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Das sagen ehemalige Trainer aus der Region zur DFB-Schmach in Spanien

Die historische Lehrstunde der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien wirft grundsätzliche Fragen auf. Wir haben uns bei ehemaligen Trainern aus der Region nach Antworten umgehört.

Uwe Rapolder (ehemaliger Bundesligatrainer)

"Wir haben eine Situation nach dem 0:6, die fast sicher eskalieren wird. Dass Jogi Löw als Bundestrainer weitermachen darf, zeigt, wie stark seine Position und vor allem die von Manager Oliver Bierhoff gegenüber von DFB-Präsident Fritz Keller ist - sie müssen eigentlich beide zurücktreten. Ob Jogi wirklich die Kraft hat, das Ruder noch einmal rumzureißen?

Die entscheidende Frage aber ist: Springt er über seinen Schatten und holt Thomas Müller und Mats Hummels zurück? Dass sie wie Jrme Boateng nicht mehr dabei sind, kann ich mir nur damit erklären, dass bei der WM 2018 etwas vorgefallen ist. Jedenfalls ist der Druck riesig, weil die Bevölkerung den Bezug verliert, sie will Erfolge sehen, ruft nach Hummels und Müller - und der würde als Motivator genau reinpassen."

Gerd Doll (Trainerlegende aus dem Kraichgau)

"Wieso hätte ich mich aufregen sollen? Spanien hat überragend gespielt, es hat mir Spaß gemacht, denen zuzuschauen. Und für Deutschland war es die beste Lehrstunde der Welt. Deutlicher kann man seine Unzulänglichkeiten doch gar nicht vor Augen geführt bekommen. Wenn ich Süle und Tah in der Innenverteidigung sehe: Sorry, aber das sind Tanzbären. Mit Innenverteidigung hat das nichts zu tun. Über das Mittelfeld um unsere Passmaschine Toni Kroos sage ich lieber nichts, sonst rege ich mich doch noch auf. Unter den Umständen sollte man Hummels, Boateng und Müller vielleicht doch zurückholen. Jede Mannschaft braucht eine Achse - wir haben keine. Da hilft auch der weltbeste Torhüter nix.

Das Problem mit den Außenpositionen ist hausgemacht. In jedem Topclub in der Bundesliga sind die Außenbahnen doch mit Ausländern besetzt. Das liegt auch an der Ausbildung, die Leistungszentren sind ein Witz. Und dann gehört einer wie Antonio Rüdiger in der Nationalmannschaft schnell zum Stamm, obwohl der in der Champions League keine Minute spielt. Ändert sich nichts, nimmt die EM dasselbe Ende wie die WM in Russland. Alleine mit jungen Spielern geht es nicht, die brauchen Führung. Sollte Löw weiter stur und beratungsresistent bleiben, dann muss er eben doch noch weg und Ralf Rangnick übernehmen. Der ist der einzig geeignete Kandidat, der gerade frei ist."

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Günter Major (ehemaliger Unterländer Vereins- und DFB-Stützpunkttrainer)

"Ich hatte es Löw nach der enttäuschenden WM in Russland zugetraut, dass er das Boot wieder auf Kurs bringt. Aber er hat es nicht geschafft. Boateng muss man nicht unbedingt zurückholen - Müller und Hummels aber schon, die sind aktuell in Topform. Das sind zudem erfahrene Führungsspieler. Nur auf Junge zu bauen, ist nicht immer der richtige Weg - das 0:6 war jetzt zu viel.

Löw ist ein Stück weit von seiner Mannschaft im Stich gelassen worden und wäre gut beraten, von sich aus zurückzutreten. Ich habe das Gefühl, dass er das auch noch tun wird und bin dafür, dass ein neuer Mann kommt. Ein möglicher Nachfolger ist Ralf Rangnick, der verkörpert alles, was einen Nationaltrainer ausmacht."

Thorsten Damm (Sportlicher Leiter des Oberligisten Neckarsulmer Sport-Union)

"Da waren Weltmeister dabei und Spieler mit Erfahrung aus der Champions League, das waren nicht Hinz und Kunz. Daher ist es schlimm, wenn man gegen Spanien 0:6 verliert. Klar steht ein Trainer nach so einem Ergebnis in der Kritik. Seit der WM läuft das insgesamt etwas zäh, da wäre frisches Blut sicherlich gut. Ich glaube, dass Handlungsbedarf besteht.

Aber wen hätte der DFB in der Hinterhand? Wer wäre kurzfristig verfügbar und zudem für den Posten als Nationaltrainer auch geeignet? Ein Schnellschuss wäre der falsche Weg. Haben die Verantwortlichen einen guten Plan B, sollten sie ihn durchziehen. Hieße dieser Plan B aber zum Beispiel Oliver Kahn, dann besser nicht. Jürgen Klopp und Hansi Flick sind Kandidaten nur aus perspektivischer Sicht."

Lars Müller-Appenzeller, Martin Peter, Alexander Bertok
Gerd Doll
Gerd Doll (Foto: Archiv/Krüger)

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