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Beim VfB Stuttgart brennt es. Cheftrainer Pellegrino Matarazzo sprach vor dem Bundesligaspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FSV Mainz 05 über das Defensivverhalten seiner Mannschaft, von erhöhter Aufmerksamkeit, "in brenzligen Situationen die Alarmbereitschaft zu haben". Denn die Rauchmelder schlugen vergangene Woche beim Heimauftakt gegen den SC Freiburg viel zu spät an. 0:3 lagen die Schwaben gegen die Badener zurück. Am Ende hieß es 2:3. War es ein Kurzschluss oder ist es ein Schwelbrand?

Jedenfalls ein zwiespältiges Ergebnis, drehte der VfB am Ende doch auf, hatte die Möglichkeit zum Ausgleich. Wie sah die Trainingswoche aus, wurde an der schwachen Defensive gefeilt und die starke Offensive gepflegt? "Beides", sagte Pellegrino Matarazzo, der am Donnerstag aber immer wieder auf seine Defensive angesprochen wurde.

Die Abwehr als Schwachstelle

Markus Babbel, einst Spieler sowie Trainer beim VfB Stuttgart, sieht keinen echten Topmann in der VfB-Abwehr, wie er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" sagte. Von naivem Abwehrverhalten zu sprechen, "wäre freundlich ausgedrückt", wird Babbel in der Freitagausgabe zitiert. Die Abwehr des Aufsteigers als Schwachstelle.

Pellegrino Matarazzo, der wie Babbel als Verteidiger sein Geld verdiente, schüttelte den Kopf. Nein, mit Naivität und mangelnder Konzentration habe das alles nichts zu tun: "Es geht um die mentale Bereitschaft. Und klare Abläufe: Was mache ich in welcher Situation, zum Beispiel im Strafraum oder in Unterzahl? Das ist eine Sache der Spannung. Du brauchst Schärfe, nicht Konzentration, um die Situationen weg zu verteidigen."

Drei Feuerwehrleute, die auf dem Schlauch standen

Die drei Feuerwehrleute Waldemar Anton, Marcin Kaminski und Marc Oliver Kempf standen gegen Freiburg jedenfalls etliche Male auf dem Schlauch. Das habe nichts mit der Grundformation Dreierkette zu tun, so Matarazzo. Stabiler stand der VfB, als Mittelfeldmann Wataru Endo nach hinten gezogen worden war. Natürlich sei das ein Gedanke, den Japaner gegen Mainz von Beginn an mit der Chefstelle im Abwehrzentrum zu betrauen. Somit wäre auch ein Platz für Philipp Klement frei. Der ehemalige Mainzer hatte nach seiner Einwechslung das Spiel der Stuttgarter enorm belebt.

Kandidaten für die Startelf seien, so Matarazzo, zudem Stürmer Sasa Kalajdzic und Verteidiger Pascal Stenzel. Kandidat für einen Vereinswechsel ist der nach wie vor verletzte Erik Thommy (Ellbogenbruch). Es ist ein offenes Geheimnis, dass Dynamo Moskau den Flügelflitzer gerne verpflichten würde. Der VfB sei wiederum am ehemaligen Dortmunder Maximilian Philipp interessiert; der 26-jährige Offensivspieler steht bei Dynamo auf dem Abstellgleis. Pellegrino Matarazzo ist kein Freund des Spiels "Wünsch dir was". "Ich schaue auf die Spieler, die wir im Kader haben", sagte der Chefcoach. "Wenn etwas auf den Tisch kommt, dann entscheide ich. Und das ist derzeit aber nicht der Fall." Pellegrino Matarazzo ist ein Mann mit Prinzipien.

Kein Spieler bekommt eine Einsatzgarantie

Prinzipiell gebe es bei ihm für keinen Spieler eine Einsatzgarantie, erzählte der 42-jährige Trainer, nicht einmal für den Kapitän. "Es geht um Leistung." Matarazzo schob nach: "Gonzalo Castro wird unser Kapitän bleiben, egal was auf dem Platz passiert." Das nennt man Prinzipientreue. Wobei der 33-jährige neue Spielführer sein Amt nicht überbewertet. "Ja, natürlich" werde die Kapitänsbinde überschätzt. "Früher hat man seine Mannschaft immerhin noch aufs Feld geführt", sagte Castro am Freitag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In Coronazeiten treffe man sich irgendwann auf dem Rasen "wie bei einem Hobbykick".

Gegen den FSV Mainz 05 braucht es Profis. Überall. Vor allem im eigenen Strafraum, am Brandherd.

Sebastian Hoeneß will am Sonntag sein eigenes Fanherz bluten lassen. Schon immer sei er Bayern-Fan gewesen, sagt der neue Trainer der TSG Hoffenheim vor dem Bundesligaduell mit dem FC Bayern an diesem Sonntag (15.30 Uhr, Sky). Mit dem Nachnamen Hoeneß gäbe es da wohl sonst größere Probleme, auch wenn Klein-Sebastian stets "große Sympathien hegte für die Vereine, für die mein Vater arbeitete". Also auch für den VfB Stuttgart, den Papa Dieter 1992 als Manager zum deutschen Meistertitel führte.

Ob Onkel Uli und Papa Dieter am Sonntag unter den 6030 zugelassenen Zuschauern in der damit ausverkauften Sinsheimer Arena sein werden? "Ich weiß es nicht", sagt Hoeneß junior. Klar ist hingegen: Am Sonntag pausiert für den Bundesliga-Novizen die Bayern-Liebe für 90 Minuten. "Die Bayern stellen aktuell die beste Mannschaft der Welt", sagt Sebastian Hoeneß und korrigiert sich schnell selbst: "zumindest von Europa". Macht das einen Unterschied?

Leidenschaftlich dagegenhalten

Am Donnerstagabend noch freute er sich vorm TV mit dem ehemaligen Arbeitgeber über dessen vierten großen Titel in drei Monaten. Ähnlich leidenschaftlich dagegenhalten wie der FC Sevilla im Supercup sollen nun auch die Kraichgauer. "Wir müssen mental und taktisch gut vorbereitet sein. Herz, Leidenschaft mitbringen und körperlich ans Limit gehen und darüber hinaus", gibt Sebastian Hoeneß die Devise vor. Die bayerische Zusatzbelastung der 120 Minuten von Budapest hält der 38-Jährige für nicht so relevant: "Wenn eine Mannschaft diese Häufigkeit an Spielen kennt, dann der FC Bayern. Auf unsere eigene Leistung haben wir Einfluss, andere Themen interessieren mich weniger."

Viel lieber als über den Gegner spricht Sebastian Hoeneß über sein Team. In den beiden Spielen in Chemnitz und in Köln hatte die TSG Höhen im Spiel (fünf Tore von Andrej Kramaric), aber auch Tiefen bei den vier Gegentoren in insgesamt 210 Spielminuten. Den Auftrag für seine Hoffenheimer Mannen formuliert der Trainer so: "Die guten Phasen verlängern, die schlechten Phasen verkürzen. Daran arbeiten wir." Bald mit neuem, aktuell noch externen Personal?

Zwei Wochen noch ist das Transferfenster geöffnet. Die Frage, ob ein neuer Linksverteidiger kommt, weil Kostas Stafylidis (Schulter) länger ausfällt, ist immer noch nicht final entschieden. Pavel Kaderabek machte seine Sache als Aushilfs-Linker ordentlich. Weil Robert Skov zeitnah fit sein soll und auf der linken Seite gesetzt sein dürfte, sagt Hoeneß zu dem Thema: "Wir verspüren nicht den absoluten Druck."

Kein klares Dementi zur Rudy-Personalie

Ob der eine Sebastian (Hoeneß) wirklich den anderen Sebastian (Rudy) für ein drittes TSG-Engagement verpflichten möchte, wie die "Bild" erfahren haben will? Ein klares Dementi in Richtung Schalke 04 und Rudy klingt anders als der Hinweis, dass "ich nicht über Spieler anderer Vereine sprechen will". Um den größten aller Fußball-Bayern zu zitieren: Schau"n mer mal.

Beim Blick aufs zuletzt arg dezimierte eigene Personal gibt es bessere Nachrichten als zuletzt: "So langsam lichtet sich unser Lazarett", sagt Hoeneß. Stefan Posch trainierte die ganze Woche mit, Robert Skov und Florian Grillitsch waren noch nicht im vollen Umfang im Mannschaftstraining, Kapitän Benjamin Hübner überhaupt noch nicht. Rückkehr ungewiss.

Nicht nur für Sebastian Hoeneß ist es ein Wiedersehen mit dem Ex. Auch Hansi Flick war einst Trainer der TSG Hoffenheim, lange und erfolgreich (2000-2005). 2017/18 dann für acht Monate als Geschäftsführer Sport eher kurz und damit wenig prägend. Als Trainer der Bayern-U23 hatte Sebastian Hoeneß in der Vorsaison wöchentlich Kontakt mit Hansi Flick, am intensivsten als dieser noch Co-Trainer unter Niko Kovac war. Frotzeleien jedweder Art entfielen diese Woche. Eine alte Liebe ist auch eine viel zu ernste Sachen für Schabernack.

25. September 2020

Die Reifeprüfung

Es war ein Sonntag im Juni. Die kleine Elsenztalgemeinde Ittlingen war im Aufstiegsfieber. Aber der TSV verlor nach einer 2:0-Führung noch auf tragische Weise sein alles entscheidendes Relegationsspiel. Gescheitert am SV Rohrbach II - Katzenjammer anstatt Kreisklasse A. Diesen Sonntag, zwei Jahre nach dem "Waterloo von Weiler", spielen die Käfer erneut gegen eben jenen SV Rohrbach. Doch diesmal treten sie nach ihrem Aufstiegs-Double als stolzer Kreisligist nicht etwa gegen die Rohrbacher Reserve, sondern gegen das landesligaerprobte Original an.

Die bisherige Saisonbilanz der beiden Kontrahenten ist deckungsgleich. Beide Teams weisen bisher je drei Siege und ein Unentschieden auf. Die Sinsheimer Vorstädter gewannen dabei allerdings schon gegen die Spitzenteams Treschklingen (2:0) und Zuzenhausen II (3:1), während der Aufsteiger aus Ittlingen bisher überwiegend auf Teams aus der zweiten Tabellenhälfte traf.

Gegen Bad Rappenau erwischte der TSV einen Sahnetag

Zudem erlebte der TSV beim 6:1-Kantersieg gegen den VfB Bad Rappenau einen außergewöhnlichen Sahnetag. "Das war schon eine spielerisch tolle Leistung, aber so wie in diesem Spiel können unsere Jungs nicht immer spielen", sagt etwa Vereinsvorstand und Ittlingens Ehrenbürger Achim Heck. Der SV Rohrbach hingegen performt seit Jahren zuverlässig auf Kreisliga-Spitzenniveau oder er bewegte sich punktuell gar in Landesliga-Sphären.

Andererseits: 14 erzielte TSV-Treffer in den bisherigen vier Spielen sind eine stolze Bilanz. Und in Kevin Oliveira, Tobias Brendecke und Alexander Möbius verfügt der Aufsteiger gleich über mehrere Spieler, die permanent für Torgefahr sorgen können. Wenn sogar ein anerkannter Fachmann wie der langjährige Bundesliga-Torwart Klaus Funk als Augenzeuge bei einem der jüngsten Siege über seinen Heimatverein sagt: "Ich traue Ittlingen viel zu", dann ist dies durchaus als Qualitätsmerkmal zu werten. Es darf also mit Spannung auf das Top-Duell geschaut werden, wenn sich beide Teams auf Rohrbachs Höhen duellieren werden.

Ein Beleg für die Helmstädter Qualität

Und was tut sich in der Liga sonst noch? Ein interessanter Vergleich findet in Treschklingen statt, wo der SVT den TSV Helmstadt empfängt. Auch dieses Spiel hat das Potenzial zu einem Spitzenspiel, selbst wenn es der Blick auf die Tabelle zunächst nicht vermuten lässt. Doch Vorsicht, der TSV absolvierte bisher erst zwei Saisonspiele und wusste dabei auswärts jeweils zu überzeugen. Insbesondere das 1:1 beim SV Rohrbach dürfte ein Beleg für die neue Helmstädter Qualität sein, verfügen sie doch über junge, schnelle Außenbahnspieler und in Simon Dowalil einen der prägenden Kreisliga- Akteure der vergangenen Jahre. Aber die Susan-Elf scheint gewappnet, denn zuletzt gewann sie zweimal in Folge. Deshalb dürfte auch hier einer engen und spannenden Partie nichts im Wege stehen.

Das größte Lob kam vom Gegner. Niels Neef, Sportlicher Leiter des TSV Ittlingen, bescheinigte dem VfL Mühlbach am Sonntag, die Mannschaft gewesen zu sein, "die uns bisher athletisch und kämpferisch am meisten abverlangt hat". Der Lohn: ein verdienter Punktgewinn beim Tabellenführer. Wenn nun im Steinhauerdorf das Duell gegen den Dauer-Rivalen der vergangenen Jahre, den SV Gemmingen, ansteht, dann wird die Heimelf auf einen spielstarken Gegner treffen. Ausdruck der Spielstärke der Kufner-Elf waren im Heimspiel gegen die äußerst effektive SG Kirchardt zuletzt sehenswerte flotte Kombinationen, die zu hochkarätigen Torchancen führten.

Christian Schweinfurth verleiht dem VfL Stabilität

Dass daraus lediglich zwei Treffer und am Ende nur ein Unentschieden resultierten, stand in keiner Relation zur Dominanz des SVG. Trotzdem ist Christian Schweinfurth keineswegs bange: "Wenn wir wie in Ittlingen an unsere Grenzen gehen, dann können wir mit jedem Gegner auf Augenhöhe spielen", macht der VfL-Coach seiner Elf Mut. Der Spielertrainer agierte am vergangenen Wochenende erstmals in dieser Saison auf dem Feld und trug ganz erheblich zur neuen defensiven Stabilität und Kompaktheit seiner Elf bei.

Vor anspruchsvollen Herausforderungen stehen der FC Rohrbach a.G. im Heimspiel gegen den FC Zuzenhausen II und der VfB Eppingen II, der beim SV Reihen gastiert. Beide Teams sollten punkten, um von den hinteren Tabellenplätzen wegzukommen. Dies gilt ebenso für den TSV Obergimpern, der bei Türkgücü Sinsheim antritt. Die zuletzt auswärts zweimal ungeschlagene SG Kirchardt kann ihren jüngsten Aufwärtstrend nun mit einem Heimsieg gegen den TSV Waldangelloch vergolden. Reifeprüfungen allerorten.

Aktuelle Spiele

Sonntag, 15.30 Uhr

SV Treschklingen - TSV Helmstadt

Sonntag, 16 Uhr

SV Rohrbach/S. - TSV Ittlingen

VfL Mühlbach - SV Gemmingen

SG Kirchardt - TSV Waldangelloch

SG Waibstadt - VfB Epfenbach

SV Reihen - VfB Eppingen II

TG Sinsheim - TSV Obergimpern

FC Rohrbach a.G. - FC Zuzenhausen II

VfB Bad Rappenau spielfrei

Manuel Neuer reckte unter dem Jubel seiner Teamkollegen um den spielentscheidenden Joker Javi Martnez den silbernen Supercup glücklich in die Höhe.

Der FC Bayern hat beim Comeback vor Publikum Europa-League-Sieger FC Sevilla mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung niedergerungen. Der kurz zuvor eingewechselte Martnez köpfte in Budapest in der 104. Minute das Siegtor für die Münchner.

Es könnte ein wunderbares Abschiedsgeschenk des 32 Jahre alten Spaniers gewesen sein, der allen Anzeichen nach vor einer Rückkehr zu Athletico Bilbao steht. Solange ich hier bin, werde ich alles geben, sagte Martnez bei Sky, sprach von einem Traum und sagte: Ich habe es heute gezeigt. Auf dem Siegerpodium skandierten die Allesgewinner von Trainer Hansi Flick: Campeones, Campeones.

Zweiter Matchwinner bei der umstrittenen Finalpartie um den UEFA-Supercup im Corona-Hotspot Budapest war Torwart Manuel Neuer, der vor dem großen Moment von Martnez mit Reflexen zweimal den K.o. gegen Sevillas erfolglosen Joker Youssef En-Nesyri verhinderte. Man hat gesehen, wie wichtig Manuel Neuer ist, kommentierte Sevillas Ivan Rakitic, der einst bei Schalke mit diesem zusammenspielte.

Mit dem Kraftakt erweiterten die Bayern ihre Trophäensammlung nach Meisterschale, DFB-Pokal und Henkelpott um den nächsten Silberpokal. Schon am kommenden Mittwoch winkt im deutschen Supercup gegen Vizemeister Borussia Dortmund in München Titel Nummer fünf.

Auf den Jubel über das Siegtor von Martnez mussten die trotz Reisewarnungen nach Ungarn angereisten Bayern-Fans lange warten. Zuvor hatte der als Vorarbeiter schuftende Nationalspieler Leon Goretzka (34.) in der etwa zu einem Viertel gefüllten Puskas-Arena das frühe Elfmetertor von Sevillas Angreifer Lucas Ocampos (13.) ausgeglichen. Die Bayern wankten aber auch danach noch mehrmals.

In der 87. Minute verhinderte Manuel Neuer im Eins-gegen-Eins gegen den frei vor ihm auftauchenden En-Nesyri erstmals das 1:2. Und Sevillas Joker hatte in der Verlängerung eine weitere Großchance, aber Neuer lenkte den Schuss noch an den Pfosten (92.). Dann kam Martnez und köpfte einen vom bis dahin guten Torwart Bono nach vorne abgewehrten Ball ins Tor. Glückstrahlend ließ sich Flicks Überraschungs-Joker von den Kollegen feiern.

Als Fußballfan wäre Flick nicht nach Budapest gefahren, wie er vor dem Anpfiff im TV-Sender Sky sagte. Aber als Trainer kam er natürlich seinem Job an der Seitenlinie nach. Und er hörte, wie die Münchner Anhänger unter den laut UEFA 15.500 Zuschauern, ihr Team anfeuerten. Hurra, hurra, die Bayern, die sind da, skandierten sie. Die Geräuschkulisse sorgte wieder für ein anderes Fußballerlebnis.

Flick veränderte seine 8:0-Siegerelf aus dem Ligastart gegen Schalke nur auf einer Position. Der wieder fitte David Alaba nahm wieder die Position als Abwehrchef ein, erwischte aber einen unglücklichen Start. Nach einem Rempler gegen den vom FC Barcelona nach Sevilla zurückgekehrten Kroaten Ivan Rakitic zeigte Schiedsrichter Anthony Taylor auf den Punkt. Der Argentinier Ocampos überwand Neuer.

Erst zum zweiten Mal nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Corona-Zeiten lagen die Bayern in Rückstand - und stellten sich der Herausforderung. Sevilla verdichtete die Räume, schirmte Bayerns Flügel-Asse Leroy San und Serge Gnabry gut ab. Aber die Bayern setzten sich offensiv fest und erspielten sich Chance um Chance.

Thomas Müller wurde zum Initiator des Offensivspiels, gerade auch beim 1:1. Ein technisch anspruchsvoller Chipball mit dem Außenrist erreichte Robert Lewandowski. Der Torjäger legte ab, der in den Strafraum gesprintete Goretzka vollendete mit der Innenseite.

Zäh blieb es trotzdem, weil Sevilla sich widersetzte und gefährliche Stürmer wie Luuk de Jong hatte. Der ehemalige Gladbachr zwang Neuer zur Parade (46.). Dann jubelte Bayern nach einem Gala-Angriff, den Lewandowski nach Doppelpass mit Müller erfolgreich abschloss (55.). Der Videobeweis ergab jedoch - knapp Abseits. Schiedsrichter Taylor erkannte acht Minuten später auch ein Tor von San nicht an, weil er zuvor ein Foul von Lewandowski erkannt haben wollte. Das Spiel spitzte sich zu. Die Kräfte schwanden. Neuer musste zweimal zum Retter werden, ehe Martnez aus dem Triple das Quadruple machte.

dpa-infocom, dpa:200924-99-699471/4

Martin Kleinschrodt wollte sich gar nicht einkriegen. Der Trainer des Verbandsligisten FSV Hollenbach redete sich in Rage. Ganz ungewohnt für ihn, der normalerweise eher sachlich und ruhig bleibt. Aber am Mittwoch hatte ihn die Nachricht des nächsten Gegners, des VfL Pfullingen (Spielbeginn Samstag, 15.30 Uhr), erreicht.

"Da haben die mitgeteilt, dass wir auf Kunstrasen spielen, weil es am Wochenende 13 Grad geben und regnen soll. Das ist für mich nicht nachvollziehbar bei so einem Wetter, wenn es vorher die ganze Zeit trocken war. Später im Jahr würde ich das ja noch verstehen", sagt Kleinschrodt. "Das ärgert mich. Das ist eine unnötige Belastung für die Gelenke." Gerade im Hinblick auf die lange Saison mit vielen Spielen stört ihn das gewaltig.

Hollenbacher wollen sich jetzt noch mehr anstrengen

"Das regt mich richtig auf. Gerade mit dieser Begründung. Wir werden uns noch mehr anstrengen. So etwas darf nicht belohnt werden. Da sollte es eine einheitliche Regelung geben, dass man nur auf den Kunstrasen darf, wenn es unbedingt sein muss."

Wenn es einer zusätzlichen Motivation bedurft hätte: die wurde geliefert. "Wir fahren mit Selbstvertrauen und der richtigen Einstellung im Gepäck hin", sagt Kleinschrodt. "Die sind aber sehr heimstark und mit zehn Punkten im Soll. Es gilt jetzt, dort etwas zu holen. Das ist das oberste Ziel." Christoph Rohmer wird in Pfullingen erneut verletzt fehlen, Dennis Hutter ist angeschlagen und sein Einsatz deshalb fraglich.

FSV hat sein Torverhältnis kräftig verbessert

Ansonsten steht Kleinschrodt das gleiche Personal zur Verfügung wie in der vergangenen Woche, als sein Team zwei Mal 4:0 gewann - bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach und zu Hause gegen Holzhausen. Das tat auch dem Torverhältnis gut - mit nun 20:7 hat der FSV als Tabellenzweiter hinter dem TSV Essingen das beste der Liga. "Das wird wieder ein ähnliches Spiel", sagt Kleinschrodt. Er rechnet mit einem tief stehenden Gegner, der auf Konter lauert. Damit gilt es wieder, unnötige Ballverluste im Mittelfeld zu vermeiden und geduldig zu spielen.

Es geht gegen einen kampfstarken Gegner, der voll dagegen hält

"Das ist eine Truppe, die gut dagegen hält", sagt Kleinschrodt. Was auch die Statistik von einer Roten, drei Gelb/Roten und 19 Gelben Karten beweist. Hollenbach hat dagegen in den ersten sieben Spielen sieben Gelbe gesehen. "Es wird mit Sicherheit schwerer als in den letzten Spielen", sagt Hollenbachs Manager Karl-Heinz Sprügel. "Aber wir wollen jetzt gerne nachlegen."

So groß ist die Differenz zwischen neun und fünf Punkten nicht. Zumal im Fall des VfB Eppingen. Die vier fehlenden Punkte zur Maximalausbeute nach drei Spieltagen hätte der Verbandsligist mit zwei popligen Toren locker in der Tasche haben können. Chancen waren ja zuhauf da. "Wenn wir die nutzen, dann hätten wir jetzt eine ganz andere Gesprächsgrundlage", sagt VfB-Trainer David Pfeiffer vor dem anstehenden Spiel beim VfR Gommersdorf an diesem Samstag um 16 Uhr.

Von einer Offensivflaute des VfB will Pfeiffer daher nicht reden, das wäre für ihn der Fall, "wenn wir keine Chancen hätten". Davon könne keine Rede sein. "In unseren Heimspielen gegen Neckarelz und Durlach-Aue haben wir mindestens zwei Dutzend Chancen." Es ist mehr eine Art Abschluss-Krise, die dem VfB zu Beginn der neuen Saison zu schaffen macht. Gegen die an jenem Tag eher schwache Spielvereinigung aus Neckarelz hatte es noch zum ersten Sieg gereicht, gegen die andere aus Karlsruhe zu einem mageren Remis. "Uns ist die letzte Spur an Tor-Geilheit ein bisschen abhandengekommen", sagt Trainer David Pfeiffer. Die Konsequenz: fünf statt neun Punkte. Platz sechs. Ärgerlich, wenn mehr drin war.

Gommersdorf ist ein anderes Kaliber

Wir müssen wieder gieriger auf Tore sein", fordert der Trainer. Zumal die Gegner bisher - abgesehen vom SV Waldhof II am ersten Spieltag - nicht die stärksten waren. Der VfR Gommersdorf sei da schon ein anderes Kaliber. Eine herausfordernde Aufgabe für die ambitionierten Kraichgauer. "In Gommersdorf ist es immer unangenehm, der Gegner spielt sehr leidenschaftlich", erinnert sich Pfeiffer an stets sehr umkämpfte Duelle. Was den VfB in seiner aktuellen Verfassung zusätzlich herausfordern wird: "Bislang haben die Gommersdorfer wenig Gegentore kassiert." Drei in drei Spielen.

Offensiv sind dem VfR bislang allerdings auch nur drei gelungen und so steht das Team von Trainer Peter Hogen mit einem Sieg und zwei Niederlagen mit drei Punkten noch hinter dem VfB. "Nach zwei Niederlagen in Folge sind wir gefordert und wollen unbedingt gewinnen, um den Anschluss ans Mittelfeld zu halten", gibt Co-Trainer Tobias Scheifler die Richtung vor. Und schickt noch eine kleine Kampfansage hinterher: "Mit Körpersprache und viel Einsatz wollen wir die Partie gehen."

Pfeiffer fordert: Zweikämpfe suchen

Ein Gegner, der sich nicht verstecken will, kommt Pfeiffer fast entgegen. "Das gibt uns Räume. Aber wir müssen die Zweikämpfe suchen und gewinnen." Weil seine Eppinger bisher aber in allen drei Spielen überlegen waren und eine gute Spielanlage zeigten, macht sich Pfeiffer auch in diesem Punkt keinerlei Sorgen. "Ich sehe jedenfalls keinen Bedarf, dass wir etwas ändern müssten. Wir müssen nur mehr auf Ergebnisse kommen", sagt er. Noch fehle die Initialzündung, "dass es uns leicht von der Hand läuft". Trotz allem sei der Saisonstart aber ordentlich, auch wenn es mehr Punkte sein dürften.

Dem Trainer gehen die Alternativen aus

Was Eppingen mehr Sorgen bereitet hat, ist das unverhofft aufgetretene Verletzungspech. Florian Kradija hat sich gezerrt, Mark Rauh und Valerij Felk haben eingeschränkt trainiert, Matas Zigmantavicius plagen muskuläre Probleme - und mit Sven Palinkasch fällt nach Emre Durmus und Giacomo Wyczynski ein weiterer Sechser aus. "Auf einigen Positionen haben wir nur wenig Alternativen", meint Pfeiffer. Immerhin: Seine Offensive ist komplett.

Die Saison 2020/21 beschert dem Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union bisher ein emotionales wie sportliches Auf und Ab. Aktuell durchschreitet der Oberligist ein kleines Wellental. Der erwartbaren Niederlage beim spielstarken Tabellenführer Freiberg folgte eine ernüchternde Nullnummer gegen Aufsteiger Lörrach-Brombach. Die sieglose Talsohle scheint indes noch nicht durchschritten. Die NSU gastiert am Samstag (14 Uhr) beim Titelaspiranten Stuttgarter Kickers. Die Gastgeber sind ein ähnlich großes Kaliber wie Freiberg.

Die total defensiv orientierte Spielweise des FV Lörrach-Brombach hat Marcel Busch abgehakt. Auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat, war er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht gänzlich unzufrieden. "So etwas erlebt man gefühlt im Pokal bei unterklassigen Gegnern, finde es trotzdem sehr ungewöhnlich, so extrem destruktiv Fußball zu spielen. Aber, Lörrach hat das richtig gut gemacht. War das ihr Plan, ist ihnen zu gratulieren", sagt der Neckarsulmer Trainer. "Am Samstag wird es nun ein anderes Spiel, ein komplett anderes."

Druck haben die Unterländer in Stuttgart keinen

Die Erwartungen im NSU-Lager vor dem Gastspiel auf der Waldau sind eher bescheiden. Ein Unentschieden würde Busch im Vorfeld unterschreiben, wäre aber nicht böse, "wenn es drei Punkte werden". Was die Aufgabe interessant macht: Bei den Kickers ist die NSU der Außenseiter, kann ohne Druck befreit aufspielen. In der Offensive dürfte mehr Raum zur Verfügung stehen, um sich dem schnellen Umschaltspiel zu widmen. Das ist auch die Stärke der Sport-Union.

Die NSU-Fans müssen nicht befürchten, ihr Team tritt bei den Kickers so auf, wie Lörrach-Brombach auf dem Pichterich. "Mit der Ausnahme vielleicht letztes Jahr gegen den VfB Stuttgart II ist es noch nie mein Ansatz gewesen, sich komplett hinten rein zu stellen und zu sagen, vorne hilft der liebe Gott", sagt Busch. "Aber es wird schon so sein, dass wir defensiv mehr gefragt sind und uns mehr damit identifizieren und auseinandersetzten müssen." Für den Trainer ist auch klar: "Wenn wir den Ball erobern, wenn wir Ballbesitz haben, soll mutig gespielt, das Tor gesucht werden und nicht - bei allem Respekt vor Lörrach - die Kugel einfach nur wegschlagen."

Alle Augen auf Top-Torjäger Mijo Tunjic

Die Gastgeber sind nicht nur extrem heimstark, sondern vor allem in der Offensive brandgefährlich. 21 Tore in sieben Begegnungen sind Oberliga-Bestwert. Da kann die NSU bei neun Treffern nicht mithalten. Neun Tore kann bei den Kickers allein schon Top-Torjäger Mijo Tunjic vorweisen. Dahinter folgt der sechsmal erfolgreiche Markus Obernosterer.

In den bisherigen drei Oberliga-Duellen mit den Stuttgarter Kickers wartet die Neckarsulmer Sport-Union noch immer auf den ersten Punktgewinn und den ersten Torerfolg. In Stuttgart wurde zweimal 0:3 verloren, auf dem Pichterich einmal 0:1. Vier der sieben Gegentreffer erzielte der die Oberliga-Torschützenliste anführende Tunjic. "Das ist gegen die Kickers keine Schande, aber bei allen Spielen haben wir richtig gut ausgesehen und erst hintenraus aufgrund der Klasse des Gegners die Punkte verloren", erinnert sich Busch an starke Darbietungen seiner Jungs. "Einen derartigen Auftritt von uns würde ich mir diesen Samstag erneut wünschen und das ist auch unser Ziel, verbunden mit der Hoffnung auf ein bisschen mehr Spielglück. Das werden wir in dieser Partie auf jeden Fall benötigen."

Und was Tunjic betrifft, hat Busch vor dessen Klasse größten Respekt. "Das ist mit einer der besten Stürmer in der Oberliga, vielleicht sogar der beste", sagt Busch. Doch die Oberliga ist immer gut für unerwartete Ergebnisse. Sollte am Samstag Fortuna auf Seiten der Neckarsulmer stehen, spricht nichts gegen ein emotionales Hoch der Unterländer, das sich wohl schon bei einem Unentschieden einstellen würde.

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