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Als Tabellenletzter überwintert die TSG Öhringen in der Landesliga. Den Hohenlohern droht nach 2013/2014 der nächste Abstieg aus der siebthöchsten Spielklasse. Doch die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt weiter. Personell hat sich bei der TSG über den Jahreswechsel einiges getan. Sechs Abgänge sind sind zu verzeichnen. Dem gegenüber stehen zwei externe und vier interne Neuzugänge.

Seit dem 13. Januar bereitet Trainer Wolfgang Guja sein Team auf das schwierige Unternehmen Nichtabstieg vor. Am Sonntag wurde das erste Testspiel ersatzgeschwächt gegen den Bezirksliga-Unterland-Titelaspiranten Türkspor Neckarsulm 1:5 verloren. Für Wolfgang Guja gibt es noch reichlich zu tun.

In erster Halbzeit passt nicht viel zusammen

"In der ersten Halbzeit hat gar nichts gepasst", kommentierte Guja den 0:4-Pausenstand. "Testspiele sind dazu da, etwas auszuprobieren. Das, was wir im ersten Durchgang probiert haben, hat nicht funktioniert." Nach der Pause wurde von 4-3-3 auf 4-4-2 umgestellt. Danach lief es besser. "Das eine oder andere Gegentor war vermeidbar", sagte Guja. "Nach dem Seitenwechsel war die Leistung in Ordnung, da hätten wir das ein oder andere Tor mehr erzielen können." Den Öhringer Treffer zum 1:5-Endstand erzielte Wadim Turkinow.

Am 22. Februar wartet das erste Pflichtspiel. In einer Nachholpartie wird der Landesliga-14. TV Pflugfelden erwartet. Nur ein Punkt trennt die beiden Kontrahenten. Danach heißen die Gegner Sindringen/Ernsbach und Salamander Kornwestheim. Ein richtungsweisender Dreierpack für die TSG.

Neu im Öhringer Team sind Alessandro Hatzis (offensives Mittelfeld) vom Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union und Michael Leb (Mittelfeld), der vom Liga-Kontrahenten Schwäbisch Hall nach Öhringen wechselte. Co-Trainer Andre Wolf gibt sein Comeback auf dem Feld. Aus der eigenen A-Jugend komplettieren Jonas Dietscher, Mattia Frank und Nils Krause den Kader.

"Da ist auch noch Jannik Jankowski, der war lange verletzt und kam erst in den letzten beiden Partien zum Einsatz", erzählte Abteilungsleiter Michael Carle. "Jannik ist quasi auch ein Neuzugang."

Einige Abgänge sind zu verzeichnen

Nicht mehr zum Kader gehört Firat Kaya, der sich erst im Verlauf der Hinrunde Öhringen angeschlossen hat, aber die nötige Trainingsbeteiligung vermissen ließ. Jona Baur fehlt für die Landesliga die nötige Zeit und ist zum SSV Gaisbach zurück. Andreas Hofmann hat seine Karriere beendet, bringt sich aber weiter im Trainerteam ein. Marc Hütter will in der zweiten Mannschaft (SGM Bretzfeld/Öhringen) spielen, bleibt als Notnagel aber eine Option für die Erste. Verzichten muss Guja auch auf Mert Sipahi, der eine längere Auslandsreise unternimmt. Muhammed Dogan hat sich in Richtung Türkspor Neckarsulm verschiedet, von dort war er im Sommer nach Öhringen gekommen.

Was Neuzugänge betrifft, hatten die Verantwortlichen weitere Gespräche geführt. "Wir haben vor allem Stürmer gesucht, aber es war kein weiterer Wechsel zu realisieren", berichtete Michael Carle. "Ob die drei A-Jugendlichen eine Verstärkung sind, wird sich zeigen." Carle ist zuversichtlich. In den vergangenen zwei Jahren haben schon Cedric Weyreter und Lars Krenkler den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs in die Erste geschafft.

Noch Hoffnung trotz prekärer Tabellensituation

Die Tabellensituation der TSG ist prekär, aber nicht hoffnungslos. Nur zehn Punkte hat sich die TSG in fünfzehn Begegnungen erspielt. Der Rückstand auf Rang elf, den der TSV Pfedelbach inne hat, beträgt sieben Zähler. Es ist der erste Platz, der den sicheren Klassenerhalt verspricht. Durchaus zufriedenstellend ist bei 34 Gegentoren die Abwehrarbeit. Immerhin sechs Teams verweisen hier auf eine schlechtere Bilanz. Der Schuh drückt bei 16 selbst erzielten Treffern vor allem in der Offensive. Zusammen mit dem 13. SG Sindringen/Ernsbach ist das der schwächste Wert aller Landesligisten der Staffel eins.

Nächste Testspiele

Sieben Testspiele hat TSG-Trainer Wolfgang Guja in der Winter-Vorbereitung angesetzt. Die nächsten drei Gegner auf dem Kunstrasen im Öhringer Stadion heißen TSV Oberwittstadt (Fr. 31. Januar, 19.15 Uhr), SG Bad Wimpfen (Sa. 1. Februar, 14 Uhr) und FSV Hollenbach (Di. 4. Februar, 19.15 Uhr).

Das Los lässt alle Optionen offen. "Ob es ein Glückslos war, sehen wir nach dem Spiel", sagt Martin Wöhrle, Trainer des TSV Pfedelbach. Am Freitagmittag wurde dem Landesligisten der Liga-Konkurrent FV Löchgau als Viertelfinal-Gegner im WFV-Pokal zugelost. "Wir spielen vier Tage zuvor in der Liga in Löchgau. Tausend Zuschauer waren bereits im Achtelfinale am Start. So eine Kulisse wünschen wir uns auch im Viertelfinale", sagt Wöhrle. Offizieller Spieltag ist Mittwoch, 8. April "Wir wollen aber - wenn möglich - verlegen", sagt Wöhrle. Im Idealfall aufs Wochenende darauf. Denn an Ostern ist in der Landesliga spielfrei. "Es ist schon ein Anreiz, das Halbfinale zu erreichen", sagt Wöhrle. Ob Löchgau ein Glückslos ist, entscheidet sich erst noch.

Ende der Pendelei aus Stuttgart

Für ihn wäre es ein besonderes Abschiedsgeschenk. Denn in der Winterpause gab er bekannt, im Sommer nicht mehr in Pfedelbach weitermachen zu wollen. Der Aufwand, die Pendelei von Stuttgart nach Hohenlohe ist auf Dauer einfach zu viel. Nach drei Spielzeiten macht er dann Schluss in Pfedelbach. "Das liegt aber nur am Aufwand. Der Verein und die Mannschaft sind super. Es macht einen Riesenspaß. Aber ich stand in der Vorrunde auch ständig im Stau."Geklärt ist bereits die Nachfolge. Der bisherige spielende Co-Trainer Michael Blondowski und Co Sead Halilovic übernehmen. "So kommt auch keine Unruhe rein", sagt Wöhrle. "Und ich glaube, die beiden sind genau die Richtigen. Die werden sicher auch neue Akzente setzen."

Doch beim Vorbereitungsstart gestern Abend war Wöhrle der Chef. In der Rückrunde nicht mehr dabei sind Tim Lück, den es wieder in Richtung Heimat Berlin zog und Torhüter Patrick Bauer. Nico Hütter wird nach seiner Verletzung etwas später ins Training einsteigen. Ansonsten hat sich wenig geändert. Der Pass von Steffen Kocholl, der mit Marco Rehklau beim VfB Stuttgart in der Physioabteilung arbeitet, wurde vom Tura Untermünkheim geholt. "Wenn er das eine oder andere Mal dabei sein kann, ist es gut", sagt Wöhrle. Für ihn ist in der Rückrunde das erste Ziel der Klassenerhalt. "Ich gehe das auch mit einem positiven Gefühl an", sagt Wöhrle. "Es war ja Ende der Vorrunde richtig gut. Ich hoffe, dass wir da anschließen." In den ersten beiden Landesliga-Spielzeiten klappte der Start in die Rückrunde ebenfalls. Ein Bonus wäre da dann noch das Erreichen des Pokal-Halbfinales. Das will aber auch der Gegner: "So oder so ist ein Landesligist in der Runde der letzten Vier und das ist toll für den Pokal. Aber wir haben Blut geleckt und wollen jetzt auch ins Halbfinale", sagt Daniel Brodbeck vom FV Löchgau.

Gelost wurde im Schienenbus

Die Auslosung in der Gäubahn zwischen Stuttgart und Böblingen in einem historischen Schienenbus war für Wöhrle "super aufgezogen" und fast schon entspannt. Denn zuerst wurde die Partie zwischen dem Oberligisten 1. Göppinger SV und dem Regionalligisten TSG Balingen gezogen. Die Losfeen WFV-Präsident Matthias Schöck und DB-Regionalleiter David Weltzien legten mit dem Spiel FV Ravensburg (Oberliga) gegen SSV Ulm (Regionalliga) nach. Danach war klar, dass es ein gutes Los für die Pfedelbacher werden würde. Wie erhofft "entweder ein Hammer oder Löchgau", sagt Wöhrle. Im Lostopf waren außer den beiden Landesligisten noch Drittligist SG Sonnenhof Großaspach und der Oberligist VfB Stuttgart II. Beides durchaus attraktive Gegner. Pfedelbach wurde dann gleich als erstes Los gezogen. "Es ist super, dass wir wieder ein Heimspiel haben", sagt Wöhrle - wie in den anderen Pokalrunden auch.

In Runde eins wurde der FSV Hollenbach mit 5:2 nach Elfmeterschießen besiegt. In Runde zwei gelang ein 2:0 gegen den Ligakonkurrenten TSV Schornbach. Danach war Pfedelbach für den Oberligisten TSV Ilshofen (2:1) die Endstation und im Achtelfinale hieß es 2:1 gegen den Landesligisten VfL Nagold. Und so lebt nun die Hoffnung auf das Halbfinale. . Das würde zudem 5000 Euro für den Verein einbringen. 2500 Euro gibt es für die Viertelfinalisten. Der unterlegene Finalist bekommt rund 20.000 Euro.

Noch ist Andreas Beck Rekordspieler der TSG Hoffenheim mit den meisten Profi-Einsätzen in Pflichtspielen. Bald ist der 32-Jährige diese Bestmarke wohl los. Im Interview spricht der Ex-Kapitän unter anderem über den Kraichgauclub.

Herr Beck, schauen Sie an einem Samstag bei den deutschen Fußball-Ergebnissen als erstes auf den VfB Stuttgart oder die TSG Hoffenheim?

Andreas Beck: Ich verfahre da schon immer nach dem gleichen Muster. Zunächst kommt der Verein, bei dem ich zuletzt gespielt habe. Also erst der VfB Stuttgart, dann Besiktas Istanbul, anschließend Hoffenheim. Meinen Heimatverein VfB verfolge ich wohl schon am intensivsten, weil ich dort eben auch noch einige Jungs aus der aktuellen Mannschaft kenne.

Wie schwierig war es denn, als Absteiger emotional Abstand zu gewinnen vom Herzensverein?

Beck: Mit dem Abstieg zu gehen, das ist bitter gewesen. Es war im Sommer nicht super einfach, den VfB Stuttgart zu verlassen. Aufgrund meiner Meniskus-Operation im April hatte ich allerdings schon ein wenig Distanz zum Alltäglichen gefunden. Da hatte sich ja bereits abgezeichnet, dass sich die Wege im Sommer trennen könnten.

Hoffenheim hat dem VfB Stuttgart sportlich klar den Rang abgelaufen. Warum ist das so?

Beck: Jetzt erntet man bei der TSG Hoffenheim die Früchte, die man vor vielen Jahren gesät hat. Der VfB steht immer unter einem ganz anderen Druck in der öffentlichen Meinung, in den Medien. Die Entscheidungsfindung in beiden Clubs ist zudem extrem unterschiedlich. In Hoffenheim sind wenige Leute involviert. Der VfB hat ganz andere Strukturen mit Vorstand, Aufsichtsrat, Sponsoren. Da dauert vieles länger, die Entscheidungsfindung ist schwieriger. Wenn Ruhe in einem großen Verein wie dem VfB herrscht, macht es als Spieler unheimlich Spaß mit so vielen Fans.

Wie sieht denn der Kontakt zur TSG Hoffenheim aus?

Beck: Der persönliche Austausch ist klein geworden. Große Kontakte zur TSG habe ich aktuell nicht mehr.

Es gibt also keine WhatsApp-Gruppe der Herbstmeister von 2009?

Beck: (lacht) Nein. Wenn wir damals Meister geworden wären, dann hätten wir bestimmt eine.

Haben Sie sich denn schon bei Ihrem ehemaligen Hoffenheimer Mitspieler Sebastian Rudy beschwert?

Beck: Wieso denn?

Er wird demnächst Ihren Rekord für die meisten Pflichtspiel-Einsätze im Trikot der TSG Hoffenheim brechen. Sie stehen bei 237, er aktuell bei 231.

Beck: Echt? Dann wird es aber Zeit, dass Sebastian Rudy mich dafür auf ein Bierchen einlädt. Oder auf einen Kaffee oder Tee. Ich gönne ihm den Rekord von ganzem Herzen.

Eines Ihrer Erkennungszeichen zu Hoffenheimer Zeiten war ein alter Saab. Gibt es den eigentlich noch?

Beck: Natürlich! Der steht in der Garage meiner Eltern. Er hat ein Sommerkennzeichen, ab und zu fahre ich ihn. Heute ist das noch unwahrscheinlicher, dass so ein Auto auf dem Parkplatz vor einem Bundesliga-Trainingszentrum steht.

Sie spielen jetzt bei KAS Eupen in der belgischen Liga. Was ist das für ein Verein?

Beck: Hier erinnert mich vieles an die Hoffenheimer Anfangszeit. Der Verein ist wie ein Schmelztiegel, mit unheimlich vielen Nationalitäten. In der Kabine wird Wallonisch, Französisch und Englisch gesprochen. Der Trainer ist Spanier. Im Verein und der Stadt sprechen viele Deutsch, die Region hier ist ja deutschsprachig. Es war zu meiner Zeit immer schon integraler Teil der Hoffenheimer DNA, ausländische Spieler einzubauen. Das ist hier nicht anders.

Der Verein hat katarische Besitzer. In Deutschland haben viele Traditionalisten ja schon Probleme mit SAP- oder Brause-Millionen.

Beck: Hier gibt es keinen Fan-Hass, keine Protest-Plakate von gegnerischen Fans. Der Verein ist akzeptiert, das ist anders als in Deutschland mit Hoffenheim. Katar will Aushängeschild für den Sport sein. Man hat Geld in die Hand genommen und investiert in den Sport und die Jugend. Das ist ja auch beileibe kein reines Eupener Thema. Die Bayern fahren nach Katar ins Trainingslager, die Verhältnisse bei Paris St. Germain sind bekannt, die Fifa hat die WM nach Katar vergeben?

Könnten Sie mit Ihrer Mannschaft in der Bundesliga mithalten?

Beck: Das ist schwer zu sagen. Die Bundesliga wäre auf die Strecke einer ganzen Saison aktuell vielleicht noch zu stark. Aber wir haben auch schon gegen Europapokalteilnehmer gewonnen.

Zum Schluss noch mal zurück zu Ihren Ex-Clubs: Wo landet Hoffenheim am Saisonende, wo der VfB?

Beck: Wenn ich es wüsste, würde ich viel Geld setzen. Im Ernst: Ich kann nur sagen, was ich mir wünsche. Hoffenheim kann ohne Druck die Top sechs anpeilen. Die TSG hat nix zu verlieren. Beim VfB ist das in der 2. Liga anders. Die Frage ist, wie die Mannschaft mit dem Aufstiegs-Druck umgeht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der VfB bald wieder Erstligist wird, ist für mich groß. Ich wünsche es mir sehr.

Nach der Vorrunde war es eigentlich kein Geheimnis mehr, wer den Stimme-Cup am Ende mit nach Hause nehmen wird. Und auch Sinan Korkan war sich nach der Gruppenphase sicher, dass der Sieg alleine über sein Team gehen würde. Dafür war der SV Heilbronn am Leinbach einfach zu dominant in den drei Vorrundenspielen aufgetreten, zog mit der Maximalausbeute und einem satten Torverhältnis von 13:4 souverän ins Viertelfinale ein. "Unser Ziel ist nun, das Turnier zu gewinnen", sagte der 52-jährige Trainer des SV Heilbronn vor dem Viertelfinale.

Und wer sollte seinem Team auch ein Bein stellen? "So wie ich das gesehen habe, sind wir Favorit", fand Korkan. Zumal die SGM MassenbachHausen eher geschwächelt hatte, mit vier Punkten in seiner ausgeglichenen Gruppe lediglich als Zweiter ins Viertelfinale eingezogen war. "Die Jungs sind müde", nahm Trainer Thilo Fischer sein Team, in dem acht Spieler unter 20 Jahren mitkickten, in Schutz. Am Abend zuvor war die SGM beim Mitternachtsturnier in Schluchtern noch Dritter geworden, hatte zünftig gefeiert. "Zu Uhrzeiten mache ich aber keine Aussagen", sagte der Trainer nach dem Finale.

FC Berwangen schafft es überraschend ins Finale

Da war Fischer besser drauf: Sein Team gewann nicht nur das Unterländer-Duell im Viertelfinale gegen Heilbronn nach starken Leistung 3:2. Sondern alle restlichen Spiele auch, stand nach einem 3:0-Sieg über den Überraschungsfinalisten FC Berwangen als verdienter Sieger da. Zuvor hatte es nach einer durchwachsenen Vorrunde ein kleines Donnerwetter gegeben. Fischer war so gar nicht einverstanden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Wir haben bis dahin in keiner Weise gezeigt, was wir können. Das war ein Tick zu egoistisch, ein Tick zu lasch." Vielleicht auch deswegen konnte erst Berwangen in der Gruppe B dominieren, im Nachhinein die stärkste des Turniers.

Der B-Ligist sorgte in seinem ersten Spiel für eine Überraschung und setzte sich mit 3:2 gegen Titelverteidiger SV Reihen durch. Dass dieser Sieg kein Zufall war, bewies Berwangen in seinem zweiten Spiel, als der FC mit dem 2:1 gegen die hoch gehandelte SGM den zweiten Streich folgen ließen. Der Einzug ins Viertelfinale war dem Team von Trainer Yilmaz Can da schon nicht mehr zu nehmen, seine letzte Aufgabe gegen Türkspor Eppingen löste der FC mit Bravour und hatte genug Selbstvertrauen gesammelt, um es bis ins Finale zu schaffen. "Wir sind absolut zufrieden, wer hätte schon gedacht, dass wir das schaffen", sagte Can. Beim Turnier in Obergimpern war der B-Ligist noch sang- und klanglos ausgeschieden, hatte in der Vorrunde ein 0:8 gegen die SGM kassiert.

Beinahe wäre der B-Ligist in Führung gegangen

Nun gab es im Finale an diesem Tag das zweite Wiedersehen. Inzwischen war die SG MassenbachHausen aber auf Temperatur, erwies sich als würdiger Sieger. Allerdings war Geduld gefragt. "Berwangen hat das wahnsinnig diszipliniert gespielt", sagte Fischer. "Was auch passiert: Wir wollten die Formation nicht verlassen", meinte Can zu seiner Taktik. Mit Glück wäre der B-Ligist in Führung gegangen, traf aber nur den Pfosten. Den Rest regelte die SGM souverän und stellte in Philipp Stock den besten Spieler des Turniers. Der hatte mit dem Pokal in den Händen kein Problem, die Uhrzeit des Partyendes zu verraten: "Es ging bis halb sechs." Das wusste auch der Trainer: "Er war ja dabei."

Lang gefeiert hatten auch die anderen beiden Halbfinalisten: Sowohl beim SV Reihen als auch der SpG Kirchardt stand die Winterfeier an. Auch deswegen war die Frage, wie das Spiel um Platz drei ausgetragen werden soll, eher rhetorisch: "Das möchte keiner mehr spielen", sagte Reihens Trainer Martin Schenk. Im Neunmeterschießen setzte sich der Gastgeber, sehr zur Freude von Co-Trainer Dominik Schneider, durch. "Platz drei bestätigt: Überragend." Feiern aber wollte keiner mehr.

Die Winterpause hat Alfred Schreuder genutzt, um sich einige Statistiken anzuschauen. An einer hat sich der Hoffenheimer Trainer besonders erfreut. Denn darin ist die TSG Hoffenheim dem Tabellenführer dicht auf den Fersen. "Wir sind nach Leipzig die Mannschaft mit den zweitmeisten Toren in den letzten 15 Minuten." Elf Mal trafen die Kraichgauer nach der 75. Minute ins gegnerische Tor, RB sogar 14 Mal.

Das ist als Fortschritt zu sehen. In der Vergangenheit hatte die TSG mitunter eher ein Faible für ganz späte Gegentore. Den Leipzigern traut Schreuder übrigens den Meistertitel zu. "Ich hoffe für Julian, dass er Meister wird. Das wäre eine schöne Sache", sagt Schreuder über seinen ehemaligen Chef.

Die Hinrunde wurde mit Schwung beendet

Eine Hoffenheimer Statistik, die weitaus weniger Mut macht, lässt sich jedoch auch finden. Der Blick auf den Rückrundenstart in den vergangenen Jahren ist wenig erbaulich. Seit dem 2:0 gegen Energie Cottbus im allerersten Pflichtspiel in der damals nagelneuen Sinsheimer Fußball-Arena im Januar 2009 sind die Hoffenheimer zum Rückrundenstart nicht mehr als Gewinner vom Platz gegangen. Zuletzt vor einem Jahr gab es ein 1:3 gegen den FC Bayern. Davor setzte es 2018 ein 1:4 gegen Bayer Leverkusen und ein 1:2 in Leipzig (2017).

Mal hier und da gab es ein Pünktchen, mehr aber nicht. Nein, der 18. Spieltag ist bestimmt nicht der Hoffenheimer Lieblingsspieltag. Ob sich das an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sky) gegen Eintracht Frankfurt endlich ändert? An Schwung mangelt es ja nicht nach den zwei knappen Siegen bei Union Berlin und gegen Borussia Dortmund zum Jahresausklang.

Alfred Schreuder wäre mit erneut 27 Punkten aus seiner zweiten Halbserie zufrieden. 54 Zähler am Saisonende? "Das wäre für Hoffenheim schon gut, wenn wir das schaffen", sagt der TSG-Trainer. Über konkrete Zielsetzungen für die zweite Saisonhälfte will der 47-Jährige dann aber doch lieber nicht sprechen. Man schaue immer nur von Spiel zu Spiel. Aha.

Es gibt hohe Ziele

Offensiver gehen es da schon seine Offensivkräfte an. Elf Spiele in Serie hat Hoffenheim immer ein Tor erzielt. Das soll so bleiben. Neuzugang Munas Dabbur sprach im Trainingslager in Spanien von der Champions League. Der Mann hat hehre Ziele. Andrej Kramaric hingegen wäre auch schon mit etwas weniger zufrieden, der Europa League. "Das ist mein Ziel. Für die Champions League wird es wohl nicht reichen - nicht unbedingt wegen des Punkte-Rückstandes, aber da fehlt uns als Mannschaft dieses Jahr vielleicht ein bisschen was", sagte er dem "Kicker".

Ticketsituation

Rund 28000 Eintrittskarten waren bis Donnerstag verkauft.

Mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt startet die TSG Hoffenheim in die Rückrunde. Das sind die großen Fragezeichen vorm Jahresauftakt.

Wer steht im Tor der TSG?

Kein Bundesliga-Profi hat in der abgelaufenen Dekade mehr Bundesliga-Spiele bestritten als Oliver Baumann (316). Das Problem: Das aktuelle Jahrzehnt hat für die Nummer eins der TSG 1899 Hoffenheim denkbar schlecht begonnen. Baumann fällt nach einer Meniskus-Operation vier bis sechs Wochen aus. "Grundsätzlich ist es wichtig, dass er gesund zurückkommt", sieht Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder kein Problem darin, wenn es am Ende sieben Wochen Ausfallzeit werden. Weil die Ersatztorhüter wie Alexander Stolz und Daniel Klein ebenfalls verletzt sind, haben die Hoffenheimer in Michael Esser (Hannover 96) einen bundesligaerfahrenen Keeper verpflichtet. Der Neue wird allerdings auf der Bank sitzen. "Philipp Pentke spielt", legt sich Schreuder fest. Der 34-Jährige erlebt sein Bundesliga-Debüt. "Wir haben ihn nicht umsonst nach Hoffenheim geholt. Ich habe keine Bedenken, ihn zu bringen", sagt Schreuder.

Wie weit ist die Hoffenheimer Mannschaft?

Alfred Schreuder ist zufrieden mit den zwei sonnigen Trainingswochen der Wintervorbereitung. Eine davon im spanischen Marbella, die andere im Kraichgau. "Wir haben sehr intensiv trainiert, nicht immer zwei Mal am Tag", sagt der TSG-Trainer: "Dafür aber mitunter auch zweieinhalb Stunden am Stück." Für die zwei Testspiel-Niederlagen gegen Feyenoord Rotterdam (2:3) und Den Haag (1:2) hat Schreuder eine einfache Erklärung: "Wir haben die Jungs müde in die Spiele geschickt. Am Ende waren sie platt", sagt der Niederländer über die geplante Hochbelastung im Vorfeld. Das Ziel dabei: "Für uns ist es wichtig, dass wir am Samstag physisch da sind. Frankfurt wird es nämlich auch sein", blickt er auf den Rückrundenstart. "Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Frankfurt war vor der Winterpause körperlich leer, aber jetzt werden sie wieder da sein."

Warum ist die personelle Fluktuation im Winter so groß gewesen?

TSG ist Bewegung, so lautet ein Vereinsmotto. In Sachen Transfers herrschte viel Bewegung im Kader. "Alles, was passiert ist, ist normal und geplant gewesen", sagt Alfred Schreuder. Lukas Rupp (Norwich) und Robert Zulj (Bochum) sind weg. Philipp Ochs und Joshua Brenet dürften bald folgen. Allesamt hatten sie wenig Aussicht auf Spielzeit. Das gilt auch für Ex-Kapitän Kapitän Kevin Vogt, der für ein halbes Jahr nach Bremen verliehen wurde. "Ein Spieler seiner Qualität will spielen", sagt Schreuder über Vogt. "Wir haben eine gute Lösung gefunden. Im Sommer ist er dann wieder da."

Ist Munas Dabbur schon bereit für 90 Minuten?

Der neue israelische Stürmer hat in Sevilla zuletzt wenig gespielt. Das soll sich beim Kraichgau-Club ändern. "Er ist schon fit, das sieht man. Aber für 90 Minuten kann es zu früh sein", sagt Alfred Schreuder über den 27-Jährigen. Heißt: Entweder kommt Dabbur als Joker oder er darf von Beginn an ran und geht nach 60, 70 Minuten raus. Der frühere österreichische Torschützenkönig wird nach Lage der Dinge der einzige Offensiv-Neuzugang bleiben, sollte sich nicht noch jemand schwerwiegend verletzen. "Normalerweise gibt es keine Neuzugänge mehr", sagt Schreuder.

Wer darf als TSG-Linksverteidiger ran?

Robert Skov fällt am Samstag mit einer Muskelverletzung aus. "Wir haben noch 17 Spiele und den Pokal, da macht es wenig Sinn, jetzt ein Risiko einzugehen", sagt Schreuder über den dänischen Nationalspieler, den er zur Defensiv-Fachkraft umgeschult hat. Als Ersatzkandidaten stehen Konstantinos Stafylidis und Steven Zuber parat. Oder ein Rechtsfuß hilft hinten links aus. Der Schweizer Zuber war lange verletzt. "Drei, vier Monate nicht dabei", sagt Schreuder über Zuber: "Dass er von Anfang an spielt, erscheint nicht logisch." Logisch erscheint hingegen eine Hoffenheimer Viererkette wie zuletzt beim 2:1 gegen Dortmund. Schreuder erwartet auch die Eintracht mit Viererkette.

Etwas Bedenkzeit hatte sich Martin Kleinschrodt erbeten. Doch dann kam seine Zusage für die nächste Saison. Dann wird er in seine dritte Spielzeit als Trainer beim Fußball-Verbandsligisten FSV Hollenbach gehen. Doch zunächst steht noch die Rückrunde in der Verbandsliga auf dem Programm. Und dazu bittet er seine Mannschaft erst sehr spät zur Vorbereitung: am 26. Januar.

Herr Kleinschrodt, Sie beginnen ungewöhnlich spät mit der Vorbereitung, warum?

Martin Kleinschrodt: Wir hatten jetzt schöne sieben Wochen frei und konnten Kraft auftanken. Das haben ich so entscheiden, auch wegen der hohen Belastung durch die Relegation. Da hatten wir nur eine kurze Pause. Wenn man keine Pause im Sommer hat, ist es schlimm. Jetzt war es wichtig, den Kopf frei zu bekommen. Ich habe rausgehört, dass die Spieler jetzt wieder frisch und richtig heiß drauf sind. Das ist wichtig.

Sie wollten sich bis Mitte, Ende Januar überlegen, ob sie eine weitere Saison als Trainer dranhängen. Die Entscheidung ist nun gefallen ...

Kleinschrodt: Genau. Ich hatte jetzt von meiner Frau das Go. Wir bekommen es gut hin. Die Familie steht an erster Stelle, dann kommt die Arbeit, dann der Fußball. Meine Frau merkt auch, dass es mir gut tut. Der Kleine ist so ein Ruhepol, dass ich runterkommen kann, wenn ich heimkomme.

Was hat Sie bewogen, weiterzumachen?

Kleinschrodt: Es gab mehrere Gründe. Der wichtigste war das Go meiner Frau und dass ich alles unter einen Hut bekomme. Ganz klar ist, dass die Arbeit bei EBM-Papst neben der Familie an erster Stelle steht. Ich wollte sehen, ob es harmoniert. Wichtig ist mir, dass die Hauptfaktoren Familie und Beruf nicht beeinträchtigt werden. Und mir tut der Fußball nach dem stressigen Alltag im Geschäft gut. Da brauche ich diese Ablenkung. Das ist zwar ein gewisser Aufwand, aber mit der richtigen Organisation schafft man es.

Wie sehen Sie Ihre zweite Saison als Trainer bisher?

Kleinschrodt: Vor allem auch durch die Geburt meines Kleinen bin ich ein stückweit gelassener geworden ohne nachlässig zu werden. Man vertraut den Spielern mehr und das Vertrauen zahlen sie zurück. Daran merkt man, was für gute Typen in der Mannschaft sind. Für mich ist die zweite Saison auch leichter, weil sich Automatismen entwickelt haben und ich etwas organisierter bin. Trotzdem kommt es immer mal wieder vor, dass ich ohne Uhr auf dem Platz stehe und ich Spieler nach einer Uhr fragen muss.

Ihre Reise mit dem FSV Hollenbach scheint auch noch nicht abgeschlossen zu sein ...

Kleinschrodt: Ja, es macht gerade richtig Spaß als Trainer. Ich habe mir da auch etwas aufgebaut, an dem Herzblut hängt. Ich will wissen, wie es mit den Jungs weiter hingeht. Ich selbst habe mich auch weiterentwickelt. Gerade im Hinblick auf die erste Saison. Jeder macht Fehler. Ein Feedback ist dann immer eine Möglichkeit zur Veränderung oder Verbesserung. Und gerade das will ich, ich will mich verbessern und nicht verändern. Ich versuche auch mal andere Wege zu gehen. Dann muss man mit den Spielern viel reden. Viele sagen, ich bin verrückt, aber ich habe ganz genau beobachtet, was Klopp in Liverpool macht.

Und was waren die Erkenntnisse?

Kleinschrodt: Er hatte die ersten Jahre keinen großen Erfolg, aber er hat die Mannschaft stärker gemacht. Und das obwohl er immer noch nicht die überragenden Mittelfeldstars hatte. Im dritten Jahr hat er die Früchte geerntet, weil er die Mannschaft Stück für Stück stärker gemacht hat. Es ist nun soweit dass es von alleine läuft.

Wann wollen Sie die Früchte ernten?

Kleinschrodt: Letzte Saison haben wir den Aufstieg knapp verpasst. Dieses Jahr ist noch alles offen. Mein Ziel war es, nach zwei Jahren aufzusteigen. Aber mit den sieben Abgängen vor dieser Saison, darunter Stammspieler, gab es viele Fragezeichen und war es nicht so einfach. Aber ich merke, es harmoniert. Wir nehmen mit, was wir können. Nächste Saison will ich dann schon aufsteigen.

Die ersten beiden Neuzugänge für nächste Runde scheinen auch vielversprechend zu sein.

Kleinschrodt: Die sind super. Mit Hannes Scherer bekommen wir einen Top-Stürmer. Goran Jurjevic ist ein variabler Offensivmann. Jetzt müssen wir noch abwarten, wie die Mannschaft zusammenbleibt.

Wie lautet Ihr Ziel für die Rückrunde?

Kleinschrodt: Wir sind dünn besetzt, haben es aber geschafft, das Niveau insgesamt anzuheben. Da wollen wir weitermachen. Ganz klar ist, ich will im Kampf um Platz zwei bis am Ende dabei bleiben. Und das wird richtig schwer. Essingen hat im Winter personell etwas gemacht, Gmünd hat nochmal nachgelegt. Es wird eng, es wird spannend. Aber das ist es doch, was wir wollen. Es ist doch schön, dass wir nicht im Mittelfeld rumdümpeln. Der Druck ist etwas positives. Ehingen und Gmünd sehe ich als härteste Konkurrenten. Mal sehen, ob es Backnang schafft, den Vorsprung so groß zu halten. Wir müssen nicht, aber die Erwartungen steigen.

Es scheint, als dass die Zuschauer auch wieder mehr hinter der Mannschaft stehen ...

Kleinschrodt: In der Oberliga war es zu Beginn unter Ralf Stehle der Wahnsinn. Dann ist es etwas abgeflacht. Und nun merkt man, dass sich die Zuschauer wieder mehr mit uns identifizieren. Weil wir einen frechen attraktiven Fußball spielen. Die Spieler geben alles. Die sollen was versuchen, dann dürfen sie auch Fehler machen. Das ist das Motto für die Rückrunde, die Fehler zu minimieren. Und es ist bei uns in Hollenbach schon eine kleine Festung.

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