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Die Führungsspieler funktionieren. Die erfahrenen Manuel Hofmann, Boris Nzuzi und Michael Kleinschrodt bilden derzeit eine ganz starke Achse beim Verbandsligisten FSV Hollenbach. Dazu kommt der rechte Außenverteidiger Dennis Hutter, der für Stabilität aber auch gefährliche Standards sorgt. Aber an den Routiniers allein liegt der gute Saisonstarts mit vier Siegen aus sechs Spielen und Rang zwei mit 13 Punkten nicht. Auch die jungen Nachrücker erledigen ihre Aufgaben meist zur Zufriedenheit des Trainerteams Martin Kleinschrodt/Jens Breuninger.

Zuversichtlich aber auch mit einem gewissen Anspruch fahren die Hollenbacher nun am Sonntag (Spielbeginn 15 Uhr) zum Aufsteiger TSV Heimerdingen. "Wenn man das Gefühl hat, dass das, woran man ein Jahr gearbeitet hat, Früchte trägt, ist es einfach schön", sagt Kleinschrodt. "Es waren vergangene Saison schon noch Zufallsprodukte. Jetzt sieht man aber eine Entwicklung." Gerade im Spielaufbau ist mehr Struktur vorhanden. "Wir geben unserem Spiel eine Marke", sagte Kleinschrodt. Er sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial: "Im Zweikampf, im Abwehrverhalten müssen wir schon noch zulegen. Wir mussten in der Defensive aber auch umbauen. Aber auf jeden Fall steht jetzt der Grundstein. Darauf können wir noch einzelne Bausteine draufpacken."

Hollenbacher dürfen nicht nachlässig werden

Zwar nicht unbedingt draufpacken muss der FSV Hollenbach am Sonntag, aber er darf keinesfalls nachlassen und schon gar nicht nachlässig werden. Zwar ist der nächste Gegner Heimerdingen noch ohne Punkt in der Verbandsliga, doch der Aufsteiger scheint sich langsam an die neue Klasse zu gewöhnen. Gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen setzte es erst kurz vor dem Ende mit dem 1:2 den Niederschlag. "Die haben noch nicht gewonnen und sehr viele Gegentore kassiert", sagt Kleinschrodt. "Aber es war zuletzt die Tendenz dazu da, dass sie stabiler stehen." Im 4-5-1 verteidigte Heimerdingen gegen Calcio passabel und hatte selbst einige Möglichkeiten. Starkreden möchte Kleinschrodt den Gegner aber keinesfalls. "Mit unserem Anspruch, unter den Top Fünf spielen zu wollen, müssen wir gegen die gewinnen wollen. Das wird sicher ein Abwehrbollwerk sein. Jetzt gilt es, den Jungs Maßnahmen mitzugeben, wie wir die knacken", sagt der FSV-Coach. In den ersten sechs Spielen gelang es, jede Defensive auszuhebeln. Schon 20 Tore wurden erzielt.

Beim FSV wird mit dem Toreschießen abgewechselt

"Gut ist, dass wir schwer zu berechnen sind", sagt Kleinschrodt. Damit ist Hollenbach auch sehr schwierig zu verteidigen. "Vor der Runde sind uns ein paar gute Einzelspieler weggebrochen, doch von den anderen spielt jeder Einzelne zehn Prozent besser", sagt Kleinschrodt. Trug Fabian Czaker in der vergangenen Saison noch die Hauptlast im FSV-Angriff, wird nun eben mit dem Toreschießen abgewechselt. Zur Not hilft ein Standard. "Mit diesem Selbstbewusstsein gehen wir auch ins Spiel", sagt Kleinschrodt. Aber auch mit dem Bewusstsein, dass die offensive Spielweise auch ihre Risiken birgt. Kleinschrodt: "Wir haben zu viel zugelassen. Daran müssen wir arbeiten. Bei unserer Spielweise dürfen wir keine blöden Ballverluste haben, sonst wird es gefährlich."

Trainer Martin Kleinschrodt ist zufrieden

Bisher zeigt sich der Trainer zufrieden, weil die Mannschaft seine Vorgaben umsetzt oder es zumindest versucht: "Da tritt keiner aus der Reihe, das gefällt mit. Die taktischen Dinge, wie wir zu Toren kommen, sind einstudiert. Mir gefällt, dass das, was wir letzte Saison angefangen haben, forciert wurde. Die Laufwege sind automatisiert. Außerdem sind alle heiß aufs Kicken. Jeder hat Bock."

Eine seiner Hauptaufgaben ist es jetzt, die Spieler bei Laune zu halten. Denn der Kader ist ebenso ausgeglichen wie dünn. Viele Langzeitverletzte können sich die Hollenbacher nicht leisten. Durch die positive Personalsituation versucht Kleinschrodt zu rotieren, damit jeder seine Einsatzzeiten bekommt. Aber auch das mit Maß und Ziel, zu viele Veränderungen würden auch nicht gut tut.

Am Sonntag muss er eventuell umdenken und umbauen. Denn mit Felix Gutsche (Knöchelprellung bei der zweiten Mannschaft), Sebastian hack (Magen-Darm) und Torben Götz (Mittelfußdehnung) sind alle drei Mittelstürmer fraglich. "Ich hätte aber schon eine Idee, sollten alle ausfallen", sagt Kleinschrodt. Ebenfalls etwas kürzer treten unter der Woche mussten die angeschlagenen Fabian Schuler und Marcel Karausch sowie Robin Dörner (Beruf).

36, 55, 64, 51, 48, 61. Die Einsatzzeiten von Johannes Ebner lassen vermuten, dass der Offensivallrounder des VfB Eppingen nur noch Teilzeit arbeitet. Im ersten Saisonspiel noch eingewechselt, durfte der 21-Jährige in den fünf Partien danach zwar immer von Anfang an ran. Aber den Schlusspfiff erlebte Ebner immer von der Bank aus, wo er meist schon eine Weile saß. In der Summe macht das 315 Spielminuten für ihn, von 540 möglichen. Klingt nicht unbedingt nach Spaß, zumal Fußballer ungern ausgewechselt werden.

"Es macht sehr viel Spaß", winkt Ebner, auf seine Situation angesprochen, ab. Mehr noch: Die vielen Auswechslungen können dem 21-Jährigen nichts anhaben, denn das Teilzeitarbeiter-Dasein ist gewollt, auch von ihm selbst. Vielleicht ist das sogar eines jener Geheimnisse, die den VfB in der Verbandsliga Nordbaden derzeit so stark machen. Abgesehen von der Auftaktniederlage zu Hause gegen Astoria Walldorf II, immerhin einem Topteam, sind die Kraichgauer ungeschlagen, stehen vor dem Duell diesen Sonntag, 15 Uhr, bei der SpVgg Durlach-Aue mit 13 Punkten auf Rand drei. Dazu beigetragen hat auch Johannes Ebner.

Drei Ebner-Tore in drei Spielen

Das lässt sich auch in Zahlen belegen: Drei Mal hat Ebner in den drei Spielen zuletzt getroffen, es waren wichtige Treffer. Auch für Ebner selber. Zuvor hatte er eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gekickt, eine schmerzhafte und langwierige Entzündung der Patellasehne hatte ihn neun Monate außer Gefecht gesetzt. "Eine furchtbare Zeit", sagt Johannes Ebner. Ein Fußballer, zumal ein junger wie er, der will nichts anderes als spielen. Dem Ball hinterherlaufen. Tore schießen.

Stattdessen war zuschauen angesagt. Neun lange Monate lang. Doch Ebner war immer da, beim Training, bei den Spielen. "Irgendwann ist immer mehr der Teamgedanke bei mir in den Vordergrund gerückt." Ebner fühlte sich trotz des Verletzten-Status als Teil des Teams - konnte sich über die famose Rückrunde mitfreuen. Letztlich war es eine gute Starthilfe für die Rückkehr aus Feld, die er richtig genießt. Er fühlt sich wohl, seine Einsätze und Tore geben ihm Selbstvertrauen. "Es ist die Belohnung für den ganzen Aufwand, die lange Leidenszeit." Dafür nimmt Ebner gerne in Kauf, als erster ausgewechselt zu werden.

Ein Deal zwischen Trainer und Spieler

Es ist sogar ein Stück weit ein Privileg, ein Deal zwischen David Pfeiffer und ihm. "Der Trainer kommt in der Halbzeit immer zu mir - und ich sage ihm, wie es aussieht." Ein paar Minuten der zweiten Hälfte spielt er noch, dann ist Feierabend. Es ist ein Vertrauensbeweis des Trainers, der seinen Schützling vorsichtig wieder heranführen will und ihm eine Sonderrolle einräumt.

Er zahlt es zurück. "Er stellt sich total in den Dienst der Mannschaft", sagt Pfeiffer. "Die drei Tore sind für seine lange Leidenszeit beachtlich." Es ist das Vertrauen, dass ihn stark macht, das gibt er weiter. "Wenn ich rausgehe, weiß ich, dass sich ein anderer den Arsch aufreißt." So funktioniert das System Eppingen: Jeder vertraut jedem. Das soll den VfB am Sonntag auch in Durlach wieder drei Punkte bescheren.

Der VfB muss an seine Grenzen gehen

"Das Kirchfeld-Spiel hat uns ganz gut auf den nächsten Gegner vorbereitet", sagt Pfeiffer, der einen unangenehmen Gegner erwartet. "Wenn wir an unsere Grenzen gehen, können wir da aber was mitnehmen." Ob Ebner von Anfang an mitwirkt, ist offen. Er hat die Woche vorsichtshalber ausgesetzt. Notfalls lässt er sich aber gerne einwechseln.

Torben Götz wartete lange, bis er sich und Manager Karl-Heinz Sprügel am Freitagabend beschenkte. Das Geburtstagskind erzielte vor rund 450 Zuschauern in der 58. Minute das 2:0 der Hollenbacher beim 3:1-Sieg gegen die SKV Rutesheim. Davor hatte der Stürmer, der zum ersten Mal überhaupt in der Startelf des FSV stand, einige Möglichkeiten liegen lassen.

"Wichtig war, dass wir gewonnen haben. Dass ich selbst ein Tor geschossen habe, war natürlich schön", sagte Götz. Sprügel freute sich ebenfalls über den Sieg: "Mein Geburtstagswunsch ist erfüllt worden", sagte der Manager. Damit ist der Start in die Verbandsliga-Saison nun endgültig geglückt.

Partie beginnt mit viel Tempo und einer Großchance

Das Spiel begann durchaus schwungvoll. 23 Sekunden waren gespielt, als Torben Götz alleine aufs Tor zulief, doch sein Abschluss war zu zentral, landete in den Beinen von Torhüter Julian Bär. Rutesheim antwortete mit viel Tempo im Umschaltspiel und langen Bällen. Gerade die weiten Abstöße von Bär wurden immer wieder gefährlich. So war viel Tempo in der Partie.

Die Anfangsphase hatte durchaus Unterhaltungswert. Noah Krieger (12.) grätschte den Ball vom Fünfmetereck übers Tor und im Gegenzug schon Salvatore Catanzano den Ball knapp am Pfosten vorbei. In der 17. Minute retteten die Hollenbacher gleich zwei Mal bei den Abschlüssen von Christopher Baake. Langsam verflachte die Partie dann etwas. Rutesheim bekam die Räume zu und Hollenbach verlor etwas die Struktur im Offensivspiel. Unter anderem durch die eine oder andere Unkonzentriertheit bedingt.

Lediglich nach einer Freistoß-Flanke von Dennis Hutter wurde es nochmal gefährlich. Ansonsten war in der ersten Halbzeit nur noch bemerkenswert, dass Rutesheim gleich drei Mal wegen Verletzungen wechseln musste.

Zum Start der zweiten Halbzeit wieder eine Hollenbacher Großchance

Halbzeit zwei begann wie der erste Abschnitt. Mit einer Hollenbacher Chance. Dieses Mal brachte Götz (47.) den Ball im Tor unter, doch er stand beim Schuss von Lorenz Minder wohl im Abseits. So ging es mit 0:0 weiter. Drei Minuten darauf war wieder Bär gegen Götz Sieger. Der Hollenbacher Stürmer, war durch einen Pass von Krieger in Szene gesetzt worden. Hollenbach versuchte das Spiel nun zu kontrollieren, das war gegen einen aggressiven und disziplinierten Gegner aber nicht einfach.

Da tat der Führungstreffer durch Marius Uhl (54.) gut. Sein Freistoß ging durch die Mauer, Bär war überrascht, sonst hätte er den Schuss wohl pariert. Vier Minuten später legte dann Götz (58.) das 2:0 nach. Unter wütenden Protesten der Rutesheimer, die zuvor ein Foul am Torhüter gesehen hatten - sicher eine strittige Szene. Aber wohl auch richtig, weiterlaufen zu lassen.

Die SKV gab sich aber nicht geschlagen. Catanzano (60.) wurde beim Abschluss behindert und hätte gerne einen Elfmeter gehabt. Vier Minuten darauf kam er völlig frei zum Kopfball, doch Torhüter Len Brutzer reagierte prächtig. Der Anschlusstreffer lag nun In der Luft und er fiel auch in der 67. Minute durch Luca Alberici. Doch der FSV antwortete in der 71. Minute bereits mit dem 3:1. Michael Kleinschrodt traf per Kopf nach einem Eckball von Dennis Hutter. Danach hatten die Gastgeber die Partie wieder unter Kontrolle und hätten das Ergebnis noch höher gestalten können.

Glücklicher FSV-Trainer Martin Kleinschrodt

"Wir sind glücklich, dass wir gewonnen haben", sagte FSV-Trainer Martin Kleinschrodt. "Es war ein umkämpftes Spiel. Vom Spielverlauf her, war es sicher nicht unverdient. Es freut mich, dass wir nach dem 2:1 so effektiv waren und das 3:1 nach einer Ecke machen."

Gästetrainer Jens Eng wollte gar nicht so viel zur Partie sagen. Die Enttäuschung saß tief. "Wir haben für den Tag viel investiert und haben uns reingehängt. Jetzt fahren wir mit einem 1:3 und drei Verletzten im Gepäck wieder heim."

FSV Hollenbach: Brutzer, Nzuzi, Hutter, Minder (74. Dörner), Hofmann, Kleinschrodt, Limbach, Rohmer (71. Schülke), Uhl, Krieger 63. Schmitt), Götz (65. Hack).

SKV Rutesheim: Bär, Trefz, Wellert (43. Wemmer), Kogel, Weiß (48. Hertenstein), Alberici, Baake, Crepaldi (82. Schulze), Catanzano, Münst, Käpplinger (32. Müller).

Tore: 1:0 (55.) Marius Uhl, 2:0 (60.) Torben Götz, 2:1 (68.) Luca Alberici, 3:1 (72.) Michael Kleinschrodt

Schiedsrichter: Tobias Bauch

Zuschauer: 415

Nur zum Auftakt wurde 3:4 gegen Astoria Walldorf II verloren, danach lief es bei zwölf Punkten in Folge und starken 12:2 Treffern prächtig.

Insgesamt 15 selbst geschossene Tore, das ist der Top-Wert in der Verbandsliga. Die zweitjüngste Mannschaft hinter Walldorf rockt die Liga. Doch beim VfB bleibt man vor dem sonntäglichen Gastspiel (Anpfiff 15 Uhr) beim Aufsteiger FV Fortuna Kirchfeld auf dem Boden der Realität.

"Wir wollten gut in die Saison starten", sagt Trainer David Pfeiffer. Das ist gelungen. "Jetzt wollen wir die Tabellenführung verteidigen, so lange es geht. Wir genießen den Moment." Pfeiffer weiß aber: "Es ist nicht zu erwarten, dass wir auch am Rundenende da vorne stehen werden. Die einen oder anderen im Umfeld werden zwar schon euphorisch, aber meine Jungs wissen die bisherigen Erfolge richtig einzuschätzen."

Ein Leistungseinbruch wird kommen - irgendwann

Klar ist auch, die Eppinger versuchen weiter erfolgreich zu bleiben. "Es sind erst fünf Partien gespielt, und wir haben einen guten Lauf", sagt Pfeiffer. "Aber ich habe eine sehr junge Truppe, da kann es auch mal passieren, dass vier Spiele in Serie verloren werden." Ein Leistungseinbruch wird kommen, irgendwann. Wichtig ist dann, wie mit einer möglichen Negativserie umgegangen wird. Doch damit will sich beim VfB derzeit niemand beschäftigen.

Die zurückliegenden Erfolge haben das Selbstvertrauen aller gestärkt. Der Brust der Spieler ist breiter geworden. "Es gilt das Momentum und den positiven Lauf auszunutzen. Wir wollen an den Punkten dranbleiben", sagt Pfeiffer mit Blick auf das anstehende Auswärtsspiel beim Tabellenelften Kirchfeld. "Wir brauchen eine gute Leistung, um dort etwas zu holen. Ruft meine Mannschaft ihr Potenzial ab, ist das auch möglich."

Ambitionierte Fortuna ist mit gutem Kader ausgestattet

Doch der Trainer warnt auch vor einem Aufsteiger, der schon im Vorfeld der Saison mit Vorschusslorbeeren behängt wurde. Die Fortuna gilt als ambitioniert mit einem guten Kader und optimalen Rahmenbedingungen. Bei einen Sieg, drei Unentschieden, einer Niederlage und einem Torverhältnis von 7:6 haben sich die Gastgeber in den ersten Saison-Begegnungen nicht wie ein möglicher Absteiger präsentiert.

"Die kassierten bisher nicht viele Gegentreffer, sind defensiv- und kampfstark, verfügen über großgewachsene und robust auftretende Spieler. Es ist eine Mannschaft, die auch schnell nach vorne spielen kann", sagt Pfeiffer. In den bisher absolvierten fünf Begegnungen trafen der VfB Eppingen und Fortuna Kirchfeld drei Mal auf den selben Gegner.

Pfeiffer will sich nicht in Favoritenrolle gedrängt werden

4:1, 4:0 und 2:0 lautet die VfB-Bilanz, 0:1, 1:1 sowie 2:2 die der Fortuna gegen die TSG 62/09 Weinheim, den FC Germania Friedrichstal und den VfR Gommersdorf. Zahlen, die vor dem direkten Vergleich der beiden Teams klar für Eppingen sprechen. "Leider lässt sich die Rechnung nicht immer so einfach aufstellen", will David Pfeiffer vermeiden, dass seine Jungs in die Rolle des Favoriten gedrängt werden.

Doch dies lässt sich nicht vermeiden, gastiert ein Tabellenführer beim Liga-Elften. Mit jedem Punkt, mit jedem Sieg, steigen die sportlichen Ansprüche, extern wie intern. Damit müssen die Spieler lernen umzugehen. Das sind die Begleiterscheinungen für eine Mannschaft, die in der Tabelle ganz vorne steht.

Die Gefahr ist groß, dass der VfB auch weiterhin die Liga rockt. Gibt es schönere Gefahren-Situationen?

Für Ärger sorgte auch ein vom Internet-Portal fussball-in-bw.de falsch übermitteltes Ergebnis. In der Kreisliga B2 endete die Begegnung zwischen dem TSV Herbolzheim und der SGM Widdern/Olnhausen nicht wie vermeldet 0:0, die SGM gewann 5:3 und gewann somit auch ihr zweites Spiel.

Botan wollte nur noch auswärts spielen

Für die Saison 2019/2020 war der FC Botan Heilbronn offiziell angemeldet, auch im Lostopf des Bezirkspokals war der B1-Ligist vertreten. Doch weder hier, noch zum Saisonstart war das Botan-Team angetreten. Inzwischen wurde der Verein vom Spielbetrieb abgemeldet. "Ich habe mehrfach versucht deren Vereinsverantwortliche zu kontaktieren, doch auf meine Anrufe wurde nicht reagiert und Mails blieben unbeantwortet", berichtet B1-Staffelleiter Gunter Korb.

Offiziell hat der FC Botan seit diesem Sommer keine Spielstätte mehr. In den vergangenen Jahren trug das Botan-Team seine Heimspiele auf dem Sportplatz des ASV Heilbronn aus. Doch vom ASV wurde der Vertrag mit Botan über die Nutzung der dortigen Umkleide- und Duschräume nicht verlängert. Schon früher hatte es immer wieder mal Probleme zwischen den beiden Vertragspartnern gegeben. "Wir haben den Nutzungsvertrag nicht verlängert", bestätigt ASV-Abteilungsleiter Domenic Lang. "Das hat seine Gründe, auf die ich aber nicht näher eingehe."

Der Kabinentrakt ist Eigentum des ASV Heilbronn, den Sportplatz hätte der FC Botan weiter nutzen können, er gehört der Stadt Heilbronn. Doch ohne Dusch- und Umkleidekabine ist kein Spielbetrieb möglich. "Botan wollte alle Saisonspiele auswärts austragen, doch das ist laut Bestimmungen des Württembergischen Fußballverbandes nicht möglich", erzählt Korb. "Vom Fußballbezirk aus hätten wir den Verein gerne unterstützt, doch war leider keine Kontaktaufnahme möglich." Somit besteht die Kreisliga B1 nur noch aus 15 Mannschaften. Der an den Spieltagen jeweils geplante Gegner ist spielfrei.

Erste Punktspiel-Niederlage nach mehr als einem Jahr

Noch nicht so richtig in der Bezirksliga angekommen ist die SGM Krumme Ebene am Neckar. Der eine Saison lang im Punktspielbetrieb unbesiegte A2-Meister unterlag nach dem 1:1-Auftakt gegen den FC Union Heilbronn beim SC Ilsfeld mit 0:1. Der Unterschied zwischen A-Liga und Bezirksliga ist groß, das war SGM-Spielertrainer Pascal Marche aber schon vor dem Saisonstart bewusst. "Taktisch sind die Gegner besser eingestellt, auch die individuelle Klasse vieler Spieler ist größer", sagt Marche. "Wir sind für unsere Fehler bestraft worden. Wobei es in der Defensive bisher ganz gut aussieht, vorne müssen wir aber zulegen."

Die Niederlage in Ilsfeld war vermeidbar. "Da hätten wir einen Punkt verdient gehabt", ärgert sich Marche, gibt sich aber selbstkritisch. "Wir sind unserem Anspruch, guten Fußball zu spielen, bisher nicht gerecht geworden. Wir müssen weiter an unserem Spielaufbau arbeiten, da nenne ich mich selbst an vorderster Front." Aktuell ist die SGM Drittletzter der Tabelle, könnte an ihrem anstehenden spielfreien Sonntag aber weiter zurückfallen. Eine Wochenspieltag führt die Krumme Ebene am Donnerstag zum Derby nach Untergriesheim.

Falsches Ergebnis: 0:0 statt 3:5

Die Verwunderung war nicht nur bei der SGM Widdern/Olnhausen groß. 0:0 endete das Gastspiel der SGM beim TSV Herbolzheim, so war am Montag in der Heilbronner Stimme zu lesen. Doch Widdern/Olnhausen hatte 5:3 gewonnen. Das Ergebnis wurde vom Sportinfo-Pool Uli Wüst über das Internetportal fussball-in-bw.de falsch publiziert. Zwar wurde das Endresultat von den Vereinen reklamiert und am Montagnachmittag auf fussball-in-bw.de korrigiert, doch wurde es vom Sportinfo-Pool versäumt, die Stimme-Sportredaktion zu informieren.

Und so wurde bei der B-Liga-Berichterstattung in der Dienstagsausgabe erneut das falsche Ergebnis abgedruckt. "Wir haben die Punkte aber dennoch bekommen", kommentierte SGM-Spielertrainer Marcell Waldherr den Fauxpas mit einem dicken Augenzwinkern. Zwei Spiele, zwei Siege. "Jetzt wollen wir gegen die zweite Mannschaft der Sportfreunde Untergriesheim einen Dreier nachlegen und unsere Serie ausbauen", sagt Waldherr.

Hier nun der Vollständigkeit halber das korrekte Stenogramm des Spiels. Tore: 1:0 (16.) Chris Fuchs, 1:1 (30.) Matthias Zimmermann, 2:1 (32.) Andreas Eckert, 2:2 (33.) Matthias Zimmermann, 2:3 (55.) Sandro Bayha, 2:4 (61.) Marcell Waldherr, 3:4 (66.) Marko Kardos, 3:5 (90.) Matthias Zimmermann, Zuschauer: 67. Schiedsrichter: Rolf Göpferich (Sternenfels).

Die Neckarsulmer Sport-Union ist spätestens nach dem 0:3 gegen den TSV Ilshofen am fünften Spieltag, der zweiten Niederlage in Folge, und dem Abrutschen auf Platz zehn in der Oberliga-Realität angekommen. Eine dritte Pleite in Folge sollte nun vermieden werden. Doch das wird schwer.

Die NSU gastiert an diesem Samstag (15.30 Uhr) in Südbaden beim FC 08 Villingen, dem Vorzeigeverein des Schwarzwald-Baar-Kreises.

"Den Schock haben wir insoweit überwunden, dass der Blick jetzt nach vorne geht", erzählt NSU-Trainer Marcel Busch. "Es gab am Montag eine längere Sitzung, in der alles angesprochen wurde. Die Mannschaft hat sich dabei selbstkritisch hinterfragt." Es gilt nun die Lehren aus den zurückliegenden Niederlagen zu ziehen.

Pech und Unvermögen im Abschluss

Sieg und Niederlage liegen in der Oberliga nahe beieinander. Das zeigte auch die Partie gegen Ilshofen. Neckarsulm begann so dominant, dass ein Fan völlig entspannt meinte: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das 1:0 fällt." Doch ein bisschen Pech und ein wenig Unvermögen im Abschluss verhinderten dies. Was dann passieren kann, wenn die NSU-Einheit auf dem Platz nicht funktioniert, das dokumentierte ein schwacher zweiter Durchgang der Sport-Union. Nun gilt es als Team wieder aufzustehen und auf dem Platz in Villingen die richtige Antwort zu geben.

"Oberachern und Ilshofen, das waren schon zwei Gegner, gegen die wir punkten wollten", sagt Busch. "Aber wir müssen jetzt nichts dramatisieren, sondern versuchen den Schalter wieder umzulegen."

Viilingen ist stärker, als es es der 15. Platz vermuten lässt

Das aktuelle Tabellenbild der Oberliga Baden-Württemberg ist trügerisch. Vor allem was den FC 08 Villingen betrifft. Mit ihrem ersten Saisonsieg im Südbaden-Duell beim SV Linx haben sich die Gastgeber der Neckarsulmer vom letzten auf den 15. Platz verbessert. Der FC08 ist deutlich stärker, als es der aktuelle Abstiegsplatz vermuten lässt.

Die 0:3-Niederlage gegen Tabellenführer Göppingen zum Auftakt wird auf der Villinger Homepage als "völlig unnötig" kommentiert. Das 1:1 gegen den Top-Meisterschaftsfavoriten VfB Stuttgart II ließ aufhorchen. Und dann war ja da auch noch die erste Runde im DFB-Pokal, in der Südbaden-Pokalsieger Villingen gegen Fortuna Düsseldorf vor einer Sensation stand und den Bundesligisten an den Rand einer Niederlage drängte. Erst in der Verlängerung setzte sich die Fortuna mit 3:1 durch.

Neckarsulm hat gegen den FC08 drei Mal verloren und ein Mal gewonnen

"Villingen hat deutlich mehr Qualität, als es deren Tabellenplatz aussagt, gefühlt ist das eine Spitzenmannschaft", zeigt Marcel Busch Respekt vor den Gastgebern. "Das ist ein Gegner, der den Anspruch hat, sich unter den ersten Fünf zu platzieren." In den bisherigen Duellen gegen Villingen ging die NSU drei Mal als Verlierer vom Platz. Nur der letzte Vergleich am 1. Mai dieses Jahres wurde 2:1 gewonnen. Beide Treffer erzielte Ouadie Barini, der den Pichterich in diesem Sommer mit Richtung SGV Freiberg verließ. In dieser Runde hat die NSU in fünf Spielen vier Tore erzielt, eine magere Bilanz. Lediglich der Vorletzte SV Sandhausen steht mit zwei selbst erzielten Treffern schlechter da.

"Wir müssen jetzt ein anderes Gesicht zeigen", mahnt Busch an. "Wir müssen wieder kompakt auf Ballsicherung verteidigen. Wichtig ist, das die Mannschaftsteile miteinander harmonieren."

Keine Rolle spielen in den Personalplanungen der Hinrunde die Langzeitverletzten Robin Faber, Claudio Bellanave, Simon Balles und Robin Neupert. Zumindest bei Neupert gab es Hoffnung, er könne eventuell gegen Ende des Jahres wieder eingreifen. Doch eine weitere Untersuchung am angerissen Syndesmoseband brachte die Diagnose, dass er um eine Operation nicht herumkommt.

Die Meinungen gehen auseinander. Ein Reporter sagte nach einem äußerst unterhaltsamen Zweitliga-Abend im Gespräch mit Anthony Losilla, dem Kapitän des VfL Bochum: "Das Spiel hätte 6:6 ausgehen können." Drei Meter weiter war Sven Mislintat, dem Sportdirektor des VfB Stuttgart, wichtig mitzuteilen: "Das Spiel muss 4:2 ausgehen." Er erklärte das kleine Spektakel so: Trainer Tim Walter "möchte lieber 4:2-Spiele sehen als ein 1:0".

Das dritte Heimspiel endete am Montag allerdings mit einem zweideutigen 2:1 - genau wie die beiden zuvor gegen Hannover 96 und den FC St. Pauli. Die Frage muss also an der ersten Wegmarke, der sogenannten Länderspielpause, nach vier Ligaspielen sowie einer Pokal-Partie lauten: Wo steht der neue VfB Stuttgart?

Didavi: Wir verlieren noch zu häufig den Ball

Auf Platz zwei, mit elf Punkten. Kapitän Daniel Didavi sagte es so: "Wichtig ist, in der Tabelle gut dazustehen und vor allem zu Hause die Punkte geholt zu haben." Das sorgt für Ruhe. Die bei Spielen des VfB im Publikum aber zu keiner Phase des Spiels aufkommen kann. "Wir verlieren noch zu häufig den Ball", lautete auch Didavis oberster Punkt auf der To-do-Liste. Tim Walter merkte zur Konter-Anfälligkeit der Seinen an: "Die Restfeldverteidigung hat nicht immer gut geklappt." Stimmt. Silvere Ganvoula (Walter: "Er hat meine komplette Abwehr vor Probleme gestellt") hätte alleine fünf Tore schießen können/müssen - traf aber tatsächlich nur ein Mal (40. Minute).

Solange die Ergebnisse stimmen, wie am Montag durch die Treffer von Daniel Didavi (19.) und Nicolas Gonzalez (48.) mehr Tore geschossen als kassiert werden, funktioniert alles beim VfB. Doch es ist ein wackliger Prozess - Alexander Zorniger sei erwähnt, der mit einem ähnlichen forschen Ansatz wie Tim Walter 2015 nach zehn Punkten in 13 Bundesligaspielen beurlaubt wurde.

Was ist, wenn es im 29 Profis großen Kader rumort?

Nein, Tim Walter ("Unser fußballerischer Ansatz ist gut") wackelt nicht. Aber alles könnte schnell ins Wackeln geraten. Wenn es im 29 Profis großen Kader rumort. Wenn die Entwicklung in der wichtigen Phase bis zum Auswärtsspiel am 14. September bei Jahn Regensburg nicht weitergeht.

"Es ist alles noch nicht so stabil", sagte Daniel Didavi. Das sei normal, weil man eine völlig neue Spielweise habe: "Ballbesitz ist heilig bei uns." Nur ist der Konkurrenz nichts heilig, stellt sich hinten rein und spielt auf den einsamen Solisten vorne lange Bälle. Didavi: "Daran müssen wir uns noch gewöhnen." Und lernen, aus den knapp 80 Prozent Ballbesitz wie in der ersten Hälfte gegen Bochum mehr Tore zu machen.

Nur fünf Spieler befinden sich auf Länderspielreise

Lediglich fünf VfB-Profis sind die nächsten Tage auf Länderspielreise. "Das ist gut", sagte Daniel Didavi. So kann weiter wachsen, was Sven Mislintat schon jetzt gefällt: "Wir haben eine richtig geile Gruppe. Die Mentalität ist da, auch wenn wir nicht den besten Tag haben." Der Manager sah geschafft aus, was aber nicht am Heimspiel des VfB lag. Am Montagabend zog Mislintat nach 20 Zu- und 18 Abgängen einen Schlussstrich: das Transferfenster ist zu, Anastasios Donis (Stade Reims) ist weg.

Ab sofort ist auch Sven Mislintat für ein paar Tage weg: Urlaub. 29 Profis umfasst nach seiner vorerst getanen Arbeit der Kader des VfB. Das ist Segen - wenn eine Einwechslung wie die von Nicolas Gonzalez sofort einen (Tor-)Effekt hat. Das kann ein Fluch werden - wenn disziplinarische Maßnahmen nötig sind wie bei Santiago Ascacibar. Weil der Argentinier unzufrieden ist, wechseln wollte? "Das bleibt intern", sagte Walter nur. Mislintat ergänzte: "Es ist nichts Weltbewegendes." Hauptsache Platz zwei.

Walter: Jeder muss sich dem Leistungsprinzip unterordnen

Das Ziel der Schicksalsgemeinschaft VfB Stuttgart ist klar: Mit diesem Kader muss der Aufstieg her. "Jeder muss sich dem Leistungsprinzip unterordnen", stellte Tim Walter noch einmal klar. "Die Mannschaft geht gut damit um. Die Spieler wissen, dass wir, um den Aufstieg schaffen zu können, Qualität im Kader brauchen." Stimmt. Ob dafür aber tatsächlich 29 Spieler notwendig sind? Da gehen die Meinungen auseinander. Sicher ist: Der Erfolg ist der Kitt dieser Mannschaft.

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