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Jetzt. An diesem Bundesliga-Spieltag. Nicht irgendwann. "Wir müssen einfach liefern", sagt Sebastian Hoeneß, der Trainer der TSG Hoffenheim, vor dem Montagabend-Spiel (20.30 Uhr/DAZN) gegen Bayer Leverkusen.

"Punkte holen", das ist seine unmissverständliche Vorgabe. Plural. Ein Sieg muss also her. Der erste nach drei Niederlagen in Folge für den Bundesligisten aus dem Kraichgau. Die TSG Hoffenheim ist nur noch sieben Punkte vom ersten direkten Abstiegsplatz entfernt.

An der Zeit, einfach zu liefern

"Angst macht mir der Fakt nicht. Aber wir sind gewarnt, wir wissen um die Situation", sagt Sebastian Hoeneß und setzt seine Profis unter Druck, "weil es jetzt einfach mal an der Zeit ist, einfach zu liefern und vielleicht ein bisschen weniger zu reden". Die Stimmung ist frostig geworden. Der Hoffenheimer Trainer drückt es so aus: "Ganz klar ist der Ton jetzt nicht hoch erfreut. Wir singen gerade nicht gemeinsam Lieder auf dem Platz."

"Ohne Aktionismus", so Hoeneß, habe er in den Trainingseinheiten darauf hingewirkt, "dass auch jedem klar ist, dass es nicht so weitergehen kann wie in den letzten drei Spielen". 0:2 in Stuttgart, dann 1:2 gegen Mainz, zuletzt 1:2 in Augsburg - das ist die Null-Punkte-Serie, mit der nicht nur jegliche vom Trainer erhoffte Perspektive Richtung Europapokal-Plätze verspielt wurde, sondern wegen der sogar das Abstiegsgespenst wieder im Kraichgau aufgetaucht ist.

Gute Reaktion der Mannschaft

Sebastian Hoeneß hat "ein bisschen die Zügel angezogen", wie er es ausdrückt. Die Reaktion der Mannschaft hat dem Trainer gefallen. "Da passiert gerade was." Etwas, das Hoeneß "sehr optimistisch stimmt" fürs Heimspiel am Montagabend gegen Bayer Leverkusen.

Die Rheinländer haben ihre famose Hinrunde verspielt. Die Meisterschafts-Chance ist schon lange futsch, die Chance auf den Einzug in die Champions League wohl auch. Der Trainer wurde ausgetauscht. Peter Bosz musste gehen, Hannes Wolf durfte sich zum Einstand über einen 2:1-Sieg gegen den Tabellenletzten Schalke 04 freuen.

Bei der TSG Hoffenheim hat sich Sportchef Alexander Rosen an allen Tiefpunkten dieser schwierigen Saison fernab der eigentlichen Ziele immer wieder stützend hinter den Trainer gestellt. Sebastian Hoeneß beteuert nun, sich um seine Zukunft keine großen Gedanken zu machen. "Nein. Das darf ich auch nicht tun. Ich muss jetzt meine Kräfte bündeln, ich muss mich auf die aktuelle Situation konzentrieren. Wir müssen schauen, dass wir punkten."

Erfolgsdruck in Teilen an die Profis weitergegeben

In der Krise fliegt als Erstes der Trainer raus, so ist es Brauch in der Branche. Hoeneß hat den Erfolgsdruck jetzt in Teilen an die Profis weitergegeben. "Es gibt gewisse Maßnahmen, um Spiele unbedingt gewinnen zu wollen."

Mit veränderten Reizen im Training soll die Trendwende erzwungen werden. "Da geht es um Energien, da geht es um Intensitäten, da geht es um Kommunikation." Noch ist es nicht die letzte Patrone des Hoffenheimer Trainers. Aber Sebastian Hoeneß weiß, dass eine vierte Pleite in Serie schwer wiegen würde. Er sagt: "Es hilft keinem, da jetzt Panik zu verbreiten."

Es wäre bitter, hätte Pellegrino Matarazzo recht mit seinen Worten. "Vielleicht haben wir keine Freunde", sagt der Trainer des VfB Stuttgart - aber das ist nicht ganz ernst gemeint. Es ist die flapsige Antwort auf die Frage, warum der VfB seit Beginn der Coronavirus-Pandemie noch keinen Positiv-Fall in der Bundesliga-Mannschaft hatte.

Je weniger Kontakte, desto besser. "Mein Weg", erzählt Matarazzo, "geht zwischen dem Arbeitsplatz und meiner einsamen Wohnung" hin und her. An freien Tagen sehe er seine Familie.

Nur finanzielle Corona-Blessuren, aber heftige

Freunde? Die gibt es schon. Aber es ist halt nicht die passende Zeit für (viele) Risiko-Kontakte. Im deutschen Profifußball wachsen die Corona-Sorgen wieder. Vor allem die 2. Liga ist momentan stark von positiven Tests und Mannschafts-Quarantänen beeinträchtigt.

Der VfB Stuttgart ist bislang nur von finanziellen Corona-Blessuren betroffen, wenn auch beträchtlich. Der Spielbetrieb war zu keinem Zeitpunkt beeinflusst. So soll es bleiben. Sieben Partien sind es noch bis zum Saisonende. An diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt Borussia Dortmund nach Stuttgart.

VfB will zeigen, was er kann

Sollte der VfB gewinnen, wäre er als Bundesliga-Aufsteiger bis auf einen Punkt herangerückt an den Champions-League-Viertelfinalisten BVB. "Wir wollen zeigen, was wir können", sagt Pellegrino Matarazzo. Das kann sehr viel Können sein. Das Hinrundenspiel in Dortmund hat der VfB schließlich in beeindruckender Manier mit 5:1 gewonnen. Aber die Borussia ist unberechenbar. An guten Tagen zeigt die Mannschaft großartigen Fußball. Der Stuttgarter Trainer verweist also darauf, man werde am Samstagabend vielleicht auch "erkennen, was wir nicht können".

So war es bei der 0:4-Klatsche in München, als der FC Bayern trotz VfB-Überzahl famos aufspielte.

Wenn der Gegner Borussia Dortmund heißt, geht es immer auch darum, den international begehrten Superstürmer Erling Haaland vom Toreschießen abzuhalten. Jeder wisse, "was für eine Maschine das ist da vorne", sagt Pellegrino Matarazzo. "Es ist sicherlich eine anspruchsvolle Aufgabe, ihn zu stoppen." Zumal der Norweger "nicht der einzige Spieler mit Qualität" in der Dortmunder Offensive sei. Es könnte für den VfB Stuttgart von Vorteil sein, dass die Abwehr-Dreierkette mit Konstantinos Mavropanos, Waldemar Anton und Marc Oliver Kempf seit fast zwei Monaten in den Startelf gesetzt ist. Dieser eingespielten Formation wird der Trainer auch diesmal wieder vertrauen.

Abwehr-Monster Mavropanos

Der einstige Patzer-Kandidat Mavropanos hat seine Verletzungsanfälligkeit überwunden und spielt so gut, dass Matarazzo den Leih-Verteidiger des FC Arsenal sehr gerne auch in der kommenden Saison in seinem Team haben möchte. "Das würde uns gut tun." Nicht nur, weil der Grieche, der neuerdings auch Nationalspieler ist, dank seiner Athletik "wirklich ein Monster" sei.

Das regelmäßige Zusammenspielen des VfB-Trios in der letzten Kette bringe Vorteile in der Antizipation, sagt der Trainer, "dass man schneller agiert, sogar bevor man in Bewegung ist". Auf der Grundlage des genauen Wissens, was die Nebenleute tun werden.

Die Stuttgarter Mannschaft ist frei von allen Sorgen. Der Klassenerhalt ist längst gesichert. Im Training spüre er "Lockerheit und Freude", erzählt Pellegrino Matarazzo. Aber auch "gleichzeitig Spannung", also den Hunger auf weitere Siege.

Die Gefahr, dass zu viele VfB-Profis die Saison lässig austrudeln lassen, sieht der Trainer überhaupt nicht. Zumal ziemlich klar ist, dass der enorm unter Erfolgsdruck stehende Tabellenfünfte Borussia Dortmund Vollgas geben wird, um die kleine Chance auf die enorm lukrative Champions-League-Teilnahme am Leben zu erhalten. "Die werden heiß sein", sagt Matarazzo. Auch weil die 1:5-Demütigung in der Hinrunde immer noch schmerzt.

Die Runde der früheren VfB-Eppingen-Spieler beim VfL Mühlbach erhält zur neuen Saison Zuwachs: Mit Manuel Hecker schließt sich nach Christian Schweinfurth, Simon Horn sowie Marc Söder ein weiterer ehemaliger Verbandsliga-Spieler dem Nachbarn an. Der 31-Jährige wird an der Seite seines Freundes Christian Schweinfurth Co-Trainer. "Manu passt sportlich, charakterlich und auch menschlich wie die Faust aufs Auge zu uns", freut sich VfL-Abteilungsleiter Marco Appelt und spricht von einer Win-win-Situation.

Auch Schweinfurth ist vom Coup angetan. "Wenn einer wie der Manu auf dem Markt ist, darfst du dir die Chance nicht entgehen lassen", sagt Schweinfurth. Der 33-Jährige macht aber auch deutlich, dass er sich aus dieser Personalie fein rausgehalten habe. "Aus Respekt vor meinem alten Verein."

Erinnerungen an ein "Wahnsinns-Jahr" werden wach

Beim VfB Eppingen verbrachte das Quartett um Hecker seine erfolgreichsten Jahre, verbindet mit dieser Zeit viele schöne Erinnerungen. Darunter vor allem der Aufstieg in die Verbandsliga 2012/2013. "Das war ein Wahnsinns-Jahr für uns alle", erinnert sich Schweinfurth, der nun schon seit 2017 in Mühlbach ist, wohin es anschließend auch Simon Horn und Marc Söder verschlug.

Nun folgt auch Manuel Hecker dem Ruf des VfL. Den Kontakt hatte es schon länger gegeben, Hecker hatte sich immer mal wieder in Mühlbach blicken lassen, um den alten Gefährten zuzuschauen. "Aber das waren mehr Stammtischgespräche", sagt Appelt über die humorvollen Werbeversuche. Zumal allen immer klar war, dass Manu Hecker zumindest nach seiner ersten schweren Knieverletzung im Herbst 2017 noch Hoffnungen hatte, für den VfB Eppingen wieder in der Verbandsliga spielen zu können.

In dieser Saison feierte Hecker sein Comeback

Doch Hecker verletzte sich erneut, hielt den Ball in der Folge lieber flach, setzte sich keine Comeback-Ziele mehr. In dieser Saison kehrte der Eppinger aber auf den Platz zurück - absolvierte in der Kreisliga immerhin zwei Spiele für Eppingen II. In ihm reifte der Gedanke, mal was anderes zu machen. Dann kam der VfL ums Eck. "Da war dann klar, dass ich das mache."

Eine neue Perspektive, eine neue Herausforderung. Manuel Hecker hatte andere Anfragen, hätte anderswo im Kreis ein Team übernehmen können. "Aber das wollte ich nicht", sagt er, der noch keine Mannschaft trainiert hat. Die Aufgabe in Mühlbach fühlt sich dagegen genau richtig an. Als Co an der Seite seines alten Kumpels. "Das ist ein guter Einstieg. Da kann ich schauen, ob das auch was für mich ist." Die Mühlbacher hätten ihn auch gerne als Spielertrainer auf dem Platz, das jedoch kann Manuel Hecker nicht versprechen. "Es muss Sinn machen", sagt er mit Blick auf sein lädiertes Knie. Ein Schritt nach dem anderen.

Die Reunion ist nun perfekt

Schließlich war es auch sein Körper, der seine Entscheidung für den VfL Mühlbach beeinflusst hat. "Mir ist mit der Zeit klar geworden, dass ich nicht mehr spielen kann, wie ich es gerne würde", sagt Hecker. Aber die Chance, nochmal was Neues zu machen, dabei auf die alten Kumpels von früher zu treffen: Die wollte der 31-Jährige nutzen.

Nun ist die Zusammenführung perfekt, sollte es die Pandemie zulassen, werden sich die Gefährten von einst bald auf dem Platz wiedersehen. In einem Team, das nun VfL statt VfB heißt. Gemeinsam werden sie eine Generation junger Fußballer fördern, ihnen ihre Erfahrungen weitergeben. "Darauf freuen wir uns alle", meint Christian Schweinfurth. Es könnte wieder so ein Wahnsinns-Jahr werden. Oder mehr.

Viele Optionen

Der VfB Eppingen hätte Manuel Hecker gerne behalten und als Trainer eingebunden. So war der 31-Jährige zunächst als Coach für die Kreisliga-Mannschaft im Gespräch. "Das wollte ich dann aber nicht", sagt Manuel Hecker, der in der bislang nur unterbrochenen Saison selber zwei Mal für den VfB II spielte. Der Mittelfeldspieler war auch ein heißer Kandidat für den Posten des Co-Trainers der Verbandsliga-Mannschaft des VfB, seines alten Teams, was ihn grundsätzlich auch gereizt hätte. "Aber da hatte ich schon in Mühlbach zugesagt", sagt Hecker.

Die Entscheidung naht. An diesem Freitag, am späten Nachmittag, tagen die Bezirksvorsitzenden und die Verantwortlichen des Württembergischen Fußballverbandes in einer Online-Videokonferenz. Wichtigster Tagespunkt dürfte die seit Ende Oktober unterbrochene Saison der Amateurfußballer sein. Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Infektionszahlen ist das endgültige Ende der Punktrunde 2020/21 wohl unumgänglich.

Videokonferenz

"Es ist eine Sitzung des Beirats. Es soll beschlossen werden, wie es weitergeht", richtet sich Ulrich Preßler, Vorsitzender des Fußballbezirks Unterland, auf eine Annullierung der unterbrochenen Saison ein. Die Entscheidungen, die auf dieser Konferenz gefällt werden, betreffen die Spielklassen von der Verbandsliga an abwärts.

Es dürfte nach einem endgültigen Abbruch zudem die Empfehlung ausgesprochen werden, zumindest den Bezirkspokal in irgendeiner Form zu Ende zu bringen, auch um die jeweiligen Bezirksvertreter für den WFV-Pokal der Runde 2021/22 benennen zu können. "Sollte alles so kommen, werden wir versuchen, mit dem Pokal ähnlich zu verfahren wie im vergangenen Jahr und die Spiele im Juli auszutragen", sagt Preßler. Quasi wieder in die Vorbereitung auf die nächste Runde hinein. "Das hängt natürlich aber auch davon ab, zu welchem Zeitpunkt wir die Freigabe erhalten, den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können", sagt Ulrich Preßler.

Bezirkstag

Am Freitag, 7. Mai, wird in Erlenbach der Fußball-Bezirkstag abgehalten. Zu wählen sind dann die Nachfolger für die sich nicht mehr zur Wahl stellenden Ulrich Preßler (Bezirksvorsitzender) und Thomas Schumacher (Bezirksspielleiter und Pokalspielleiter).

Bestätigt werden soll dann auch die Wahl des neuen Bezirksjugendleiters, beziehungsweise der neuen Bezirksjugendleiterin. Die Nachfolge der ebenfalls nicht mehr kandidierenden aktuellen Amtsinhaberin Carmen Czeilinger wird auf der Jugendleiter-Hauptversammlung am Montag, 12. April (Beginn 19 Uhr), geklärt, die online durchgeführt wird. Auch der Bezirkstag im Mai wird eventuell in einer Online-Konferenz abgehalten. "Wir planen momentan zweigleisig, warten aber bis zur nächsten Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin ab", sagt Preßler. "Ich rechne aber eher damit, dass wir eine virtuelle und keine Präsenz-Veranstaltung machen werden. Es wäre in der jetzigen Zeit auch schwer zu vermitteln, einen Bezirkstag in einer Halle vor 100 oder 120 Personen durchzuführen."

Die Vorbereitungen laufen. Von jedem Verein muss ein Verantwortlicher als stimmberechtigt angemeldet sein. Dem Bezirksvorstand müssen Namen und E-Mail-Adresse der Funktionäre bekannt sein, die dann je einen Zugangs- und Wahlcode erhalten. Final ist die Nachfolge von Ulrich Preßler noch nicht geklärt. Gespräche mit einem möglichen Kandidaten wurden geführt. Für die Position des Spielleiters gibt es einen Interessenten, der seine Zusage geben würde, sofern der neue Bezirksvorsitzende mit seiner Person einverstanden wäre.

Sportfreunde Stockheim

Beim B3-Ligisten Sportfreunde Stockheim sind die ersten Weichen für die nächste Spielzeit gestellt. Die Verträge mit den Trainern Noah Pfeiffer und Adrian Baum wurden verlängert. "Wir lassen uns durch die aktuellen corona-bedingten Einschränkungen nicht unterkriegen und planen rechtzeitig für die Zeit danach", sagt Abteilungsleiter Markus Schulz. "Noah und Adi machen einen super Job, sind nah an der Mannschaft und es ist nur konsequent, gemeinsam weiterzumachen." Vereinsvorstand Martin Plötzner ergänzt: "Für Vereine ist die derzeitige Situation sehr herausfordernd. Ich freue mich daher, dass wir mit den beiden Jungs die Fußballgeschichte unserer Sportfreunde weiter erfolgreich gestalten."

Hinsichtlich der nächsten Saison habe man seine Hausaufgaben gemacht, ist Schulz froh. Zumindest in Sachen Trainer. Was das Personal auf dem Rasen betrifft, werden noch Verstärkungen gesucht. "Unsere Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen", sagt Schulz. "Motivierte Spieler, die in der letzten Saison pausiert hatten, neu in die Region gezogen sind oder sich verändern möchten, dürfen sich gerne bei uns melden und sobald es wieder erlaubt ist, auf ein Probetraining vorbeischauen." Eine Kontaktaufnahme ist unter fussball@sportfreunde-stockheim.de möglich.

Das Spfr-Team hat sich in der Kreisliga B3 auf Tabellenplatz zehn in den sportlichen Lockdown verabschiedet. "Wir hoffen, dass uns in der nächsten Saison das große Verletzungspech dieser Runde erspart bleibt", sagt Schulz. "Können wir mit der besten Elf ins Rennen gehen, sehe ich uns unter den besten drei Vereinen."

Wenn am nächsten Wochenende die schwedische Fußballmeisterschaft in der Allsvenskan beginnt, dann schaut man auch in Oedheim ganz genau hin. Schließlich gehört die Partnergemeinde Degerfors als Aufsteiger in die erste Liga zum Kreis der 16 besten Teams des Landes.

Die Kicker der Spielvereinigung Oedheim mühten sich zuletzt in der Kreisliga A, in der zweiten Liga von unten, in einer komplett anderen Fußball-Welt. Degerfors weist mit rund 7000 Einwohnern nur wenig mehr als Oedheim auf. In Sachen Fußball-Fachkräfte liegt man allerdings ganz vorn.

Schwedische Fußball-Fans gibt es auch in Oedheim: Familie Liess verfolgt die Neuigkeiten rund um Degerfors IF via Facebook. "Unsere schwedischen Freunde halten uns auf dem Laufenden, wenn es wichtige Neuigkeiten gibt", sagt Angelika Liess, die eine intensive Beziehung zu Land und Leuten pflegt.

Musik und Sport verbinden die Ortschaften

Die gebürtige Oedheimerin hat Sprachkurse an der Volkshochschule belegt. Die Familie besitzt ein Ferienhaus, 20 Minuten von Degerfors entfernt. "Dort gibt es ein Fußballmuseum, daran sieht man, wie wichtig der Sport dort ist", sagt Angelika Liess. "So ein Museum gibt es nicht in jeder schwedischen Stadt." Oedheim und Degerfors kamen einst über die Musik zusammen. Die ist immer noch drin in der Partnerschaft.

Im vergangenen Dezember schaffte Degerfors die Rückkehr in die erste Liga. "Da war ordentlich was los, wir haben die Fotos gesehen", sagt die 62-Jährige. Das Problem: Viele junge Fans feierten den Aufstieg ohne Abstand, danach schnellten die Corona-Zahlen in die Höhe. Das Stadion ist in die Jahre gekommen und wird den Anforderungen des modernen Fußballs nicht gerecht. "Wir waren auch schon dort" sagt Liess und erzählt von Dauerkarteninhabern im Freundeskreis.

Eine Stadion-Modernisierung kostet Geld, das weder Verein noch Kommune haben. Erst recht, weil die Stahlindustrie vor Ort schon bessere Zeiten erlebt hat. Der ehemalige schwedischen Nationalspieler Ola Toivonen hat einst zwei wichtige Dinge in seiner Heimatstadt ausgemacht: das Stahlwerk und den Fußball. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Degerfors IF ist ein Arbeiterverein, der das Emblem der Stahlindustrie und der Metallarbeitergewerkschaft in seinem Wappen trägt. Ein Kleiner, der die Großen ärgert. Politisch links verortet, da wird man schnell zum Gegenmodell im durchkommerzialisierten Fußball-Geschäft. Die Hälfte der Einwohner ist in normalen Zeiten regelmäßig bei den Heimspielen im Stadion. Kurioserweise ist der Verein nun ausgerechnet in einer Spielzeit ganz ohne Zuschauer aufgestiegen, was für große finanzielle Probleme sorgte. Eine Spendenaktion der Fans verhinderte die Pleite.

Frau führt den Arbeiterclub

Anders als andere, das lässt sich an vielem festmachen: Sven-Göran Eriksson, später englischer Nationaltrainer, war hier schon mit 29 Jahren Ende der 70er Jahre Cheftrainer. In Suzanne Hällström leitet eine Frau aktuell die Geschicke des Clubs. "Der Weg zu Posten dieser Art ist in der Regel ein männlicher: vom Spieler zum Funktionär", sagte sie nach dem Erstliga-Aufstieg dem österreichischen Fußballmagazin "Ballesterer": "In Degerfors sind auch andere Wege möglich."

Nach einem Hoch Anfang der 90er Jahre mit einem Pokalsieg, Europapokalduellen gegen den AC Parma, ging es ab Ende der 90er Jahre bergab mit Stadt und Verein. Plötzlich war man nur noch drittklassig. Jetzt ist der Club wieder zurück, weil viele eigene Talente den Sprung nach oben geschafft haben - und dem Club treu geblieben sind. Treue, wie sie die Trainer Tobias Solberg und Andreas Holmberg in 679 Partien für den Club als Spieler vorlebten.

Torwart Oliver Baumann fasste in einem treffenden Wort die Situation der TSG Hoffenheim zusammen. Erschreckend. Das sind die vielen Problemfelder der TSG nach der dritten Niederlage in Serie, dem 1:2 beim FC Augsburg.

Tabelle: Es ist noch nicht lange her, da sollte mit einer Siegesserie Europa ins Visier genommen werden. 13 Zähler beträgt der TSG-Rückstand nun. Diesen aufzuholen, erscheint illusorisch. Der Hoffenheimer Blick geht nach unten. Dass es weiterhin sieben Zähler Vorsprung auf die Ränge 16 und 17 sind, liegt vor allem an der Schwäche der Kellerkinder. Keins der Teams hinter der TSG punktete dreifach, was auch schon das Beste am Osterwochenende aus Hoffenheimer Sicht war.

Köln (0:1 in Wolfsburg) und Bielefeld (1:1 in Mainz) versäumten Big Points. "Wir sind in einer Situation, wo wir auch auf andere Mannschaften und die anderen schauen müssen. Das nervt", sagt Torwart Oliver Baumann. "Es ist nicht unser Anspruch, aber im Moment ist es so. Es ist erschreckend und macht mir ein bisschen Sorge." Sorgen muss das alles Sebastian Hoeneß bereiten. Ob es auch nach einer Heim-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am nächsten Montag (20.30 Uhr/DAZN) ruhig bleibt um den Erstliga-Trainerneuling, der 13 seiner ersten 27 Bundesligaspiele verloren hat? Die nächsten Gegner heißen Leverkusen, Leipzig, Gladbach und Freiburg. Alles Endspiele für ein sorgenfreies Saisonfinale - und auch für den Trainer?

Schlechte Serie: Nur zwei der vergangenen elf Pflichtspiele hat die TSG Hoffenheim gewonnen. Vorm 1:2 gegen Mainz sprach Sebastian Hoeneß noch von einem positiven spielerischen Trend. Der ist nicht mehr erkennbar. Stattdessen: sehr viel Ratlosigkeit. "Wir haben heute nicht die richtige Antwort gehabt, haben nicht gewusst, wie wir uns Chancen herausspielen können", sagte Abwehrchef Florian Grillitsch, der bei beiden Augsburger Toren nicht wirklich eine gute Figur abgab.

Frühe Rückstände: 0:1 nach acht Minuten durch Ruben Vargas, 0:2 nach 23. Gegen Mainz lagen die Kraichgauer zuletzt nach nicht einmal 30 Sekunden zurück. Hoffenheim hat ein Präsenz-Problem. Der Hoeneß-Elf fehlt es an Intensität ab Spielbeginn, die der Trainer in Augsburg während der Partie unüberhörbar einforderte. Es mangelt zudem an Comeback-Qualitäten, an der Fähigkeit einen Rückstand in einen Sieg zu verwandeln. Hoffenheim war in Durchgang zwei zwar besser, mehr als das späte Tor von Robert Skov (86./1:2) gelang nicht.

Ausrechenbarkeit: Hoffenheim ist mit der hochstehendem Dreier-/Fünferkette extrem konteranfällig. Das hatte zuletzt in Stuttgart Konsequenzen, nun in Augsburg. "Es war verwunderlich, dass sie uns die Räume geben", sagte Andr Hahn, Augsburgs Torschütze zum 2:0. Ruben Vargas spielte vom eigenen Strafraumeck einen langen Ball in den Lauf von Hahn. Die Hoffenheimer Chris Richards und Florian Grillitsch zuckelten hinterher.

Mangelnde Kommunikation: Zu still, zu brav. Sebastian Hoeneß hat mangelnde Kommunikation auf dem Feld schon vor längerer Zeit als Manko ausgemacht. Natürlich fehlen Leader-Typen wie Benjamin Hübner und Ermin Bicakcic. Trotzdem steht viel Erfahrung auf dem Feld (Sebastian Rudy, Pavel Kaderabek, Florian Grillitsch oder Oliver Baumann). Läuft es nicht, ist jeder zu sehr mit sich selbst beschäftigt. "Es ist zwar menschlich, dass man dann den Hang hat, sich zurückzuziehen", sagt der 38-Jährige, "aber gerade in diesen Phasen müssen Köpfe und Kommunikation hochgehen und die Brust rausgehen, da werde ich ansetzen."

Fazit: Nur mit den vielen Länderspielabstellungen und Verletzungen ist die TSG-Situation nicht erklärbar.

Vielleicht ist es eine interne Wette zwischen Pellegrino Matarazzo und Sven Mislintat? Wer als Erster das Wort "Europapokal" in den Mund nimmt, hat verloren. Trainer und Sportdirektor des VfB Stuttgart umschifften nach dem 1:0 gegen Werder Bremen am Sonntag gekonnt die Thematik. Dabei ist der VfB als Achter, punktgleich mit dem Siebten Union Berlin und Neunten Mönchengladbach, mittendrin im Rennen um die Ränge fünf, sechs und sieben, die allesamt das Ticket nach Europa bedeuten könnten. "Wir sind immer gut gefahren, auf unsere Leistung zu schauen", sagte Pellegrino Matarazzo und lächelte jede Frage nach Europa weg. Träumen helfe nicht, ergänzte Sven Mislintat. Aber es macht Spaß - und sollte ab sofort doch erlaubt sein.

Noch werden keine neuen Ansprüche formuliert

39 Punkte haben die Schwaben gesammelt. 40 sind das Ziel. "Den einen Punkt wollen wir nächste Woche holen, mindestens", sagte Sven Mislintat, ohne den Eindruck zu vermitteln, dass man danach umgehend den Spielbetrieb einstellt. Der VfB ist zeitnah im Bonusbereich unterwegs. Dort gibt es nichts zu verlieren, wenn man keine neuen Ansprüche formuliert, was jeder auch tunlichst vermeidet.

Beim glücklichen 1:0 gegen Werder Bremen spielten die Schwaben allerdings auch nicht unbedingt wie ein Team von Europa-Format. Ohne das verletzte Trio Silas Wamangituka, Nicolas Gonzalez und Orel Mangala (gegen den BVB wohl wieder fit) fehlte es vor allem offensiv an Kreativität, Präzision und Durchschlagskraft.

Es war ja vielleicht auch schon ein Vorgriff auf die nächste Saison, wenn möglicherweise der eine oder andere Youngster zu einem Top-Club gewechselt ist. Und Jungs aus der zweiten Reihe, wie U 21-Nationalspieler Mateo Klimowicz und Tanguy Coulibaly in der ersten Reihe stehen werden. "Sie haben ihre Sache sehr gut gemacht" redete Sportdirektor Sven Mislintat das Ersatzduo hinterher etwas stärker, als es auf dem Feld tatsächlich war. Die Botschaft dahinter: Wir bleiben wettbewerbsfähig, auch ohne unsere Stars.

Per Eigentor zum 750 Bundesligasieg

Hängenbleiben wird von diesem Arbeitssieg am Ostersonntag wenig. Nur diese eine Szene in Minute 81, als Bremens Ludwig Augustinsson - bedrängt von Sasa Kalajdzic und Tanguy Coulibaly - eine Flanke von Borna Sosa ins eigene Tor köpfte. "Ich hab den Ball nicht richtig getroffen", sagte Sasa Kalajdzic über das Tor des Tages, das den 750. Bundesligasieg der Vereinsgeschichte perfekt machte. Der Aufsteiger blieb cool, wurde trotz des Null-Null nicht nervös. "Wenn man in einem Spiel auf Augenhöhe die drei Punkte holt, ist das ein Zeichen von Reife", stellte Pellegrino Matarazzo fest. Die Defensive strahlte zudem jene Stabilität und Unverwundbarkeit aus, die zuletzt Standard beim VfB Stuttgart war. Mal von einer halben Stunde gegen den FC Bayern München beim 0:4 abgesehen.

Die Stuttgarter haben zehn Tore in der Schlussviertelstunde erzielt, zudem fünf Mal in der Nachspielzeit Treffer erzielt. "Das spricht für unsere Moral, unseren Kampfgeist", sagte der Trainer.

Wo muss ich unterschreiben, dass dies wahr wird?

Man stelle sich nur kurz mal vor, im vergangenen Sommer wäre eine Fee im Brustring-Trikot erschienen und hätte dem Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart prophezeit: Vorm 28. Spieltag und dem Heimspiel gegen den BVB trennen beide Clubs nur vier Zähler - und die Dortmunder stehen auf einem Europapokalrang. Die eine Hälfte der VfB-Fans hätte geantwortet: Diese Fee, die hat ganz sicher einen im Tee. Niemals. Die andere Hälfte hätte eine Frage entgegengesetzt: Wo muss ich unterschreiben, dass dies wahr wird? Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt der BVB. "Wir sind klarer Außenseiter", sagt Sven Mislintat. Trotz des 5:1 im Hinspiel. "Wir müssen nicht der Meinung sein, dass das eine Partie wird wie in Dortmund auswärts, wo uns alles gelungen ist. Auch wenn der BVB jetzt wieder angeschlagen ist."

Nächste Spiele als Europacheck

Danach warten Union Berlin, Wolfsburg, Leipzig. So eine Art Europacheck. "Es ist umso schöner, diese Spiele angehen zu können, ohne den Druck nach unten zu schauen", sagt Sven Mislintat. Der VfB kann nur noch etwas gewinnen in diesen letzten sieben Saisonspielen. Wer hätte das zu Saisonbeginn gedacht?

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