagt Hogen. Das sei zu seiner Zeit beim Oberligisten SV Spielberg anders gewesen. Durch Baustellen steckte er immer wieder fest. Und immer, so wie Hogen bei der Spvgg Neckarelz, im Wohnort zu trainieren, geht eben nicht.

Fünf Wochen Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte

Am 28. Januar bittet er seine Mannschaft dann zum ersten Training in der Wintervorbereitung auf den Platz. Fünf Wochen dauert es dann noch bis zum ersten Spiel der zweiten Saisonhälfte am 1. März zu Hause gegen den FC Olympia Kirrlach. Und Hogen wird sein Team bis dahin sicherlich fordern. Denn: "Wir haben ja noch alle Optionen", sagt der Trainer. "Wir haben uns die Möglichkeit eröffnet, den Klassenerhalt zu schaffen."

So gut wie jetzt (18 Punkte/Platz 14) standen die Gommersdorfer in einer Verbandsliga-Winterpause selten da. In der Saison 2015/16 waren es 21 Punkte nach 17 Spieltagen, am Saisonende 34 - allerdings in einer 16er-Liga. "Das war unter Thorsten Plasch", erinnert sich Vorstandsmitglied Eugen Bartl. "Am Ende sind wir dann über die Relegation abgestiegen."

34 Punkte dürften in dieser Saison bei 18 Mannschaften in der Liga nicht zur Relegation reichen. Aber der Blick auf die Tabelle zeigt, dass die Gommersdorfer wirklich noch alle Möglichkeiten haben. Derzeit stehen sie auf dem Relegationsplatz, aber Rang zehn (FC Zuzenhausen) ist nur vier Punkte entfernt.

"Wenn wir keine gravierenden Verletzten haben, ist alles möglich", sagt Hogen. Ungern denkt er an die Phase Mitte der Vorrunde, als einige Ausfälle für hohe Niederlagen sorgten. Ungern blickt er auch auf das unnötige 1:2 gegen den direkten Konkurrenten Friedrichstal zurück, da sein Team das bessere war.

Geglückte Personal-Entscheidungen bringen Erfolg

Lieber redet Hogen über geglückte Personalentscheidungen. So funktionierte er Felix Schmidt vom Mittelfeldspieler zum Stürmer um - mit Erfolg. Mit elf Treffern steht er auf Rang vier der Torjägerliste. "Dazu hat Felix noch einige Assists. Er ist der Top-Gewinner von allen gewesen", sagt Hogen und fügt lapidar hinzu: "Wir haben es probiert und es hat gefruchtet."

Gefruchtet hat es auch in die andere Richtung: Offensivmann Tom Stöckel wurde kurzerhand auf die rechte Abwehrseite beordert. "Er hat da viel Dynamik reingebracht", sagt Hogen.

Bitter war hingegen, dass Dennis Herrmann lange nicht zur Verfügung stand und steht, da er sich beruflich nach Österreich orientierte. "Er war schon ein Stabilisator", sagt Hogen. Doch auch dieser Ausfall wurde schließlich kompensiert. Nun hofft der Trainer auf einen ordentlichen Start aus der Winterpause - auch wenn bis dahin noch einige Wochen vergehen.

"Das ist diese Saison schon eine komische Liga. Da sind einige Mannschaften dabei, die Oberliga-Format haben. Gegen die ist es für einen Verein wie unseren schwer zu bestehen. Mit uns bin ich zufrieden, aber eben nicht komplett. " Trainer finden eben immer Ansätze zur Kritik - nicht nur bei Abstiegskandidaten.

Sextett bleibt in der Verantwortung

Volles Vertrauen haben die Verantwortlichen des VfR Gommersdorf in die Trainer der noch laufenden Runde, denn das Trainer-Sextett der Gommersdorfer wird auch in der kommenden Saison das Sagen im sportlichen Bereich der Aktivenmannschaften haben. Dies gab Teammanager Daniel Gärtner nach seinem Tätigkeitsbericht an der 76. Jahreshauptversammlung bekannt. Neben Hogen/Scheifler bei der ersten Mannschaft wird die Kreisliga-Mannschaft weiter von Fabian Stöcklein und Michael Lieb trainiert. Das Trainer-Duo der dritten Mannschaft, Michael Pitz und Maximilian Schäfer, hat ihr Ja-Wort für die nächste Spielzeit ebenfalls gegeben. eb

Als Zuschauer verfolgte Kevin Vogt am Sonntagmittag den ersten Auftritt seiner neuen Teamkollegen von Werder Bremen. Beim 3:1-Testspielsieg gegen Hannover 96 trug der 28-Jährige noch eine schwarze Lederjacke statt des grünen Werder-Trikots. An seiner Zuschauerrolle dürfte sich jedoch schnell viel ändern. Beim Bundesliga-Vorletzten soll Vogt die zuletzt arg anfällige Abwehr stabilisieren. Deshalb haben die Hanseaten Vogt für ein halbes Jahr von der TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen. "Wir wollten nach intensivem Austausch Kevin diesen Schritt nicht verbauen", sagt Alexander Rosen, Hoffenheims Sportdirektor. Die TSG kassiert wohl eine Leihgebühr von 750 000 Euro. Ab Sommer steht Vogt dann wieder bis 2022 bei der TSG unter Vertrag. Ob es dann auch zur Rückkehr kommt?

Nur noch zweite Wahl in Hoffenheim

Im Kraichgau war Vogt vom Abwehrchef zum Ersatz-Innenverteidiger herabgestuft worden. Mit nur wenig Aussicht auf Änderung im internen Ranking. Nach dem Hinrundenabschluss hatte Kevin Vogt sein Kapitänsamt niedergelegt. "Das für das Amt nötige Vertrauensverhältnis zwischen Cheftrainer und mir ist gestört", ließ Vogt kurz vor Weihnachten wissen.

Im Trainingslager in Marbella war Vogt vergangene Woche noch dabei - aber gedanklich bereits auf dem Sprung. Gelandet ist er nun bei Werder Bremen, einem Abstiegskandidaten. "Nach einer für beide Seiten erfolgreichen Zeit war es für uns klar, einem verdienten Spieler entsprechend entgegenzukommen", sagt Alexander Rosen über den Wechselwunsch von Kevin Vogt. Dem Mann aus Witten liegt eine Dreierkette mit drei Innenverteidigern besser als eine Viererkette mit zwei Innenverteidigern, wie sie Alfred Schreuder zuletzt präferierte. Sein neuer Trainer Florian Kohfeldt könnte mit Vogt künftig auf eine Dreierkette setzen oder Vogt auf der Sechserposition vor die letzte Reihe ziehen.

Ein schnelles Wiedersehen mit der TSG Hoffenheim steht für Vogt bereits in nicht einmal zwei Wochen an, am 19. Spieltag der Bundesliga. Am 26. Januar (15.30 Uhr) könnte Vogt sein Werder-Heimdebüt gegen Hoffenheim geben. Mitspielen dürfte Vogt dann.

Eine Klausel wie bei Grifo gibt es nicht

Vincenzo Grifo war bei seinem Wechsel zum SC Freiburg ein Einsatz gegen den Ex-Club untersagt worden. Der Vogt-Leihvertrag enthält nach Informationen dieser Zeitung keine Klausel, die einen Einsatz gegen Hoffenheim untersagt. Die TSG hätte Grifo gerne behalten, da war das Einsatzverbot eine Art Retourkutsche für eine aus Hoffenheimer Sicht arg übereilte Flucht aus dem Kraichgau. Im Sommer 2016 war Vogt vom 1. FC Köln nach Hoffenheim gewechselt. Unter dem Spielerverbesserer Julian Nagelsmann wurde Vogt zum Leistungsträger und Stammspieler in 101 Bundesligaspielen. Selbst die Bayern hatten Vogt im Sommer 2018 auf dem Zettel. In der Vorsaison erhielt der überspielt wirkende Verteidiger dann im Dezember von Nagelsmann eine Pause.

Damals fühlte sich Vogt medial zu kritisch beurteilt. Der Kapitän schwieg die Rückrunde über und mied das Gespräch mit den Medienvertretern bis zum Sommer. "Alfred hat sich überhaupt nicht verändert und ist seiner Linie treu geblieben", sagte Vogt im Sommer über den neuen Trainer: "Er korrigiert uns sofort auf dem Platz und gibt seine Meinung wieder." Nicht immer war man zuletzt ganz offensichtlich einer Meinung.

Das Hallenfußballturnier der SG Kirchardt gibt es schon lange: Zum 27. Mal wird es am 19. Januar ausgetragen, zum zwölften Mal als Kraichgaustimme-Cup. Anekdoten gibt es zu Genüge. Eine kleine Auswahl aus der jüngeren Vergangenheit.

Beschäftigungstherapie: Als das Turnier noch etwas größer war und über zwei Tage ausgetragen wurde, kam es für die Teilnehmer mitunter zwischen den Spielen zu Pausen von zwei Stunden. Um die Wartezeit besser zu überbrücken, fuhren die Fußballer aus Obergimpern 2014 in der einen Pause ins Wettbüro nach Sinsheim und in der nächsten zu Teamkollege Fabian Schwaiger ins nahegelegene Grombach. Da wurde Fifa auf der Playstation gezockt. Trainer Alexander Breunig, heute Coach in Kirchardt, nahm es locker. "Ich kann die Jungs hier ja nicht einsperren." Er spielte derweil Karten.

Glück gehabt: Nur einen kleinen Moment nicht aufgepasst, schon war sie hinüber, die Brille des Kollegen Alexander Bertok. Der Sportredakteur der Heilbronner Stimme war im Jahr 2017 zum Fotografieren vorbeigekommen. Nah am Feld hinter der Bande positioniert, klingelte auf einmal sein Handy. Als er ranging, war es auch schon passiert: Der Ball landete an seinem Kopf − die Brille war hinüber. Glück im Unglück: Es war ja nur eine Lesebrille vom Discounter. Und die neue steht ihm super.

Super Seriensieger: Der Halle in der Schillerstraße in Kirchardt kann getrost als gute Stube des VfL Brackenheim bezeichnet werden. Insgesamt sieben Mal hat der ehemalige Landesligist das Turnier gewonnen. So oft wie niemand anderes. Als einziger Verein bislang durfte Brackenheim den Cup 2014 für immer in seine Schatzkammer mitnehmen. "Dieser Pokal macht sich sehr gut in unserem Sportheim", sagte der damalige Trainer VfL-Trainer David Pfeiffer, der heute Verbandsligist VfB Eppingen trainiert. Immerhin: Seitdem gibt es einen neuen, noch viel schöneren Pokal. Die Brackenheimer indes waren seit ihrem Triumph 2016 nicht mehr in Kirchardt gesehen.

Endlich Erster: Damit hatte keiner gerechnet: Die SG Kirchardt hat 2018 das eigene Turnier gewonnen, nach zehn Jahren wieder. Passender hätte es kaum sein können: Denn es war das Jubiläumsjahr des Turniers, das zum 25. Mal ausgetragen wurde, zum zehnten Mal als Kraichgaustimme-Cup. Dabei sah es zu Beginn düster aus für die SG: Nach zwei Niederlagen zum Auftakt drohte der SG das gleiche Schicksal wie 2017, als man mit null Punkten sang- und klanglos rausgeflogen war. "Im dritten Spiel haben wir dann den Schalter umgelegt", meinte Trainer Mike Altschuh damals. "Danach lief es dann."

Mister Stimme-Cup: Seit 27 Jahren gibt es das Turnier in Kirchardt nun schon, der seit 2008 auch als KS-Cup bekannt ist. Immer ganz vorne dabei gewesen ist Alfons Geiger. Noch im Jubiläumsjahr 2018 führte der 76-Jährige als Turnierleiter durch den Tag − und erlebte damals den doch überraschenden Turniersieg seiner SG mit. Ein besonderer Tag auch für Alfons Geiger, der für seine langjährigen Verdienste im Vereinswesen ein Jahr zuvor noch mit dem Ehrenamtspreis bedacht wurde. Auch wenn er inzwischen mehr Unterstützung hat: Geiger ist und bleibt Mister-KS-Cup.

Leichtfüßige Kicker: Als Trainer staunte Nikola Grgic bei der traditionellen Winterfeier der SG Kirchardt am Abend vor dem Turnier vergangenes Jahr Bauklötze über die tänzerisch leichtfüßige Darbietung seiner Fußballer. "Ich wusste nicht, dass sie so beweglich sind", sagte Grgic, inzwischen Co-Trainer der Neckarsulmer Sport-Union. Auch die Kreativität seiner Kicker hatte es ihm durchaus angetan. "Die hätte unserem Angriffsspiel auch nicht geschadet", so Grgic. Immerhin: Es reichte noch zu Platz drei für die SG.

Dicker Eklat: Viel hatte im vergangenen Jahr nicht gefehlt und der KS-Cup hätte zum ersten Mal in seiner Geschichte keinen Gewinner gehabt. Auch kein Finale. Nachdem ausgerechnet ein erst neu verpflichteteter Spieler des Gastgebers nach dem Halbfinale ausgerastet war und einen Spieler des SV Reihen mit flacher Hand schlug, überlegte Reihen kurz, das Endspiel sausen zu lassen, entschied sich dann aber schnell dagegen. "Solchen Leuten gehört keine Aufmerksamkeit", sagte Co-Trainer Martin Schenk. Gute Entscheidung, Reihen gewann das Finale mit 7:6 nach Neunmeterschießen gegen Türkiyemspor Obereisesheim. Und der Übeltäter flog hochkant raus.

Es ist die Zeit der Gespräche. Reden, reden, reden. Doch Karl-Heinz Sprügel, Manager des FSV Hollenbach, hat schon einige Vertragsverhandlungen mit Spielern des aktuellen Kaders erledigt. Und die meisten auch zur Zufriedenheit. Sprügel hat gerne früh Klarheit, was diese Dinge anbelangt. So konnte er schon einige Spieler auch für nächste Saison an den Verein binden.

Mit Hannes Scherer konnte Sprügel auch bereits einen Neuzugang für die nächste Saison präsentieren. Der 22-jährige Stürmer spielt seit 2016 für die TSG Balingen und sammelte damit Oberliga- und auch Regionalligaerfahrung. Für die Spvgg Greuther Fürth spielte Scherer in der B- und A-Jugend-Bundesliga.

Damit dürfen sich die Hollenbacher auf einen gut ausgebildeten Offensivmann freuen, der aus dem Landkreis Ansbach stammt und wieder zurück in die Region wollte. "Er passt einhundertprozentig zu uns", sagt Sprügel. "Das ist ein super Typ, der dann auch bei Jako arbeiten wird. Dies war auch eine Komponente, die den Ausschlag für den Wechsel gab." Der 1,82 Meter große Scherer kam bei der TSG Balingen in 60 Oberliga-Einsätzen auf 16 Treffer und in 36 Regionalliga-Einsätzen auf sechs Tore.

Allerdings kassierte der Manager auch schon eine Absage. Und zwar schon für den Winter. Beim EBM-Papst-Turnier stürmte Offensivmann Baris Yerlikaya schon für seinen neuen Club, den Landesliga-Zweiten Spvgg Satteldorf. "Es war sein Wunsch", sagt Sprügel. "Er hat ein Studium begonnen und erhofft sich dort mehr Einsatzzeiten. Wir haben ihn ungern gehen lassen, weil ich denke, seine Entwicklung ist noch nicht am Ende. Ich denke, für Satteldorf ist er eine riesige Verstärkung."

Leistungsträger haben bereits verlängert

Ansonsten sei er mit den Vertragsgesprächen zufrieden. Mit Manuel Hofmann ist es gelungen, eine wichtige Stütze zu halten - als spielender Co-Trainer, wie bisher auch. "Außerdem haben Samuel Schmitt, Lorenz Minder, Arne Schülke, Boris Nzuzi zugesagt", gibt Sprügel bekannt. Jonas Limbach und Marius Uhl, die beide aus der eigenen Jugend kamen, hatten noch Vertrag. Zusagen - aber noch keine Unterschriften - gab es von Philipp Hörner, Christoph Rohmer und Noah Krieger. Damit steht bereits ein starkes Grundgerüst für die nächste Saison. "Es fehlen nicht mehr viele", sagt Sprügel. "Ich habe ja auch noch nicht mit allen gesprochen." Zudem würden auch gerne einige Spieler der eigenen A-Jugend im Verein bleiben.

Spätestens im Trainingslager vom 5. bis 9. Februar will der Manager dann weitere Personalentscheidungen erledigt haben. Im Idealfall alle.

Für die Rückrunde gibt er das Ziel aus, den zweiten Platz verteidigen zu wollen. "Unsere Truppe ist so jung und stark wie in letzter Zeit selten", sagt Sprügel. Und damit sind auch die Ansprüche in Hollenbach wieder gestiegen. Die gezeigten Leistungen und die Entwicklung seit dem Abstieg aus der Oberliga machen Lust auf mehr. "Wenn nichts Gravierendes passiert, muss es unser Ziel sein, in den nächsten beiden Jahren wieder in die Oberliga aufzusteigen", sagt Sprügel. "Ob es dann klappt, ist wieder etwas anderes." Planbar sind Aufstiege nur schwer. Abgehakt haben die Hollenbacher auch diese Saison noch nicht. Zumindest der Relegationsplatz scheint für den Tabellenzweiten realistisch - wenn sich keine Führungsspieler langfristig verletzen. "Wir wollen zumindest bis zum Ende um Platz zwei mitspielen. Die Chance dazu ist jedenfalls da", sagt Sprügel. Die Konkurrenz ist groß. Sechs Teams sind noch im Rennen, dazu kommt der Spitzenreiter TSG Backnang, der sich mit sieben Punkten etwas abgesetzt hat.

"Wenn man betrachtet, wie viele Spieler wir aus dem eigenen Nachwuchs im Kader haben, sieht man, welch überragende Arbeit in der Jugendarbeit geleistet wird. Wir ernten nun, was wir gesät haben. Die Mischung in unserer Truppe passt im Moment", sagt Sprügel.

Trainingslager zur Vorbereitung

Trainer Martin Kleinschrodt will die laufende Saison nicht an einem Tabellenplatz festmachen. "Mein Ziel ist es, die Jungs auf ein Niveau zu heben, bei dem jeder bei 120 Prozent spielt. Daran arbeiten wir. Das ist der Weg, den wir gehen wollen. Was am Ende der Runde rauskommt, weiß niemand. Junge Spieler dürfen auch mal Fehler machen." Im Trainingslager kann er sich noch intensiver um die Entwicklung der Spieler kümmern.

Auch dafür sind viele Gespräche nötig. Aber anderer Natur,als sie der Manager führt.

Thomas Hitzlsperger flüchtete sich in Sarkasmus: "Es ist immer wieder aufregend, einen neuen Trainer kennenzulernen", sprach der Stuttgarter Sportvorstand am Dienstagnachmittag in die große Journalistenrunde hinein. "Ihr habt da ja auch Übung darin", sagte er dann zu den Pressevertretern.

Diese Übung haben auch alle anderen, die sich für den Verein für Bewegungsspiele interessieren. Dem Mann neben Hitzlsperger scheint derweil die tiefstehende Wintersonne ins Gesicht. Wenn das mal kein gutes Omen ist. Ganz in Schwarz präsentiert sich Pellegrino Matarazzo als neuer Trainer des VfB Stuttgart. Klar strukturiert und völlig unprätentios tritt er dieses Amt an.

Vorgänger Tim Walter sagte einen fatalen Satz

Ein Stockwerk tiefer saß einst sein Vorgänger Tim Walter, Anfang Oktober war es. Noch gar nicht so lange her. Sechs Siege und zwei Unentschieden aus den ersten acht Zweitligaspielen hatte er im Rücken und sprach jenen fatalen Satz aus: "Uns kann keiner ein Bein stellen." Drei Monate später wird ein Walter-Nachfolger vorgestellt, dem solch ein Satz wohl nie im Leben über die Lippen kommen wird. "Natürlich habe ich Respekt. Wäre ich überheblich, dann würde ich Gefahren nicht erkennen", sagt Matarazzo über seinen Platz auf einem der Schleudersitze im deutschen Profifußball.

13 Trainer hat dieser Verein seit 2013 verschlissen. Ob er sich Infos aus der Branche übern VfB Stuttgart eingeholt habe, wird der Neue gefragt. "Wir haben es ihm verboten", grätscht Hitzlsperger grinsend dazwischen. "Ein Topverein, viel Druck", das ist Matarazzo in Sachen VfB zu Ohren gekommen. Den Druck hat nun vor allem er als Cheftrainer- und Zweitliga-Neuling.

Auch ihn werden nur viele Siege und der Bundesliga-Aufstieg im Amt halten, das weiß der 42-Jährige selbstverständlich. "Unser Ziel ist klar, aufzusteigen. Ich mag das Wort muss aber nicht. Aktuell spüre ich keinen Druck", sagt er, dem klar ist: "Wir werden sehen, wie es ist, wenn es nicht läuft." Offen, ehrlich, kommunikativ, sei er, sagt Matarazzo über Matarazzo. Mit diesem Führungsstil will er den VfB zurück in die Bundesliga führen.

Nachgefragt bei Julian Nagelsmann

"Ich würde mich als optimistischen Realisten bezeichnen. Ich denke nicht daran, was schief gehen kann, sondern was wir zusammen erreichen können", sagt Matarazzo. Erstmals ist er Cheftrainer im Profibereich gefordert, in der Jugend war er das in Nürnberg (U19) und Hoffenheim (U17). "Profis muss man mit Inhalten überzeugen", lautet sein Credo. Bei Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat hat das geklappt. Das VfB-Führungsduo fragte in Sachen Matarazzo bei Julian Nagelsmann nach.

"Es war eine schöne Bestätigung und hilfreich, seine Meinung zu hören", sagt Thomas Hitzlsperger über den Trainer des Bundesliga-Tabellenführers, unter dem Matarazzo anderthalb Jahre als Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim wirkte. Jetzt wird der TSG-Co zum VfB-Chef. "Es war nie eine Frage, ob ich Cheftrainer werde, sondern wann", sagt Matarazzo, der einst ein Angebot als Zweitligatrainer abgelehnt hatte: "Ich fühle mich bereit."

Der Kader soll sich nicht ändern

Das Kennenlernen hier in Stuttgart und ab Freitag im zehntägigen Trainingslager in Marbella soll schnell gehen. Matarazzo will mit jedem Profi ein Einzelgespräch führen. Große Veränderungen im Stuttgarter Aufgebot wird es nicht geben. "Ich bin aktuell glücklich mit dem Kader", sagt Matarazzo, schiebt aber sogleich nach, dass sich trotzdem einiges ändere: "Wir werden sicherlich viele Sachen infrage stellen."

In Hoffenheim war der Italo-Amerikaner zuletzt als Übergangstrainer für die Heranführung der Talente aus der U17, U19 und U23 in den Profibereich zuständig. In Stuttgart sind diese Fähigkeiten als Talententwickler ebenfalls gefragt, wie Sportdirektor Sven Mislintat betont. Wichtiger als einzelne Talente nach oben zu führen ist das große Ganze, die Erstligarückkehr des VfB, weshalb auch Thomas Hitzlsperger sagt: "Wir haben gerade andere Prioritäten."

Dass sich Prioritäten schnell verändern, das weiß auch der neue VfB-Trainer aus eigener Erfahrung. Die Karriere als Investmentbanker in New York opferte der studierte Mathematiker einst für den Fußball, weil er sich nicht vorstellen konnte, jeden Tag im Büro zu sitzen. Deshalb kickte er lieber in der deutschen Oberliga. Schritt für Schritt hat ihn sein Weg nun vorerst bis in die 2. Liga geführt. Einen VfB-Trainingsanzug in seiner Größe hat der Trainer mit Schuhgröße 47 auch schon. Keine Selbstverständlichkeit angesichts eines Gardemaßes von stattlichen 1,97 Meter. "Die langen Hosen sind meistens zu kurz", sagt Matarazzo und lacht. Noch viel wichtiger für den VfB ist, dass der Trainer Pellegrino Matarazzo zum Verein passt.

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