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Die Ergebnisse stimmen momentan nicht beim VfB Stuttgart. Der Aufsteiger in die Bundesliga steckt nach dem ersten Spieltag der Rückrunde nicht in der Krise, dazu ist die bisherige Punkteausbeute (22) noch deutlich zu gut, doch die junge Mannschaft muss nun zeigen, wie gut sie mit Frusterlebnissen klar kommen kann. Eine Analyse, woran es beim VfB zurzeit hakt.

Problem eins: Fehlende Effizienz

Die Zahlen waren nicht dieselben, aber in der Tendenz in beiden Fällen eindeutig. Der eine Daten-Dienstleister hatte beim Spiel in Freiburg 25:10 Torschüsse aus VfB-Sicht gezählt, ein anderer kam auf 27:9. So oder so: Es hatte ausreichend Stuttgarter Möglichkeiten gegeben, am Samstag ein besseres Endergebnis zu erzielen als die 1:2-Niederlage beim Sport-Club. Der VfB sei in der zweiten Halbzeit "sehr dominant" gewesen, sagte der Freiburger Trainer Christian Streich. Die Gäste hätten fraglos "einen Punkt verdient gehabt".

Allein es fehlte an Effizienz im Angriff. Offensiv-Routinier Daniel Didavi sprach von "mehreren hundertprozentigen Chancen". Genutzt, um zu punkten, wurde keine. Zuvor bei der 0:3-Niederlage in Bielefeld hatte der torlose VfB bei den Torschüssen mit 10:9 die Nase vorne gehabt. Und beim erst in der 96. Minute klar gemachten 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach hätte es trotz 19:8 Stuttgarter Torschüssen beinahe eine Niederlage gesetzt.

Es ist nicht so, dass die Mannschaft von Pellegrino Matarazzo plötzlich das Fußballspielen verlernt hätte. Aber sie schlägt aus ihren spielerischen Möglichkeiten zu wenig Kapital. Es fehlen momentan die Killerinstinkte.

Problem zwei: Dumme Gegentore

Natürlich sind Gegentore immer eine blöde Sache. Im Nachhinein weiß fast jeder Betrachter, was man in dieser oder jener Situation hätte besser machen können. Doch beim VfB Stuttgart ist es ein entscheidender Teil der Problemanalyse, dass in den vergangenen drei Partien zu wenig gepunktet wurde, weil die Defensive es in scheinbar beherrschbaren Spielmomenten am erforderlichen Gegnerzugriff vermissen ließ. Trainer Matarazzo hatte die Schwächen benannt, es wurde aber nicht besser. Nicht in Bielefeld, nicht in der ersten Halbzeit in Freiburg. Die letzte Verteidigungsreihe agierte zu fehlerhaft.

Durchaus möglich, dass Pellegrino Matarazzo seine Treue zur Kette mit Pascal Stenzel, Waldemar Anton und Marc Oliver Kempf fürs anstehende Spiel am Freitag zu Hause gegen den Tabellen-Vorletzten FSV Mainz überdenken wird. In Konstantinos Mavropanos, der in Freiburg nach der Pause für Stenzel kam, oder Atakan Karazor, der in dieser Saison schon Startelf-Einsätze hatte, gibt es Alternativen.

Problem drei: Kein Glück

Zwei Pfostentreffer des VfB Stuttgart in den Schlussminuten verhinderten im badisch-schwäbischen Duell einen Teilerfolg. Zunächst war es der nach langer Verletzungs-Zwangspause erstmals eingewechselte Flügelmann Erik Thommy, der am Torgestänge scheiterte (87. Minute), dann traf Nicolas Gonzalez ein bisschen weiter außen fast dieselbe Stelle (89.). Der Freiburger Trainer Christian Streich räumte ein: "So viel Glück wie in der zweiten Halbzeit hatten wir in dieser Saison noch nicht."

In der Tabelle der Latten- und Pfostentreffer in dieser Bundesliga-Spielzeit steht der VfB Stuttgart nach dem 18. Spieltag klar auf Platz eins. Schon zwölf Mal gingen Bälle ans Torgehäuse. Der FSV Mainz 05 folgt mit acht Pechmomenten auf Rang zwei. Ein bisserl Dusel könnten die Stuttgarter nun gut brauchen. Es ist ja nicht so, dass sie das Glück der Tüchtigen nicht verdient hätten. Mit insgesamt 2094 gewonnenen Zweikämpfen steht das Aufsteigerteam im Ligavergleich auf Platz eins.

Sie wollen alles geben für den Erfolg, die Stuttgarter Spieler. Es ist also wirklich in erster Linie eine Ergebniskrise.

Andrej Kramaric bedeuten Rekorde durchaus etwas. 22 Monate ist es her, dass der kroatische Stürmer mit seinem 47. Bundesligator zum Rekordtorschützen der TSG Hoffenheim in der deutschen Eliteliga aufstieg. Nach einem 4:1 gegen Leverkusen streifte er sich noch auf dem Spielfeld das graue T-Shirt mit dem Schriftzug "Rekordtorschütze" über, ließ sich von den Fans feiern. Im Fan-Shop ging das Shirt für 19.95 Euro über den Tresen.

Jubel, Trubel, Heiterkeit. Im Januar 2021 sind nicht nur in Sinsheim die Arenen leer, Fan-Shops geschlossen. Beim 3:0 (2:0) der TSG Hoffenheim gegen den 1. FC Köln hat Andrej Kramaric am Sonntagabend den nächsten Karriere-Meilenstein erreicht. Mit einem eher unspektakulären Elfmetertor (Handspiel Sava-Arangel Cestic) in der 7. Minute hat sich der Kroate ins Buch der Bundesligarekorde eingetragen und seinen Landsmann Ivica Olic als erfolgreichsten Landsmann aus selbigem verdrängt.

In der 74. Minute legte er erneut vom Punkt das 3:0 nach, weil der Ex-Hoffenheimer Anthony Modeste Christoph Baumgartner gefoult hatte. Der junge Österreicher verantwortete das sehenswerte Hacken-2:0 (28.).

Hoeneß zum Rekord: "Innerhalb von fünf Jahren - das ist einfach stark"

Ivica Olic erzielte einst 72 Tore, unter anderem für den FC Bayern, Kramaric steht nun bei 74 in gerade einmal 146 Spielen. "Innerhalb von fünf Jahren zum kroatischen Topscorer zu avancieren, das ist einfach stark", sagt Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß.

Fast zwei Jahre, so erzählt es Andrej Kramaric, habe er auf diesen Moment am Sonntagabend hingearbeitet. Seit jenem Freitagabend im März 2019. "Der Olic-Rekord war in meinem Kopf drin", verriet er im Vereins-TV. Er werde mit Olic telefonieren, versprach Kramaric nach dem 3:0 am Sonntag lächelnd. "Ich habe nie gedacht, dass ich den Rekord schaffe." Nach dem einen Rekord ist vor dem nächsten.

Frostige Erinnerungen an harte Anfangszeiten

So tickt dieser Stürmer, der seit ziemlich genau fünf Jahren an der Hoffenheimer Erfolgsgeschichte mitschreibt. Im Januar 2016 kam er leihweise von Leicester City. Tauschte den Tabellenführer der Premier League gegen Bundesliga-Abstiegskampf ein. "Es war kalt, es lag Schnee", erinnert sich der 29-Jährige an harte Anfangszeiten: "Wir sind drin geblieben. Der Rest ist Geschichte." Es folgten: "Viele, viele schöne Momente." Die besten TSG-Jahre seit 1899 sind eng mit Andrej Kramaric verknüpft, den Sportchef Alexander Rosen zum "Unterschiedsspieler" kürte.

Geht es dem flexiblen Stürmer gut, dann steht auch der Kraichgauclub gut da. Das weiß auch der aktuelle Trainer Sebastian Hoeneß, der den besten Kramaric in den ersten Saisonwochen erlebte: "Wir haben alle gesehen, dass er zu diesem Zeitpunkt der beste Spieler der Bundesliga war." Dann kam Corona. Raubte ihm Gesundheit, Form, Fitness und Präzision. Beim 3:0 in Berlin traf Kramaric am Dienstag bereits doppelt, steht nun bei zwölf Toren in 14 Spielen.

Außergewöhnlich in puncto Raumgefühl und Spielintelligenz

"Er erarbeitet sich die Dinger, er läuft sehr viel, ist sehr viel unterwegs", lobt Hoeneß den 1,77 Meter-Mann. "Er ist in puncto Raumgefühl und Spielintelligenz außergewöhnlich. Das sind Sachen, die du an keinen Werten ausmachen kannst, aber die du bemerkst, wenn du ihm zuschaust", hat der aktuell verletzte TSG-Kapitän Benjamin Hübner das Tor-Phänomen Andrej Kramaric einmal beschrieben. Gut für Hübner und alle bei der TSG: "Er weiß, was er an Hoffenheim hat, dass er hier funktioniert."

Ein neues Ziel hat Kramaric längst vor Augen. Es ist nur noch 26 Treffer entfernt. "100 Tore in der Bundesliga, das wäre ein schöner Moment", sagt er. Einer, der sich dann hoffentlich auch wieder in einem vollen Stadion genießen lässt.

Der Schaden ist groß, der Schaden fürs einst so unbefleckt positive Image von Thomas Hitzlsperger, aber vor allem der Schaden für den VfB Stuttgart.

Der Fußball-Bundesligist schien sich nach turbulenten Jahren allmählich im Aufbruch in eine bessere Zukunft zu befinden, als der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger mit seiner heftigen Brief-Attacke auf Vereinspräsident Claus Vogt all die Negativschlagzeilen auslöste, die den VfB seitdem einer Zerreißprobe aussetzen.

Hitzlsperger gesteht inzwischen Fehler ein, das ist gut. Und er zeigt offen, dass er leidet unter der für ihn sehr belastend gewordenen Situation, das ist zutiefst menschlich. Aber wenn er jetzt um Milde bittet, hätte er besser rechtzeitig darüber nachgedacht, wie es Claus Vogt gehen könnte, wenn dieser als Präsident derart eindeutig als VfB-Schädling abgestempelt wird.

Thomas Hitzlsperger hat viel Rückhalt verloren. Vielleicht nicht bei den wichtigsten Geldgebern, gewiss aber bei den Fans und in den Medien. Sollte er beim VfB keine zukunftsschädigende Belastung bleiben wollen, muss er seine Präsidentschafts-Ambitionen sofort beenden. Nur dann lassen sich die Risse im Gesamtgefüge des VfB vielleicht noch kitten. Sonst droht ein chaotischer und zerstörerischer Machtkrieg mit vielen internen Fronten.

Wochenlang war nichts zu hören von Thomas Hitzlsperger, dann ging es plötzlich ganz schnell. Der mächtig in der Kritik stehende Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart kündigte am Samstag nach dem Bundesligaspiel in Freiburg via Twitter an: "Morgen nehme ich zu einigen Punkten Stellung", denn "fast alles ist falsch gelaufen". Kurz vor 22 Uhr kam die Einladung zum Video-Pressegespräch. Am Sonntagvormittag um Elf ergriff Hitzlsperger das Wort.

Die "persönlichen Angriffe gegen mich" haben den Vorstandsboss des Fußball-Bundesligisten "extrem getroffen". Es sei so, "dass ich seit drei Wochen extrem Druck empfinde". Er sei, so Hitzlsperger, "überrascht über die Intensität und die Dauer der Anfeindungen und der Kritik".

Plötzlich steht vieles in Frage

Vom absoluten Liebling der VfB-Fans ist der frühere Meisterspieler binnen kürzester Zeit zum Zielobjekt böser Kommentare in den Sozialen Medien geworden. Das bereitet ihm Seelenschmerzen. Man sieht das auch auf dem Videobild, man muss ihm dafür nicht vor Ort direkt in die Augen blicken können. Hitzlsperger hadert, "dass plötzlich alles in Frage steht, was ich mein ganzes Leben lang gemacht habe".

Er ist von vielen erbosten Fans und auch in zahlreichen Medienkommentaren krachend abgewatscht worden für den Frontalangriff auf Vereinspräsident Claus Vogt in seinem offenen Brief kurz vor Silvester. Dass Thomas Hitzlsperger sich als Vorstandsvorsitzender der aus dem Verein ausgegliederten VfB-AG von der Mitgliederversammlung an 18. März als Präsident des e.V. wählen lassen möchte, ist ihm von vielen Kritikern als ungebührlicher Griff nach der Allmacht ausgelegt worden.

Uneinigkeit über Hitzelspergers Rolle in der Datenaffäre

Zudem ist Hitzlsperger zuletzt in der Affäre um vermeintlich rechtswidrig weitergegebene Mitgliederdaten auch nicht als Lichtgestalt dagestanden, sondern als einer, der die Aufklärung verschleiert oder behindert. Doch der Vorstandsboss betrachtet einige Darstellungen in den Medien als "unbegründet und falsch".

Der ungewollt von den Spitzenfunktionären des VfB an die Öffentlichkeit geratene Zwischenbericht der Kanzlei Esecon, die den Vorgang untersucht, sei genutzt worden, um ihn und sein Tun in ein schlechtes Licht zu rücken. Der "Stuttgarter Zeitung" sei deshalb durch einen Fachanwalt "eine Klage auf Unterlassung und Gegendarstellung" zugestellt worden.

Er sei, so Hitzlsperger, nicht gegen Transparenz in der Datenaffäre. Aber: "Ich habe eine Verantwortung und Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter." Sein Handeln bedeute "nicht, dass irgendwas verhindert werden soll".

Hitzelsperger bereut offenen Brief an Claus Vogt

Am Sonntagvormittag gibt Thomas Hitzlsperger ein Versprechen. "Wir werden, wenn es notwendig ist, Konsequenzen ziehen." Allerdings müsse der Abschlussbericht von Esecon abgewartet werden. Man könne auf der vorläufigen Basis "schnell öffentlich fordern, dass Köpfe rollen müssen", doch "das ist mir zu billig".

Hitzlsperger will erst einmal nur über die Datenaffäre reden, nicht über seine Präsidentschafts-Kandidatur. Dazu werde es "in den nächsten Tagen" Informationen geben, weil es momentan mit dem Vereinsbeirat als Gestalter des Prozesses "klar vereinbart ist, dass ich mich nicht zur Bewerbung äußere".

Die umfassende Verbalattacke auf Claus Vogt, die am Jahreswechsel zu einer sofortigen Schlammschlacht um die Macht geführt hatte, betrachtet Thomas Hitzlsperger inzwischen als großen Fehler. Auf Nachfrage der Heilbronner Stimme sagt er: "Das war nicht meine größte Sternstunde, das ist Fakt." In diesem Moment, als der offene Brief mit zahlreichen harsch formulierten Anklagen Richtung Claus Vogt entstand, sei er "unter extremer Anspannung" gewesen. Er habe sich da "verleiten lassen zu etwas, was ich so nicht mehr tun würde".

Jetzt sieht der Vorstandsvorsitzende seine "Hauptaufgabe" darin, "die Gemüter zu beruhigen". Auch sein eigenes Gemüt, seinen eigenen Seelenzustand. "Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es irgendwann Plakate gibt, auf denen ich bin und da /’/Spalter/’/ steht." Für Thomas Hitzlsperger war es ein sehr tiefer Absturz auf der Beliebtheitsskala. "Es gilt jetzt, das zu ertragen." Und die Menschen im VfB-Umfeld womöglich wieder davon zu überzeugen, "dass ich mit den richtigen Werten durchs Leben gehe".

Die Frage lässt keinen Spielraum für Ausflüchte: "Sind Sie noch der Mann der Zukunft?" Thomas Hitzlsperger sagt: "Ich bin definitiv bereit, weiter meinen Beitrag zu leisten." Er möchte gerne "noch sehr, sehr lange" Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart sein. Noch ist vollkommen unklar, zu welchen personellen Konstellationen die Brüche und Zerwürfnisse beim VfB führen werden. "Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, dass wir wieder in die richtige Richtung gehen", sagt Hitzlsperger. Er jedenfalls habe auch positive Rückmeldungen bekommen. "Sie sehen mich als den richtigen Vorstandsvorsitzenden." Darüber freut sich der 38-jährige Ex-Nationalspieler. "Das hilft mir sehr."

Bei Stürmern ist ja oft die Rede vom Ketchup-Flaschen-Effekt. Man wartet und wartet. Nix passiert. Es gelingt einfach kein Tor. Und dann kommt nach wenig urplötzlich ganz viel. Wie ist das aber bei einer Defensive wie jener der TSG Hoffenheim, die an den ersten 15 Bundesliga-Spieltagen immer mindestens ein Gegentor kassierte? Auf die Ketchup-Flasche übertragen heißt das: Der Deckel ist endlich mal drauf, fest verschraubt, endlich ist alles mal dicht.

Erst am 16. Spieltag blieb die Hoeneß-Elf beim 0:0 gegen Bielefeld ohne Gegentor, am 17. Spieltag (3:0 bei Hertha BSC) erneut. Was Trainer Sebastian Hoeneß seiner Mannschaft spendiert, wenn auf 180 Minuten ohne Gegentreffer an diesem Sonntag (18 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen den 1. FC Köln das dritte Bundesligaspiel mit weißer Weste folgt? "Die Jungs haben da selber Bock drauf, die brauchen keinen Anreiz", sagt Hoeneß, der das "gute Gefühl" vom 3:0 aus Berlin mit in den Rückrunden-Auftakt nehmen möchte.

Nach Quarantäre und langwieriger Wadenverletzung ist Rechtsverteidiger Pavel Kaderabek zurück

Besonders groß dürfte die Lust bei einem sein. Pavel Kaderabek. Erstmals seit dem dritten Spieltag wird der tschechische Nationalspieler zum Kader gehören und wohl sein Comeback geben. Auf eine Corona-Quarantäne folgte eine hartnäckige Wadenverletzung mit langer Zwangspause. "Die vier Monate waren sicher keine einfache Zeit für ihn", sagt Hoeneß, der sich auf die Zweikampfhärte seines Rechtsverteidigers freut, der in den vergangenen Jahren stets als Leistungsträger gesetzt war, die rechte Seite auf und ab marschierte.

Kaderabek soll Teil sein des Hoffenheimer Stabilitätspakts. "Die Arbeit seit Beginn des Jahres 2021 trägt Früchte", sagt Hoeneß. Aufgrund der vielen Spiele gab es zuvor kaum Zeit und Raum, an der Problemzone hinten zu arbeiten. "Wir sind stabiler. Personell, von den Abläufen her", findet Hoeneß. Fußball ist eben auch ein Kopfspiel. Das Hoffenheimer Spiel werde automatisch besser, je länger man ohne Gegentor bleibt. Die es zuvor in Regelmäßigkeit früh setzte, was in Berlin Torwart Oliver Baumann mit seinem gehaltenen Strafstoß (12. Minute) verhinderte. Hoeneß sieht es im Gesamtzusammenhang: "Stabilität ohne Ball erleichtert das Spiel mit Ball. Und Spielglück ist eben auch sehr wichtig. Man hat gemerkt, wie wir uns minütlich daran hochgezogen haben."

Apropos Glück. Das hatte auch bei allem Verletzungspech Kevin Vogt. Die in Berlin erlittene Schulterverletzung des Abwehrchefs hat sich als nicht so gravierend erwiesen und damit auch Folgen für die Transferplanungen der TSG. "Wenn Kevin Vogt länger ausgefallen wäre, dann hätte man sich tatsächlich Gedanken machen müssen", sagt Sebastian Hoeneß, weil ja auch die Innenverteidiger Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic und Kevin Akpoguma mittel- bis langfristig ausfallen.

Jacob Bruun Larsen steht vor einer Leihe zum RSC Anderlecht

Ein Winter-Abgang steht hingegen bevor: "Bei Jacob Bruun Larsen können wir es in den Raum stellen, dass es auf eine Leihe hinauslaufen wird", verriet Sebastian Hoeneß bei der digitalen Pressekonferenz. Der vor einem Jahr für neun Millionen Euro verpflichtete Offensivspieler steht vor einer Leihe zum belgischen Spitzenclub RSC Anderlecht. Bevor das Transferfenster am 1. Februar schließt, gastiert am Sonntag der 1. FC Köln in Sinsheim, der sich in ähnlicher Situation befindet wie die TSG Hoffenheim.

Unter der Woche wurde eine sportliche Krise mit einem glücklichen Auswärtserfolg (vorerst) beendet. Und damit auch (vorerst) die Diskussionen um die jeweiligen Trainer Markus Gisdol (Köln) und Sebastian Hoeneß (Hoffenheim). Hier wie dort ist vieles Kopfsache: "Sie hatten auch mental zu kämpfen, haben aber standgehalten", sagt Sebastian Hoeneß über das späte Kölner 2:1 bei Schalke 04. Beim TV-Studium ist dem TSG-Trainer aber nicht entgangen, "dass die Kölner bei beständigem Druck verwundbar sein können". Das gilt es nun zu nutzen. "Wir wollen am Sonntag unbedingt gewinnen", sagt Sebastian Hoeneß, der vor vier Monaten sein erstes Bundesligaspiel als Trainer mit einem 3:2-Erfolg beendete.

Rekord für Kramaric?

Trifft er schon wieder? Bei der TSG 1899 Hoffenheim werden am Sonntag gegen den 1. FC Köln noch mehr Augen als sonst auf Andrej Kramaric gerichtet sein. Der WM-Zweite von 2018 kann zum Rückrunden-Auftakt als erfolgreichster kroatischer Torschütze in die Bundesliga-Geschichte eingehen. Noch liegt er gleichauf mit Ex-Profi Ivica Olic (HSV, Bayern München, VfL Wolfsburg). Beide haben 72 Tore erzielt.

Pellegrino Matarazzo ist kein guter Schauspieler. Das 0:3 in Bielefeld, "das hat eine Strahlkraft, das war sehr wirksam", sagt der Trainer des VfB Stuttgart stirnrunzelnd über die höchste Saisonniederlage beim Mitaufsteiger. "Das war schmerzhaft, das hat man bei den Jungs und dem Trainerteam gespürt."

Ob denn der Schmerz schnell verschwindet, das entscheidet sich an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky), wenn der VfB Stuttgart beim SC Freiburg gastiert. "Ich bin sehr gespannt, wie schnell wir das abhaken", sagt Matarazzo und ruft das Ländle-Derby flugs zum Charaktertest aus. Dass gerade einmal 65 Stunden zwischen dem verkorksten Ende der Hinrunde und dem Anfang der Rückrunde liegen, könne ein Vor- , aber auch Nachteil sein. Die Erkenntnisse vom Alm-Abend bringt der Italo-Amerikaner auf den Punkt: "Wenn wir ans Limit gehen, dann sind wir gut. Ein, zwei Prozent weniger ist dann aber zu wenig."

Trainer Matarazzo sieht keinen Einbruch aufgrund der fehlenden Winterpause

Der Aufsteiger hatte zuvor nur gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte verloren und zum Saisonstart gegen den SC Freiburg. Danach ging man nur noch gegen Top-Teams wie Bayern München, Wolfsburg, Leipzig punktlos vom Platz. Und nun ein 0:3 in Bielefeld. Geht dem VfB nun die Luft aus, weil es praktisch keine Winterpause gab? "Ich habe noch nicht das Gefühl, dass es daran liegt. Wir sind in Bielefeld mehr gelaufen als im Durchschnitt. Das ist vielleicht auch ein Punkt, warum wir dort am Ende nicht mehr die Körner hatten wie zuletzt."

Dass etwas Qualität gefehlt habe, nämlich die beiden gesperrten Stürmer Nicolas Gonzalez und Silas Wamangituka, das lässt Matarazzo bei der Video-Pressekonferenz am Freitag eher indirekt durchblicken. Umso besser, dass beide in Freiburg in die Startelf zurückkehren.

Auch Routinier Gonzalo Castro wird wieder auf dem Platz stehen, in Bielefeld erhielt Philipp Förster den Vorzug. "Ich gehe davon aus, dass ihm die Pause gut getan hat", sagt der Trainer über seinen Kapitän. Weitere Wechsel sind möglich: Pascal Stenzel sah gegen Gladbach und in Bielefeld bei jeweils einem Gegentor nicht gut aus. Konstantinos Mavropanos und auch Atakan Karazor könnten in die Abwehrkette rücken, diese stabilisieren. Spielgestalter Daniel Didavi ist im Kalenderjahr 2021 noch ohne Startelf-Einsatz. Es mangelt also nicht an personellen Alternativen.

VfB und SCF kennen sich inzwischen bestens - vier Duelle seit September

Zum vierten Mal innerhalb von 126 Tagen stehen sich der VfB und der SC Freiburg an diesem Samstag gegenüber. "Es fühlt sich tatsächlich so an, als ob man alle paar Wochen gegen Freiburg spielt", sagt der VfB-Trainer. Dem 2:3 zum Saisonstart folgte ein 3:0 in einem Testspiel in der Oktober-Länderspielpause. Kurz vor Weihnachten zog der VfB durch ein 1:0 im DFB-Pokal ins Achtelfinale ein. "Das war eins von den zwei Pflichtspielen ohne Gegentor", erinnert sich Pellegrino Matarazzo. Ein drittes ohne Gegentreffer wäre nicht nur in seinem Sinne.

Denn erstmals gab es nach dem 0:3 in Bielefeld auch Fan-Kritik am Trainer und dessen Personalauswahl. "Ich bekomme das mit, ich bin aber nicht nach jedem Spiel direkt in den sozialen Medien unterwegs", sagt er: "Ich merke es schon, dass es im Umfeld extreme Höhen und Tiefen gibt. Das ist der VfB, damit muss man umgehen. Wichtig ist, dass die Mannschaft nicht destabilisiert wird."

Das gilt auch für das vereinspolitische Tohuwabohu, den Datenskandal, den Knatsch zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt. "Ich agiere als Filter, was das angeht", versucht der Trainer alles vom Team fern zu halten. Er schaue auf seinen Verantwortungsbereich, betont Matarazzo - und meint damit die Mannschaft. Dieser Job ist in der Stuttgarter Mercedesstraße selbst nach einem 0:3 in Bielefeld wohl der wesentlich dankbarere.

Geduldspiel

Beim Hohenloher VfB-Talent Lilian Egloff ist aufgrund eines Knochenödems immer noch Geduld gefordert. "Er ist immer noch in Reha. Das Ödem bereitet weiterhin Probleme. Wir haben es mit Einlagen probiert, aber er hat immer noch Schmerzen", sagt VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. "Ich hoffe, dass er in den nächsten ein, zwei Wochen zu uns stoßen kann."

"Wir haben noch keine weitere Nachricht erhalten, nicht vom Württembergischen Fußballverband und auch nicht von unserem Staffelleiter", sagt Manfred Geier, Abteilungsleiter des Landesliga-Vorletzten SV Leingarten.

Nach der Verlängerung des Coronavirus-Lockdowns bis zum 14. Februar wartet man auch beim Tabellendritten Türkspor Neckarsulm sehnlichst auf ein Zeichen des WFV, wie die weiteren Saisonplanungen aussehen könnten. Nach knapp elf Wochen Spiel- und Trainingspause wächst die Ungeduld.

"Irgendwann muss sich ja irgendjemand bei uns melden", hofft Geier, dass dies nächste Woche passiert. Eine klassische Runde ist nicht mehr möglich, auch die Variante nach einer Hinrunde die Staffel aufzuteilen und in je einer Auf- und Abstiegsrunde Meister, Relegationsteilnehmer und Absteiger zu ermitteln, gerät nach der Verlängerung des Lockdowns ins Wanken.

Welcher Modus? Welcher Termin? - Es ist Geduld gefragt

Die Vereine üben sich weiter in Geduld, müssen wohl bis Anfang Februar warten, ob dann die politischen Entscheider den Mannschaftssport im Amateurbereich nach dem 14. Februar wieder gestatten. Spätestens dann muss auch der WFV zielführend handeln. Bis in drei Wochen sollte Klarheit herrschen, ob die Playoff-Playdown-Variante noch realistisch ist, oder, ob in dieser Saison nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt werden kann.

Leingarten wie Türkspor haben bisher elf von 18 Hinrunden-Begegnungen absolviert, sechs andere Vereine kommen auf erst zehn. Nur drei Mannschaften haben bisher alle zwölf angesetzten Partien gespielt. "Es dürfte darauf hinauslaufen, nur eine Saisonhälfte zu spielen, für Playoffs wird die Zeit wohl zu knapp", spekuliert Geier, auch weil den Vereinen ausreichend Zeit für Trainingsmaßnahmen gegeben werden muss.

"In der letzten Video-Konferenz vor Weihnachten wurden uns vom WFV vier Wochen Vorbereitung zugesagt. Nur zwei Wochen, das funktioniert nicht, auch wenn unsere Spieler aktuell mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet sind. Die fußballspezifischen Einheiten fehlen aber."

Allerorten Frust über die unklare Situation

Und so ist mit Punktspielen nicht vor Mitte März zu planen. Da die Saison bis zum 20. Juni abgeschlossen sein muss, blieben wohl nur zwölf Wochen für den weiteren Spielbetrieb - bei bis zu acht Hinrunden-Begegnungen plus nochmals ebenso viele im Playoff-Playdown-Modus.

"Die Situation ist alles, nur nicht zufriedenstellend", macht sich bei Kushtrim Lushtaku allmählich Frust breit. "Jeder von uns vermisst den Fußball. Ich hoffe, dass sich noch alle an die Trainingspläne halten, denn irgendwann schwindet die Lust immer nur zu laufen." Dem Türkspor-Spielertrainer ist es allmählich egal, wie die Saison zu Ende gebracht wird. "Hauptsache es wird überhaupt nochmals gespielt."

Keine Neuzugänge, keine Abgänge - aktuell gibt es weder beim SV Leingarten noch in Neckarsulm Veränderungen im Kader. Während beim SVL auch weiterhin nichts geplant ist, könnte sich bei Türkspor noch etwas tun. "Wir werden nächste Woche darüber sprechen", sagt Lushtaku. Stürmer Seba Öztürk ist nach seiner Knieoperation (Knorpelschaden) derzeit mit Reha-Maßnahmen beschäftigt und kann noch keine Laufeinheiten absolvieren.

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