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Fabian Beez ist ehrlich. "Es war einfach ein Befreiungsschlag", sagt der Innenverteidiger der SGM Mulfingen/Hollenbach II. Doch die Notlösung wurde zum Siegtreffer beim Spiel während des EBM-Papst Hallenmasters gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall. Nun bekam das Tor noch eine ganz besondere Auszeichnung: Es wurde bei der WDR-Fernsehsendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" zum "Kacktor des Monats Januar" gewählt. Und zwar fand es mit großem Abstand die Gunst des Publikums. 51,4 Prozent der Stimmen bekam Beez.

Schütze selbst verfolgt den Wettbewerb gar nicht richtig

Der gibt aber zu: "Ich habe es gar nicht so verfolgt." Unter anderem weil er fünf Wochen im Ausland weilte. "Irgendwann habe ich dann gesehen, dass ich gewonnen habe", sagt Beez.

Der Sieg war eine nette Nebenerscheinung. "Es war nicht so entscheidend. Es war kurz nach dem Turnier viel mehr im Gespräch, als das Video im Umlauf war", sagt Beez. Einen Preis oder eine Gratulation gab es bisher noch nicht - auch keine "Kacktorjäger-Kanone". "Schade eigentlich", sagt Beez. "Es gab auch keinen Millionenbetrag."

Doch wie landete der Videoclip überhaupt beim WDR? "Benedikt Täger von unserem Verein hat ihn ans aktuelle Sportstudio geschickt und im Internetportal fupa veröffentlicht. Irgendwie hat sich das dann verselbständigt", sagt Beez. "Ich habe ganz viele Links zu dem Video gesehen."

Tor entsteht aus einem Befreiungsschlag

Doch was war überhaupt passiert? Auf jeden Fall war es ein charmantes Kacktor, über das sich Beez auch richtig freuen konnte. Seine Mannschaft war in Bedrängnis, also setzte er zum Befreiungsschlag an, drosch den Ball hoch nach vorne, dort prallte er auf die Oberkante der seitlichen Bande und von dort ins Tor. "Es war schon irgendwie cool", sagt Beez lachend. Noch dazu war es der Siegtreffer zum 1:0.

"Aber wir sind dann trotzdem in der Vorrunde ausgeschieden", sagt Beez. Trotzdem hat der Innenverteidiger nun Lust auf das Toreschießen bekommen. "Ich werde es schon wieder versuchen", sagt er. "Auch wenn ich eigentlich andere Aufgaben habe."

Beez hat noch keine Trainingseinheit sei der Auszeichnung absolviert

Trainingseinheiten hat er wegen seines Auslandsaufenthalts bisher noch keine in der Vorbereitung absolviert. Noch weiß er nicht, wie seine Mitspieler auf die Auszeichnung regiert haben. Von Trainer Thomas Binder gab es zumindest die Aussage: "Bei so einem sagenhaften Tor muss man interviewt werden."

Es war eine nette Geste. Der TSV Berg gratulierte dem FSV Hollenbach am Samstag mit einem kleinen Geschenk zum 50. Geburtstag des Vereins. Die artigen Gastgeber spendierten dem FSV dann auch noch drei Punkte. Durch den 3:1-Sieg im ersten Spiel nach der Winterpause sind die Hollenbacher nun die alleinigen Verbandsliga-Zweiten - denn Mitverfolger SSV Ehingen-Süd spielte beim 1. FC Heiningen nur 2:2 und hat nun zwei Punkte weniger.

Trainer ist mit der Leistung zufrieden

"Ich bin mit der Leistung von meinem Team hochzufrieden", sagte Trainer Martin Kleinschrodt. Es schwang auch eine Portion Erleichterung mit. Nach einer Winterpause gibt es eben immer einige Fragezeichen. "Es ist nach der Vorbereitung immer ein Thema, wie man reinkommt, wie gefestigt die Mannschaft schon ist und ob die Automatismen greifen", sagte Kleinschrodt. "In den ersten Spielen gilt es, den Rhythmus zu finden und Selbstvertrauen zu tanken. Das haben wir gemacht."

Und das war wichtig. Denn am Samstag heißt der erste Heimspiel-Gegner nach der Winterpause 1. FC Normannia Gmünd. Die Normannen zeigten sich nach dem Trainerwechsel im Winter gut in Schuss, fertigten Calcio Leinfelden-Echterdingen mit 4:0 ab und untermauerten die Ambitionen, in der Rückrunde nochmal angreifen zu wollen.

Nur als Erinnerung: In der Saison 2017/18 hatte Gmünd als Tabellenvierter nach der Vorrunde neun Punkte Rückstand auf den damaligen Spitzenreiter Dorfmerkingen und holte sich am Ende noch den Titel. Hollenbach war Zweiter nach der Vorrunde und musste dem TSV Ilshofen den Vortritt lassen, der über die Relegation aufstieg.

Diese Saison heißt der Spitzenreiter TSG Backnang und hat sieben Zähler mehr als Hollenbach aber schon zwölf mehr als der Vierte Gmünd.

Es geht darum, den Anschluss zu halten

Für den FSV geht es nun in den nächsten Spielen darum, den Anschluss zu halten und den Druck auf Backnang hoch zu halten.

Der Sieg gegen Berg war da ein kleiner Schritt. "Wir können auf die Leistung aufbauen. Vor allem körperlich und von der Einstellung her, war es eine super Sache", sagte Kleinschrodt. Dabei hatte seine Mannschaft kleine Startschwierigkeiten. Gleich zu Beginn unterliefen die Hollenbacher zwei Bälle und der TSV hätte durchaus in Führung gehen können. "Danach sind wir aber absolut sicher gestanden und haben nichts mehr zugelassen", sagte Kleinschrodt.

Treffer vor der Pause sorgen für Sicherheit

In der 13. Minute hatte Lorenz Minder die erste gute FSV-Chance, scheiterte aber an Torhüter Jonas Huchler. In der 35. Minute setzte sich dann Michael Kleinschrodt durch und erzielte das 1:0 - sein 16. Saisontreffer. Kurz vor der Pause erhöhte Manuel Hofmann nach einer Ecke auf 2:0. Das gab weitere Sicherheit.

Nach dem Seitenwechsel ließen Michael Kleinschrodt und Fabian Schuler Hollenbacher Chancen liegen. So wurde es noch mal kurz spannend, da Dan Constantinescu mit einem Fernschuss auf 1:2 verkürzte. Doch Joker Torben Götz gelang in der 88. Minute der Treffer zum 3:1-Endstand. "Das war durch die Bank eine geschlossene Leistung und wir haben uns den Sieg erarbeitet", sagte Kleinschrodt.

TSV Berg: Huchler, Frick, Constantinescu, Hodapp, Hummel, Maucher, Damjanovic, Brielmayer (75. Fetscher), Munteanu (75. Gbadamassi), Kalteis (56. Deutelmoser), Wanner (56. Kittel).

FSV Hollenbach: Hörner, Hofmann, Hutter, Uhl, Limbach (75. Götz), Krieger (70. Dörner), Minder (85. Schuler), Schmitt, Rohmer, Kleinschrodt, Hack (56. Schülke).

Tore: 0:1 (36.) Michael Kleinschrodt, 0:2 (43.) Manuel Hofmann, 1:2 (83.) Dan Constantinescu, 1:3 (88.) Torben Götz.

Schiedsrichter: Vincent Schöller.

Zuschauer: 250

Das war zu einfach. Zwei lange Bälle führten zu zwei Gegentoren innerhalb von fünf Minuten. Und damit war die 0:2-Niederlage der TSG Öhringen im ach so wichtigen Nachholspiel gegen den TV Pflugfelden besiegelt. Die Hoffnung auf den Landesliga-Klassenerhalt ist so auf ein Minimum gesunken. Denn auch die Leistung am Samstag machte insgesamt nur wenig Mut. In der Offensive war die TSG zu harmlos und die Defensive war gegen einen allenfalls durchschnittlichen bis schwachen Gegner zu anfällig. Die Gäste zeigten sich aber physisch präsenter und legten den größeren Willen an den Tag.

Trainer Guja zeigt sich kämpferisch

Am kämpferischsten zeigte sich da fast noch Trainer Wolfgang Guja nach dem Schlusspfiff. "Jetzt erst recht. So einen Tag kann es mal geben." Doch es ist besonders ärgerlich, wenn es einen solchen Tag gegen einen direkten Konkurrenten im ersten Spiel nach der Winterpause gibt. Der mögliche Relegationsplatz zwölf ist nun weiter sieben Punkte entfernt. Dort steht der nächste Gegner Salamander Kornwestheim.

"Wir müssen jetzt verstanden haben, dass es nur gemeinsam geht", sagt Guja. In zu vielen Phasen war das Öhringer Spiel Stückwerk. "Wir machen viele Laufwege unkontrolliert, schlecht abgestimmt, obwohl wir das in den Testspielen gut hinbekommen haben", sagte Guja. Und so verpufften die wenigen guten Spielzüge. Es blieb bei Ansätzen in der Offensive. In der ersten Halbzeit waren die Öhringer nur zweimal nach Standards gefährlich.

Nur wenige Chancen aus dem Spiel heraus

Die erste herausgespielte Chance hatten die Gastgeber auf dem heimischen Kunstrasenplatz in der 85. Minute. "Es war alles viel zu kompliziert", sagte Guja. Zu selten suchten die Öhringer den direkten Weg zum Tor. Immer wieder wurde abgebremst, abgedreht oder es fehlte der Mut für ein Dribbling oder einfach mal einen Abschluss. "Die Ansätze sind da, aber das reicht halt nicht", sagte Guja. Im zentralen Mittelfeld fehlte der verletzte Cedric Weyreter. Er ist einer, der auch mal in die Tiefe geht und Dynamik reinbringt. Doch es könnte sein, dass Weyreter länger fehlt.

"Am Anfang hatten wir das eine oder andere Problemchen", sagte Guja. Doch sein Team war zumindest bemüht, Struktur ins Spiel zu bringen. So entwickelte sich eine umkämpfte, ausgeglichene Anfangsphase. Antonio Della Rocca (9.) versuchte es aus der Distanz, in der 23. Minute tauchte Pflugfelden dann das erste mal gefährlich vor dem Öhringer Tor auf und vier Minuten später köpfte Amin Yazji knapp am Gästetor vorbei - nach einer Ecke. Nach einer halben Stunde hatte dann Dennis Shala die große Chance zur Pflugfeldener Führung. Nach einem Konter tauchte er frei vor dem Tor auf, schob Dennis Overkamp den Ball aber in die Beine.

Fünf Minuten später hatte dann Öhringen seine zweite gute Chance, doch Lars Krenkler vergab per Kopf nach einem Freistoß. Doch aus dem Spiel heraus hatten eben die Überraschungsmomente gefehlt. Das Tempo in den Offensivaktionen fehlte, der letzte Pass war zu ungenau und es wurde zu selten konsequent nachgerückt. Damit war die TSG einfach zu ungefährlich.

Ernüchternde zweite Halbzeit der Öhringer

"Die zweite Halbzeit war dann ernüchternd", sagte Guja. "Ich dachte wir hätten mehr Körner." So kam Flamur Gervalla (53.) zum Abschluss, traf aber nur die Latte, ebenso frei zielte Hannes Obert (65.) aus zehn Metern zu hoch. Zwei Minuten später stand es dann aber 0:1. Nach einem langen Ball klärte Öhringen schlecht und Shala spitzelte den Ball an Overkamp vorbei ins Netz. Das ging zu einfach.

Fünf Minuten darauf stand es 0:2. Wieder ein langer Ball der Pflugfeldener, die nicht gestört wurden, noch dazu verschätzte sich Overkamp und Obert schob den Ball ins Netz. Nun fehlte insgesamt das Aufbäumen der Öhringer, der Glaube daran, das Spiel noch drehen zu können. So scheiterte Philipp Schropp erst in der 85. Minute am Pfosten und im Nachschuss an Torhüter Maximilian Hübsch. Der eingewechselte A-Jugendliche Jonas Dietscher hatte dann eine Minute später noch eine Kopfballchance. Doch auch sein Ball landete zu zentral bei Hübsch. So blieb es beim 0:2 und der Öhringer Blick dürfte Richtung Bezirksliga gehen.

Die Situation in der Landesliga

Die Partie gegen Pflugfelden war eigentlich das letzte Spiel vor der Winterpause und wurde wegen eines Futsal-Nationalmannschafts-Lehrgangs von Mert Sipahi und Jona Baur verlegt. Beide sind nach der Winterpause nicht mehr im Kader der Öhringer. Mit zehn Punkten bleibt die TSG das Schlusslicht der Liga. Leingarten hat einen Zähler mehr, die SG Sindringen/Ernsbach vier mehr. Der TSV Pfedelbach hat auf dem ersten möglichen Nichtabstiegsplatz elf schon 17 Punkte.

TSG Öhringen: Overkamp, Wolf, Mößner (77. Turkinow), Kast (72. Ceesay), Schropp, Helming, Della Rocca (83. Abele), Krenkler, Yazji, Hatzis, Jovanovic (67. Dietscher).

TV Pflugfelden: Hübsch, Feyhl, Parlak, Dülger, Shala, Knauer, Sirianni (46. Härter), Scimenes (77. Delkos), Härter, Obert (88. Popic).

Tore: 0:1 (68.) Dennis Shala, 0:2 (73.) Hannes Obert.

Schiedsrichter: Lukas Graeser-Herbstreuth.

Zuschauer: 100.

Nächsten Freitag startet der Oberliga-Drittletzte Neckarsulmer Sport-Union mit einem ambitionierten Gastspiel beim Tabellenneunten FC Nöttingen in die zweite Saisonhälfte. Am vergangenen Samstag gewann die abstiegsbedrohte Mannschaft von Trainer Marcel Busch das sechste und letzte Testspiel beim FC Zuzenhausen, Zehnter der Verbandsliga Nordbaden, verdient mit 1:0. Es war eine durchwachsene Generalprobe. "Mit Höhen und Tiefen, wie die ganze Vorbereitung", bilanziert Busch.

Je zwei Siege (Zuzenhausen, VfB Eppingen) und Unentschieden (VfR Mannheim, FSV Hollenbach) gegen Verbandsligisten sowie Niederlagen gegen den Oberligisten VfR Wormatia Worms (Rheinland Pflaz/Saar) und den Südwest-Regionalligisten Astoria Walldorf offenbarten bei den Neckarsulmern Licht und Schatten.

"Vorgabe war zu gewinnen. Das haben wir auch geschafft, deshalb bin ich zufrieden", kommentiert Busch den abschließenden Erfolg in Zuzenhausen. "Wir haben richtig gut angefangen, unsere Möglichkeiten aber nicht genutzt. Der Gegner hatte in der ersten Halbzeit nicht wirklich eine Chance. Nach der Pause hat Marcel Susser einmal richtig gut gehalten, und wir hatten Glück bei einem Lattentreffer. Hätten wir verloren, wäre es unsere eigene Dummheit gewesen."

Zu viele Chancen vergeben

In Durchgang zwei schafften es die Neckarsulmer in fünf, sechs aussichtsreichen Situationen nicht, den Ball im Netz der Gastgeber zappeln zu lassen. "Unsere Chancenverwertung muss besser werden", so das Fazit von Marcel Busch.

Es war bezeichnend, dass der Siegtreffer von Steven Neupert in der vorletzten Minute aus einem an Shpejtim Isamaj verursachten Foulelfmeter resultierte. Acht Treffer erzielte die NSU in ihren sechs Testspielen durch acht verschiedene Torschützen, darunter auch die beiden Winterneuzgänge Mario Cancar und Marc Mägerle. Was der Sport-Union fehlt, ist ein echter Knipser. Doch diese Problematik ist nicht neu und zog sich bisher durch den kompletten Saisonverlauf.

"Insgesamt haben wir uns in der Vorbereitung zu wenig positive Ergebnisse erspielt", sagt Busch und zieht die Niederlagen heraus: "Gegen Worms, das war gar nichts. In Walldorf wurde zwar auch verloren, aber da haben wir viel richtig gut gemacht."

Wichtig war für den Trainer, dass jetzt die Generalprobe vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres erfolgreich abgeschlossen wurde. "Es geht darum, zu gewinnen. Somit haben wir uns jetzt zum Abschluss ein positives Gefühl beschert."

Und wer waren diejenigen Spieler, die sich in den Testspielwochen besonders gut in Szene setzen konnten? "Einen klassischen Gewinner gibt es nicht", sagt Marcel Busch. "Wenn, dann ist es Claudio Bellanave. Er hat nach seiner langen Verletzungspause gezeigt, dass er wieder voll da, stabil und spritzig ist."

In Robin Neupert spielte ein weiterer lange Zeit verletzter Akteur gegen den FSV Hollenbach und in Zuzenhausen mit. "Er muss noch viel an seiner Fitness arbeiten. Robin wird in der Rückrunde aber mit Sicherheit wichtig für uns werden", sagt der Trainer über den Innenverteidiger.

Klotz war lange krank

Viele Trainingseinheiten verpasst hat dagegen Marius Klotz. Der Defensivarbeiter plagt sich mit noch mit den Nachwirkungen einer Krankheit herum. "Ich hatte wohl das Pfeifferische Drüsenfieber", sagt Klotz und hofft, in den nächsten ein oder zwei Wochen wieder ins Training einsteigen zu können.

In Zuzenhausen fehlte auch Nico Charrier, der sich einen Hexenschuss zugezogen hat und David Gotovac mit einer Adduktorenzerrung. Dass Trio dürfte zum Auftakt in Nöttingen fehlen. "Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut. Jetzt muss sich nur jeder der Spieler der Lage bewusst sein, in der wir uns befinden", sagt Busch mit einem Blick auf die Oberliga-Tabelle.

Die Wappen der großen Clubs des Weltfußballs zieren eine Wand im Pressebereich der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Benfica Lissabon, Manchester United, Celtic Glasgow. Alle waren sie da in den vergangenen Jahrzehnten. Für jedes Europapokal-Heimspiel hängt deshalb ein kleines Erinnerungs-Täfelchen da. Weil der VfB in den vergangenen vier Jahren gleich zwei Mal aus der Bundesliga absteigen musste, sind die Stuttgarter von weiteren Plaketten so weit entfernt wie ein Neugeborenes vom Rentenalter.

Zehn Jahre ist der letzte große internationale Festtag des VfB Stuttgart an diesem Sonntag her. Am 23. Februar 2010 gastierte der FC Barcelona zum Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League in Stuttgart. "Die beste Mannschaft der Welt", bezeichnete der damalige VfB-Trainer Christian Gross ehrfürchtig den Gegner. Die Stuttgarter hatten sich irgendwie ins Achtelfinale der Königsklasse gewurschtelt, steckten in der Bundesliga im Abstiegskampf.

Wer steckt hier in welchem Trikot?

Doch dann rieben sich die 40.000 Zuschauer auf der Stadion-Baustelle an jenem Dienstagabend verwundert die Augen. Mit ihnen die TV-Zuschauer in 91 Ländern und die 250 Journalisten auf der erweiterten Pressetribüne. Wer war hier das abstiegsgefährdete Bundesliga-Team? Und wer war noch gleich die Mannschaft, die als spanischer Meister, spanischer Pokalsieger, nationaler Super-Cup-Gewinner, Champions-League-Sieger, europäischer Super-Cup-Triumphator und Club-Weltmeister antrat?

Das Stuttgarter Arbeitskollektiv wuselte, rackerte und zackerte. Es ließ den Künstlern wie Lionel Messi, Zlatan Ibrahimovic, Iniesta oder Xavi keinen Raum fürs Kombinieren. Der VfB hingegen erspielte sich Chance um Chance und agierte vorm Tor mit Köpfchen: Cacau flog Carles Puyol (fünf Monate später mit Spanien Weltmeister) davon. 1:0 für den VfB nach 25 Minuten. Das 2:0 lag mehrmals in der Luft.

Cacau vergab zwei hundertprozentige Möglichkeiten. "Wir hätten noch ein Tor machen müssen", klagte VfB-Manager Horst Heldt hinterher: "Die waren nicht so schlecht, wir waren einfach gut."

Der VfB hätte auch zwei Elfmeter kriegen können

Die Spanier wirkten 45 Minuten lang wie die Billig-Fälschung einer Super-Mannschaft. Sie hatten zudem Glück, dass der niederländische Schiedsrichter dem VfB zwei Elfmeter verweigerte (29. und 41. Minute). Mit 66 Prozent Ballbesitz wusste das Team von Pep Guardiola nichts anzufangen. Das änderte sich erst nach dem Seitenwechsel.

Zlatan Ibrahimovic traf im Nachschuss zum 1:1 (52.). Hinterher waren die Spanier froh übers Remis. "Stuttgart hat stark gespielt", urteilte Lionel Messi. "Eine schreckliche erste Spielhälfte hätte Barcelona erledigen können", titelte die Sporttageszeitung "Marca".

Rudy sicherte sich das Pique-Trikot

Kurz vor Schluss wurde das Stuttgarter Eigengewächs Sebastian Rudy eingewechselt. "Ich erinnere mich noch genau an das Spiel", sagt er zehn Jahre später: "Ich musste auf der rechten Seite gegen Thierry Henry ran, das vergisst man nicht." Henry war ja einst Welt- und Europameister mit Frankreich. "Ich habe hinterher aber für meinen Bruder das Trikot von Pique ergattert", erinnert sich Sebastian Rudy.

Drei Wochen später im Rückspiel waren die Schwaben dann überfordert. Das 0:4 bedeutete das Champions-League-Aus. Seit dem bitteren K.o. in den Playoffs zur Europa League im August 2013 gegen HNK Rijeka (2:2) gab es übrigens kein Europapokalspiel mehr in Stuttgart.

Das waren damals die Aufstellungen

VfB Stuttgart: Lehmann, Celozzi, Delpierre, Molinaro, Tasci, Gebhart (84. Rudy), Hleb, Khedira, Träsch (58. Kuzmanovic), Cacau, Pogrebnyak (64. Marica).

FC Barcelona: Valds, Marquez (58. Milito), Pique, Puyol, Maxwell, Busquets, Xavi, Iniesta, Toure (52. Henry), Ibrahimovic, Messi.

An diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) bestreitet Sebastian Rudy bei Borussia Mönchengladbach sein 217. Bundesligaspiel für die TSG Hoffenheim. Im Interview erinnert sich der deutsche Nationalspieler als neuer Rekordspieler an Höhe- und Tiefpunkte mit dem Kraichgauclub.

Was ist für Sie das wichtigere Ereignis, Herr Rudy: Am Samstag zum Hoffenheimer Bundesliga-Rekordspieler aufzusteigen oder beim Lebensalter in einer Woche vorne die Drei stehen zu haben?

Sebastian Rudy: Die Drei wäre mir punktemäßig am Samstag bei Borussia Mönchengladbach am allerwichtigsten (grinst). Aber wenn ich mich entscheiden muss: Es gibt nicht viele Spieler, denen die Ehre zuteil wird, solch einen Rekord zu knacken. Ich freue mich unheimlich darüber.

Der bisherige Rekordhalter Andreas Beck hat neulich angekündigt, dass er dafür eine Einladung erwartet.

Rudy: Das mache ich sehr gern. Ich wollte ihn eh mal wieder hierher einladen. Mal schauen, wann das zeitlich hinhaut.


Wie viele Spiele werden es denn noch für Sie im Hoffenheimer Trikot? Sie sind ja nur bis Saisonende vom FC Schalke 04 ausgeliehen.

Rudy: Ich versuche erstmal, in dieser Saison das Maximum an Spielen vollzumachen.


Gibt es denn Gespräche mit der TSG Hoffenheim, aus der Leihe einen festen Transfer zu machen?

Rudy: Wir sind natürlich im Austausch. Jeder weiß, dass ich mir gut vorstellen könnte, hier weiterzuspielen. Aber wie es genau weitergeht, das weiß ich noch nicht zu 100 Prozent.


Muss sich Hoffenheim für den Europapokal qualifizieren, damit Sie bleiben?

Rudy: Ob wir Europapokal spielen oder nicht, das spielt bei meiner Entscheidung keine vorrangige Rolle. Und das könnte ich ja auch noch beeinflussen.

Sebastian Rudy spielte von 2003 bis 2010 beim VfB Stuttgart. Bei der TSG Hoffenheim reifte der Mittelfeldmann zum Nationalspieler (29 Einsätze). 2017 ging es zum FC Bayern, 2018 zum FC Schalke 04. Seit vergangenem Sommer ist Rudy zurück bei der TSG. Rudy ist mit Elena verheiratet und Vater des fast zweijährigen David.

Bis wann muss eine Entscheidung her?

Rudy: Es wäre gut, so früh wie möglich Klarheit zu haben, vor allem auch wegen meiner Familie. Aber ich sage jetzt nicht, dass zum Beispiel im Februar noch eine Entscheidung her muss. Ich muss mich in einem Verein wohlfühlen, das ist hier der Fall.


Gibt es denn überhaupt Kontakt zum FC Schalke?

Rudy: Nein, das muss es auch derzeit nicht. Jeder ist da aktuell auf seine eigenen Aufgaben fixiert. Auch ich bin zu 100 Prozent mit dem Kopf hier.


Was war das einschneidendste Erlebnis mit der TSG Hoffenheim bisher?

Rudy: Die schlechte Saison 2012/13, die dann doch mit einem Höhepunkt endete. Der Klassenerhalt damals war für mich ein sehr prägender Karriere-Moment. An der Kante zum Abgrund zu stehen und dann doch noch drinzubleiben, das war ganz besonders und vor allem lehrreich.


Was war Ihr bestes Spiel im TSG-Trikot?

Rudy: Puh, ganz schwierig zu sagen. Das 6:2 gegen Wolfsburg fällt mir da ein. (Im März 2014, Anmerkung der Redaktion).


Und das schlechteste?

Rudy: Das 1:7 in München 2012 war richtig bitter.


Das kurioseste Spiel?

Rudy: An meinem 26. Geburtstag haben wir 2016 in Dortmund gespielt. Ich schieße das 1:0, sehe dann in der 65. Minute die Rote Karte und wir verlieren noch mit 1:3. Dieses Spiel werde ich mein Leben lang ganz sicher nicht vergessen.


Wer war in 216 Bundesligaspielen der beste Mitspieler?

Rudy: Es waren so viele gute dabei. Roberto Firmino steht ganz oben. Auch Demba Ba beispielsweise war als Mitspieler eine echte Granate.


Wie haben Sie sich seit dem ersten Bundesligaspiel für die TSG im August 2010 verändert?

Rudy: Meine Haare sind kürzer als damals (lacht). Ansonsten bin ich im Spiel reifer und abgeklärter am Ball geworden - außerhalb des Platzes bin ich jedoch eher der ruhigere Typ geblieben.


Wie lässt sich das Auf und Ab in dieser Hoffenheimer Saison erklären?

Rudy: Wir bekommen in Heimspielen einfach zu viele Gegentore. Auswärts waren es nur zehn, so wenige wie sonst kein anderes Team kassiert hat. Ich weiß aber auch nicht genau, woran das liegt. Insgesamt sind wir sicherlich im Soll, aber wir wollen natürlich noch besser dastehen.


Warum hat die Mannschaft mehr Probleme, wenn sie das Spiel machen muss?

Rudy: Gegen die Top-Teams stehen wir kompakter, etwas defensiver. Dadurch haben wir mehr Räume beim Umschaltspiel. Gegen vermeintlich kleinere Teams wollen wir oft zu schnell zu viel. Wir müssen cleverer sein und zum Beispiel nach der Halbzeit nicht gleich alles nach vorn schmeißen, wenn man mal in Rückstand liegt.


Ist das Erfahrungssache?

Rudy: Nein, es hat nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun. Das ist Spielintelligenz, die kann auch ein 17-Jähriger haben. Wir waren in manchen Heimspielen wie gegen Mainz beim 1:5 einfach zu übermütig, als wir in Überzahl ausgekontert wurden. Solche Spiele wie das zuletzt gegen Wolfsburg (2:3) dürfen einfach nicht passieren, wenn man in der Tabelle noch ein, zwei Plätze nach oben kommen will.


Besser machen ist auch das Stichwort in Sachen EM im Juni und Juli. Rechnen Sie damit, für die DFB-Elf dabei zu sein?

Rudy: Da ich bei den letzten beiden Länderspiel-Reisen wieder dabei war, habe ich natürlich große Hoffnungen, auch bei der EM am Start zu sein. Wenn man sich die Hammer-Gegner in in der Vorrunde anschaut und dazu noch in Deutschland spielt - dann kann so ein Turnier nur ein riesengroßes Ziel sein.

20. Februar 2020

Hollenbach greift wieder an

An diesem Samstag geht es für den FSV Hollenbach ab 15 Uhr wieder los in der Verbandsliga Württemberg. Gegner zum zweiten Rückrundenspiel - das erste fand noch im alten Jahr gegen Heiningen statt - ist der TSV Berg.

Für die Hollenbacher endet somit eine kurze, aber intensive Wintervorbereitung, mit der sich Trainer Martin Kleinschrodt unterm Strich zufrieden zeigt: "Die Jungs sind aus der langen Pause mit einer super Grundlage gekommen, so dass wir gut darauf aufbauen konnten. Das zeigt mir, dass sie vom Kopf wieder frei sind und motiviert angreifen wollen."

Das Minimalziel ist dasselbe wir vor der Saison

Kleinschrodt entfloh mit seiner Mannschaft dem regnerischen Deutschland und feilte unter anderem im Trainingslager im türkischen Belek an den Hollenbacher Abläufen. Der FSV startet als Zweiter der Verbandsliga Württemberg in das neue Jahr und möchte das nach Möglichkeit auch bleiben, auch wenn es kein einfaches Unterfangen wird. "Unser Minimalziel ist dasselbe, wie vor der Saison: Wir wollen unter die ersten Fünf. Aktuell sind wir aber Zweiter und das wollen wir auch bleiben. Dafür muss aber natürlich alles passen und wir müssen fit bleiben", sagt Martin Kleinschrodt. "Es sind sehr viele Verfolger und die Topspiele müssen erst noch gewonnen werden."

Auch von dem, was seine Spieler in der Rückrunde zeigen sollen, hat der Trainer klare Vorstellungen: "Von meinen Jungs erwarte ich, dass Sie sich weiterentwickeln und nicht ausruhen oder stehenbleiben. Wenn wir uns im Kollektiv weiterentwickeln, sind wir irgendwann so stark, dass der Erfolg kommt. Wir müssen variabel, schnell und anpassungsfähig sein, besonders die Bedingungen im Winter und Frühjahr müssen wir richtig einschätzen und annehmen."

Der FSV setzt in der RÜckrunde auf eigene Spieler

In der Rückrunde will der FSV weiterhin auf Kontinuität und die eigene Jugend setzen. "Im Gegensatz zu anderen Spitzenteams in der Verbandsliga haben wir im Winter personell nicht reagiert. Wir wollen unseren eigenen Spielern die Chance geben, öfter zu spielen und sich weiterzuentwickeln. Personalsorgen werden wir, wie in der Vorrunde auch, mit Umbauten auffangen", betont Kleinschrodt.

Mit den Umbauten könnte es schon gegen Berg losgehen. Hinter Noah Krieger, Boris Nzuzi und Fabian Schuler stehen leichte Fragezeichen, Philipp Volkert fällt wohl für einen längeren Zeitraum aus.

Dementsprechend gehen die Hollenbacher die knapp 250 Kilometer lange Reise nach Berg mit einer gehörigen Portion Respekt an, wollen aber mit einem Erfolgserlebnis ins Fußballjahr 2020 starten: "In Berg steht uns eines der schwersten Auswärtsspiele bevor. Berg ist ein sehr kompakter Gegner mit viel Qualität", sagt FSV-Trainer Kleinschrodt und fügt an: "Wir brauchen uns dort aber nicht verstecken und werden zeigen, dass wir direkt etwas holen wollen."

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