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Man darf sich das nicht wie im Asterix-Heftchen vorstellen, wo der Druide Miraculix in seinem Kessel rührt und den legendären Zaubertrank zubereitet. Sebastian Hoeneß hat nach missratenen ersten Halbzeiten kein Geheimrezept aus Misteln, Kräutern und sonstwas, mit dem er seinen Spielern in der Kabine Zusatzkräfte verleihen kann. Der Trainer der TSG Hoffenheim muss sich auf die Kraft seiner Worte verlassen.

Beim 4:2-Sieg der TSG gegen den bereits als Absteiger feststehenden FC Schalke 04 hat das noch besser funktioniert als im Heimspiel zuvor, das die Hoffenheimer gegen Borussia Mönchengladbach mit 3:2 gewonnen hatten. In beiden Partien lag Hoeneß" Elf nach der Hälfte der Spielzeit mit 0:2 zurück.

"Es wurde ein bisschen lauter", berichtete der Hoffenheimer Trainer vom Halbzeit-Geschehen. "Mein Eindruck war, dass wir da einen Impuls brauchen, um dieses letzte Prozent rauszukitzeln."

Vor der Pause sei sein Team "vielleicht noch nicht gierig genug" gewesen. Es ging ihm um mehr "Konsequenz, Aggressivität."

In allen Zahlen vorne - nur bei den entscheidenden nicht

Nach der ersten Spielhälfte hatte die TSG zwar 10:3 Torschüsse in der Statistik stehen, 5:2 Ecken und 64 Prozent Ballbesitz. Doch das Zahlenpaar, auf das es wirklich ankam, war aus Hoffenheimer Sicht katastrophal, 0:2 Tore.

Sport-Geschäftsführer Peter Görlich fasste es am Sky-Mikrofon in Worte: "Das ist natürlich ergebnismäßig enttäuschend." Seine Halbzeit-Ansprache hätte den TSG-Profis gewiss keine Extrakräfte verliehen. Es war Sebastian Hoeneß, der für die Wende sorgte. Gar nicht mirakulös.

Und doch wirkte es ein wenig wundersam, was sich nun im Sinsheimer Stadion abspielte. Vier Hoffenheimer Tore gab es binnen 17 Minuten. Gleich in der 47. Minute ging es los, als TSG-Goalgetter Andrej Kramaric mit einen Freistoß-Schlenzer in den Torwinkel zum 1:2 traf. Kevin Akpoguma mit einer Kopfball-Bogenlampe nach einer Kramaric-Ecke legte in der 51. Minute das 2:2 nach. Hoeneß sagte: "Natürlich hat es dann extrem geholfen in der zweiten Halbzeit, früh die Tore zu machen." So habe man noch mehr Schwung reinbekommen. Die Erfolgserlebnisse seien wichtig gewesen, "um dem Ganzen dann auch noch mehr Glauben und Nachdruck zu verleihen".

TSG-Spieler waren sauer auf sich selbst

Einen Kramaric-Freistoß köpfte Christoph Baumgartner in der 60. Minute zum Hoffenheimer 3:2 ins Schalker Tor. Er sagte zur Torflut nach der Pause: "Wir waren sauer auf uns, weil wir es besser können." Das 0:2 "darf uns so, in der Art und Weise nicht passieren". Aber man habe Schalke dann ja "mehr oder weniger überrollt".

Kevin Akpoguma meinte: "Wir haben dann ein anderes Gesicht gezeigt, dagegengehalten." Ihlas Bebou sorgte in der 64. Minute noch fürs 4:2. Hoffenheims Manager Alexander Rosen fand, die TSG habe "ein Feuerwerk abgebrannt". Nach dem 4:2 war zwar Schluss mit dem Vollgas-Modus. Aber Rosen störte sich daran nicht. "Über die zweite Halbzeit kann man nur begeistert sein." Der Bundesliga-Klassenerhalt ist mit 39 Punkten endgültig gesichert.

In fünf Spielen nacheinander ist die TSG ungeschlagen geblieben (zwei Siege, drei Remis). "Das wollen wir aufrecht erhalten bis zum Saisonende", sagte Rosen. Offensivmann Baumgartner peilt das Maximum an. "Das klare Ziel sind sechs Punkte." Bielefeld und die Hertha stecken allerdings im Abstiegssumpf. "Die werden zu tausend Prozent Gas geben."

Baumann meckerte zu Recht über die Vorderleute

Für die Hoffenheimer war es nach dem 4:2 ein entspanntes Rest-Wochenende. Danach hatte es nach dem 0:1 von Mark Uth (12.) und dem 0:2 durch Shkodran Mustafis Kopfball (42.) nicht ausgesehen. Zwei Chancen, zwei Tore. TSG-Torwart Oliver Baumann flippte kurzzeitig verbal aus und pflaumte seiner Vorderleute an. Zu Recht. Nach der Hoffenheimer 0:4-Pleite in der Hinrunde schien es erneut eine vollkommen unerwartete Niederlage gegen das weit abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht (nur zwei Saisonsiege) zu geben. Sechs der 20 Schalker Tore in den 31 bisherigen Partien waren gegen die TSG gelungen, satte 30 Prozent.

Aber diese peinliche Zahl war im Kraichgau letztlich kein Thema mehr. Die Halbzeit-Ansprache von Sebastian Hoeneß brachte die Wende zum Guten. "Mit Nachdruck", so Manager Rosen, habe der Trainer darauf hingewiesen, was besser zu machen sei. Es brauchte keinen Miraculix-Trank.

Der Siegtorschütze fiel mit dem Schlusspfiff um. Sasa Kalajdzic ließ sich einfach fallen, als der 2:1 seines VfB Stuttgart am Freitagabend perfekt war. Wenig später sagte er, wieder stehend, über den Sieg: "Ein bisschen glücklich, aber wen interessiert es."

Die Stuttgarter Negativserie von vier Niederlagen in Serie riss zum Auftakt des 32. Spieltags, weil Philipp Förster (11.) und Sasa Kalajdzic (74.) trafen. Der VfB hat sein Saisonziel von 40 Punkten übererfüllt. 42 Punkte sind es nun.

Wieder geht ein erstes Spiel für Weinzierl verloren

Die Negativserie von Augsburgs neuem Trainer Markus Weinzierl hielt, da Florian Niederlechner nur zum zwischenzeitlichen 1:1 (59.) traf. Weinzierl setzte an alter Wirkungsstätte seine miese Debüt-Serie fort. Das erste Spiel geht für eine Weinzierl-Elf immer verloren, das war vor mehr als zweieinhalb Jahren ja auch beim VfB Stuttgart so (0:4 gegen Dortmund).

"Wir haben das Gefühl, gut vorbereitet zu sein", sagte Pellegrino Matarazzo vor Spielbeginn beim Duell mit dem neuen Trainer-Kollegen Weinzierl, seinem Vor-Vor-Vorgänger beim VfB Stuttgart. Die Gastgeber gingen tatsächlich schon nach elf Minuten in Führung. "Das ist ein Spielzug, den wir schon so im Matchplan drin hatten", verriet Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat in der Halbzeitpause.

Er sah so aus: Eine Flanke von Roberto Massimo aus dem Halbfeld legte Toptorschütze Sasa Kalajdzic glücklich-perfekt ab, Philipp Förster vollendete aus zehn Metern, Augsburgs Robert Gumny gab dem Schuss noch unglücklich-entscheidend eine Richtungsänderung mit. "Gut, dass der abgefälscht war, so gefährlich ist er mit dem rechten Fuß eigentlich nicht", witzelte Mislintat in Richtung Torschütze Förster.

Verletzungspech bleibt dem VfB treu

Die Freude übers frühe 1:0 verwandelte sich schnell in Schmerz, in einen stechenden in der hinteren Oberschenkelmuskulatur von Roberto Massimo. Das Verletzungspech der vergangenen Wochen bleibt dem VfB Stuttgart im Saisonendspurt treu. Massimo humpelte nach 20 Minuten in die Kabine. Tanguy Coulibaly kam für ihn ins Spiel.

Ein anderer rückte jedoch immer mehr in den Fokus. Saison-Debütant Fabian Bredlow im VfB-Tor (Gregor Kobel fehlte mit Rückenproblemen) hatte mehr zu tun, als ihm lieb war. "Wir haben viel Ballbesitz, aber Augsburg hat mehr Torschüsse", kritisierte Mislintat in der Pause. Augsburg kam nämlich zu vielen guten Chancen, bei der besten tauchte Marco Richter in der 26. Minute frei vor Bredlow auf, der stark parierte. Auch bei Schüssen von Rani Khedira und Ruben Vargas war der Stuttgarter Ersatzkeeper zur Stelle. "Wir lassen zu viel zu, wir haben in der ersten Hälfte sicherlich nicht unser bestes Saisonspiel gemacht", sagte Mislintat.

Das Spiel bleibt kurios

Es blieb ein kurioses Spiel. Just als der VfB sich Chancen aufs 2:0 erspielte (Kopfball Kalajdzic, 56.), glichen die Gäste in der 59. Minute zum 1:1 aus. Eine Iago-Flanke köpfte Richter an den Rücken von Marc Oliver Kempf, der den Ball so abfälschte, dass FCA-Stürmer Florian Niederlechner aus kurzer Distanz einköpfte. Der Hiobsbotschaften nicht genug: Auch Tanguy Coulibaly verletzte sich, als Iago vor dem jungen Franzosen im Strafraum an den Ball kam, Coulibaly aber noch traf.

Viel passierte danach nicht, bis aus dem Nichts in der 74. Minute das Kopfballungeheuer Kalajdzic auftauchte und sein 15. Saisontor erzielte. Es wurde ein VfB-Sieg per Köpfchen. Der Österreicher hatte die Situation selbst eingeleitet, der eingewechselte Darko Churlinov flankte, die Augsburger Abwehr pennte. Der Zwei-Meter-Mann musste nicht mal springen fürs Tor zum 2:1-Sieg.

VfB Stuttgart: Bredlow - Mawropanos (46. Karazor), Anton, M. O. Kempf - Massimo (22. Coulibaly (64. Thommy)), Klement (85. Mack), Endo, Sosa - Förster, Didavi (64. Churlinov) - Kalajdzic

FC Augsburg: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Iago (83. Pedersen) - Moravek (68. D. Caligiuri), R. Khedira, M. Richter (76. Bnes) - Hahn (83. Gregoritsch), Niederlechner, Vargas (68. Jensen)

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin); Tore: 1:0 Förster (11.), 1:1 Niederlechner (59.), 2:1 Kalajdzic (74.) Beste Spieler: Bredlow, Klement / R. Khedira, Niederlechner.

Mit dem vorletzten Heimspiel an diesem Samstag gegen Schalke 04 (15.30 Uhr/Sky) biegt die TSG Hoffenheim auf die Zielgerade. Zeit für eine erste Bilanz. Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer dieser 13. Saison in der höchsten deutschen Spielklasse?

Gewinner

Andrej Kramaric: Ohne seine 17 Bundesliga-Tore würde Hoffenheim in der Tabelle wesentlich schlechter dastehen. Zu oft gilt: Nur wenn der kroatische Stürmerstar trifft, punktet die TSG. Das verbessert die Verhandlungsposition des 29-Jährigen beträchtlich, dessen Vertrag in einem Jahr ausläuft. Für ihn persönlich geht es im Saisonfinale noch um einen Vereinsrekord. Vedad Ibisevic traf in der Saison 2008/09 18 Mal.

Ihlas Bebou: Ohne seine verletzungsreiche Saison 2018/19 (Sehnenanriss) wäre der pfeilschnelle Mann aus Togo nicht von Hannover 96 zur TSG Hoffenheim gewechselt. Dann hätten größere Clubs das Rennen gemacht, verriet TSG-Manager Alexander Rosen einst. Der gefährliche Stürmer ist so gut wie noch nie. "Er spielt seine beste Saison, auch faktisch, was Scorerpunkte betrifft", sagt Trainer Sebastian Hoeneß. In Freiburg gelang ihm zuletzt die siebte Torvorbereitung, acht Tore kommen hinzu. "Er hätte noch einige mehr machen können", sagt Sebastian Hoeneß.

Chris Richards: Seit seinem Last-Minute-Wechsel Ende Januar aus München in den Kraichgau hat sich der Verteidiger zu einem Leistungsträger entwickelt. Richards stand zuletzt immer in der Anfangsformation. Die TSG würde den ausgeliehenen US-Amerikaner gerne im Kraichgau halten. Der kurze Draht von Sportdirektor Alexander Rosen zu seinem Kumpel und künftigen Bayern-Trainer Julian Nagelsmann könnte dabei hilfreich sein.

Marco John: Das Verletzungs-Pech der Mitspieler ist zu seinem Glück geworden. In seiner ersten Profisaison hat es der 19-Jährige so auf 16 Einsätze gebracht. "Ich denke, Glück gehört im Fußball immer dazu, das muss man sich verdienen", sagt Marco John: "Irgendwann geht die Tür auf, dann musst du durch." Die Tür ging auf der linken Außenverteidiger-Position auf. Neuland für John, der sich eigentlich im Zentrum wohler fühlt. Die Herausforderung als Linksverteidiger: "Wenn der Gegner an dir vorbei kommt, dann ist niemand mehr da." Das ist auf der eigentlich präferierten Achterposition im Mittelfeld anders. Klar ist aber auch: "Wenn ich mit 18, 19 so eine Chance bekomme, dann will ich die nutzen." Hat gut geklappt.

Verlierer

Kasim Adams: Trotz akuter Verteidiger-Not spielte der 1,90 Meter-Mann zuletzt keine Rolle mehr, stand aus sportlichen Gründen nicht mehr im Kader. Auf und neben dem Platz (durch mehrere Verspätungen) verhielt er sich nicht gerade erstligatauglich. "Da sind Dinge und Entwicklungen nicht so gelaufen, wie ich sie mir erwartet hatte", sagte Trainer Sebastian Hoeneß zuletzt über Adams. Dessen Marktwert ist auf zwei Millionen Euro geschrumpft, rund acht Millionen kostete Adams noch 2018. Der 25-Jährige ist wohl ohne Zukunft beim Kraichgauclub. Die Zeichen stehen klar auf Trennung.

Ishak Belfodil: Vor zwei Jahren spielte der Stürmer mit zwölf Toren die Rückrunde seines Lebens. Nach langer Verletzungspause war der 29-Jährige im Sommer ein gefühlter Neuzugang. Glücklos. Torlos (in 14 Liga-Einsätzen). Ratlos (zumindest drückte das seine Körpersprache aus) präsentiert sich der Franko-Algerier. "Hier und da unglücklich" , befand Sebastian Hoeneß. Belfodil spielt seit dem ganz schwachen 1:3 gegen Frankfurt im Februar quasi keine Rolle. Gut möglich, dass er im Sommer wechselt.

Mijat Gacinovic: Im Tausch für Steven Zuber kam der Offensivmann im Sommer aus Frankfurt. Durchgesetzt hat er sich nicht, was auch an Verletzungen lag. Ein Ligaeinsatz über 90 Minuten, ansonsten blieb der in 21 Ligaeinsätzen torlose Serbe meist in der Rolle des glücklosen und torungefährlichen Jokers.

Benjamin Hübner: Der Kapitän ist der Pechvogel der TSG-Saison. Mit einer im Training erlittenen Kapselverletzung hat der Abwehrstabilisator die komplette Saison verpasst. "Ich hoffe sehr, dass er zum Trainingsauftakt wieder dabei ist. Aktuell ist der Verlauf positiv", sagt Sebastian Hoeneß über den 31-Jährigen, den er als Ratgeber schätzt.

Die Liste ist lang. Und regelmäßig kommen neue Einträge hinzu. In kurzen Abständen meistens. Jährlich. Aber auch nach einer halben Saison oder nur wenigen Spielen hat es ihn manches Mal weitergezogen. Ganz genau lässt sich das von außen nicht immer nachvollziehen. Ob Vereine-Bummler Joe Brown angesichts seiner vielen Stationen selber noch den Überblick hat, ist unklar. Der im Unterland und im Kraichgau bekannte Stürmer mag mit der Zeitung nicht sprechen. Was indes klar ist: Brown kehrt zurück in den Kraichgau.

Das ist zumindest der Plan. Nach zweieinhalb Jahren und zwei Vereinen im Unterland steht der Stürmer ab Sommer in Diensten des VfB Bad Rappenau. Ein Wechsel, der für Aufsehen sorgt. Natürlich. Ganz gefahrlos ist die Personalie nicht. Seit der Sinsheimer Kreisligist die Verpflichtung von Brown publik gemacht hat, hat Alexander Sattler ein paar Anrufe mehr erhalten als sonst.

Kein Geld vom Verein, aber durch externen Sponsor

Die meistgestellte Frage sei die nach dem Gehalt für den Stürmer. "Von Vereinsseite kommt da gar nichts", stellt der zweite Vorsitzende gleich klar. Spieler zu bezahlen, passe nicht zur Philosophie des VfB und würde wegen "Corona und dem Clubhaus-Umbau auch gar nicht gehen".

Was nicht heißt, dass der Neuzugang nicht Geld verdienen würde in Bad Rappenau. Das aber läuft über einen externen Sponsor. "Höhe und Form interessieren mich aber nicht", sagt Sattler. Ihn interessiert nur, dass es sportlich und menschlich passt, sich alle wohlfühlen. Das war beim Stürmer und dem SC Abstatt, seiner letzten Kurzstation offenbar nicht mehr der Fall, weshalb der 34-Jährige einen neuen Verein suchte. Und in Bad Rappenau gefunden hat.

Transfer lief über Sergej Wirch

Wie lange Brown dort bleibt, das weiß auch Sattler nicht. Er war auch in den Wechsel nicht groß eingebunden, das lief alles über Sergej Wirch, der bislang die zweite Garnitur des VfB trainiert hatte. Bereits im Januar hatte der Verein indes verkündet, dass der 32-Jährige zur neuen Runde zum Kreisliga-Team aufrückt und mit Kevin Kroiher künftig ein Trainer-Duo bildet. "Die frühzeitige Entscheidung war vielleicht ein Vorteil, weil wir schon in Gespräche mit den Spielern gehen konnten." Das habe vielleicht die eine oder andere Türe mehr geöffnet.

Letztlich ist die Verpflichtung von Joe Brown auch nur eine von vieren, doch die anderen geraten ein wenig ins Hintertreffen. Dabei ist auch die Rückkehr von Pascal Winter durchaus von Rang. Für den Angreifer hatte sich vergangenen Sommer unverhofft die Chance geboten, beim TSV Neckarbischofsheim Landesliga zu spielen. "Er hatte zwar schon bei uns zugesagt, hatte aber den Wunsch geäußert, es nochmal in der Landesliga zu versuchen", sagt Sattler.

Pascal Winter zieht es zurück zum VfB

Das klappte auch ordentlich: Winter biss sich in der Liga höher durch, traf in neun Spielen drei Mal. Nachdem sich Neckarbischofsheim zur neuen Saison in die Kreisliga zurückzieht, zog es auch den Angreifer wieder zurück nach Bad Rappenau. Zusammen mit Brown sowie Michel Weigelt könnte der VfB wieder für Furore sorgen. "Wenn die drei zusammen funktionieren, dann gehört unsere Offensive zu den besten in der Liga", sagt Sattler. Und es ginge wieder bergauf beim VfB.

Dazu beitragen sollen auch Dominik Brodöhl (SGM MassenbachHausen) und Sören Blättgen (SGM Fürfeld/Bonfeld). Zuletzt war beim VfB ein wenig der Wurm drin, sofern sich das nach zwei abgebrochenen Runden sagen lässt. "Es war ein Abwärtstrend erkennbar, es gab keinen Kampf um Stammplätze mehr", sagt Sattler. "Die Neuen sollen mehr Feuer reinbringen." Und auf dem Platz für Aufsehen sorgen.

Wollte man es auf die Spitze treiben, könnte man Pellegrino Matarazzo als Stalker bezeichnen. Der Trainer des VfB Stuttgart hat nämlich in den letzten Tagen einer bestimmten Person intensiv nachgestellt. Allerdings ohne diesen Menschen zu belästigen.

Einen persönlichen Kontakt gab es nicht. Dazu wird es erst am Freitagabend in der Mercedes-Benz-Arena kommen. Aber Matarazzo hat sich eingehend mit Markus Weinzierl beschäftigt, dem Trainer des FC Augsburg. "Sicherlich ist es nicht so einfach, sich vorzubereiten auf einen neuen Trainer." Weinzierl soll dafür sorgen, dass der FCA nicht absteigen muss. Wie genau er das anpacken wird, musste sein Stuttgarter Kollege beim Studium von alten Videos und der aktuellen Aussagen des Nachfolgers von Heiko Herrlich herausfinden. "Das eine oder andere Muster, das sich wiederholt hat", konnte Matarazzo in den Spielszenen von früher erkennen. Auch Pressekonferenzen von Markus Weinzierl hat der VfB-Trainer analysiert. Welche Ansätze rückt der Augsburger Rückkehrer in den Vordergrund. Welche Tugenden fordert er ein?

Giftig im Zweikampf, fulminant im Umschaltspiel

Es sind die "Tugenden des FCA", wie Weinzierl sagt, der den Verein 2016 gen Schalke verlassen hat. Die traditionelle DNA des Teams will er wiedererwecken. Giftig im Zweikampf und fulminant im Umschaltspiel, so war das Auftreten einst, so soll es wieder sein.

Der neue Chef hat "willige Spieler" im Training gesehen, weiß aber auch: "Ich kann die Mannschaft nicht in einer Woche von links auf rechts drehen."

Das sind die Geschichten, die der Fußball schreibt

In der Hinrunde hat der VfB Stuttgart in Augsburg mit 4:1 gewonnen. Diese Partie ist jetzt bedeutungslos. Pellegrino Matarazzo hat die Bilder vom 10. Januar "gar nicht angeschaut", es war ja kein Weinzierl-Fußball, sondern sich "fokussiert auf seine ehemaligen Stationen". Dazu zählt auch der VfB. In Stuttgart wurde der Trainer am 20. April 2019 nach einem 0:6-Desaster ausgerechnet beim FC Augsburg davongejagt.

"Das sind die Geschichten, die der Fußball schreibt", sagt Weinzierl zum brisanten Wiedersehen. Er möchte aber "nicht mehr zurückblicken". Für ihn geht es im Idealfall um ein Jubel-Debüt.

Pellegrino Matarazzo hat ein gutes Gefühl

Zuletzt musste der VfB vier Niederlagen hintereinander einstecken. Das Punkte-Polster ist aber groß genug, um keinerlei Abstiegssorgen zu haben. Pellegrino Matarazzo hat ein gutes Gefühl, dass seine Mannschaft an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) wieder in die Erfolgsspur finden wird. "Ich glaube, es ist soweit." Die Saison austrudeln zu lassen, darf keine Option sein. "Es geht um unser Glück, unsere Zufriedenheit", sagt der Trainer des VfB. "Wir sind Leistungssportler." Also sei es ein ganz zentrales Anliegen, "Spiele zu gewinnen".

Die Sache ist nämlich so: "Wenn wir das nicht tun, dann ist die Woche nicht so schön." Am 4. April gab es beim 1:0 gegen Werder Bremen den letzten Sieg. Es folgte ein ganzer Monat, der nicht so schön war. 2:3 gegen Dortmund, 1:2 bei Union Berlin, 1:3 gegen Wolfsburg, 0:2 in Leipzig. Nun soll es gegen den FC Augsburg die Wende zum Guten geben. Gegen den neuen, alten Markus-Weinzierl-FCA, der anknüpfen möchte an frühere Erfolgszeiten. Matarazzo erwartet, dass Weinzierl "schon einen erhöhten Fokus aufs Kontern" legen wird. "Ich schätze, dass sie im eigenen Ballbesitz wenig Risiko eingehen werden." Der Stuttgarter Trainer sollte es wissen, er hat dem Kollegen ja intensiv nachgestellt.

VfB bangt um Kobel, für Mangala ist die Saison wohl vorbei

Zuletzt in Leipzig war Gregor Kobel der herausragende Mann beim VfB Stuttgart. Als bester Spieler auf dem Platz ging der Torwart nach dem Unterzahl-0:2 des VfB in die Kabine.

Ob der Schweizer auch an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) mit Weltklasse-Paraden glänzen kann, ist vor der Partie gegen den FC Augsburg unsicher. Kobel droht wegen Rückenproblemen auszufallen. "Es scheint kein Bandscheibenvorfall zu sein", sagt Trainer Pellegrino Matarazzo. "Wir werden sehen, ob er die Schmerzen ertragen kann." Am Mittwoch und Donnerstag war der Torwart in der Schweiz beim Therapeuten seines Vertrauens in Behandlung. Ziemlich sicher ist, dass der schmerzlich vermisste Mittelfeldspieler Orel Mangala nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel für den Rest der Saison ausfallen wird. "Der Heilungsverlauf ist nicht so positiv wie erwartet", sagt Matarazzo.

Überstürzen wollte Dario Caeiro, Vorstand Fußball beim TSV Ilshofen, zunächst nichts. Konkrete Entscheidungen in Sachen Kaderplanung für die nächste Saison gab es lange nicht. Doch als die Sponsoren das Signal gaben, dass sie das Budget auch für die kommende Saison bestätigen können, ging es ganz schnell. Mittlerweile steht ein Großteil des Kaders.

Baustellen sind die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld

17 Zusagen hat Caeiro sicher. Mit Daniel Schmelzle, Baba Mbodji, Julian Schiffmann und Matthias Stüber gibt es noch vier Wackelkandidaten. "Dazu haben wir mit Timo Brenner, Michael Etzel, Moritz Lindner und Matthias Hahn vier Abgänge", sagt Caeiro. "Es sieht trotzdem schon mal sehr gut aus." Die Hauptbaustellen in der Kaderplanung sind damit noch die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld. "Das war auch vergangene Saison so. Jetzt hoffen wir, sie noch besser stopfen zu können", sagt Caeiro.

Er kann weiter auf Julian Metzger und dessen Co Silas Probst als Trainergespann bauen. Auch Kapitän Maximilian Egner und Torhüter Jonas Wieszt bleiben ebenso an Bord, wie Lukas Lienert, Dominik Rummler, Niklas Wackler oder Benjamin Kurz und Nico Rodewald. Der Umbruch wird wohl weitaus kleiner sein als im vergangenen Sommer.

Caeiro hofft auf eine defensive Saisonplanung

Nun hofft Caeiro darauf, dass auch der Verband ähnlich besonnen bei der Saisonplanung vorgeht, wie er bei der Kaderplanung. "Ich hoffe, dass erstmal nur mit einer Vorrunde geplant wird und die Spiele auch so terminiert werden", sagt Caeiro. "Und dann muss man sehen, was die Corona-Pandemie zulässt. Wenn es nach der Vorrunde möglich ist, kann man dann eine Auf- und Abstiegsrunde hinterherschieben oder eben auch nicht", sagt er. "Vergangene Saison hat man ja zunächst mit einer Hin- und Rückrunde geplant. Das sollte man für die nächste Runde nicht machen."

Noch ist Caeiro optimistisch, dass zum anvisierten Saisonstart - Ende Juli mit dem WFV-Pokal - auch begonnen werden kann: "Wir hoffen ja alle, dass wir als Gesamtgesellschaft bis Ende Mai ein Öffnungsszenario hinbekommen und dann im Juni trainiert werden kann." Für die Ilshofener ist dann der Klassenerhalt das oberste Ziel. "Wir waren jetzt zwei Mal die Gewinner", sagt Caeiro.

In den vergangenen beiden Spielzeiten stand der TSV beim coronabedingten Abbruch jeweils auf einem Abstiegsplatz. "Wir waren da zwei Mal die Gewinner", sagt Caeiro. Auf Rang 17 stand Ilshofen beim Abbruch der Spielzeit 2019/20. Platz 15 war es aktuell mit guter Chance auf den Klassenerhalt. "Wir sind da auch ein wenig stolz drauf, dass wir ordentlich da standen. Es ist eine gute Entwicklung zu sehen", sagt Caeiro. Nun geht es darum, nochmal einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

"Wir hatten etwas Respekt davor, wer von oben kommen könnte. Aber im Moment sieht es ja nicht so aus, dass aus der Regionalliga eine Mannschaft aus Baden-Württemberg absteigt", sagt Caeiro. "Aber wenn man sieht, dass Freiberg mit einer Regionalliga-Truppe in der Oberliga spielen wird, weiß man auch, gegen wen man keine Punkte holen wird."

Annullierung ist die richtige Entscheidung

Er fand die Entscheidung, dass es nach dem Saison-Abbruch nach 13 Spielen keinen Aufsteiger in die Regionalliga geben wird, trotzdem richtig. "Das war mein Wunsch, weil ich es für alle Seiten am fairsten finde. Auch wenn es andere Clubs anders empfinden mögen. Ich akzeptiere es, dass Freiberg und die Stuttgarter Kickers nicht einverstanden damit sind."

Beide Vereine hofften lange auf den Aufstieg oder zumindest eine Möglichkeit zur Aufstiegs-Relegation. Die Stuttgarter Kickers, beim Saison-Abbruch und der Annullierung Tabellenzweiter, kündigten an, weiter um eine Relegations-Möglichkeit zu kämpfen.

Bisheriger Kader des TSV Ilshofen: Julian Metzger (Trainer), Silas Probst (Co-Trainer), Tor: Jonas Wieszt, Marc Göltenboth. Verteidigung: Maximilian Egner, Dominik Rummler. Mittelfeld: Michael Eberlein, Lukas Lienert, Tom Marmein, Simon Wilske, Jannis Schlosser, Moritz Lindner, Niklas Wackler. Angriff: Sascha Esau, Benjamin Kurz, Jonas Lausenmeyer, Nico Rodewald, Filimon Frosynis.

Es ist tatsächlich die einmalige Chance für den FC Schalke 04, in dieser Katastrophen-Saison zwei Mal gegen ein und denselben Gegner zu gewinnen. Dieser Gegner heißt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Sinsheimer Arena TSG 1899 Hoffenheim. 0:4 verloren die Hoffenheimer das Hinspiel. Den bei einer Heimniederlage möglichen Eintrag ins Saison-Rekordbuch gilt es tunlichst zu vermeiden. Revanchegelüste? Motivationsschub? Nix von alledem.

Eine zweite TSG-Pleite gegen den abgeschlagenen Absteiger Schalke 04 wäre für Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß allenfalls "eine Randnotiz", wie er es ausdrückt: "Das spielt keine Rolle." Das 0:4 gegen damals rekordverdächtig sieglose Schalker war einer, wenn nicht der Tiefpunkt dieser Bundesliga-Saison des Kraichgauclubs. Thematisieren will der Trainer anderes. "Wir denken lieber in positiven Szenarien, weil wir zuletzt vier Mal in Serie nicht verloren haben und die Chance haben, diese Serie auszubauen." Schalke ist bereits abgestiegen, auswärts die ganze Saison noch ohne Erfolgserlebnis. "Druck hat man immer, das ist auch gegen Schalke so", sagt Sebastian Hoeneß, dessen Team mit einem Heimsieg letzte noch rechnerische Zweifel am Klassenerhalt zerstreuen kann.

Die Gedanken gehen schon in Richtung nächste Saison

An das 0:4 im Hinspiel verschwende er "nicht viele Gedanken", sagt Hoeneß. Mehr Gedanken gehen da schon in Richtung neue Saison. Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen hat dem TSG-Trainer in der "Rhein-Neckar-Zeitung" eine Arbeitsplatzgarantie gegeben, die über den 1. Juli 2021 hinaus in die neue Saison reicht. "Er ist durch die vielen Krisen, die es zu managen galt, stabil durchgegangen, kommuniziert super mit den Jungs, hat eine Idee, die man gerade zuletzt gegen Gladbach und Freiburg gesehen hat", sagt Rosen.

Hoeneß freut sich, auch künftig "mit einer leistungsbereiten, lernwilligen Mannschaft zu arbeiten". Ob zu der dann auch Top-Torschütze Andrej Kramaric und Mittelfeld-Stratege Florian Grillitsch gehören, deren Verträge 2022 auslaufen? Der kroatische Vize-Weltmeister von 2018 betonte zuletzt, dass er sich bei der TSG wohlfühle, aber sich natürlich auch Gedanken über seine Zukunft mache. "Das ist legitim, er wird nicht mehr so viele Verträge in seiner Karriere unterschreiben", sagt Trainer Sebastian Hoeneß - Kramaric wird nächsten Monat 30 Jahre alt: "Ich erlebe ihn ehrgeizig wie immer. Alles weitere muss man sehen, da spiele ich den Ball Alexander Rosen zu."

Der nimmt ihn auf, verweist dabei sogleich darauf, dass es aktuell kein Angebot für die beiden Leistungsträger gibt. Was wiederum mit der aktuellen Pandemie zu tun hat, die den internationalen Transfermarkt durchaus lähmt - und erst nach der Europameisterschaft an Dynamik gewinnen dürfte.

Wenn ein Club viel Geld bietet, dann sind Kramaric und Grillitsch im Sommer weg

Dass die Türe für Kramaric und Grillitsch im Sommer offen steht, weil nur noch dann eine Ablöse zu erzielen ist, scheint klar: "Zu beiden genannten Spielern besteht ein großes Vertrauensverhältnis. Das heißt: Wenn solch ein Verein kommt, der den Spieler reizt, dann werden wir uns zusammensetzen", sagt Alexander Rosen.

Diese Sätze dürften auch für andere Akteure gelten. Ohne Europa League bedarf es künftig eines kleineren Kaders, "eines geschickt verschlankten", wie es Alexander Rosen ausdrückt.

Mit Brettspielen ins Quarantäne-Trainingslager

Vor der Zukunft steht allerdings die Gegenwart mit den drei Spielen gegen Schalke, Bielefeld und Hertha BSC. Nächste Woche geht es ins Quarantäne-Trainingslager ins Hotel Sinsheim, gegenüber der Arena. Das Trainerteam hat bereits über bestimmte Brettspiele gesprochen, wie Hoeneß augenzwinkernd verriet. "Natürlich werden wir da zehn Tage nonstop aufeinander sitzen. Da muss man sich schon Gedanken machen, wie man die Zeit so angenehm und kreativ wie möglich miteinander verbringt", sagt er über das von der Deutschen Fußball Liga vorgeschriebene Trainingslager. Hoeneß und Co. haben schließlich schon ganz anderes gemeistert in dieser Saison. Inklusive einer freiwilligen Quarantäne im November. Sebastian Hoeneß sagt: "Wir werden das gut über die Bühne bringen." Was auch sportlich gelten sollte.

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