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Es waren nur knapp drei Minuten, aber es ist und es bleibt für immer und ewig sein erster Einsatz in der Bundesliga: Lilian Egloff ist seit Samstag Bundesligaspieler. Auch der gebürtige Heilbronner hat einen kleinen Teil zum 2:0-Sieg des VfB Stuttgart bei Hertha BSC beigetragen. Auch wenn der VfB nach wie vor nicht wenige Verletzte hat, hält Cheftrainer Pellegrino Matarazzo vor dem Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) gegen den 1. FC Köln fest: "Es wird immer schwieriger, den Kader zu benennen." Der 18-jährige Lilian Egloff gehört weiter zu den Herausforderern.

Der junge Mann aus Bretzfeld hat im Sommer einen Profivertrag bis 2024 unterschrieben, ist kurz darauf in der Vorbereitung von einem Syndesmoseanriss im rechten Knöchel ausgebremst worden und hat nun also seine Bundesligapremiere hinter sich - Lilian Egloff kennt das Auf und Ab des Geschäfts. Was der nächste Schritt ist, um noch zu mehr Einsatzzeiten zu kommen? "Richtig fit werden, besser sein als seine Konkurrenten", sagt Pellegrino Matarazzo über den offensiven Mittelfeldspieler mit der Nummer 25. "Wenn er Leistung bringt und wenn er bereit ist, wird er auch spielen. Es werden keine Geschenke gemacht." Matarazzo hört seinen Worten nach, merkt, dass sie als sehr kritisch verstanden werden könnten und schiebt deshalb nach: "Ich traue ihm viel zu. Er wird in den nächsten Monaten gute Schritte machen." Und zu mehr und mehr Minuten kommen. Selbst Nicolas Gonzalez bekommt sie nicht geschenkt.

Auch Nicolas Gonzalez braucht noch Zeit

Der Argentinier hatte den VfB in der vergangenen Saison zu wesentlichen Teilen in die Bundesliga geschossen und sich ebenfalls in der Vorbereitung verletzt - er wurde in Berlin in der 64. Minute eingewechselt. Auch er brauche noch Zeit, um ein Kandidat für die Startelf zu sein. so Matarazzo. Wie gut, dass die Kollegen treffen. Sasa Kalajdzic hat bisher dreimal in der Liga geknipst, Silas Wamangituka zweimal.

Wenn Trainer Matarazzo den Kader fürs Spiel zusammenpuzzelt, geht es vordergründig um die Aufgabe elf gegen elf, aber auch um das Motto: aus drei mache eins. Grundsätzlich hat der VfB 33 Spielern, also quasi drei Mannschaften. Nur elf können von Beginn an spielen. Derzeit muss sich Matarazzo viele Gedanken über seine Defensive machen. Abwehrchef Waldemar Anton (Sprunggelenk) wird gegen Köln erneut fehlen, aber Torhüter Gregor Kobel (Rücken) und Wataru Endo (Adduktoren) trainierten am Donnerstag wieder mit der Mannschaft.

Mavropanos erfolgreich operiert

Am Mittwoch berichtete Pellegrino Matarazzo, dass Verteidiger Konstantinos Mavropanos erfolgreich operiert worden sei: "Der Meniskus wurde nur geglättet." In drei bis fünf Wochen dürfte der Grieche wieder mitwirken können. Der Cheftrainer bekommt immer mehr Möglichkeiten. Eine heißt: Lilian Egloff.

Ein Thema war Martin Kleinschrodt besonders wichtig. Der Trainer des Verbandsligisten FSV Hollenbach sprach es extra noch einmal an. Corona. "Wir nehmen es ernst", sagt Kleinschrodt. Bei den Auswärtsfahrten werden im Bus wie vorgeschrieben von Verantwortlichen und Spielern Masken getragen. Gut, dass die Reise zum TSV Heimerdingen am Sonntag (Spielbeginn 15 Uhr) nicht zu den weitesten Auswärtsfahrten gehört.

"Wir achten darauf, die Regeln einzuhalten", sagt Kleinschrodt. "Wir halten auch im Training wenn es geht Abstand. Gerade auch in den Kabinen vor und nach dem Spiel muss man sehr aufpassen. Es ist doch toll, dass es in Freiluftsportarten im Moment normal weitergeht." Aber damit es auch so bleibt, müssen sich eben die Spieler und auch Zuschauer an die Regeln halten. Denn, so Kleinschrodt: "Die Gesundheit geht vor."

Die Liste der Ausfälle beim FSV ist lang

Aber gerade die Gesundheit - auch in einem anderen Bereich wie Corona - ist beim FSV im Moment ein Thema. Denn die Liste der Ausfälle ist lang. Und sie wurde trotz der Spielabsage und der Zwangspause am vergangenen Wochenende noch ein Stück länger statt kürzer. Denn Christoph Rohmer, gerade erst wieder genesen, plagt nun erneut die Achillessehne. Er gesellt sich zu Michael Kleinschrodt, Lorenz Minder, Sebastian Hack, Hannes Scherer, Philipp Volkert und Felix Limbach. "Nachdem dann auch noch das Spiel in der vergangenen Woche ausgefallen ist, ist alles nicht im richtigen Rhythmus", sagt Kleinschrodt. "Da müssen wir uns jetzt dagegen stemmen." Vor allem in der Offensive fehlen dem Trainerteam so langsam die Alternativen.

"Die Spieler, die noch da sind, haben super trainiert und sind willig", sagt Kleinschrodt. Es ist nicht die Qualität, die ihn sorgt, sondern die Quantität. Es fehlen die Alternativen, um auf den Spielverlauf reagieren zu können. Es sind aber auch die Automatismen, die vorher gegriffen haben, die nun durch die notwendigen Umstellungen nicht mehr so vorhanden sind. Die müssen wir jetzt wieder reinbekommen", sagt Kleinschrodt.

Heimerdingen soll nicht unterschätzt werden

Die Erinnerungen an Heimerdingen sind allerdings keine guten. In der vergangenen Saison unterlag der FSV gegen das aktuelle Verbandsliga-Schlusslicht mit 1:2. "Wir werden die auf keinen Fall unterschätzen. Bei denen geht es um alles und die werden sich reinhauen", sagt Kleinschrodt. Die haben zum Beispiel gegen Berg 3:3 gespielt und am vergangenen Wochenende in letzter Minute gegen Neckarrems gewonnen." Es war der erste Heimerdinger Saisonsieg.

"Das ist ein Gegner, der hinten drinsteht", sagt Martin Kleinschrodt in doppeltem Sinne. Denn er rechnet mit einem sehr defensiv agierenden Gastgeber. "Es ist sehr unangenehm, bei denen zu spielen. Das wird nicht einfach auf deren kleinem Platz", sagt Kleinschrodt. "Die werden sicher eine Taktik ausgearbeitet haben, wie sie gegen uns verteidigen. Wir müssen schauen, wie wir uns da anstellen Aber wir gehen es an."

Der Trainer erwartet einen defensiv auftretenden Gegner

Seine Mannschaft muss nach den Umstellungen neue Lösungen in der Offensive finden, aber auch auf defensive Stabilität achten. "Es wird wie in Neu-Ulm ein schweres Auswärtsspiel gegen einen Gegner, der tief steht und auf Konter lauert. Die müssen wir unterbinden. Darauf stellen wir uns ein", sagt Kleinschrodt.

Denn eines ist auch klar: "Wir wollen unbedingt vorne dabei bleiben." Der FSV steht auf dem dritten Platz der Verbandsliga. Spitzenreiter TSV Essingen ist schon um sechs Punkte enteilt - freilich mit einem Spiel mehr. Auf Platz zwei, ebenfalls mit einem Spiel, aber nur einem Punkt mehr, steht der TSV Berg. Insofern stehen auch die Hollenbacher unter einem gewissen Druck.

"Bei den anderen Mannschaften in der Spitzengruppe läuft es optimal", hadert Kleinschrodt etwas mit der Personalsituation. "Aber wir haben trotzdem eine gute Mannschaft und Spieler, die etwas reißen können." Während die Hollenbacher in Sachen Corona-Regeln so weit es geht Abstand halten, soll er zur Tabellenspitze nicht allzu groß sein. Schließlich weiß keiner, wie lange die Saison aufgrund der aktuellen Lage gehen wird.

Im Lager der Neckarsulmer Sport-Union könnte die Stimmung kaum besser sein. 21 Punkte nach zwölf Begegnungen und Platz sieben sind im fünften Jahr in der Fünftklassigkeit eine zufriedenstellende Zwischenbilanz. Nur in der zweiten Oberliga-Saison stand die NSU am 12. Spieltag einer Runde bei 24 Zählern sowie Rang vier besser da. Trainer Marcel Busch hätte nichts dagegen würde der aktuelle Aufwärtstrend auch an diesem Samstag (15.30 Uhr) anhalten, wenn im Heimspiel zweier Tabellennachbarn der punktgleiche Liga-Sechste 1. FC Rielasingen-Arlen erwartet wird.

Verdienter Sieg am vergangenen Wochenende

Nach dem Gastspiel in Ravensburg, das mit einem verdienten 3:2-Sieg endete - es war die erste Saison-Niederlage des FVR - wartet auf die Neckarsulmer nun erneut ein Gegner auf Augenhöhe. "Zehn Minuten haben wir gebraucht, dann haben wir das richtig gut gemacht und verdient gewonnen", blickt Busch auf das vergangene Wochenende zurück und hofft, dass seine Jungs am Samstag gegen die Gäste aus dem Landkreis Konstanz mit breiter Brust an diese Leistung anknüpfen.

"Aber unser Gegner wird ebenfalls mit breiter Brust antreten. Es scheint ein interessantes Spiel zu geben", sagt Busch, der vor der Runde Rielasingen nicht so weit vorne erwartet hatte. "Zum jetzigen Zeitpunkt so viele Punkte zu haben, da muss man über Qualität verfügen. Das trifft auf Rielasingen zu, aber auch auf uns. Da werden zwei wirklich gute Oberliga-Mannschaften gegeneinander spielen."

Die Südbadener sind seit sieben Spielen unbesiegt und haben in dieser Phase 15 Punkte geholt und lediglich zwei Tore hinnehmen müssen. Die Abbruchsaison hat Rielasingen-Arlen als Aufsteiger auf Quotienten-Platz elf beendet. Die NSU hatte das einzige Aufeinandertreffen beim FC mit 4:0 gewonnen. Doch dieses Resultat besitzt keine Aussagekraft mehr, denn die Gäste haben sich im vor allem im Defensiv-Verhalten enorm weiterentwickelt. Kassierte die Mannschaft in der vergangenen Saison im Durchschnitt zwei Gegentreffer, so wurde diese Quote in den bisherigen elf Begegnungen genau halbiert.

Trainer Busch will punkten, egal wie

"Es gibt in der Oberliga selten Begegnungen, die mit einem wirklich deutlichen Ergebnis enden", glaubt auch Marcel Busch nicht, gegen Rielasingen-Arlen erneut so klar zu gewinnen. "Ich gehe davon aus, dass es ein sehr enges Spiel wird." Aber auch ein 1:0 bringt drei Zähler. "Das Ergebnis ist mir völlig egal, wenn wir wieder punkten, nehme ich letztendlich alles mit."

Was den Spielerkader betrifft, so ist Philipp Seybold diesmal wieder dabei. Dafür fehlen weiterhin Marius Klotz, David Gotovac, Nikolai Bauer, Marc Mägerle, Jan Stascak und Riccardo Stadler.

"Wir haben noch Platz auf der Ersatzbank. Im Moment ist die Personalsituation ein wenig angespannt", sagt Busch, geht aber nicht davon aus, dass er wie in Ravensburg als möglicher Einwechselspieler auf dem Spielberichtsbogen erscheint. "Ich möchte das jedoch nicht gänzlich ausschließen, will das aber eigentlich nicht." In Ravensburg war es lediglich eine reine Vorsichtsmaßnahme, da verletzungsbedingt kein weiterer Abwehrspieler zur Verfügung stand.

In der Erfolgsspur bleiben

Doch in Neckarsulm hat man in den vergangenen Jahren gelernt mit personellen Engpässen umzugehen und in der Erfolgsspur zu bleiben. Die bisher zufriedenstellende Bilanz soll auch nach dem anstehenden Spieltag Bestand haben.

Doch selbst mit drei weiteren Punkten bleibt es dabei, die Runde 2017/18 ist, was die ersten 13 Begegnungen einer Punktrunde betrifft, nicht zu toppen. Damals stürmte die NSU am 13. Spieltag an die Tabellenspitze. Eine schöne Erinnerung, mehr aber nicht.

Sie haben ihn komplett geleert. David Pfeiffer hatte seinen Spielern für einen Heimsieg gegen Friedrichstal einen Kasten Bier versprochen. "Ich durfte mithelfen", sagt der Trainer des VfB Eppingen über die Belohnung fürs 4:0 gegen das Schlusslicht. Auf die Pflichtzähler folgt die nächste Aufgabe, die es in der Verbandsliga zu lösen gilt, wenn man zu den Top fünf oder sechs der Liga gehören will. Der VfB gastiert an diesem Samstag (16 Uhr) beim Aufsteiger SV Langensteinbach, einem Karlsbader Ortsteilclub.

Am Mittwoch und Donnerstag schaute sich Pfeiffer Videosequenzen des ihm noch unbekannten Gegners an. Was allerdings unabhängig davon aufhorchen ließ: Das 3:0 des SVL zuletzt beim SV Waldhof Mannheim II. "Ein klares Ergebnis gegen einen guten Gegner. Deshalb sind wir gewarnt", sagt David Pfeiffer über die Gastgeber, die schon acht Punkte in sieben Partien gesammelt haben.

Ziemlich gute Prognose

Eppingen ist Favorit in Langensteinbach, in den Spielen danach wird das häufiger anders sein. David Pfeiffer hatte vor Saisonbeginn prognostiziert, dass der SV Spielberg (1., 21 Punkte), ATSV Mutschelbach, Fortuna Heddesheim (18 Zähler, beide punkt- und torgleich auf Rang zwei) und der VfR Mannheim den Meistertitel in der Verbandsliga unter sich ausmachen. Nur Mannheim (mit neun Zählern Neunter) hinkt wie auch der VfB Eppingen als Siebter (12 Punkte) ein bisschen dem eigenen Anspruch hinterher. "Wir wollten, dass das Spitzenspiele werden. Wenn du Neunter bist, dann ist es nicht so prickelnd, in diese Spiele zu gehen", gibt David Pfeiffer ehrlich zu.

Zu viele Punkte blieben bereits liegen. Auch deshalb müssen unbedingt in Langensteinbach drei weitere Zähler her. Nächste Woche, am 31. Oktober (14.30 Uhr), gastiert der VfR Mannheim in Eppingen, danach geht es freitags (6.November) nach Mutschelbach zum aktuellen Zweiten, im November und Dezember warten dann noch Heddesheim und Tabellenführer SV Spielberg. "Ich freue mich, wenn wir auch mal wieder der Underdog sein können", sagt Pfeiffer.

Ciaran Fleck war seit Wochenbeginn krank, sollte aber bis Samstag wieder fit sein. Sommer-Neuzugang Serhat Ayvaz saß zuletzt gegen Friedrichstal 90 Minuten draußen, eine Blockade im Brustwirbel hatte ihn nur eingeschränkt trainieren lassen. "Wir hätten ihn nur im Notfall gebracht", sagt Pfeiffer über die Offensivkraft. Der Notfall trat gegen Friedrichstal nicht ein, dafür war die 4:0-Führung nach einer starken halben Stunde zu klar.

Es ist eine Kopfsache

Die zweite Hälfte deckte dann für Pfeiffer mal wieder das Dilemma der bisherigen Saison auf: "Wenn wir richtig Gas geben und voll engagiert sind, dann sind wir richtig gut. Dann können wir auch gegen die Großen mithalten. Wenn wir nachlassen, dann kriegen wir gegen jeden Gegner Probleme." Kopfsache, reine Kopfsache sei das.

Zwölf Punkte sind ordentlich, aber trotzdem Anlass für Selbstkritik. Nach 630 Verbandsligaminuten sagt Pfeiffer: "Es fehlt uns die Konstanz über 90 Minuten, aber auch von Woche zu Woche. Das ist der große Punkt, an dem wir arbeiten müssen." Anschauungsunterricht ist bereits am Freitagabend möglich. David Pfeiffer überlegt noch, ob er sich das Verbandsligaspitzenspiel Mutschelbach gegen Spielberg anschaut oder doch eine Liga höher scoutet, wenn der FSV Bissingen auf den 1.CfR Pforzheim trifft. Nicht nur Pfeiffer will irgendwann mal die Oberliga ins Visier nehmen.

Dejan Stankovic hüstelte zwei Mal kurz. Ob das in diesen Tagen schon ein Grund zu größeren Sorgen ist? Der Trainer von Roter Stern Belgrad blickte bei der Video-Konferenz am Mittwochabend streng drein. Die Worte des Dolmetschers wollten so gar nicht zur Mimik des einstigen Weltklassekickers passen, wonach der sich sehr auf den Europa-League-Auftakt in Sinsheim am Donnerstag (21 Uhr) freue.

15 Jahre lang war Dejan Stankovic ein großer Star in der italienischen Serie A. Für Lazio Rom, für Inter Mailand, mit denen er 2010 die Champions League gewann.

Europapokalsieger der Landesmeister von 1991

Seit Dezember ist der 42-Jährige nun Trainer von Roter Stern Belgrad. Taucht irgendwo dieser Vereinsname auf, dann steht spätestens ein, zwei Sätze später der Zusatz: "der Europapokalsieger der Landesmeister von 1991". 29 Jahre ist das nun her, ein Jahr später ward die Champions League geboren, in der jetzt halt nicht nur Champions, also die Meister starten, sondern Jahr für Jahr die gleichen Großclubs. Das glorreiche Gestern, ist das mehr Fluch oder Segen für Roter Stern? "Wir wollen, dass unser Name europaweit respektiert wird", sagt Stankovic.

Drei serbische Meistertitel hat Roter Stern in Serie gewonnen, der vierte ist bei acht Zählern Vorsprung an der Tabellenspitze gerade in Arbeit. Es mangelt an Konkurrenz. Zehn der elf Ligaspiel gewann "FK Crvena Zvezda", nur am Wochenende im Lokalderby gegen Partizan reichte es zu einem 1:1. Hoffenheims Sebastian Hoeneß und sein Trainerteam haben intensives Videostudium betrieben. "Wir haben gesehen, dass wir auf eine starke Mannschaft treffen", sagt er. Stankovic retourniert geschickt und überlässt die Favoritenrolle der TSG: "Wir wollen ohne Druck spielen. Wir haben nix zu verlieren."

Der wertvollste Belgrader heißt Guelor Kanga

Beide Teams haben derzeit ein gemeinsames Problem. Der Top-Torschütze hat Corona. Die TSG vermisst Andrej Kramaric (acht Tore in vier Spielen), Roter Stern Mirko Ivanic (neun Tore in 13 Pflichtspielen). "Wir wissen wie gut Kramaric ist, sie haben aber andere Spieler, die ihn ersetzen können", sagt Stankovic. Der in Sachen Marktwert wertvollste Belgrader heißt Guelor Kanga (offensives Mittelfeld) kommt aus Gabun und ist derzeit auch von Corona aus dem Spiel genommen.

Noch schmerzhafter, gerade finanziell, war zuletzt das Aus nach Elfmeterschießen in der Champions-League-Qualifikation gegen Omonia Nikosia.

Historischer Fehlschuss von Uli Hoeneß

Apropos Elfmeterschießen: Bei den Wörtern Belgrad und Elfmeterschießen da klingelt doch etwas, oder? Man landet unweigerlich bei einem Juni-Abend im Jahr 1976. Hoffenheims Sebastian Hoeneß war noch gar nicht geboren, als sein Onkel Uli im EM-Finale gegen die Tschechoslowakei im Elfmeterschießen den Ball wie eine Rakete in den Belgrader Nachthimmel jagte. "Den Ball suchen sie noch heute", witzelte Franz Beckenbauer noch Jahre danach, "den hast du gar nicht mehr gesehen". Vielleicht taucht er ja bis zum Rückspiel im Dezember noch auf.

Beim ersten Mal 2017/18 tat es weh, beim zweiten Mal 2018/19 in der Champions League ebenfalls. Im dritten Anlauf sollen nun endlich europäische Feiertage her für die TSG Hoffenheim, auch wenn es an Mitfeiernden in den Stadien fehlen wird.

"Wenn man einmal dabei war, dann will man es immer wieder", sagt Hoffenheims Torwart Oliver Baumann vor dem Start in die dritte Europapokalsaison der Kraichgauer in den vergangenen vier Spielzeiten. "International zu spielen ist mit das Schönste", sagt Baumann: "Andere Gegner, andere Mentalitäten."

Ein guter Start erleichtert vieles

Nur sollten jetzt auch mal andere Ergebnisse her. Ein guter Start würde vieles erleichtern, das wissen sie in Hoffenheim, seit die erste Teilnahme an der Europa League 2017 mit einem peinlichen letzten Gruppenplatz endete. Gegen Sporting Braga zum Auftakt damals vor drei Jahren, "hätten wir 2:0, 3:0 führen müssen", klagte der damalige Trainer Julian Nagelsmann über 70 Prozent Ballbesitz und viele vergebene Chancen.

Das 1:0 von Sandro Wagner (24.) verwandelte sich so mit Toren kurz vor und nach der Pause in ein 1:2. In Bulgarien folgte ein 1:2 gegen Landesmeister Ludogorets Rasgrad, in Istanbul reichte es am vierten Spieltag nur zu einem 1:1. Nach dem 1:3 in Braga im vorletzten Gruppenspiel war Hoffenheim schon raus. Zu viele Ballverluste, zu viele Gegentore. "Und Lektionen, was es heißt, alle drei Tage auf den Punkt fit zu sein", knurrte Nagelsmann damals im Dauerregen. Beim abschließenden 1:1 gegen Rasgrad ging es sportlich um nix mehr, viele Nachwuchskicker durften ran.

Vielleicht dient für heute Abend das hier als gutes Omen: Der einzige Hoffenheimer Europapokal-Sieg liegt ziemlich genau drei Jahre zurück, es war ein 3:1-Heimsieg gegen Istanbul Basaksehir.

Pellegrino Matarazzo war als Spieler Abwehrspezialist. Er ist es als Trainer noch immer. Ja, der VfB Stuttgart könnte tatsächlich am Freitagabend vorübergehend die Führung in der Tabelle der Bundesliga übernehmen - gesetzt, der Aufsteiger gewinnt zu Hause gegen den 1. FC Köln mindestens 4:0. Aber nein, für solche Gedankenspiele ist der Cheftrainer des Vereins für Bewegungsspiele nicht zu haben. Er verdreht in der Videokonferenz die Augen und sagt in die virtuelle Journalistenrunde, in der immer wieder das Wort "Euphorie" fällt: "Meine Absicht ist es, euch ein Stück weit zu bremsen." Auch die jungen Spieler, die mit sieben Punkten aus vier Begegnungen auf Tabellenplatz fünf gestürmt sind und bisher hinter den Bayern (17 Tore) und Dortmund (zehn) den drittbesten Sturm (neun) stellen?

Bloß nicht übermütig werden

"Ich schaue nicht auf Punkte oder Tore", sagt Pellegrino Matarazzo und zwingt sich dabei, freundlich zu schauen. "Ich will Leistung, eine Verbesserung, eine Entwicklung sehen. Ob wir Dritter, Vierter oder Fünfter sind, ist mir schnuppe!" Es sollte also bloß keiner seiner Spieler nach dem 2:0-Sieg bei Hertha BSC auf die Idee kommen, übermütig zu werden. So wie Reporter, die behaupten: "Gegen Köln ist ihre Mannschaft erstmals Favorit." Matarazzo: "Wer sagt das?" Reporter: "Die Tabelle!" Matarazzo: "Wir tun gut daran, wenn wir auf dem Boden bleiben und dem Gegner Respekt zollen."

Matarazzo: Müssen weg von Begriffen wie Favoriten- und Underdogrolle

Köln sei ein Team mit Erfahrung, einem guten Trainer und einer guten Qualität nach vorne als auch nach hinten, sagt der 42-Jährige. Er sehe seine Mannschaft in der Lage, gegen den mit drei Niederlagen und einem Remis gestarteten Tabellen-16. zu punkten, wenn sie wieder bereit sei, ans Limit zu gehen. Matarazzo fordert: "Es ist Bundesliga, wir müssen weg von Begriffen wie Favoriten- und Underdogrolle!"

Am fünften Spieltag kommt es vor allem für das Umfeld des VfB zum Charaktertest. Lassen sich die Fans von der Auswärtsbilanz verführen - einen Bundesligastart mit zwei Siegen in der Fremde gab es zuletzt in der Meistersaison 2006/07. Spekulieren sie auf die Tabellenführung, die erste seit dem ersten Spieltag 2011/12? Oder schauen sie - wie es Matarazzo betont - darauf, wo die sehr junge Mannschaft herkommt, nämlich frisch aus der zweiten Liga?

Im Corona-Hotspot sind keine Zuschauer zugelassen

Es muss jedenfalls kein Fehler sein, dass im Corona-Hotspot Stuttgart keine Zuschauer beim Köln-Spiel zugelassen sind. "Wir sind uns der Emotionalität des Umfelds bewusst", sagt Pellegrino Matarazzo zum freudvollen Saisonstart der zuletzt leidgeplagten Stuttgarter. Man sei um eine stabile Mitte bemüht. Denn die Erwartungen von außen, "die können einen zerreißen, und da wollen wir nicht mitgehen".

Das Spiel gegen den 1. FC Köln am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) wird keine Zerreißprobe für den VfB - schon eher für die Verantwortlichen um den ehemaligen VfB-Spieler und -Manager Horst Heldt, der seit knapp einem Jahr Sport-Geschäftsführer der Kölner ist. Gästetrainer Markus Gisdol ist umstritten, seine Mannschaft saisonübergreifend seit 14 Spielen ohne Sieg.

Steigerungslauf von 112 auf 120 Mannschaftskilometer

Matarazzo erwartet eine klare Spielidee der Kölner, viele Flanken, gutes Gegenpressing. Seine Spieler seien sensibilisiert, er habe diese Woche nicht in die Trickkiste greifen müssen, um die Spannung in der Bundesliga hochzuhalten. Die ist für den VfB bisher sprichwörtlich ein Steigerungslauf: Beim 2:3 gegen Freiburg war die Mannschaft in der Partie insgesamt 112 Kilometer gelaufen, beim 4:1 in Mainz 113, beim 1:1 gegen Leverkusen 114, zuletzt in Berlin 120. Zufall oder Trend? Da müsse man aufpassen, sagt Matarazzo: "Klar gibt das einem das Gefühl, gut zu arbeiten. Aber jedes Spiel hat ein eigenes Gesicht." Und im Übrigen sei es für die Spieler keine Motivation, Tabellenspitze zu sein, sondern eine gute Leistung zu bringen.

Einmal Abwehrspezialist, immer Abwehrspezialist.

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