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Die TSG Hoffenheim entwickelt immer mehr einen gehörigen Heimkomplex. Das 2:4 (1:1) gegen den FC Augsburg am Freitagabend war bereits die vierte Niederlage im achten Bundesliga-Heimspiel dieser Saison. Immer garniert mit reichlich Gegentoren.

Erneut kassierten die Kraichgauer zu viele Gegentore, dabei steckt doch die Null selbst im Stadionname der Pre-Zero-Arena. Mindestens drei Mal holte Hoffenheims Torwart Oliver Baumann auch schon gegen den SC Freiburg (0:3), Borussia Mönchengladbach (0:3) und den FSV Mainz 05 (1:5) den Ball aus dem Netz. Nun waren es wieder vier Gegentore. "Wir haben die Dinger vorne nicht gemacht. Wir haben hinten vier Fehler gemacht und vier Dinger gekriegt", sagte Sebastian Rudy im Streamingdienst DAZN. "Bis auf die Chancenauswertung war das ein sehr gutes Spiel von uns."

Frühes Gegentor und eine schnelle Antwort

Bereits vor der Partie hatte Dennis Geiger angekündigt: "Wir wollen uns besser präsentieren als in den vergangenen beiden Heimspielen". Der FC Augsburg hatte jedoch andere Pläne. Zudem patzten nach elf Minuten die Gastgeber das erste Mal. Florian Grillitsch verlängerte per Kopf unglücklich in den Laufweg von Florian Niederlechner. Der Augsburger Angreifer düpierte nicht nur TSG-Verteidiger Kevin Akpoguma, sondern hatte auch noch den Blick für den mitgelaufenen Philipp Max, der nur noch ins Tor einschieben musste. 1:0 für Augsburg. Doch die TSG Hoffenheim antwortete im Sinsheimer Schnürlesregen schnell. Nach einer schnellen Passstafette kam Robert Skov 16 Meter vor dem Tor frei an den Ball. Sein strammer Spannschuss setzte auf und schlug zum 1:1 (14.) im Augsburger Tor ein.

Hoffenheim kontrollierte fortan die Partie mit mächtig viel Ballbesitz, aber nicht alle im Blaumann hatten sich unter Kontrolle. Rekordeinkauf Diadie Samsekou stand gelbverwarnt bereits früh vor einem Platzverweis. Deshalb nahm Trainer Alfred Schreuder den Mittelfeldmann nach nicht einmal 30 Minuten vom Feld und brachte Dennis Geiger für ihn.

Foulelfmeter bringt Hoffenheim auf die Verliererstraße

Vier Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte machte sich Hoffenheim erneut das Leben schwer. Wieder einmal im Fokus: Kevin Akpoguma. Der 24-Jährige foulte Niederlechner im Strafraum. Schiedsrichterin Steinhaus zeigte auf den Elfmeterpunkt. Philipp Max ließ Oliver Baumann keine Chance - 2:1 für den FCA.

Wie schon beim 1:5-Debakel gegen Mainz war die TSG Hoffenheim viel zu leicht auszukontern. Ein Bebou-Ballverlust an der Mittellinie reichte, um die Kraichgauer zu knacken. Der simple Augsburger Erfolgsplan: Steilpass Niederlechner, Abschluss Fredrik Jensen - 3:1 für Augsburg nach gerade einmal 56 Minuten. Hoffenheim war vor den offiziell 23 309 Zuschauern von diesen beiden Wirkungstreffer lange geschockt.

Zehn Minuten vor Schluss landete eine Flanke von Robert Skov auf dem Kopf des eingewechselten Jürgen Locadia. Der Anschlusstreffer zum 2:3 in der 80. Minute. Die Co-Produktion der beiden Sommer-Neuzugänge sorgte für neue Hoffnung. Aber nur kurz. Die aufgerückten Gastgeber fingen sich sogleich den nächsten Konter. Nach 85 Minuten flüchteten viele TSG-Fans aus der Arena.

1899 Hoffenheim: Baumann - Kaderabek (71. Baumgartner), Akpoguma, Bicakcic (61. Locadia), Skov - Samasskou (29. Geiger), Grillitsch - Rudy - Bebou, Kramaric, Adamjan

FC Augsburg: Koubek - Lichtsteiner (86. Uduokhai), Gouweleeuw, Jedvaj, Max (90.+4 Hahn) - R. Khedira, Baier - M. Richter, Iago - Niederlechner, Jensen (81. Cordova)

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover) Zuschauer: 23 309

Tore: 0:1 Max (11.), 1:1 Skov (14.), 1:2 Max (51./Foulelfmeter), 1:3 Jensen (56.), 2:3 Locadia (80.), 2:4 Iago (85.) Beste Spieler: Skov /Niederlechner.

Es war kein goldener Herbst für die Neckarsulmer Sport-Union. Nach zuletzt nur drei Punkten aus acht Saisonspielen bei fünf Niederlagen hat sich die NSU als Tabellen-16. in die Winterpause verabschiedet. Noch nie war die Bilanz in der fünfthöchsten Spielklasse nach 19 Partien miserabler. Das Vertrauen in das Leistungsvermögen des Teams ist aber weiterhin da. Gründe, sich Sorgen zu machen, gibt es dennoch.

"Wir hätten uns schon einen besseren Platz gewünscht", fällt für den Neckarsulmer Trainer Marcel Busch die Zwischenbilanz bescheiden aus. "Gut gespielt, schlecht gespielt. Zu Anfang der Saison gab es Höhen und Tiefen." Highlights waren die überzeugenden Vorstellungen bei den Siegen gegen den VfB Stuttgart II und beim damaligen Tabellenführer 1. Göppinger SV. "Hintenraus haben zwar die Leistungen gestimmt, aber von den Ergebnissen her hat es nicht gepasst. Der bisherige Saisonverlauf ist daher negativ zu bewerten."

Für Schönrederei ist kein Platz mehr

Es ist trügerisch, verlorenen Punkten nachzutrauern und zu sagen, man habe gut gespielt. Für Schönrederei ist aktuell kein Platz. "Wir müssen alles deutlich ansprechen", ist sich Busch bewusst, wo der Hebel anzusetzen ist. "Wir haben gegen Mannschaften auf Augenhöhe zu viele Punkte liegen lassen. Da müssen wir den Finger in die Wunde legen."

In der Oberliga-Premieren-Saison 2016/2017 stand die NSU nach 19 Begegnungen auf Rang sieben mit 30 Punkten und 31:24 Toren. In den verbleibenden 15 Partien kamen weitere 31 Zähler hinzu, was den sensationellen dritten Platz bescherte. In der Runde 2017/2018 waren es zum selben Zeitpunkt 33 Punkte (40:22 Tore) und Position vier. Eine katastrophal verlaufene Restsaison brachte lediglich weitere zwölf Zähler und Rang zehn. 2018/2019 standen nach 19 Duellen 23 Punkte (Platz 13 und 25:32 Tore) auf der Habenseite. 24 Zähler kamen bis Spieltag 34 hinzu, was erneut auf Platz zehn führte. Aktuell überwintert Neckarsulm als Drittletzter mit 20 Punkten (17:26 Tore).

Neckarsulm mit dem erfolglosesten Oberliga-Sturm

Es ist die schlechteste Zwischenbilanz im vierten Oberliga-Jahr. Die Sport-Union glänzt in der höchsten Spielklasse in Baden-Württemberg zwar mit der siebtbesten Abwehr, beklagt aber zusammen mit Schlusslicht SV Sandhausen II die erfolgloseste Offensive. Vor allem auswärts klemmt es beim Abschluss. In zehn Spielen auf fremden Geläuf gelangen nur fünf Treffer. Die Rekord-Negativserie von acht sieglosen Partien ließ die NSU von Rang acht auf 16 abstürzen. Die Abwehr-Statistik ist die eines Vereins aus dem vorderen Tabellenmittelfeld, die Offensiv-Bilanz die eines Absteigers. "Es wurden im Gesamten viele Pässe schlecht gespielt und klare Chancen kläglich vergeben, das ist deutlich verbesserungswürdig", klagt Marcel Busch. "Das hat in der Summe zu vielen Niederlagen gegen schwächere Gegner geführt. Wollen wir in der Liga bleiben, müssen wir nach der Winterpause gegen solche Mannschaften gewinnen."

Neuzugänge sind geplant, sofern es finanziell und sportlich passt

Es sind die Punktverluste gegen den TSV Ilshofen (17. Platz, 0:3), SV Sandhausen II (18./0:3), CfR Pforzheim (10./1:1), SGV Freiberg (14./1:1 und 0:0), Spfr Dorfmerkingen (12./1:1), SV Linx (13./0:0) und SSV Reutlingen (11./1:2), die schmerzen. Gegen Vereine aus der zweistelligen Tabellenregion wurden nur elf von 30 möglichen Zählern geholt. Siege gegen Gegner aus der unteren Hälfte des Tableaus gab es nur gegen Rielasingen-Arlen (15.) und im Hinspiel gegen Dorfmerkingen zu bejubeln. "Vier, fünf Punkte dürften es mehr sein. Die hätten uns gut getan, um mit größerem Selbstvertrauen in die zweite Saisonhälfte starten zu können." Ob sich die NSU über den Jahreswechsel personell verstärken, ist offen. "Im Moment sehe ich keine potentiellen Neuzugänge", sagt Busch. "Es ist schon angedacht, einen oder zwei Spieler zu holen. Aber es muss sportlich und finanziell passen."

Bei allen Sorgen, das Potenzial für den Klassenerhalt ist in Neckarsulm vorhanden. War es der Herbst nicht, so muss nun der Frühling ein goldener werden.

Alljährlich im Dezember werden in den Fußballbezirken des württembergischen Fußballverbandes ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder für ihr Wirken mit dem DFB-Ehrenamtspreis und in der Aktion Fußballhelden ausgezeichnet. Zudem wird der Vereinsehrenamtspreis verliehen. Die Ehrungsveranstaltung des Fußballbezirks Unterland wurde am Sonntag im Sportheim des TGV Dürrenzimmern durchgeführt. Als Vertreter des WFV überreichten der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Knut Kircher, sowie vom Bezirk Unterland der Bezirksvorsitzende Ulrich Preßler und der DFB-Ehrenamtsbeauftragte Harald Pfeifer die Urkunden und Preise an die Geehrten.

Harald Pfeifer hebt die Wichtigkeit der Mitarbeit im Verein heraus

"Bei dieser Veranstaltung wird deutlich, wie viele Menschen sich Woche für Woche für ihren Fußballverein in der unterschiedlichsten Art und Weise engagieren. Diese Arbeit ist unbezahlbar und ohne diese vielen Helferinnen und Helfer würde der Ball schon lange nicht mehr rollen", hebt Pfeifer hervor. Aus den zahlreichen Meldungen der Unterländer Vereine wurde Andrea Kirchner vom TSV Biberach zur Bezirkssiegerin 2019 gekürt.

Die 60-jährige Biberacherin ist seit rund 30 Jahren ehrenamtlich im Verein tätig, steht seit 1990 Woche für Woche auf dem Trainingsplatz und leitet das Training der Bambinis. 2004 übernahm sie als Jugendleiterin weitere Verantwortung und organisiert darüber hinaus das jährliche Hallenturnier mit rund 50 teilnehmenden Mannschaften sowie weitere Vereinsfeste.

Erst zuschauende Mutter, dann Trainerin und Jugendleiterin

"Angefangen hat es mit meinem Sohn Dominik. Erst als zuschauende Mutter, dann als Trainerin", erzählt Andrea Kirchner, dass sie seit jener Zeit ein Großteil ihrer Freizeit auf dem Fußballplatz oder in Sporthallen verbringt. Ihre Mitarbeit im Verein zieht sich seitdem durch "wie ein roter Faden". Sie hat den Spaß an ihrem freiwilligen Wirken nie verloren. "Soziales Engagement ist für mich ganz wichtig. Es ist die Herausforderung, meinen Verein in einer sich verändernden Gesellschaft zu begleiten, die mich begeistert."

Als Anerkennung wird die Biberacherin vom WFV zu einem Dankeschön-Wochenende in eine Sportschule mit Besuch eines Bundesligaspiels eingeladen. Vom Deutschen Fußball Bund wurde sie sogar für ein Jahr in den Club-100 berufen. Verbunden ist die DFB-Auszeichnung mit einer Wochenendreise samt Besuch eines Länderspiels.

Zum fünften Mal war der Wettbewerb "Junge Fußballhelden" ausgeschrieben. Bezirkssieger wurde Dominik Kübler vom TSV Untergruppenbach. Der 28-Jährige brachte sich im Verein zunächst als Aktiven-Spielleiter und Jugendtrainer ein und ist seit 2018 Jugendleiter. Als Dankeschön wird er im Sommer 2020 vom DFB auf eine fünftägige Bildungsreise nach Santa Susanna (Spanien) eingeladen.

Scheck über 1000 Euro und Ausrüstungsgegenstände im Wert von 2500 Euro

Mit dem ersten Platz beim Vereinsehrenamtspreis wurde der TGV Dürrenzimmern für seine vorbildlichen Leistungen im Jugend- und Aktivenbereich ausgezeichnet. Der Verein erhielt neben einem Scheck über 1000 Euro eine Vielzahl an hochwertigen Ausrüstungsgegenständen im Gesamtwert von 2500 Euro. Erstmals wurde in diesem Rahmen ein Sonderpreis (500-Euro-Gutschein von Sport Böckmann) für herausragende Leistungen im Jugendbereich vergeben. Dieser ging an den TSV Erlenbach.

Am Ende der Veranstaltung wurde auch Pfeifer selbst geehrt. Ulrich Preßler überreichte ihm die Verbands-Ehrennadel in Silber. Harald Pfeifer ist im Bezirk Unterland seit 2003 Referent für Breiten- und Freizeitsport und seit 2006 Ehrenamtsbeauftragter.

Weitere geehrte Preisträger

Ehrenamtspreis (DFB-Uhr): Mustafa Ertürk (Türk. Neckarsulm, Ex- Vorstand Türkiyemspor Obereisesheim), Eva Lena Geiger (TGV Dürrenzimmern), Markus Schweizer (FSV Schwaigern), Jürgen Baumann (TSV Nordhausen), Sven Haaf (FC Obersulm), Michael Dieffenbach (TSV Heinsheim), Hasan-Fazil Kocak (TSV Willsbach). Regina Lang (ASV Heilbronn).

Junge Fußballhelden (100 Euro-Bildungsgutschein): Leon Merkle (FSV Schwaigern), Amine Skali (FC Obersulm).

Vereins-Ehrenamtspreis: 2. Platz (Aufenthalt für 18 Personen in einem Hotel der JUFA-Gruppe) an Spfr Lauffen (vertreten durch Steffen Baumann), 3. Plat z (500-Euro-Gutschein von Sport Böckmann) an FC Kirchhausen (vertreten durch Tobias Wentzke). tok

Die Erleichterung in Stuttgart, um Stuttgart und um Stuttgart herum ist auch am Tag danach noch greifbar. Der emotionale 3:1 (0:1)-Erfolg des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg vom Montagabend lässt viele Menschen aufatmen - die Art und Weise des Sieges ist sekundär. So sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Kraftakt: "Spiel gedreht. Drei Punkte. Gleichgezogen mit dem Hamburger SV." Das sind drei Aspekte zum wichtigen Dreier, der in der Tabelle der 2. Bundesliga die Rückkehr auf Relegationsrang drei ermöglicht hat:

"VARrio Gomez"

Die Erleichterung beim VfB war nach dem Schlusspfiff nicht nur im Gesicht des Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger abzulesen, sondern auch am Twitter-Gewitter. "Haben wir das Spiel wirklich 3:1 gewonnen oder kommt gleich noch der nächste #VAR?", twitterte Hitzlsperger in Anspielung an die Wahnsinnsquote der Stuttgarter: Dem VfB wurden innerhalb von acht Tagen fünf Tore durch den sogenannten Video Assistant Referee (VAR) aberkannt. An allen war Mario Gomez beteiligt: Den drei Abseitstreffern von Sandhausen folgten gegen den Club ein Foulspiel des Stürmers, das den Ausgleich von Wataru Endo verhinderte (28. Minute), sowie ein weiterer eigener Abseitstreffer (32.). Heidenei!

"Der Videobeweis verändert den Ablauf des Spiels komplett", merkte Sven Mislintat an, "wir waren diese Saison bisher extrem betroffen." Sehr häufig mache der Videoschiedsrichter das Spiel gerechter, "wenn er sauber und korrekt eingesetzt wird". Man dürfe nicht vergessen: "Das ist das erste Jahr des VAR in der zweiten Liga." Wer das Spiel auch dank eines vom Videoschiedsrichter erkannten Handelfmeters gewinnt, kann auf Gomez" skurrile Serie mit Milde schauen. "Gestatten, VARio Gomez", twitterte der VfB zu zwei Fotos des jubelnden Stürmers, der mit dem 2:1 sein zweites Saisontor erzielte. Wieder sagte der 34-Jährige nach dem Spiel nichts, ließ lieber seine Aktionen beziehungsweise Mitspieler sprechen: "Die Vorarbeit von Mario zu meinem Tor war sensationell", lobte Philipp Förster, dem das 3:1 (72.) glückte.

Die Trainer-Frage

Die Trainer-Frage hätte sich im Falle einer Niederlage natürlich nicht gestellt. Sven Mislintat lächelte das Thema weg und sagte: "Ich bin sehr, sehr froh, dass wir ein eingespieltes Trio sind." Damit meinte der Manager sich, Vorstandschef Hitzlsperger und eben Trainer Tim Walter. Der habe sich, so Mislintat, nicht anders verhalten als sonst. So sei beispielsweise die Halbzeitansprache klar und ruhig gewesen. "Das hat er super gemacht." Klar werde im Trio auch mal kontrovers diskutiert. "Wir wollen hier eine gewisse Kultur schaffen", sagte Mislintat. "Und da gehören Diskussionen dazu." Wenn man verloren habe, werde das regelmäßige Treffen des Trios in den Medien als Krisensitzung bezeichnet. Wenn man gewinne, sei alles ganz normal.

Tim Walter war jedenfalls extreme Erleichterung anzumerken, als er sagte: "Ich mache meinen Job sehr gerne, die Jungs auch. Toll, wie sie heute zurückgekommen sind."

Fehlerbild

Gegen Nürnberg ist es wieder passiert: ein frühes Gegentor, "bei dem wir nicht wach sind" (Walter). Gegen Wiesbaden, den HSV, Osnabrück und Sandhausen gingen die Spiele nach einem frühen Gegentor verloren. Dank einer riesigen Leistungssteigerung diesmal nicht. "Wenn man die zweite Halbzeit gesehen hat", sagte Philipp Förster, "verstehe ich nicht, warum man von einer Krisensituation redet." Natürlich steckt der VfB in einer Krise, wenn er nur Tabellenvierter ist. Zu den Themen Druck und Trainerdiskussion ergänzte Philipp Förster: "Das interessiert uns eigentlich gar nicht."

Scheinbar schon. Der VfB wusste mal wieder nicht viel mit seinen 74 Prozent Ballbesitz anzufangen. Es gab viel Leerlauf, Missverständnisse. Tim Walter sagte: "Man hat uns am Anfang angemerkt, dass wir ein bisschen nervös waren." Ja, der VfB muss am Ende dieser Saison aufsteigen. Sonst kommt eine große Sparwelle. Sven Mislintat sagt auch deshalb: "Am Montag müssen wir in Darmstadt einen Dreier ziehen." Da gibt es keine drei Meinungen.

Nach der insgesamt dritten Absage des FC Winnenden II am heutigen 8.12.2019 gegen den SV Hertmannsweiler wurde der FC Winnenden II disqualifiziert. Damit entfallen die restliche Spiele. Die bisher ausgetragenen Spiele werden aus der Wertung genommen. Die Tabelle auf fussball-in-bw.de wurde bereits berichtigt.

 

Das Missfallen war nicht zu überhören. Drauf gepfiffen, das war das Motto etlicher Hoffenheimer Stadionbesucher beim 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Selbst bei einer 1:0-Führung für die TSG 1899 Hoffenheim: Pfiffe. "Dafür habe ich keine Erklärung", sagt Ex-Trainer Julian Nagelsmann, der sich einst auch schon übers anspruchsvolle TSG-Publikum echauffierte.

Vor dem Heimspiel gegen seinen ehemaligen Verein an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) sagt der Leipziger Trainer über seinen neuen Lebensmittelpunkt: "Die Leute sind sehr zufrieden und mit viel weniger glücklich als in Hoffenheim."

Junge Clubs mit kurzen Entscheidungswegen

Die TSG Hoffenheim und die Rasenballsportler aus Leipzig sind beides junge Clubs in der deutschen Beletage, beide erlebten dank opulenter finanzieller Unterstützung einen schnellen Aufstieg. "So unterschiedlich sind die Vereine gar nicht", hat Nagelsmann nach wenigen Monaten in Leipzig festgestellt. Das große Plus dabei im Vergleich zu so manchem Traditionsverein: "Es sind jeweils kurze Entscheidungswege. Man kann etwas unter vier oder sechs Augen entscheiden. Man muss nicht über 15 Ecken gehen." Einen Nachteil gibt es aber auch in Leipzig. Es fehlt an einer gemeinsamen Kantine, die Profis sind im Gegensatz zum Kraichgauclub vom Rest getrennt. "Wir sehen die anderen kaum", sagt Nagelsmann.

Während er mit Hoffenheim in der Vorsaison am Spagat Bundesliga/Champions League scheiterte, gelingt der nun in Leipzig spielerisch leicht. "Ein großer Unterschied ist, dass wir hier viele Spiele mit ein bisschen mehr Selbstverständnis gewinnen. In Hoffenheim haben wir extrem an unsere Grenzen gehen müssen und sehr viele Chancen gebraucht, um einen Treffer zu erzielen. Es waren letzte Saison neun Chancen für ein Tor.

Leipzig ist die konterstärkste Mannschaft der Liga

Bei RB brauchen wir diese Saison zwei Topchancen für ein Tor", blickt Nagelsmann zurück. Die Stärken der Sachsen sehen dabei so aus: "Wir sind sehr variabel und haben aktuell die konterstärkste Mannschaft der Bundesliga", sagt Nagelsmann, der zudem auf 18 Tore aus dem Passspiel heraus verweisen kann. Der zweitbeste Wert der Liga.

Patzt Borussia Mönchengladbach daheim gegen die Bayern, winkt Leipzig am Wochenende sogar die Tabellenspitze. "Die ist jetzt nicht interessant. Es ist reizvoll am 34. Spieltag ganz oben zu stehen", sagt der 32-Jährige.

Sohn Maximilian spricht mehr Englisch als Sächsisch

Der Hype um den jüngsten Trainer der Liga wird nicht kleiner. "Solange es positive Nachrichten sind oder negative, bei denen die Fakten stimmen, habe ich damit kein Problem. Das ist einfach so in diesem Beruf, wenn man erfolgreich ist und noch dazu jung. Dann gibt es diesen Kult eben. Damit muss man klar kommen", sagt er. Sohnemann Maximilian ist das egal. Als sein Vater ihm vor einem Jahr erstmals vorspielte, wie die Menschen in seiner neuen Heimat denn so sprechen, da sagte der mittlerweile fast Fünfjährige, dass er so nicht sprechen wolle.

"Im Kindergarten sprechen sie nicht allzu viel Sächsisch. Er hat eine englische Erzieherin und spricht mehr Englisch als Sächsisch. Er fühlt sich sehr wohl. Das ist das Wichtigste. Und: Er spricht noch immer viel Badisch", sagt Nagelsmann und lacht. Englisch? Ist das schon die Vorbereitung für einen Umzug auf die Insel, wenn der Papa mal in der Premier League trainiert? Beim Englischniveau liegt der Papa noch vorne. "Ein bisschen", sagt Nagelsmann und lacht.

Das Jahr des 70-jährigen Geburtstages der Sportfreunde Tiefenbach, es endet mit einer Katastrophe. In der Nacht auf Samstag ist mit dem Vereinsheim das gesellschaftliche Herzstück des Vereins abgebrannt. Das Werk von vielen tausend Helferstunden − der Umbau Anfang der 90er Jahre wurde in Eigenleistung erstellt − ist zerstört. In diesen Tagen erreicht den Verein eine Welle der Hilfsbereitschaft. Vereine aus dem Unterland unterstützen die Sportfreunde mit Spenden.

Ohne zu zögern bot die mit den Tiefenbachern befreundete Spvgg Oedheim Hilfe an. Spontan spendete der A2-Vertreter sämtliche Einnahmen vom vergangenen Heimspielwochenende gegen die SGM Höchstberg/Tiefenbach an den Kontrahenten. "Wir haben dieses Aktion am Samstag ins Leben gerufen", erzählt der Oedheimer Matthias Toth.

Übergabe der Spenden im Oedheimer Sportheim

Mit dem SC Amorbach, der SGM Stein/Neuenstadt/Kochertürn, SV Lampoldshausen, Spvgg Möckmühl und dem VfL Obereisesheim haben sich fünf weitere Vereine der Spendenaktion angeschlossen. Am Donnerstagabend trafen sich Vertreter aller sechs Clubs im Sportheim in Oedheim und überreichten das Geld an die Tiefenbacher Sportskameraden. "Wir haben die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sowie den Gewinn aus unserem Wurstverkauf aus dem Heimspiel gegen den TSV Hardthausen gespendet", erzählt SCA-Abteilungskassier Birgit Schoch. "Leider waren am Sonntag aufgrund des Wetters nicht so viele Zuschauer da. Wir haben daher den Betrag von der Fußball-Abteilung aus aufgerundet."

Ein siebter unterstützender Verein gesellt sich an diesem Wochenende noch hinzu. "Diesem Beispiel wollen wir, die Spfr. Untergriesheim, folgen", teilt Markus Öller, stellvertretender Vorstand in Untergriesheim, mit. Am Sonntag wird zunächst die SGM Stein/Neuenstadt/Kochertürn II um 12.15 Uhr an der Jagst zu Gast sein, bevor um 14 Uhr das Bezirksliga-Spiel gegen den FC Union Heilbronn angepfiffen wird.

Auch auswärts spielende Vereine wollen spenden

Der TGV Dürrenzimmern hat ebenfalls angekündigt, die Eintrittsgelder am bevorstehenden Sonntagsspiel zu spenden. Türkspor Neckarsulm und der SV Schluchtern spielen zwar auswärts, doch auch diese beiden Clubs werden Tiefenbach eine Spende zukommen lassen. "Wir freuen uns extrem über diese Unterstützung", ist Spfr-Abteilungsleiter Florian Rupp von der Hilfsbereitschaft der Unterländer Fußballer überwältigt. "Das ist einfach überragend, was da in kürzester Zeit passiert ist."

Seit der Saison 2014/2015 kooperieren die Tiefenbacher Fußballer in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Höchstberg. Die Heimspiele wurden im Wechsel auf beiden Sportplätzen ausgetragen. "Schwer zu sagen, wie es jetzt weitergeht. Aber ich gehe davon aus, dass zumindest in dieser Saison bei uns nicht mehr trainiert und gespielt werden kann", berichtet Rupp.

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