News

Ein Ex-Karlsruher schießt den KSC spät raus

Die Badener tanken trotz des Pokal-0:1 nach Verlängerung gegen Union Berlin Selbstvertrauen für den Zweitligastart.

Die Entfernung? Ein Torwartabschlag vielleicht, mehr ist es nicht. Auf den Plätzen rund ums Wildparkstadion hat Nico Schlotterbeck bis vor drei Jahren in der U 17 und U 19 das Trikot des Karlsruher SC getragen. "Zwei, drei Mal, vielleicht", sagt der Profi des 1. FC Union Berlin am späten Samstagabend, sei ihm schon mal so ein Kunststück gelungen wie in der 118. Minute des DFB-Pokalspiels KSC gegen Union Berlin. Spielentscheidende Siegtor-Seitfallzieher gehören jetzt nicht gerade zum Kerngeschäft eines 20-jährigen Innenverteidigers, erst recht nicht im ersten Pflichtspiel für den neuen Club, der ein Schlotterbeck-Ausbildungsverein ist.

Vor einem Jahr reifte hier Bruder Keven zum Erstligaprofi, nun ist der zurück beim SC Freiburg, der dafür Bruder Nico nach Köpenick verlieh. "Wir sind nicht so gut zurecht gekommen, Hauptsache wir sind weiter", sagte Nico Schlotterbeck, der wie sein Bruder aus dem Remstal stammt, über die 120 Minuten. Ein Ex-Karlsruher tat dem KSC sehr weh, der Schmerz war auch Trainer Christian Eichner anzusehen, bei dem sich "Enttäuschung mit Stolz mischte". Schließlich braucht der Verein jeden Euro - 300 000 Euro für den Einzug in die zweite Runde hätten da schon sehr gut getan.

Union fehlen Spieler und Erstligaformat

Das genauso sehenswerte wie späte Tor des Abends war der einzige Höhepunkt in 120 Minuten. 118 Minuten lang sah es nämlich sehr nach einem Elfmeterschießen aus. Beim Thema Toreschießen wollte Union nicht so richtig, denn es fehlten die Offensivkräfte Max Kruse, Anthony Ujah sowie Sebastian Andersson. Und damit auch Erstligaformat. "Wir tun uns im Spiel mit Ball schwer", konstatierte Union-Trainer Urs Fischer.

Seine Mannschaft wollte nicht das Spielgerät, der KSC wusste nur bis zur Strafraumgrenze etwas damit anzufangen. Heraus kam ein Kampfspiel mit ein paar Fehlpässen zu viel. "Wir hatten für unsere Verhältnisse übermäßig viel den Ball", sagte Eichner hinterher. Beide Teams ähneln sich durchaus in ihrem Spielansatz, das erstklassige Original und die zweitklassige Kopie unterschieden sich über 120 Minuten kaum. Das ist durchaus als Karlsruher Mutmacher zu sehen.

Die Karlsruher Nummer eins ist ein Berliner

"Bis zum gegnerischen Strafraum war das ganz gut von uns", sagte Karlsruhes Torwart Marius Gersbeck, ein waschechter Berliner und die neue Nummer eins im KSC-Tor. "Zur Wahrheit heute gehört leider auch: Der gegnerische Torwart hat seine Handschuhe gar nicht benutzen müssen", brachte es Trainer Christian Eichner auf den Punkt.

Marvin Friedrich traf zwar schon nach vier Minuten den Pfosten, mehr Berliner Chancen folgten sehr lange nicht. Der KSC war in der zweiten Spielhälfte das aktivere und bessere Team. Robin Bormuth per Kopf (59. Minute), Marco Djuricin (74.) aus der Distanz und Marvin Wanitzek (79.) aus spitzem Winkel scheiterten in der regulären Spielzeit, Philipp Hofmann (97.) vergab per Kopf die beste Chance der Verlängerung. "Union war nicht so stark, weil wir so stark waren", sagt KSC-Kapitän Jerome Gondorf.

Zweitliga-Auftakt am Samstag bei Hannover 96

Das knappe Aus dient als Mutmacher für den Zweitliga-Auftakt am nächsten Samstag (13 Uhr) bei Hannover 96, das ja auch ein gefühlter Erstligist sei, wie KSC-Kapitän Jerome Gondorf anmerkte. "Wenn wir genauso unangenehm sein werden wie heute, dann werden die Tore und Punkte kommen", versprach Christian Eichner.

Ein Grund für Optimismus sind die Neuen. Die auf drei Positionen neuformierte Viererkette wirkt stabil. Der Ex-Stuttgarter Philip Heise als Linksverteidiger "tut uns von hinten heraus gut", wie es Christian Eichner ausdrückte. Ein Lob gab es auch für die beiden Innenverteidiger Robin Bormuth und Christoph Kobald. Beim linken Flügelmann Benjamin Goller gefällt Eichner seine Einsatzfreude in Sachen Sprints.

Kuss von Gattin Sophie

Die neue Nummer eins Marius Gersbeck strahlte Sicherheit aus, nach dem Schlusspfiff gab es für ihn vor dem Interview einen Kuss von Gattin Sophie. Sie können also abseits des Spielfelds sehr liebevoll sein, diese Karlsruher.

Auf dem Feld, da ist hingegen anderes gefragt. "Ihr seid eklig, bleibt eklig", gab Union-Trainer Urs Fischer dem Karlsruher SC noch mit auf den Weg.

Florian Huber
Duell mit Vollkontakt und 120 Minuten auf Augenhöhe: Der Karlsruher Philipp Hofmann (rechts) und der Berliner Christopher Trimmel kämpfen um den Ball. Das bessere Ende hatte der Favorit für sich.
Duell mit Vollkontakt und 120 Minuten auf Augenhöhe: Der Karlsruher Philipp Hofmann (rechts) und der Berliner Christopher Trimmel kämpfen um den Ball. Das bessere Ende hatte der Favorit für sich. (Foto: dpa )

zurück alle News

Error message here!

Error message here!

Passwort vergessen?

Registriere dich (natürlich kostenlos) und werde Teil der fussball-in-bw.de-Community!

Als Rasen-Reporter kannst du:
- Bilder und Videos hochladen
- Spielberichte veröffentlichen
- Ticker schreiben
- und vieles mehr.
Gestalte fussball-in-bw.de, dein Portal für den Amateurfussball der Region, mit!

Error message here!

Error message here!

Error message here!



Bitte beachte unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Informationspflichten.

Passwort vergessen?
Trage die Email Adresse, mit der du dich registriert hast, in das Feld ein. Du erhältst dann einen Link, über den du dein Passwort zurücksetzen kannst.

zurück zur Anmeldung

schließen