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Der Co-Trainer bleibt. Jens Breuninger hat beim Verbandsligisten FSV Hollenbach verlängert. Mit Dennis Schorb, der beim SV Kuppenheim in der Verbandsliga Südbaden spielt, ist zudem nach Hannes Scherer (TSG Balingen) und Dragan Jurjevic (FV Lauda) der dritte Neuzugang fix. Der flexible 19-jährige Abwehrspieler studiert in Künzelsau und suchte deswegen einen neuen Verein.

"Er war dort in seinem ersten Jahr als Aktiver Stammspieler, war zuletzt aber verletzt und befindet sich im Aufbautraining", sagt Manager Karl-Heinz Sprügel. "Damit sind die Personalplanungen weitgehend abgeschlossen. Denn es kommen ja noch drei, vier Spieler aus unserer eigenen A-Jugend dazu." Und aus dem bestehenden Kader haben fast alle Spieler bereits verlängert.

Für die nächste Saison herrscht Sicherheit

In der Spielpause wegen der Corona Krise ist die frühe Kaderplanung jetzt durchaus von Vorteil, da nun auch für nächste Saison bereits Sicherheit herrscht. Ich bin mal gespannt, wie es jetzt fußballerisch weitergeht", sagt Sprügel. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in dieser Saison nochmal spielen. Wir sind doch keine Profis. Mir wäre es natürlich recht, wenn der momentane Stand genommen wird und es Aufstiegsspiele gibt. Aber ich wäre einfach auch froh und glücklich, wenn die nächste Saison ganz normal beginnen würde. Im Moment geht einfach Gesundheit vor. Und wenn man sieht, wie viel Schaden die Wirtschaft nimmt, steht der Fußball gerade hinten an. Auch wenn er für Arbeitsplätze sorgt. Schon deshalb muss wieder Fußball gespielt werden. Aber voraussichtlich wohl erst zur neuen Saison."

In der Corona-Krise gibt es Gewinner und Verlierer

Auch Breuninger kann sich momentan keinen Spielbetrieb vorstellen. "Ich vermute, dass die Saison zurückgesetzt wird. Vielleicht gibt es aber auch einen Quotienten, mit dem man den Ausgang der Saison berechnen kann", sagt er. "Das wäre spannend. Aber egal, wie die Entscheidung ausfällt, es wird Gewinner und Verlierer geben. Was ist schon gerecht? Und von Woche zu Woche tritt der Fußball weiter in Hintergrund."

Und trotzdem hat er sich zum Verbleib in Hollenbach entschlossen. "Mir gefällt es dort und mit Martin Kleinschrodt hat es sich gut eingespielt, Mir liegt auch die Mannschaft am Herzen", sagt Breuninger.

Fußball-spezifisches Heimtraining

In der Spielpause gaben die Trainer ihren Schützlingen Aufgaben mit nach Hause. Vor allem fußball- spezifische. Mal Lauftraining, mal Radfahren oder Dribbling. Verschiedene Übungen, damit es abwechslungsreich bleibt. Per App müssen die Spieler ihre Einheiten dann melden. So sieht jeder, was getan wurde und auch wir haben den Überblick", sagt Breuninger. "Wir sind da schon noch im Saft. Da gibt es auch kein Murren. Das sind Rennpferde, die wollen."

Der SC Michelbach/Wald ist auf der Suche nach einem Trainer für die neue Saison fündig geworden: Wolfgang Walz übernimmt dann von Helmut Hammer. "Es war irgendwie naheliegend und doch so fern", sagt der Vorstand Jürgen Brümmer, "Seine Kinder kicken bei uns im Junior-Team und er könnte ja praktisch mit dem Fahrrad kommen." Nach seiner Karriere als DFB-Schiedsrichter hatte der Pfedelbacher bei der SGM Niedernhall/Weißbach seine erste Trainerstation, danach führte ihn sein Weg nach Mainhardt. Beim VfL hörte Walz im September des vergangenen Jahres auf eigenen Wunsch auf - wegen unterschiedlicher Ansichten. Nun wird er eben ein Michelbacher. Beim SCM stehen nun die Spielergespräche auf dem Plan. Die Corona-Krise sorgte dabei für eine Unterbrechung. "Wir wollten auch waren, bis wir einen Trainer haben", sagt Brümmer. Abteilungsleiter Markus Hauff will nun langsam die Gespräche angehen - zumindest Telefonisch. Mehr ist derzeit ja auch nicht möglich. "Viel mehr kann man im Moment ja nicht machen. Aber vor diesem Problem stehen alle", sagt Brümmer. "Die Hoffnung ist natürlich schon, dass alle bleiben. Davon sind wir auch in der vergangenen Saison ausgegangen. Dann hatten wir Anfang Juni zwei Abgänge. Das hat uns etwas das Genick gebrochen", sagt Brümmer.

Vor der Pause auf Platz sieben

Die Mannschaft stand vor der Corona-Pause auf Platz sieben. Gerne hätten die Michelbacher noch etwas weiter vorne mitgespielt. Das gelang in der Vorrunde auch lange Zeit, dann gab es kurz vor der Winterpause einen Einbruch. Und im Moment hängt der SCM wie alle anderen auch in der Luft. "Ich weiß auch nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll", sagt Brümmer. "Fußball steht im Moment hinten an. Bis Ostern ist der Spielbetrieb ja erstmal ausgesetzt. Aber ich denke, dass es noch länger dauern wird. Ich weiß auch nicht, ob es dann Sinn macht, überhaupt weiter zu machen mit der Saison. So viele englische Wochen sind im Amateurbereich kritisch. Man sollte auch mindestens zwei Wochen bevor es losgeht wieder mit trainieren anfangen. Und ich glaube, dass wir auch im Mai noch mit Corona zu kämpfen haben." Düstere Aussichten, was den Sport anbelangt. Aber durchaus realistische. "Gut ist, dass die Politik an einem Strang zieht. Es geht alles in eine, in die richtige Richtung. Ohne Hektik aber mit klaren Vorgaben. Jetzt bleibt nur, darauf zu warten, wie es weitergeht.

Ohne Absteiger und ohne Relegation

Keine Fortsetzung der Saison will der Oberligist FC Nöttingen. Vorstand Dirk Steidl sagte der "Pforzheimer Zeitung, dass er eine Fortsetzung der Saison für völlig ausgeschlossen halte. Er könnte sich vorstellen, dass die Tabelle nach dem momentanen Stand gewertet wird - dann allerdings ohne Absteiger und Relegationsspiele, dafür mit dem Tabellenführer als Aufsteiger.

Sbonias verlässt Verbandsligist TSG Backnang

Evangelos Sbonias verlässt am Saisonende den Verbandsligisten TSG Backnang. Der Verein hätte mit dem Coach gerne verlängert. "In den letzten Wochen bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass meine Aufgabe zum Ende der Saison bei der TSG Backnang beendet ist. Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft, dem Staff und den Verantwortlichen ist außergewöhnlich und bereitet nach wie vor großen Spaß.", sagte Sbonias. Er würde das Team gerne noch in die Oberliga führen. Wer Cheftrainer beim Tabellenführer wird, ist noch nicht klar. Klar ist dafür, dass Torjäger Mario Marinic in den Trainerstab aufrückt. "Die Suche nach dem Nachfolger von unserem bisherigen Cheftrainer werden wir mit aller Ruhe und Sorgfältigkeit in den nächsten Wochen angehen. Natürlich haben wir uns auch schon über verschiedene Kandidaten in den letzten Tagen Gedanken gemacht", sagte der Sportliche Leiter Marc Erdmann.

SV Schluchtern

"Wir haben die Verträge mit Trainer Tobias Weinreuter und Co-Trainer Fuat Eroglu um ein weiteres Jahr verlängert", teilt Guido Hutt, Abteilungsleiter des Bezirksliga-Titelaspiranten SV Schluchtern mit. "Das passt, wir sind mit der Arbeit des Duos sehr zufrieden." Auch die Mannschaft wird weitgehend zusammenbleiben. So haben unter anderem Kevin Haas, Lorenz Martel, Soner Bostan, Pascal Wylezik und der in der Winterpause gekommene Lukas Köbl bereits für die Saison 2020/2021 zugesagt. Robin Hofmann hat den SVS nach der Hinrunde in Richtung VfL Obereisesheim verlassen. "Wir hätten ihn gerne behalten", sagt Hutt. Der Wechsel von Hofmann hatte berufliche Gründe. Abgemeldet mit dem Ziel unbekannt hatte sich zum Jahreswechsel Dominik Sevcik. Erhalten bleibt dem SVS auch Jan Poick im dann vierten Jahr als Trainer der zweiten Mannschaft.

Spfr Lauffen

Gleich auf zwei weitere Jahre haben Bezirksligist Spfr Lauffen und Spielertrainer Andre Winkler ihre Zusammenarbeit ausgeweitet. "Um eine perspektivische Sicherheit zu haben und zielgerichteter arbeiten zu können", erläutert Sportfreunde-Vorstand Steffen Baumann. "Mit der Arbeit von Andre sind wir sehr zufrieden und daher natürlich froh, ihn halten zu können. Er ist ehrgeizig, engagiert und ein Glücksfall für uns." Andreas Scholl, Trainer der zweiten Mannschaft, bleibt den Lauffenern ebenfalls erhalten. "Andy arbeitet mit einem jungen Team und soll auch weiterhin die jungen Spieler an den Bezirksligakader heranführen", sagt Baumann. "Im Sommer stoßen weitere sieben A-Junioren zu den Aktiven."

SGM Krumme Ebene

Das Spielertrainer-Duo Pascal Marche und Marcel Gerstle geht ab Sommer mit der SGM Krumme Ebene am Neckar ins vierte Jahr. "Es gibt keinen Grund aufzuhören, bei der SGM passt alles zusammen", sieht sich Marche mit der Spielgemeinschaft der Vereine SG Gundelsheim, MSV Bachenau und Eintracht Obergriesheim noch nicht am Ende des gemeinsamen Weges angelangt. "Wir wollen die Mannschaft weiter aufbauen und in der Bezirksliga etablieren." Mit dem bisherigen Abschneiden im Premierenjahr in der Bezirksliga zeigt sich Pascal Marche zufrieden, dessen Team sich als Tabellensechster in die Corona-Zwangspause verabschiedet hatte. "Nach einem holprigen Start und etwas Pech sind wir erst Mitte der Hinrunde in der Bezirksliga angekommen und stehen jetzt aber gut da. Zu Beginn der Runde sind wir für einfache Fehler bestraft worden, die in der A-Liga wohl ohne Folgen geblieben wären."

SV Heilbronn am Leinbach

Cheftrainer Sinan Korkar und Torjäger Frank Silvain Teku haben ihre Verträge beim SV Heilbronn für die Saison 2020/2021 verlängert. Seit der Verpflichtung von Korkar im April des Vorjahres hat sich beim SV Heilbronn vieles in eine positive Richtung entwickelt. "Der SVH ist ein Verein mit riesigem Potenzial. Wir haben es in kürzester Zeit geschafft, eine starke Mannschaft aufzubauen", betont Sinan Korkar. Die Abteilungsleitung ist überzeugt: Korkar ist der richtige Mann, um den eingeschlagenen Weg erfolgreich weiter zu gehen. "Es gilt nun, die Strukturen zu festigen und den Fußball im Ried wieder nach vorne zu bringen", ist Abteilungsleiter Leonardo Salvatore zuversichtlich, dieses Ziel realisieren zu können. Auch der Top-Torjäger der Kreisliga A2, Frank Silvain Teku, der bislang 16 Mal getroffen hat, bleibt dem SV Heilbronn am Leinbach erhalten. "Der Verein, der Vorstand und meine Mitspieler sind fantastisch. Ich werde weiterhin mein Bestes geben, damit wir unsere Ziele erreichen", sagt Teku und hebt vor allem seine herzliche Aufnahme beim SVH hervor, als er im Sommer des vergangenen Jahres vom FC Union Heilbronn nach Frankenbach wechselte. Beide Personalien zählen laut Abteilungsführung zu den Eckpfeilern der weiteren Planungen.

VfR Heilbronn

Würde die unterbrochene Saison im schlimmsten Fall annulliert werden, brächte dieser Super-GAU den A2-Tabellenführer VfR Heilbronn um die einmalige Chance, die Runde ohne jeglichen Punktverlust abzuschließen. Bisher wurden alle bisher ausgetragenen 16 Begegnungen gewonnen. Wie auch immer es nach überstandener Corona-Pandemie weitergeht, Trainer Andreas Lechner und der spielende Co-Trainer Martin Hess bleiben auch 2020/2021 weiter in der sportlichen Verantwortung. "Es war uns wichtig, mit den beiden Trainern zeitnah zu verlängern, das ist die Basis für alle weiteren Schritte des Vereins", sagt Vorstand Onur Celik und geht davon aus, dass "die Mannschaft nahezu komplett zusammenbleibt". Sollte die Saison irgendwie wertbar zu Ende gebracht werden, soll der Kader für die Bezirksliga weiter verstärkt werden, damit "um einen Platz im vorderen Tabellendrittel mitgespielt werden kann". Beim VfR ist und bleibt man ambitioniert.

Er steht für die Glanzzeiten des VfR Heilbronn, was die Aktiven, aber auch die Jugend betrifft. Otto Frey gehörte in der Saison 1974/1975 zur Mannschaft der Schwarz-Weißen in der 2. Bundesliga Süd. 21 Jahre später schrieb der Badener erneut Heilbronner Fußball-Geschichte, als Trainer der VfR-A-Junioren, die er sensationell zum deutschen Pokalsieg führte.

Die württembergische Pokalmeisterschaft ebnete damals der A-Jugend den Weg in den DFB-Pokal. "Wir haben von Runde zu Runde gedacht. Scheiden wir aus, sind wir fertig und fahren in Urlaub", erinnert sich Otto Frey. "Und dann standen wir plötzlich im Halbfinale." Auf dem Platz der Union Böckingen wurde 1860 München vor rund 2500 Zuschauern 3:1 besiegt.

Es folgte der denkwürdige 14. Juli 1996. Anpfiff im Frankenstadion vor mehr als 6000 Zuschauern gegen FC Energie Cottbus um 11 Uhr am Vormittag. "Meine Jungs haben losgelegt wie die Feuerwehr. Zur Halbzeit führten wir 4:0", sind die Erinnerungen bei Frey allgegenwärtig. Am Ende bejubelte Heilbronn einen 6:1-Erfolg.

Auch an seine aktive Zeit im Frankenstadion erinnert sich der gebürtige Heidelberger gerne, auch weil er mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz zusammenspielte, der im Januar 2019 verstarb. "Es war meine erste Station als Vollprofi, wobei der ein oder andere meiner Mitspieler nebenher gearbeitet hat und nur einmal am Tag trainieren konnte."

Nach dem VfR-Abstieg spielte er beim SV Darmstadt 98

Doch dem damals 22-Jährigen waren selbst zwei Trainings-Einheiten zu wenig. "Mir wurde es langweilig und ich arbeitete daher ein halbes Jahr bei der Firma Horten im Lager der Elektro-Abteilung." Otto Frey, der seine Karriere einst beim SV Sandhausen begonnen hatte, spielte nach dem VfR-Abstieg beim SV Darmstadt 98.

Mit den Lilien stieg der Manndecker in die 1. Bundesliga auf. Die Darmstädter Spieler gingen zu jener Zeit auch arbeiten und schrieben als Feierabend-Profis ein Stück Bundesliga-Historie. Über den VfR Bürstadt, seiner letzten Station als Profi, ging es zurück nach Sandhausen in die Oberliga.

Den Kontakt zum VfR hielt Frey aufrecht

Frey machte sich in Heidelberg als Taxifahrer selbstständig, trainierte den TSV Michelfeld, TSV Erlenbach und den VfB Wiesloch. Ganz nach dem Motto "einmal schwarz-weiß, immer schwarz-weiß" blieb der Kontakt zum VfR bestehen. Es folgte die Rückkehr als stellvertretender Jugendleiter, dann Jugendleiter, A-Jugend-Erfolgscoach und zwei Mal Interimstrainer bei den Aktiven in der Oberliga. Danach war der heute 68-Jährige noch in Kirchardt und Eppingen tätig, eh sich vor knapp zehn Jahren der Kreis abermals beim SV Sandhausen schloss.

Dort ist der zweifache Familienvater - Sohn Frank ist 46, Tochter Nadine 39 - und dreifache Opa aktuell Jugendleiter. Frey lebt mit seiner Frau Elvira im Heidelberger Stadtteil Kirchheim. "Das Taxifahren habe ich eingeschränkt, betreibe es nur noch stundenweise. In meinem Alter muss man ja nichts mehr übertreiben."

Sie haben sich nie aus den Augen verloren

Die Verbindung nach Heilbronn ist nie abgebrochen. "Ich habe immer mal wieder Kontakt zu Manfred Grimm oder Charly Hrynda", nennt Otto Frey zwei seiner alten Weggefährten. Auch die ehemaligen Spieler der Pokalsieger-Junioren sieht Frey regelmäßig. "Spätestens alle fünf Jahre gibt es ein großes Treffen." Das nächste 2021, zum 25-jährigen Jubiläum des Triumphes von 1996.

Den ein oder anderen seiner Ex-Schützlinge sieht er öfters. So wie Rüdiger Rehm, Trainer des SVS-Zweitliga-Konkurrenten Wiesbaden. Ebenso Onur Celik und Tobias Schwarz, die als Funktionäre den neuen VfR voranbringen. "Zwei Spiele habe ich in dieser Saison bereits gesehen. Was dort geleistet wird, ist toll.", berichtet Frey, dass sein Blick immer auch auf den Unterländer Fußball gerichtet ist. "Ich schaue mir am Sonntagabend, spätestens am Morgen darauf im Internet die Tabellen an."

Was das aktuelle Fußballgeschehen in Heilbronn direkt betrifft, da kommt ihm ein langgezogenes "Ooohjeeeh" über die Lippen. "Ich blättere oft in Foto-Alben aus den alten, erfolgreichen Jahren", wünscht Otto Frey dem neuen VfR Heilbronn viel Glück.

Kaum ist das Geld bei manchem Profiverein knapp, werden die Rufe nach einer Gehaltsobergrenze lauter. Hoffenheims Alexander Rosen will sich bei diesem Thema nicht klar positionieren, ob der in den amerikanischen Profiligen praktizierte und sogenannten "salary cap" sinnvoll sein könnte.

"Das hätte ja nicht nur Einfluss auf die Gehaltsstruktur, sondern auch auf ein Transfersystem", sagt der Sportdirektor der TSG 1899 Hoffenheim. In den USA fungieren die Universitäten in den großen Sportarten American Football, Baseball oder Basketball als Sprungbrett und nicht kleinere Vereine wie im Welt-Fußball.

Rosen kreidet unpassende Spekulationen an

Klar ist aber auch für ihn: "Ich möchte nicht ausschließen, dass Marktregulierungen von einer übergeordneten Stelle kommen können. Das bedarf einer ausführlichen Diskussion." Martin Kind, Präsident von Zweitligist Hannover 96, ist für Gehaltsobergrenzen. Gäbe es die dann in allen Profiligen? Was wäre mit Auf- und Absteigern? Dem Arbeits- und Steuerrecht?

Viel diskutiert wird auch die Frage, ab wann in Deutschland wieder der Fußball rollt. Es ist keine zwei Wochen her, da waren Geisterspiele noch ein Horrorszenario für die Fans, nun sind sie alles, worauf aktuell in dieser Saison noch Hoffnung besteht.

"Jedem ist klar, dass das alternativlos ist", sagt Rosen. Nur wann? "Ich glaube wir fahren gut, wenn es weniger Spekulationen gibt", sagt Rosen: "Ich finde es nicht passend, dass drei verschiedene Virologen sich jeweils zu unterschiedlichen Bundesliga-Startzeitpunkten äußern, die dann um sechs Monate variieren." Fußball ab Mai, Juni? Ab September? Oder doch erst 2021?

Der Transfermarkt dürfte sich verändern

"Das macht keinen Sinn bei all der Unsicherheit", findet Rosen. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Spielbetriebs wird sicher massiven Einfluss auf den ersten Transfermarkt nach der aktuellen Krise haben.

Ist die Zeit der exorbitanten, dreistelligen Millionenablösen erst einmal vorbei? "Der erste Transfermarkt nach Überstehen der Krise wird ein anderer sein", sagt Alexander Rosen. Viel hängt davon ab, wann es weitergeht. "Es gibt so viele Variablen, so viele Unbekannte."

Zehn Profis könnten zur TSG zurückkehren

Das gilt auch beim Kaderpuzzle für die nächste Saison und aktuell verliehene Akteure. Theoretisch könnte fast eine ganze Elf ab dem 1. Juli wieder zur TSG zurückkehren. Zehn Profis spielen leihweise für andere Clubs. Ex-Kapitän Kevin Vogt (Werder Bremen) gehört dazu.

Auf der Hoffenheimer Kaderliste für die Spielzeit 2020/21 stehen unter anderem Stuttgart-Torwart Gregor Kobel, Kasim Adams (Fortuna Düsseldorf) oder Leonardo Bittencourt, der nur bei einem Bremer Klassenerhalt für kolportierte sieben Millionen Euro bei Werder bliebe. Auch die Niederländer Joshua Brenet (Arnheim) und Justin Hoogma (Utrecht) könnten ab dem 1. Juli wieder das TSG-Trikot tragen.

Während andere Bundesligavereine Existenznöte thematisieren, sieht sich die TSG 1899 Hoffenheim für die aktuelle Corona-Krise und die Bundesliga-Zwangspause gewappnet. "Wir sind in der privilegierten Situation, dass wir gut aufgestellt sind", sagt Alexander Rosen, seit bald sieben Jahren Sportdirektor des Clubs. Der Transferüberschuss des vergangenen Sommers von knapp 70 Millionen Euro kommt dem Verein nun zugute. Der Transfersommer erscheint nun rückblickend noch etwas glänzender, noch goldener.

Der Club zehrt in der Krise vom Sommerspeck. Aber auch von den erfolgreichen vergangenen Jahren mit einem alljährlichen Transferplus. Etwas, über das die Konkurrenz nicht so verfügt wie die TSG 1899 Hoffenheim. Rosen spricht in einer Telefonkonferenz mit mehreren Journalisten von "wirtschaftlicher Besonnenheit", davon, dass man "Entwicklungen nicht ans Marktwachstum angepasst hat."

TSG ist immer für Krisenszenarien gewappnet

Soll heißen: Auch als nordbadischer Fußball-Erstligist hilft die Orientierung an der schwäbischen Hausfrau, die spart, ohne aufs Notwendige zu verzichten. Die TSG Hoffenheim sei immer für Krisenszenarien gewappnet gewesen, betont Rosen. An einen höchst ansteckendes Virus hatte dabei allerdings im Kraichgauclub niemand gedacht. Eher an den Ausfall eines hochdotierten TV-Vertrags wie einst während der Kirch-Krise vor 18 Jahren, als die Clubs beim TV-Geld Abstriche machen mussten.

Rosen benutzt häufiger das Wort "privilegiert", es fällt auch, als es um mögliche Kurzarbeit bei den Angestellten des Vereins und Gehaltskürzungen bei den Spielern geht. "Wir kennen nicht das Ausmaß, was auf uns zukommt. Wir müssen nicht unter Druck diese Themen aufmachen", sagt Rosen.

Der schlimmste Fall wäre ein Saisonabbruch

Je länger die spielfreie Zeit anhält, desto wahrscheinlicher ist allerdings auch, dass es Gespräche zu diesen Themen geben wird. "Wir haben eine charakterstarke Mannschaft, die sich sehr viele Gedanken über eine Situation macht, für die es aus der Vergangenheit kein Muster gibt", sagt Rosen. Der schlimmste Fall hieße Saisonabbruch. Keine Spiele mehr, selbst ohne Zuschauer nicht. Ein Szenario, das immer realistischer erscheint. "Wir wollen als Liga alles dafür tun, dass es nicht soweit kommt" , sagt der 40-Jährige. Und was, wenn doch?

"Auch dafür wären wir so aufgestellt, dass wir das ohne Fremdkapital überstehen könnten", sagt Rosen. Klar ist aber auch, dass sich die Hoffenheimer Verluste bei diesem Schreckensszenario im achtstelligen Bereich bewegen. Alle Reserven, aller Speck sind zudem endlich, erst recht wenn die Zwangspause über den Sommer hinaus anhalten sollte. "Wir haben wirtschaftlich keinen unendlichen, aber einen langen Atem", ist sich Rosen sicher.

In Sachen Kaderplanung gut aufgestellt

Ein weiteres Hoffenheimer Plus in Zeiten, in denen alle über ein Minus sprechen: Nur drei Verträge laufen im Sommer aus. Jene der beiden Ersatztorhüter Alexander Stolz und Michael Esser (ausgeliehen aus Hannover), sowie von Sebastian Rudy (Leihe aus Schalke). "Wenn wir Transfersummen reduzieren müssten, dann sind wir finanziell und in Sachen Kaderplanung gut aufgestellt", blickt Rosen voraus. Da könnten dann die zehn möglichen Rückkehrer weiterhelfen, die aktuell noch an andere Clubs verliehen sind. Außerdem ist da ja noch die eigene Talentschmiede.

Im Hier und Jetzt findet das Spielertraining zumeist als Individualeinheit daheim statt, die Profis sind ab und zu zeitlich versetzt in Zuzenhausen zum Training. "Wir lassen die Spieler nicht zusammenkommen", sagt Rosen. Wie auch bei anderen Clubs gibt es Taktikschulung mit Videos aufs Smartphone. Im Trainingszentrum ist alles heruntergefahren, gerade einmal 20 Leute sind meist zugegen. Auch Alexander Rosen arbeitet mitunter im Homeoffice.

Klar ist bei aller zeitlicher Ungewissheit in Sachen Spielbetrieb: "Es wird weitergehen, wir wissen nicht wann, aber es wird weitergehen. Dieser aktuelle Zustand wird nicht über Wochen und Monate haltbar sein." Diese Hoffnung haben alle, nicht nur die Verantwortlichen eines Bundesligaclubs.

Wie gut, dass es die sozialen Medien gibt. Sie sind ein öffentliches Fotoalbum. Es zeigt, was die Profi-Fußballer so in ihrer Freizeit treiben. Da es diese gerade zwangsweise im Übermaß gibt, haben unter anderem die Spieler der TSG Hoffenheim auf Instagram präsentiert, was sie in den eigenen vier Wänden machen. Ein kleiner Überblick:

Eisen-Ermin hantiert mit der Pfanne

Hoffenheims Verteidiger Ermin Bicakcic will die Zwangspause nutzen: Aus dem Mann mit dem Spitznamen Eisen-Ermin wird nun Gusseisern-Ermin. Erst zeigte sich der 30-Jährige mit Kochbuch und der Botschaft, dass die Zeit reif sei, endlich das Kochen zu lernen. Die guten Vorsätze wurden auch fix umgesetzt. Von seiner Schwester ließ er sich beibringen, wie man Pfannkuchen backt. Allerdings sah das eher nach einer Teflon-Pfanne aus.

Robert Skov hingegen hat ein ganz anderes Faible, ein typisch dänisches. Wo kommt Lego noch gleich her? Richtig: Dänemark, Skovs Heimat. Der Hoffenheimer Sommer-Neuzugang ließ seine Fans am Wochenende an einem halbzusammengesetzten Lego-Technik-Auto teilhaben. Das sah noch nach einiger Puzzle-Arbeit und jede Menge Technik-Training der anderen Art aus.

TSG-Teamkollege Munas Dabbur ist leidenschaftlicher Fifa-Zocker. Die virtuellen Fähigkeiten an der Spielkonsole lassen sich gerade einfacher verfeinern als jene in der Realität auf dem Spielfeld.

Hoffenheims Torwart Oliver Baumann hingegen macht aktiv Werbung fürs Daheimbleiben. In einem Videoclip ist er auf seiner heimischen Terrasse in Heidelberg zu sehen. Seine weiße Katze liegt neben ihm auf dem Boden und schaut drein, als ob ihr das Leben so nicht schwerfällt. Was bedeutet die Corona-Zwangspause? "Es heißt für mich vermehrte Katzen-Pflege", sagt Oliver Baumann.

Sein Stuttgarter Torwart-Kollege Gregor Kobel hält sich unterdessen mit Klimmzügen an einem Stahlträger in seiner Wohnung fit. Stuttgarts Philipp Förster vertreibt die Zeit mit Tischtennis auf einer Mini-Platte. Ob er bald an den Mini-Meisterschaften im Tischtennis teilnimmt?

Kinder-Spaziergang auf dem Balkon

Der frühere Hoffenheim-Profi Dominik Kaiser spielt nun seit einigen Wochen für Hannover 96 und steckte nach einem positiven Corona-Test innerhalb seiner neuen Mannschaft in häuslicher Quarantäne. Spazierengehen kann man trotzdem auch daheim: Mit seiner sechs Monate alten Tochter Lio geht der Mittelfeldspieler nämlich auf dem Balkon auf und ab. "Da kann man gerade so wenden", sagte der 31-Jährige der "Mitteldeutschen Zeitung". Perfektioniert hat das Elisha Mochomovitz, ein Franzose. Der ist zwar kein Fußball-Profi, hat aber gerade auf dem heimischen Balkon (sieben Meter lang, ein Meter breit) tatsächlich einen Marathon absolviert.

Bayern-Star Thomas Müller reinigte am Wochenende mal wieder den heimischen Hasenstall, der übrigens über reichlich Auslauf verfügt. Schade, dass die Müller-Hasen keinen eigenen Instagram-Auftritt haben, um sich dort dafür zu bedanken. Bayern-Profi David Alaba (auch mal kurz in Hoffenheim) zeigte sich auf Instagram bei einer virtuellen Bibel-Stunde mit Freunden.

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