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Jeder Mensch ist eitel. Da sind Profi-Fußballer keine Ausnahme. Aus der Entfernung betrachtet sieht der Hinterkopf von Lukas Rupp nach einem Friseurunfall aus. Da ist vielleicht einer dieser berühmten Fußballer-Coiffeure mit dem Rasierer ausgerutscht. Kann ja mal passieren. Oder gar Absicht sein. Der Blick aus der Nähe verrät jedoch: kreisrunder Haarausfall. "Durch Stress ausgelöst, eine Immunschwäche", sagt Hoffenheims Fußballprofi Lukas Rupp, der offen damit umgeht: "Ich schätze, dass es mit meiner Verletzung zu tun hat."

Den Winter über verdeckten längere Haare die kahle Stelle. Im Sommer, bei 30 Grad wie in diesen Tagen im Trainingslager in Oberösterreich, muss auch bei Lukas Rupp eine Kurzhaarfrisur her.

Kopfkino nach dem Kreuzbandriss

Rupp war bei Hautärzten. Schmieren und Salben hilft nun allenthalben. Die Haare wachsen nach. Der Auslöser für den Haarausfall ist schon lange her. Am 5. Mai 2018 riss in seinem linken Knie das Kreuzband. Ein Knall. "Ich wusste sofort, dass etwas kaputt ist." Ausgerechnet in der Partie bei seinem Ex-Verein VfB Stuttgart. "Früh im Spiel, ohne Fremdeinwirkung", erinnert sich der Weinheimer. Nach dem Schock beginnt das Kopfkino: "Du hast im Kopf: Passiert das wieder?"

Durch Rückschläge wurde es eine insgesamt mehr als einjährige Leidenszeit. "Es war eine harte Zeit", sagt Rupp. Am 34. Spieltag in Mainz ging sein Kurz-Comeback 24 Minuten vor Spielschluss unter − weil Hoffenheim selbst 2:4 unterging und die Europa League verpasste. Klar ist nach der langen Leidenszeit: "Das Knie ist nicht wie vorher. Ich glaube auch nicht, dass es wieder so wird. Das ist für mich auch okay mittlerweile", sagt Rupp.

So ein Kreuzbandriss hinterlässt ja nicht nur seine Spuren im Knie. Sondern vor allem im Kopf. Bei Rupp sogar sichtbar am Hinterkopf. "Im Spiel denke ich überhaupt nicht daran", sagt der Hoffenheimer Mittelfeldmann. Das ist nach dem Aufstehen anders. "Ich merke das Knie vorm Training. Es zwickt in der Streckung und Beugung."

Präventives Training

In einer Handy-App müssen die Hoffenheimer Spieler nach dem Aufstehen eintragen, wie es ihnen geht. "Da gibt es nur eine Skala, keine Bemerkungen", sagt Lukas Rupp über das Feedback für die Athletik-Trainer via Smartphone. "Wenn du einen freien Tag möchtest, dann gibst du überall eine Null ein", witzelt Lukas Rupp. Macht er natürlich nicht. Im Gegenteil. Rupp arbeitet mit einem eigenen persönlichen Privattrainer, einem eigenen Physiotherapeuten in Sachen Prävention. "Ich muss viel tun, damit das Knie geschmeidig bleibt." Es gilt muskuläre Ungleichgewichte zu vermeiden. Das linke Knie zu stabilisieren. Im Jahr ohne Profifußball auf dem Rasen ist die Wertschätzung für den eigenen Job noch einmal gestiegen. "Ich achte noch mehr auf mich", sagt Rupp, der nach dem Bundesliga-Abstieg des VfB Stuttgart vor drei Jahren in den Kraichgau kam.

Das Gute für Lukas Rupp an diesen Tagen von Windischgarsten: Sie sind nicht nur ein Neuanfang für Lukas Rupp, sondern für alle. Der Trainer Alfred Schreuder ist neu. Was einmal war, das zählt nun nicht mehr. Nach dreieinhalb Jahren unter Julian Nagelsmann sei es an der Zeit für einen Tapetenwechsel gewesen, sagt Rupp. Neue Reize, sozusagen. Wie für die Konkurrenz im Hoffenheimer Kader, gilt es für Rupp, nun einen Platz zu finden. "Ich bin relativ flexibel. Ich kann schon die eine oder andere Position abdecken. Entweder auf der Doppelsechs oder auf der Halbposition davor", sagt er.

Bei 100 Prozent sieht er sich selbst nicht. "Ich glaube, ich brauche noch ein paar Spiele", sagt der 28-Jährige, der im Training mittlerweile wieder unter voller Belastung mitwirken kann.

Wer aktuell fehlt

Nach wie vor befindet sich der Wechsel von Hoffenheims Stürmer Joelinton zu Newcastle United auf der Zielgeraden. An diesem Dienstag könnte er dann auch über die Ziellinie gehen und nach Beseitigung der letzten Formalien perfekt sein. Der von Bayer Leverkusen umworbene Nadiem Amiri stand am Montag auf dem Trainingsplatz. Dort fehlten Leo Bittencourt (Adduktoren), Justin Hoogma (Wade), Philipp Ochs (Pferdekuss) und Stürmer-Star Andrej Kramaric (Knie), der noch gar nicht mittrainierte. Ishak Belfodil arbeitete individuell.

Der Chef möchte es sich mit dem VfB Stuttgart nicht verscherzen. Also ist es nicht zu hundert Prozent ernst gemeint, als Turnierdirektor Jürgen Birkert sich freut: "Endlich haben wir einen neuen Sieger." Der 1. FC Köln hatte sich im Finale des U17-Signal-Iduna-Bundesliga-Cups in Öhringen gegen den VfB durchgesetzt. Im Elfmeterschießen. "Vorher hatten sich ja Stuttgart und Frankfurt die Turniersiege quasi aufgeteilt, da ist es doch erfrischend, wenn mal ein neuer Club ganz vorne steht."

Zwei Tage lange wurde den insgesamt rund 4300 Zuschauern im Öhringer Otto-Meister-Stadion Jugendfußball auf hohem Niveau geboten. "Am Samstag waren es in der Spitze 800 Zuschauer, am Sonntag 600", sagt Birkert. Weil fürs Turnier kein Eintritt bezahlt werden muss, gibt es ein reges Kommen und Gehen.

Insgesamt fielen 44 Tore im Turnierverlauf

Der U17-Bundesliga-Cup ist das bestbesetzte nationale Turnier für B-Juniorenteams. Der enorme organisatorische Aufwand "hat sich auch in diesem Jahr absolut gelohnt", betont Birkert mit Blick auf die vielen spannenden Partien mit insgesamt 44 Turniertoren. Obendrauf kamen Dutzende Elfmeter bei den vier Entscheidungs-Schießen im Halbfinale und in den Platzierungsspielen.

Zur zwölften Auflage am 18. und 19. Juli 2020 wird der U17-Bundesliga-Cup wieder von Hohenlohe ins Unterland wandern. Möglicher Ausrichter ist der Friedrichshaller SV mit seinem Sportpark. Der Cup ist oft auch ein Schaulaufen für Top-Talente aus der Region, die für den VfB Stuttgart oder die TSG Hoffenheim auflaufen. In diesem Jahr suchte man die regionalen Vertreter aber vergeblich. Zwar spielt mit Luca Baltzer ein gebürtiger Heilbronner für Hoffenheim, doch der 15-Jährige war am Wochenende nur in der Rolle des Zuschauers dabei. Im Mai wurde ihm im Bereich des Kniegelenks eine Zyste operativ entfernt.

Von Oberstenfeld über Abstatt nach Hoffenheim

"Ich hoffe, im Oktober oder November wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können", sagt der Oberstenfelder, der einst über den SC Abstatt den Weg in den Kraichgau gefunden hat.

Während eines Fußball-Camps von "Anpfiff ins Leben" wurde er entdeckt. "Da wurde mir empfohlen, mal in Hoffenheim ein Training zu besuchen, erzählt der Schüler der elften Klasse (Notenschnitt im Zweier-Bereich) des Herzog-Christoph-Gymnasiums in Beilstein.

Mit dem TSG-Shuttle-Bus ins Training

Bereits als Achtjähriger wechselte er 2012 zur TSG, ist beim Bundesligisten quasi schon ein alter Hase und kommt dort auf der Sechser- oder Achter-Position zum Einsatz. "Ich gehe vormittags ganz normal zur Schule, nachmittags geht es dann mit dem Hoffenheimer Shuttle-Bus ins Training."

Wie alle Talente in diesem Alter, so verfolgt auch Luca Baltzer den Traum, Fußballprofi zu werden. In die badische Auswahl hat er es schon geschafft und war auch schon zu Lehrgängen der deutschen U16-Nationalmannschaft eingeladen.

Einen Plan B gibt es (noch) nicht

Der Teenager weiß, wie hart und beschwerlich der Weg hin zum Profi-Dasein ist und dass nur wenige diesen Sprung auch schaffen. "Ich bin dennoch zuversichtlich", zeigt er viel Selbstvertrauen und Optimismus. Einen Plan B hat er (noch) nicht und sieht "der Zukunft positiv entgegen".

Die Neckarsulmer Sport-Union war 2018 Ausrichter beim zehnjährigen Turnier-Jubiläum und wäre 2020 wieder an der Reihe gewesen, doch die NSU verzichtet. "Aus organisatorischen Gründen", wie Jürgen Birkert erläutert. Ein möglicher Nachfolger ist der Friedrichshaller SV. Massimo Marrone, der Sportdirektor des Unterländer Bezirksligisten, war am Wochenende als Beobachter in Öhringen. "Wir sind interessiert", sagt Marrone. "Ich habe mir zwei Tage lang alles angeschaut, die Spiele und das ganze Drumherum."

Er ist zu einem positiven Fazit gekommen. "Wir werden das jetzt intern final besprechen und zeitnah eine Entscheidung treffen."

Kein Hattrick für den VfB Stuttgart beim U17-Bundesliga-Cup. Der VfB hatte das Turnier der deutschen Nachwuchs-Spitzenteams 2017 und 2018 gewonnen. Diesmal reichte es im Öhringer Otto-Meister-Stadion nur zu Platz zwei. In der Elfmeter-Lotterie zog der 1. FC Köln das große Los, gewann mit 4:3 vom Punkt. Nach der regulären Spielzeit stand es 1:1.

Elfmeterschießen entscheidet das Finale

Im Finale am Sonntagnachmittag setzte sich also der deutsche U17-Fußballmeister durch. "Elfmeterschießen ist halt auch eine Glückssache", sagte VfB-Trainer Murat Isik. "Insgesamt war es ein gutes Turnier." Auch, um ihm Aufschlüsse zu geben. "Auf diesem Top-Niveau sind Defizite brutal ersichtlich."

Das erste Tor für den 1. FC Köln erzielte Meiko Wäschenbach schon in der 3. Minute. Für den VfB glich Maximilian Wagner aus (28.). Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen, als der VfB Stuttgart seinen 3:2-Vorteil verlor und schließlich auf Platz zwei landete, weil Davino Knappe verschoss. Der FC und der VfB waren sich auch am Samstag im ersten Gruppenspiel gegenüber gestanden. Da bejubelten die Kölner einen 2:1-Sieg. Den dritten Platz beim U17-Bundesliga-Cup sicherte sich Borussia Dortmund mit einem 3:1 gegen Eintracht Frankfurt.

Stuttgarter schossen sich mit 4:2 ins Endspiel

Der VfB hatte sich im Halbfinale gegen Dortmund durchgesetzt, den deutschen U17-Vizemeister. Nach einem 0:0 in der regulären Spielzeit schossen sich die Stuttgarter Talente im Elfmeterschießen mit 4:2 ins Endspiel. Davino Knappe sorgte für die Entscheidung. VfB-Torwart Tom Österle hielt einen Elfmeter der Borussia.

Die Nachwuchs-Fußballer des 1. FC Köln hatten Dortmund im DM-Finale mit einem 3:2-Finalsieg entthront und sich den deutschen U17-Titel gesichert. Ins Endspiel des U17-Bundesliga-Cups in Öhringen kamen die FC-Talente durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt. Mit 3:1 setzten sich die Kölner vom Punkt durch. Eine entscheidende Rolle spielte Torwart Jonas Urbig, der drei Frankfurter Schüsse parierte.

1. FC Köln beweist Nervenstärke

Schon vor dem Elfmeterschießen hatte der 1. FC Köln Nervenstärke beim Strafstoß bewiesen. Winzent Suchanek, zuletzt Nationalspieler in der U16 des DFB, glich mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit zum 1:1 aus. Die Frankfurter waren mit einem Fuß bereits im Finale gestanden, doch dann gab es diesen Last-Second-Ausgleich. Suchanek fehlt es nicht an Selbstbewusstsein. Sein erfolgreicher Beitrag im Elfmeterschießen war ein ebenso frecher wie starker Chipball unter die Latte.

Den fünften Platz sicherte sich die TSG Hoffenheim im Duell mit dem erstmals beim U17-Bundesliga-Cup angetretenen FC Arsenal. Gegen die Youngster aus London gab es ein 3:1. Rolands Bocs und Turan Calhanoglu (2) trafen für die TSG, Omari Giraud-Mutchinson schoss für Arsenal das zwischenzeitliche 1:2.
Die Kraichgauer hatten das Halbfinale haarscharf verpasst. Im letzten Gruppenspiel kassierten sie in letzter Sekunde das 1:3 gegen Borussia Dortmund. Damit war die Tordifferenz im Vergleich zum BVB minimal zu schlecht. Es reichte nur zum dritten Platz in der sehr ausgeglichenen Gruppe 1, in der der Hamburger SV mit drei Unentschieden ungeschlagen Letzter wurde.

Ein gut organisiertes Turnier

Danny Galm, der Trainer der TSG Hoffenheim, war sehr zufrieden mit dem U17-Cup an sich. "Das ist ein Superturnier, super organisiert. Wir freuen uns immer drauf." Seine Mannschaft ist von ihrem Leistungsoptimum noch ein gutes Stück entfernt. "Da läuft noch nicht alles rund." Besonders gefuchst haben Galm die "Geschenke", die man beim 2:2 gegen den HSV und dann auch an die Dortmunder verteilt habe. Ganz oben auf dem Arbeitsplan fürs kommende Trainingslager steht, die Defensivarbeit "zu verfeinern".

Der FC Bayern München landete auf dem letzten Turnier-Platz. Im Elfmeterschießen der Partie um Platz sieben (1:1 regulär) gab es ein 9:10 gegen den Hamburger SV. Es war ein XL-Entscheidungsschießen. Erst mit dem 24. Schützen stand der Sieger fest. Die HSV-Junioren jubelten. Siege gegen die Bayern sind immer schön.

Münchens U17-Trainer Trainer Miroslav Klose war nicht mit dabei

Allerdings waren die Münchner nicht mit dem U17-Kader angereist. Also fehlte auch dessen Trainer, die Torjägerlegende Miroslav Klose. Das bedauerten vor allem die Autogramme sammelnden kleinen Fans. Der Hoffenheimer Trainer Danny Galm fand es schade, dass die Bayern auf die volle Konkurrenzfähigkeit verzichtet hatten und "nur mit ihrer U16 gekommen sind".

"Der U17-Bundesliga-Cup ist für mich eine Pflicht-Veranstaltung", sagt Michael Streichsbier. Der 53-Jährige ist Scout in der Nachwuchs-Abteilung des Bundesligisten von Borussia Dortmund - und dort für den süddeutschen Raum, das Elsass sowie gelegentlich in der Schweiz zuständig. Er verbrachte das Wochenende als Beobachter beim Schaulaufen der B-Junioren in Öhringen. Er war nicht der einzige Talentspäher, der die Spiele der Teams aus den Nachwuchs-Leistungszentren der Profi-Clubs begutachtete. "Ich schätze etwa 25 Scouts sind anwesend", sagt Streichsbier.

Hoffenheim, VfB und die Bayern sind da

Potential haben alle der 15- und 16-jährigen Teenager, die im Otto-Meister-Stadion auflaufen, sonst hätten sie es nicht in die Junioren-Bundesliga-Kader der TSG Hoffenheim, VfB Stuttgart oder des FC Bayern München geschafft. Auch wenn sie bereits entdeckt worden sind, werden die Jungs weiter gesichtet und ihre Entwicklung kontinuierlich registriert.

Der Nachwuchsmarkt ist umkämpft und wird später mitunter zum Millionengeschäft. Auf Turnieren wie dem U17-Bundesliga-Cup geht es darum, mit feinem Gespür und geschultem Blick die Talente unter den Talenten zu erspähen.

Den einen oder anderen Spieler habe er sich notiert, "darunter ist ein richtig guter", meint Michael Streichsbier. Ihn wird er den BVB-Verantwortlichen empfehlen - für eine mögliche Verpflichtung im nächsten Jahr. Namen mag der Badener in Diensten der Nordrhein-Westfalen aber nicht preisgeben, wohlwissend, dass dieser auch in den Notizbüchern von so manch anderem Kollegen steht.

Bei Dortmund beworben

Wie wird man Scout? "Ich hatte gehört, dass der BVB für den süddeutschen Raum noch einen Mitarbeiter sucht. Da habe ich mich beworben", sagt Michael Streichsbier, der nun seit einem Jahr für den Bundesligisten sichtet von der U 14 bis zur U 19. "In der Regel schaue ich mir samstags und sonntags jeweils eine oder zwei Begegnungen an. Grundsätzlich teile ich mich selbst ein, erarbeite aber einen Monatsplan, den ich mit dem BVB abspreche." Ab und an kommt es auch vor, dass die Dortmunder Zentrale ein Spiel sowie den oder die zu beobachteten Spieler vorgibt.

Michael Streichsbier ist in der der Region kein Unbekannter, war im badischen Raum schon Trainer bei Vereinen von der A-Klasse bis zur Oberliga und coachte in den Spielzeiten 1999/00 und 2016/17 auch den VfB Eppingen.

Im Jugendbereich war der Bankangestellte aus Linkenheim bei Karlsruhe ebenfalls schon tätig. 1996 bis 1999 sowie 2010 bis 2013 trainierte er die U17 des KSC und war in dieser Funktion auch schon Gast auf dem U17-Bundesliga-Cup. "2011 in Wüstenrot und 2012 in Bretzfeld", erinnert sich Streichsbier. "Beim KSC habe ich aufgehört, als nur noch hauptamtliche Trainer beschäftigt werden durften."

Dem U19-Bundestrainer zugearbeitet

In der Saison 2000/01 sichtete der A-Schein-Inhaber im aktiven Bereich für den damaligen Regionalligisten Hoffenheim. Von 2013 bis 2018 beobachtete er für den DFB neben seiner Trainertätigkeit die Nationalspieler der U15 bis U19 und dokumentierte deren Leistungsstand. In dieser Funktion arbeitete er auch seinem Bruder Guido Streichsbier zu, dem aktuellen U19-Bundestrainer.

"Diese Jahre waren stressig, Spaß hat es dennoch gemacht", sagt der zweifache Familienvater. Was er als BVB-Scout verdient, verrät er nicht und meint: "Es ist ein schönes Hobby, das entlohnt wird." Streichsbier ist bei Borussia Dortmund einer von etwas mehr als 20 Nachwuchssichtern, darunter einige Hauptberufliche. Auch am Sonntag machte er sich eifrig Notizen, die er in dieser Woche in die Dortmunder Datenbank einpflegt. 2020 wird man Streichsbier wohl erneut auf dem U17-Bundesliga-Cup bei der Arbeit sehen, ein möglicher Austragungsort ist Bad Friedrichshall.

"Der Rückgang der Jugend im Fußball ist erschreckend", sagt Ralf Bantel, Vorsitzender des Fußballbezirks Hohenlohe. "Ich warne immer wieder. Da haben Gemeinden mit 10.000 Einwohnern teilweise keine A-Junioren." Dass dieser Nachwuchsmangel sich früher oder später auch auf den gesamten Fußballbetrieb in Hohenlohe auswirken könnte, ist wahrscheinlich.

Vor allem bei A- und B-Junioren gebe es einen erheblichen Rückgang. Noch sei allerdings kein Schwund bei den Hohenloher Mannschaften zu beobachten.

Zahl der Frauenteams ist angestiegen

Die Anzahl Frauenmannschaften, die in Württemberg insgesamt in den letzten Jahren immer weniger wurden, bleiben in Hohenlohe nicht nur konstant, sondern werden sogar mehr. Waren es 2017 noch 28 Frauenmannschaften, sind es in dieser Saison 32. Anders ist dies bei den Mädchenmannschaften. "In dieser Saison hatten wir je 14 Teams bei den B- als auch bei den C-Juniorinnen. Zum Vergleich: In der Saison 2010/2011 waren es noch 26 B- und 29 C-Juniorinnen-Teams", sagt Bantel. "Das ist ein bedauerlich großer Rückgang."

Bantel hält auch die Haltung des DFB und des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) ausschlaggebend für den Umstand, dass es in Württemberg immer weniger Frauenmannschaften gibt. "Ich will hier nur ein Beispiel nennen: Der DFB schüttet für das Pokalendspiel der Herren aus einem Topf 1000 Euro für die Herren aus, 750 Euro für den Sieger und 250 Euro für den Zweiten. Wenn ich dann aber frage: Was ist mit meinen Damen aus dem Pokalendspiel, dann heißt es: Nein, dafür nicht."

Auch Frauen sind mit Feuer dabei

Dabei seien die Frauen mit genauso großen Feuer und Enthusiasmus bei der Sache. "Ich bin der Meinung, dass wir hier von oben runter zu wenig für den Frauenfußball tun", sagt der Bezirksvorsitzende. Das sorge dann für Frustrationen in den unteren Ligen.

Ein weiteres Problem sei, dass die Vereine dem Männerfußball ebenfalls mehr Unterstützung - auch, und vor allem finanzieller Art - zukommen lassen. Das erschwert die Trainersuche. Denn auch die würden gerne für ihre Arbeit bezahlt werden. "Kommt eine Frauenmannschaft und bittet um den Betrag X für einen Trainer, schlucken viele Vereinsvorstände, weil der Frauenfußball immer noch nicht so akzeptiert wird, wie der Herrenfußball und auch nicht jeder bereit ist, dafür Gelder bereitzustellen."

Im Frauenfußball braucht es diplomatisches Geschick

Ralf Bantel könnte sich persönlich auch vorstellen, dass viele Männer lieber mit Männern trainieren. Um Frauen zu trainieren, brauche es eben mehr diplomatisches Geschick. "Ich hab den Eindruck, wenn es in einer Herrenmannschaft mal Krach gibt, dann ist der auch bald wieder ad acta gelegt. Im Frauenfußball ist es schwieriger."

Der Bezirksvorsitzende zählt auch auf einen Anschub durch die Frauenweltmeisterschaft, auch wenn Deutschland nicht ganz so erfolgreich war, wie erhofft. Ins Viertelfinale haben sie es aber immerhin geschafft. "Ich hoffe nur, dass der DFB und der WFV daraus lernen und den Erfolg, den wir oben haben, auch nach unten durchgeben. Aber ich habe die Befürchtung, dass das wieder einmal verpuffen könnte."

Es ist wieder soweit. Am Wochenende wird der U17-Bundesliga-Cup ausgespielt. 2018 fand die Jubiläumsveranstaltung erstmals in Neckarsulm statt. Die elfte Austragung findet nun zum dritten Mal im Öhringer Otto-Meister-Stadion statt. Neuer Namensgeber ist die Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgruppe Signal Iduna.

Das bestbesetzte Turnier dieser Altersklasse in Deutschland

"Wir glänzen auch diesmal mit einen überragenden Teilnehmerfeld", verweist Turnierdirektor Jürgen Birkert auf die Talentschau eines Teils der spieltstärksten deutschen B-Juniorenteams. Zudem lockt das bestbesetzte nationale Event dieser Altersklasse in diesem Jahr mit einem Team aus dem Mutterland des Fußballs. Von der britischen Insel hat der Nachwuchs des Premier-League-Clubs FC Arsenal London sein Kommen zugesagt. Gleich in der ersten Begegnung der zweitägigenVeranstaltung treffen die "Kanoniere" am Samstag (13 Uhr) auf den FC Bayern München.

Vorfreude auf die Auftritte des FC Arsenal ist groß

"Ich bin gespannt, wie sich der englische Jugendfußball in Hohenlohe präsentiert", ist bei Birkert die Vorfreude groß. "Arsenal ist eines der Highlights der U17-Cup-Turniergeschichte." Den Kontakt zu dem englischen Team vermittelteDirk Mack, Direktor Jugend der TSG 1899 Hoffenheim.

"Dirk hat angefragt, ob ich mir die Londoner als Turnierteilnehmer vorstellen könnte. Ich war sofort Feuer und Flamme für diese Idee", erzählt Birkert. Nachwuchs-Chef bei Arsenal ist Per Mertesacker. Der deutsche Weltmeister von 2014 und frühere Innenverteidiger bei Hannover 96 sowie Werder Bremen trug viele Jahre das Trikot des Londoner Clubs. "Mertesacker wird in Öhringen nicht dabei sein, da er mit der U21 des Vereins unterwegs ist", sagt Birkert.

Auch Bayerns U17-Trainer Miroslav Klose wird wohl nicht anwesend sein

Gering ist zudem die Chance, mit Miroslav Klose einen weiteren Weltmeister aus 2014 am Wochenende sehen zu können. Der frühere Weltklassestürmer ist zwar offiziell Trainer der U17 des FC Bayern München, wird in Öhringen aber wohl durch einen Assistenten vertreten.

Der Bundesliga-Cup ist wie immer ein Schaulaufen der Stars von morgen. Die Liste ist lang und wird stetig länger. Spieler wie Joshua Kimmich, Timo Werner, Serge Gnabry oder Niklas Süle haben einst auf diesem Turnier ihr Können gezeigt und gehören heute zum Stamm der deutschen A-Nationalmannschaft.

Sprungbrett für Nachwuchstrainer

Doch die B-Junioren Bundesliga ist nicht nur Durchgangsstation künftiger Profis, sondern auch ein Sprungbrett für die Nachwuchstrainer. Bei U17-Cup standen als Übungsleiter an der Seitenlinie bereits Thomas Schneider (später Bundesliga-Coach des VfB Stuttgart, aktuell Co-Trainer der deutschen A-Nationalmannschaft).

Auch der neue VfB-Trainer Tim Walter war auf dem U17-Cup, 2016 mit Bayern München. Ebenfalls schon Cup-Auftritte hatten Tayfun Korkut (Hannover 96, Bayer Leverkusen), Domenico Tedesco (Schalke 04), Heiko Herrlich (Bayer Leverkusen), Hannes Wolf (VfB Stuttgart, Hamburger SV) und Boris Schommers (1. FC Nürnberg).

Zur neuen, nachrückenden Trainergeneration beim U17-Bundesliga-Cup gehören Jan Fießer (Eintracht Frankfurt), Tim Weber (Hamburger SV) oder Markus Daun (vom deutschen B-Jugend-Meister 1. FC Köln). Danny Galm von der TSG Hoffenheim ist 2019 zum zweiten Mal dabei.

Bühne für Nachwuchsfußballer

"Letztes Jahr in Neckarsulm, das war ein tolles, sehr gut organisiertes Turnier", erinnert sich Galm an seine Cup-Premiere. "Ich gehe davon aus, dass in Öhringen das Niveau dasselbe ist." Für Galm ist der Cup in erster Linie "eine Bühne für die Jungs", was seine eigene Karriere als Trainer betrifft, macht er sich (noch) keine großen Gedanken. "Ich fühle mich im Jugendfußball wohl", sagt Galm "Ich versuche meinen Traumberuf so gut es geht auszuüben. Zu weit voraus zu schauen, macht im Fußball aber keinen Sinn."

Wie bisher immer, so wird auch bei der elften Austragung kein Eintritt verlangt. Top-Jugendfußball für umsonst - auch das ist ein Markenzeichen des U17-Cups. Der HSV-Nachwuchs reist einen Tag früher an und trainiert am Freitag (16.30 Uhr) in Michelbach/Wald.

Anders als in den letzten Jahren laufen die Fußballtage des VfR Gommersdorf in diesem Jahr ab. An Wochenende fallen nämlich die Spiele der ersten Runde der Pokalwettbewerbe des Badischen Fußballverbandes auf Kreis- und Verbandsebene genau auf das dritte Wochenende im Juli. Und da mussten die Verantwortlichen des VfR Gommersdorf, vor allem die Teammanager Jörg Olkus und Daniel Gärtner, schon im Vorfeld reagieren.

Das dritte Wochenende als Termin wurde wie seit Jahren trotz allem beibehalten, um nicht mit anderen Veranstaltungen der Nachbarvereine zu kollidieren. Den Abschluss macht dann sonntags das Pokalspiel der VfR-Ersten gegen Grünsfeld (17 Uhr).

Kein Blitzturnier der Verbands- und Landesligisten

"Eine Verschiebung hätte ein größeres Durcheinander gebracht", meinte VfR-Vorstand Norbert Sturm. Zwei der drei VfR-Mannschaften haben Auswärtsspiele. Landesligist FC Grünsfeld verzichtete freundlicherweise auf sein Heimspielrecht und spielt am Sonntag um 17 Uhr zum Abschluss der Fußballtage gegen die erste Mannschaft des VfR. Um flexibel wegen der Pokalspiele zu sein, haben die Verantwortlichen das über viele Jahre laufende Blitzturnier der Verbands- und Landesligisten gestrichen. So wird in diesem Jahr bei den Aktiven nur das Blitzturnier um den Jagsttalcup ausgespielt.

Das Firmenturnier auf drei Kleinspielfeldern auf dem Nebenplatz eröffnet am Freitag ab 17 Uhr die Fußballtage. 24 Firmen und Betriebe treffen sich zum sportlichen Wettstreit, um einen Sieger auszuspielen. Die Begegnung der VfR-Oldstars gegen das JAKO DreamTeam, das sich aus ehemaligen Fußballgrößen aus dem Taubertal, Hohenlohe und Unterland zusammensetzt, folgt um 19 Uhr.

Der Samstag beginnt um 10 Uhr mit den Turnieren der D-Junioren. Diese werden erstmals auf dem Kunstrasen-Kleinspielfeld in zwei Gruppen (Beginn 10 Uhr und 12.45 Uhr) ausgetragen. Ab 13 Uhr spielen regionale Mannschaften um den Jagsttalcup auf zwei Plätzen. Da sind mit dem SV Edelfingen, SpG Westernhausen/Krautheim, SV Sindelbachtal, VfR Gommersdorf II, SGM Dörzbach/Klepsau und der SV Rengershausen sechs Mannschaften am Start. Nach diesem Blitzturnier ist der FSV Hollenbach der Gegner der ersten Mannschaft des VfR, die ein Testspiel bestreiten. Um 19.30 Uhr folgt ein Elfmeterturnier, ein Gaudi-Schießen für Jedermann um den Arnold-Zürn-Gedächtnispokal.

Hochklassig besetztes U15-Turnier

Die Spiele am Sonntag beginnen dann mit dem Turnier der E-Junioren um 10 Uhr. Um den Turniersieg spielen 13 Mannschaften in zwei Gruppen. Das Blitzturnier der U15-Mannschaften startet um 11 Uhr. Mit dabei sind Mannschaften, die höheren Spielklassen angehören. Die Teams der SpVgg Neckarelz, Kickers Würzburg, Neckarsulmer Sport-Union, SG Sonnenhof-Großaspach, FSV Hollenbach und der FV Würzburg kommen aus verschiedenen Verbänden. Gleichzeitig laufen die Jugendturniere der F-Junioren ab 13.45 Uhr und auf Kunstrasen das Turnier der G-Junioren, ohne Wertungen von Toren, Punkten oder Platzierungen.

Den Abschluss des Gommersdorfer Großeinsatzes bildet die erste Rundenpartie um den Badischen Verbandspokal zwischen dem VfR und dem FC Grünsfeld. Die beiden anderen Mannschaften des VfR haben Auswärtsspiele, der VfR II bei der SpG Adelsheim/Oberkessach und der VfR II beim TSV Buchen II.

Insgesamt sind 78 Teams am Start, die aktiven Mannschaften (9) davon: VfR Gommersdorf, FSV Hollenbach, FC Grünsfeld, SV Sindelbachtal, SV Edelfingen, SGM Dörzbach/Klepsau, SV Rengershausen, SpG Krautheim/Westernhausen und VfR Gommersdorf II.

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