News

Die Fans der TSG 1899 Hoffenheim tragen es mit Humor: "Das erste Mal tat´s noch weh? Europa 18/19" steht auf dem einen oder anderen T-Shirt, das in diesen Tagen durch Charkiw getragen wird.

150 Fans sind beim historischen ersten Mal in der Gruppenphase der Champions League in der Ukraine dabei. Klaus Weihrauch ist ehrlich. "Ich war nach der Auslosung ein bisschen enttäuscht", sagt der 54-Jährige aus Wald-Michelbach im Odenwald. Das erste Spiel der Kraichgauer in der Königsklasse hätte auch in Paris oder Madrid stattfinden können.

Paris und Madrid kann ja jeder

Stattdessen Charkiw. Aber jetzt leuchten seine Augen, als er mit seinem Großcousin Gerhard Weihrauch die Metro-Station Sportyvna verlässt und neugierig die letzten Stufen zum Metalist-Stadion nimmt. Die Reise in die Ukraine, sie ist "eine ganz coole Sache", sagt Klaus Weihrauch, "hier wären wir sonst nie hingekommen". Paris und Madrid kann jeder. Charkiw ist etwas für echte Abenteurer.

Reiseführer in deutscher Sprache für die 1,4-Millionen-Stadt, die 42 Universitäten und Hochschulen haben soll, aber ein Industriemoloch geblieben ist, gibt es nicht. Nicht einmal über die Ukraine im Allgemeinen. Das sagt alles. "Auch im Internet sind die Informationen sehr dünn", sagt Mark Leiensetter. "Die Kathedrale werde ich mir anschauen. Und es gibt bestimmt eine lebendige Szene, weil es viele Unis, viele junge Leute gibt."

Der 49-Jährige aus Bad Wimpfen hat sich am Dienstag um 5 Uhr in Frankfurt in den Flieger gesetzt, am Donnerstag wird er dort via Kiew um 22.30 Uhr wieder landen. Die Zeit dazwischen: Land und Leute kennen lernen, das Spiel genießen.

Liverpool-Spiel war toll, trotz Niederlage

Mark Leiensetter tourt gerne mit seinem Herzensclub ("Seit dem Bundesliga-Aufstieg habe ich eine Dauerkarte") durch Europa. Ja, beim ersten Mal, in der vergangenen Saison, tat´s noch weh: Mit 2:4 wurden die Hoffenheimer Profis im Rückspiel der Qualifikation für die Champions League vom FC Liverpool überfahren. "Liverpool war dennoch richtig geil", sagt Mark Leiensetter. Auch beim bitteren 1:3 in der Europa League bei Sporting Braga in Portugal war er mit dabei: "Slapstick-Blamage im Dauerregen, schlimm."

Die Weihrauchs waren vergangene Saison auch in Varna am Start - gegen Ludogorez Rasgrad gab es eine 1:2-Niederlage. Bulgarien war ebenfalls ein Abenteuer. "Das war auch gut", sagt Gerhard. Das Schöne am Abenteuer Ukraine: alles ist günstig. Die Fahrt mit der Metro: 15 Cent. Das Ticket für das Spiel: vier Euro. Doch das Geld ist nur ein Randthema.

Immer wieder geht es bei den Fans um die Hoffenheimer Verletztenmisere, das nächste Spiel. Klaus Weihrauch ist seit Regionalliga-Zeiten Fan. Er hat eine besondere Verbindung zum Verein: "Ich habe mehr als 20 Jahre bei SAP gearbeitet. Dietmar Hopp saß anfangs, als wir nur ein paar 100 Leute waren, quasi schräg gegenüber." Hopp hat die Firma und seinen Verein großgemacht. Die TSG bewegt, lockt Fans mit nach Charkiw. Klaus Weihrauch ist mittlerweile übrigens selbstständig. Hoffe-Fan ist er freilich geblieben.

Optimismus als Reisebegleiter

Beim ersten Mal tat´s noch weh - beim zweiten Mal nicht mehr so sehr? Wie auch immer, Mark Leiensetter, Gerhard und Klaus Weihrauch werden bei den Hoffenheimer Gastspielen in Lyon und Manchester dabei sein. Gerhard Weihrauch lacht, dann sagt er: "Und dann hauen wir in der nächsten Runde Paris weg." Optimismus ist stets ein guter Reisebegleiter.

Vor allem auf Abenteuerreisen.

Die Charter-Maschine der TSG Hoffenheim hebt am Dienstag vom Baden-Airport Karlsruhe/Baden-Baden nach Charkiw in der Ukraine ab. An Bord ist die Mannschaft - und eher leichtes Gepäck.

"Wir reisen mit insgesamt 35 großen Kisten", sagt Hoffenheims Teammanager Timmo Hardung. Der Großteil davon ist allerdings im erst wenige Wochen alten TSG-Teambus verstaut, der sich am Samstagabend mit mehreren Fahrern auf den Weg gemacht hat. Um rechtzeitig vor Ort zu sein und die Mannschaft am Flughafen abholen zu können, wechseln sich die Fahrer am Steuer ab.

Lebensmittel sind in Deutschland einfacher zu bekommen

Im Flieger mit dabei sind deshalb "nur Sachen, die wir nach der Busabfahrt brauchen". Wie Schuhe, aber auch medizinische Dinge. "Wir nehmen zusätzlich ein paar Lebensmittel mit, da diese in Deutschland einfacher zu bekommen sind", sagt Hardung.

Der Trip ins 2350 Kilometer entfernte Charkiw, wo Schachtjor Donezk seine Heimspiele austrägt, bringt besondere Herausforderungen mit sich. Sämtliches Gepäck muss vorab angemeldet werden, da die EU-Außengrenzen passiert werden. "Sprachtechnisch ist es etwas schwieriger als in Lyon oder Manchester", sagt Timmo Hardung, "aber das ist auch nicht weiter schlimm."

Team-Koch Grözinger stimmt alles ab

Bereits seit zwei Tagen vor Ort ist der Team-Koch: Walter Grözinger kochte einst fürs schwedische Biathlon-Team um Magdalena Forsberg und die Telekom-Radsportler.

Schon in der Vorsaison traf der 49-Jährige die Geschmacksnerven der Kraichgauer. "Er stimmt dort alles ab und kontrolliert die Lebensmitteleingänge", erzählt Timmo Hardung über die Aufgaben Grözingers, der zuletzt auch im Trainingslager für die Verpflegung zuständig war. Was auf die Teller der Profis kommt, wird genau überwacht.

Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov wurde nach dem Verzehr von verseuchtem Fleisch in China vor einigen Jahren positiv auf die Dopings-Substanz Clenbuterol getestet. Muss man fernab der Heimat besondere Vorsorge betreiben in Sachen Essen? "Wir nehmen unsere Lebensmittel wie Mehl oder Milch nicht aus Angst vor Doping-Verunreinigungen mit, sondern weil wir so eine entsprechende Qualität ohne viel Aufwand vor Ort garantieren können", sagt Timmo Hardung.

Hardung hat sich in der Ukraine umgeschaut

Der 28-Jährige ist einer von drei Hoffenheimern, die sich bereits nach der Gruppen-Auslosung in Charkiw umgesehen haben. In der zweitgrößten Stadt der Ukraine mit ihren 1,4 Millionen Einwohnern herrscht "viel Trubel, man merkt den Unterschied zu mitteleuropäischen Städten. Aber es ist alles okay, auch die Wege sind in Ordnung", sagt er.

Das Team hinter dem Team umfasst etwa 20 Personen, dazu kommen die Medienabteilung und Delegation mit Geschäftsführung und Präsident. Rund 150 TSG-Fans reisen mit gen Osten. Nach Lyon und Manchester dürften es deutlich mehr werden.

Hilfe bei der Hotel-Suche

Bei der Suche nach dem Hoffenheimer Teamhotel waren nicht nur die Verantwortlichen von Schachtjor Donezk mit Tipps behilflich. Ein Vorteil für die Hoffenheimer Reiseplaner: Manchester City spielte in der Vorsaison gegen Donezk und gastierte dabei im vergangenen Dezember im Ausweichspielort Charkiw.

"Die Verantwortlichen von Manchester City haben aus eigener Erfahrung unser gewähltes Hotel empfohlen", erzählt Hardung. So verfügt das Teamhotel über ein Massagezimmer, Regenerationsmöglichkeiten und einen Raum, in dem die Spieler sich aufwärmen können.

Live-Blog

Stimme-Sportredakteur Lars Müller-Appenzeller setzte sich am frühen Dienstagmorgen in den Flieger und reiste in die Ukraine. In diesem Blog berichtet er von seinen Eindrücken aus Charkiw.

Die besten Mannschaften, die besten Spieler: In der Gruppenphase der Champions League sind sie (fast) alle vertreten. Erstmals auch die TSG 1899 Hoffenheim als einer von vier deutschen Fix-Startern in der Königsklasse.

Wer sind die Favoriten in der Champions-League-Saison 2018/2019?

Die üblichen Verdächtigen aus den großen Fußball-Nationen: Titelverteidiger Real Madrid (auch ohne Cristiano Ronaldo), Juventus Turin (jetzt mit Cristiano Ronaldo), der FC Barcelona und die Münchner Bayern natürlich. Gleich am ersten Spieltag am Dienstag (21 Uhr) gibt es ein deutsches Trainerduell, wenn Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool Thomas Tuchels Paris Saint-Germain empfängt.

Wer darf eigentlich welche Spiele im Fernsehen übertragen?

Das ZDF hat die Rechte an einem Livespiel pro Spieltag verloren. Von 138 Partien zeigt der Streamingdienst DAZN 110 Spiele live. Ex-Nationalspieler Per Mertesacker fungiert als Experte. Sky hat die Rechte an 34 Partien (28 davon exklusiv). Sky zeigt vor allem die Partien der Bayern und des BVB. Sky-Sportsbars zeigen dank einer Kooperation mit DAZN weiterhin alle Spiele.

Bei welchem Sender laufen die Hoffenheimer Spiele?

Wer die Spiele der TSG Hoffenheim in der Champions League im TV verfolgen möchte, der braucht zwei Abos. Fünf der sechs Spiele von 1899 zeigt der Streamingdienst DAZN (sprich: Dasaun) live übers Internet oder über internetfähige Fernseher. Die Kosten: 9,99 Euro im Monat. Sky (ab 20 Euro im Monat) überträgt die Partie der TSG 1899 Hoffenheim gegen Manchester City am 2. Oktober live, ansonsten ist die TSG 1899 via Sky nur in der Konferenz zu sehen. Wer nicht zahlt, der sieht auch nichts: "Aus Fan-Sicht ist das ärgerlich", sagt Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann: "Ich hoffe, einige Fans von uns gönnen sich das trotzdem."

Was ist sonst noch neu?

Zwei Spiele pro Spieltag (Dienstag und Mittwoch) beginnen bereits um 18.55 Uhr. Das sorgt für die TV-Rechteinhaber für noch mehr Übertragungsmöglichkeiten. Alle anderen Partien beginnen 15 Minuten später als bisher, nun um 21 Uhr.

Was gibt es für die jeweiligen Clubs zu verdienen?

Jeder der 32 Teilnehmer der Gruppenphase hat als Startprämie 15,25 Millionen Euro sicher. Über die Koeffizientenrangliste, die sich nach den internationalen Erfolgen in den vergangenen zehn Jahren richtet, hat Hoffenheim weitere 3,3 Millionen Euro sicher. Was aus dem "Marktpool" (TV-Rechte, Vermarktung) in den Kraichgau fließt, ist noch nicht klar. Dazu dürften noch die Erlöse aus dem Verkauf der 25.641 Tickets für jedes der Heimspiele gegen Manchester, Lyon und Donezk kommen. Jeder Sieg, jedes Unentschieden ist Geld wert. Für drei Punkte gibt es 2,7 Millionen Euro, für einen Punkt 900.000 Euro. Das ist deutlich mehr als in der vergangenen Saison, als ein Zähler 500.000 Euro wert war. Fürs Achtelfinale werden nochmal 9,5 Millionen Euro fällig, als Champions-League-Sieger gibt es 19 Millionen Euro.

Live-Blog

Stimme-Sportredakteur Lars Müller-Appenzeller setzte sich am frühen Dienstagmorgen in den Flieger und reiste in die Ukraine. In diesem Blog berichtet er von seinen Eindrücken aus Charkiw.

16. September 2018

Unentschieden beim SV Darmstadt

Der SV Sandhausen trennt sich vom SV Darmstadt 98 mit einem 1:1- Unentschieden. Nach der Führung von Philipp Klingmann gleichen die Lilien in der 90. Minute per Freistoß aus. Guédé in der Startelf Im Vergleich zum 0:0-Unentschieden gegen den 1. FC Union Berlin ändert SVS-Trainer Kenan Kocak seine Mannschaft nur auf einer Position. Für Fabian Schleusener, der zunächst auf der Bank Platz nimmt, stürmt Karim Guédé nach überstandener Verletzung erstmals von Beginn an in einem Pflichtspiel im schwarz-weißen Trikot. Für den verletzten Marcel Schuhen rückt zudem Rick Wulle als Ersatztorhüter in den Kader. Intensiver Beginn Die Partie im Merck-Stadion am Böllenfalltor beginnt nach zehnminütiger Abtastphase rasant. Die erste Chance hat der SVS durch Philipp Förster, der nach einem Konter über die rechte Seite zum Abschluss kommt, jedoch durch ein Darmstädter Abwehrbein geblockt wird. Nach der anschließenden Ecke steigt Innenverteidiger Markus Karl am höchsten, köpft den Ball aber übers Tor. Nur vier Minuten später hat dann Guédé seine erste Offensivaktion, sein Flachschuss landet aber in den Armen von Daniel Heuer Fernandes. In dieser Phase hat der SVS das Spiel unter Kontrolle, steht defensiv kompakt und lässt den Gegner dadurch nicht zur Entfaltung kommen. Darmstädter Torchancen, Linsmayer wird verwarnt Erst nach einer guten halben Stunde gelingt es dem SV Darmstadt offensive Akzente zu setzen. Zunächst kommt Immanuel Höhn nach einem Freistoß aus dem Halbfeld am langen Pfosten an den Ball, setzt diesen aber über die Latte. Ebenso wie Marcel Heller, der kurze Zeit später nach einem schnellen Antritt seine Schusschance vergibt. Vor dem Seitenwechsel sieht dann Kapitän Denis Linsmayer nach einem taktischen Foul im Mittelfeld die erste gelbe Karte der Partie. Die letzte Gelegenheit der ersten Halbzeit gehört dann wieder dem SVS. Maximilian Jansen wird nach Zuspiel von Leart Paqarada jedoch im letzten Moment von Höhn geblockt. Blitzstart in Durchgang zwei Der zweite Spielabschnitt beginnt für den SVS direkt mit der Führung nach einer Co-Produktion der beiden Außenverteidiger. Paqarada flankt im zweiten Versuch auf den langen Pfosten wo Philipp Klingmann unbedrängt gegen die Laufrichtung des Torhüters einköpfen kann. Das 1:0 ist bereits das zweite Saisontor des Abwehrspielers. In der 54. Spielminute wechselt Kocak dann zum ersten Mal aus: Für Guédé, der viel gearbeitet hat, kommt Rúrik Gíslason ins Spiel. Mit dem weiteren Verlauf wird die Partie immer zerfahrener. Viele kleine Fouls und Fehlpässe auf beiden Seiten prägen das Geschehen. Kempe gleicht in letzter Minute aus Die beste Chance auf den Ausgleich hat der Gastgeber in der 65. Spielminute, als Tobias Kempe mit einem strammen Schuss nur die Latte trifft und mit seinem Nachschuss an Niklas Lomb scheitert. Danach hat der SVS zwei Gelegenheiten um das 2:0 zu erzielen: Erst scheitert Jansen nach einem Konter über Kevin Behrens vom Elfmeterpunkt am stark reagierenden Heuer Fernandes (74‘), danach pariert der Keeper auch den Schuss von Förster. Frischen Wind bringen auch Florian Hansch und Fabian Schleusener ins Spiel, die für Klingmann und Linsmayer eingewechselt werden. In der 90. Minute bekommt der SV Darmstadt nochmals einen zweifelhaften Freistoß an der Strafraumkante zugesprochen. Mittelfeldspieler Kempe verwandelt diesen mit einem Schuss über die Mauer zum späten Ausgleich. Somit trennen sich am Ende der SV Darmstadt und der SV Sandhausen mit einem 1:1-Unentschieden. Am kommenden Freitag trifft der SVS im Heimspiel auf den Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln. SV Darmstadt 98: Heuer Fernandes – Höhn (77‘ Boyd), Franke, Sulu (C), Holland - Medojevic, Kempe - Heller, Mehlem (59‘ Wurtz), Jones (63‘ Sirigu) - Dursun SV Sandhausen: Lomb – Kister, Karl, Verlaat – Klingmann (66‘ Schleusener), Jansen, Linsmayer (C, 80‘ Hansch), Paqarada – Förster, Behrens, Guédé (54‘ Gíslason) Tore: 0:1 Klingmann (46‘), 1:1 Kempe (90‘) Zuschauer: 15.103 Schiedsrichter: Johann Pfeifer
Sandhausen. Während SVS-Rechtsverteidiger Ken Gipson nach seinem Bänderriss in der Schulter erfolgreich operiert wurde, hat sich Keeper Marcel Schuhen ebenfalls im Training verletzt. Der 25-Jährige zog sich einen Riss des vorderen Syndesmosebandes im linken Fuß zu und fällt voraussichtlich vier bis sechs Wochen aus. Zur Beschleunigung des Heilungsprozesses trägt der Schlussmann einen speziellen Geh-Schuh. Derweil wurde Rechtsverteidiger Ken Gipson am gestrigen Freitag erfolgreich an der rechten Schulter operiert. Bei einem Zweikampf im Training hatte sich der 22-Jährige zwei Bänder gerissen und fehlt dem SVS vermutlich für den Rest der Hinrunde. Bereits letzte Saison hatte Gipson Verletzungspech und fiel nach einem Wadenbeinbruch 151 Tage aus und hatte erst vor kurzem eine Außenbanddehnung am Knöchel auskuriert.
16. September 2018

Standard entscheidet Derby

Am 9. Spieltag der Regionalliga Südwest musste der FC-Astoria Walldorf eine knappe 0:1-Heimpleite gegen die TSG 1899 Hoffenheim II hinnehmen. Ein später Kopfballtreffer durch Thomas Gösweiner im Anschluss an einem Eckball entschied das Flutlichtspiel vor 400 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Sportpark. Walldorfs Cheftrainer Matthias Born veränderte sein Spielsystem und lies erstmals mit Tim Grupp, Simon Kranitz und Niklas Horn drei Sechser hinter Andreas Schön auf der Zehner Position agieren. Im 4-3-1-2 ging man ins Rennen, personell nahm Born im Vergleich zum Ulm-Spiel eine Veränderung vor, für Christopher Hellmann begann Kranitz. Beide Teams begannen konzentriert und ließen wenig zu. Walldorf stand stabil und hielt Hoffenheim in vielen Momenten weg vom eigenen Sechszehner. Speziell Tabe Nyenty tat sich in den wenigen gefährlichen Situationen der Gäste hervor, als er in der 14. Minute in einen Schuss von Gösweiner aus knapp zehn Metern spritzte und eine scharfe Hereingabe von Robin Szarka in höchster Not klärte (35.). Auf der Gegenseite hatte Pascal Pellowski im Anschluss an einem Eckball aus halblinker Position die beste Einschussmöglichkeit, doch TSG-Keeper Stefan Drljaca lenkte die Kugel über den Querbalken (40.). So ging es torlos in die Pause. Unverändert kamen beide Teams zurück auf das Spielfeld. Die Partie wurde nun offener, sowohl Walldorf als auch Hoffenheim trieben die Kugel mit schnellen Steilpässen nach vorne, die Fehlerquote im Passspiel stieg jedoch mit andauernder Spieldauer auf beiden Seiten. Beide Teams verpassten Mitte der zweiten Halbzeit aus vielversprechenden Umschaltsituationen mehr Kapital zu schlagen. In der 73. Minute kam Horn mit einem Drehschuss dem Walldorfer Torerfolg am nächsten. So musste eine Standardsituation herhalten um dieses Derby schlussendlich zu entscheiden, nach einer Ecke von TSG-Kapitän Szarka stieg Gösweiner in der Strafraummitte am höchsten und köpfte die 1:0-Gästeführung (80.). Und dabei blieb es bis zum Schluss, sodass Hoffe zwo mit drei Punkten im Gepäck zurück in den Kraichgau reist. Stimmen zum Spiel: Marco Wildersinn, Trainer TSG Hoffenheim II: „Wir wollten nach dem schwachen Spiel in Elversberg eine Reaktion zeigen, wacher und schneller agieren, das ist uns über neunzig Minuten gelungen. Das Chancenverhältnis war ausgeglichen, uns ist der Lucky Punch nach einer Standardsituation geglückt, das hat heute den Unterschied gemacht.“ Matthias Born: „Wir hätten das Heimspiel gerne gewonnen, wir haben uns mit viel Engagement dagegengestemmt gegen eine starke Hoffenheimer Mannschaft. Ballbesitz hatte die TSG mehr als wir, das Chancenverhältnis war ausgeglichen. Uns fehlt es momentan ein Tor zu erzielen bzw. in Führung zu gehen. Das 0:1 tut weh, wir richten uns aber wieder auf und greifen nächste Woche neu an.“ Ausblick: Walldorf muss aktuell durch eine harte Phase gehen, die letzten drei Ligaspiele gingen verloren. Mit fünf Punkten aus neun Partien steckt man im Tabellenkeller fest. Am nächsten Freitag (21.9.) gastiert man beim Aufsteiger SC Hessen Dreieich, Anpfiff ist um 19 Uhr. Tore: 0:1 (80.) Gösweiner FCA Walldorf: Rennar – Kiermeier, Nyenty, Müller, Pellowski (83. Meyer) – Grupp, Kranitz, Horn, Schön (69. Hellmann) – Wekesser, Groß (79. Fahrenholz) TSG Hoffenheim II: Drljaca – Szarka, Strompf, Hüttl, Amade – Ludwig, Monteiro-Mendes (81. Politakis), Lässig, Bender (64. Alberico), Wähling (59. Skenderovic) – Gösweiner Schiedsrichter: Timo Klein (Wiebelskirchen) Zuschauerzahl: 400
Das Sportgericht der Oberliga Baden-Württemberg hat entschieden, dass dem SSV Reutlingen 1905 Fußball wegen des sportwidrigen Betragens seiner Anhänger beim Auswärtsspiel gegen die TSG Backnang am 25.08.2018 in der Saison 2018/19 drei Punkte in Abzug zu bringen sind. Desweiteren hat das Sportgericht eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 EUR gegen den Verein verhängt. Den Einspruch der TSG Backnang gegen die Spielwertung hat das Sportgericht der Oberliga Baden-Württemberg indes als unbegründet verworfen und den Verein wegen Vernachlässigung der Platzdisziplin zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 EUR verurteilt, weil die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen als nicht ausreichend bewertet wurden. Nach den Urteilsgründen haben Anhänger des SSV Reutlingen 1905 Fußball, die der Verein selbst im Wesentlichen der eigenen Ultragruppierung „Szene E“ zuordnet, nach einem Foulspiel in der 82. Minute Ersatzspieler und Verantwortliche der TSG Backnang im Bereich der Bank massiv verbal und körperlich angegangen. Einer der Anhänger schlug dabei dem Ersatztorwart der TSG Backnang in das Gesicht, ein anderer warf einen befüllten Getränkebecher auf den Backnanger Trainerassistenten. Die Vorfälle sind durch Videoaufzeichnungen dokumentiert. Aufgrund der erheblichen Vorbelastung des Vereins und mehrfacher, erfolglos gebliebener Aufforderungen, auf die eigene Anhängerschaft durch verschiedene Maßnahmen, u.a. der Begleitung mit eigenen Ordnern, einzuwirken, erschien eine Geldstrafe nicht mehr ausreichend. Zudem war mit dem tätlichen Angriff auf einen (Ersatz-)Spieler aus Sicht der Kammer eine neue Dimension erreicht. Entsprechende Konsequenzen hatte das Sportgericht der Oberliga Baden-Württemberg bereits mit einem Urteil im Oktober 2016 in Aussicht gestellt, sollte der Verein nicht aktiv werden und es erneut zu gravierenden Zuschauerverfehlungen kommen. Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskräftig. Die betroffenen Vereine können innerhalb von zehn Tagen Rechtsmittel zum Berufungsgericht der Oberliga Baden-Württemberg einlegen.
zurück mehr News

Error message here!

Error message here!

Passwort vergessen?

Registriere dich (natürlich kostenlos) und werde Teil der fussball-in-bw.de-Community!

Als Rasen-Reporter kannst du:
- Bilder und Videos hochladen
- Spielberichte veröffentlichen
- Ticker schreiben
- und vieles mehr.
Gestalte fussball-in-bw.de, dein Portal für den Amateurfussball der Region, mit!

Error message here!

Error message here!

Error message here!



Bitte beachte unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Informationspflichten.

Passwort vergessen?
Trage die Email Adresse, mit der du dich registriert hast, in das Feld ein. Du erhältst dann einen Link, über den du dein Passwort zurücksetzen kannst.

zurück zur Anmeldung

schließen