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Von Hoffenheimer Glücksbringern, Omen und Vorzeichen

Nicht nur die Frage nach dem Trainer, sondern auch nach der Zukunft von Sebastian Rudy steht erst nach dem BVB-Spiel an. Denn mindestens einen Punkt muss her, um noch an Wolfsburg vorbeizukommen.

Glücksbringer haben im Saisonfinale der TSG 1899 Hoffenheim schon häufiger tragende Rollen gespielt. Ralf Rangnick versteckte vor dem Bundesliga-Aufstieg 2008 im Rasen des Dietmar-Hopp-Stadions ein Cent-Stück, 2013 setzte Mannschaftsbetreuer Heinz Seyfert vor dem wundersamen 2:1 bei Borussia Dortmund auf Glücksschweinchen, ein vierblättriges Kleeblatt und erneut ein Cent-Stück.

Ein erneuter Hoffenheimer Erfolg an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Dortmund erhöht die Chance auf viele, viele Zusatz-Cent, die in der Gruppenphase der Europa League zu verdienen sind. "Die Gruppenphase hat einen anderen finanziellen Hebel, was für einen Verein wie die TSG wichtig ist", sagt Sportdirektor Alexander Rosen über Rang sechs und dem Duell des in der Geisterspiel-Tabelle Zweiten BVB (18 Punkte aus acht Spielen) gegen den Dritten Hoffenheim (14).

Mindestens ein Punkt muss her

Dortmund im Saisonfinale, das war für die TSG bereits zwei Mal ein gutes Omen. 2013 in Sachen Klassenerhalt, 2018 beim 3:1 für die Champions League. Und nun? "Nur aufgrund der Vergangenheit stehen nicht automatisch die Vorzeichen gut, dass wir etwas aus Dortmund mitnehmen", sagt Alexander Rosen als Sprecher des Trainerstabs. Mitnehmen muss die TSG allerdings mindestens einen Punkt, nur so lässt sich noch am punktgleichen VfL Wolfsburg vorbeikommen, der gegen den FC Bayern ran muss.

Das bessere Torverhältnis spricht für die Niedersachsen, die jüngste Hoffenheimer BVB-Bilanz (2:1 in der Hinrunde, ein 3:3 in Dortmund nach 0:3) eher für die Kraichgauer. Beide Vereine hatten nicht nur Berührungspunkte auf dem Rasen: Da sind die ständigen Proteste gegen Dietmar Hopp, deren Epizentrum in Dortmund liegt. "Das Thema hat aktuell den Stellenwert, den es verdient, nämlich keinen", sagt Alexander Rosen über die Schmähungen gegen TSG-Gesellschafter Hopp. Wegen Corona stellte der DFB übrigens alle laufenden Verfahren aus dem Jahr 2020 vor ein paar Wochen ein.

Kommen alle drei Seiten noch finanziell zusammen?

Ein laufendes Hoffenheimer Verfahren ist die Causa Sebastian Rudy. Klar ist: Der TSG ist die im vergangenen Sommer festgelegte Ablösesumme für den Schalker Leihspieler zu hoch. "Ich kann nur sagen, dass Sebastian bei uns einen sehr großen Stellenwert hat, er ist nicht umsonst unser Rekordspieler", sagt Alexander Rosen über den Nationalspieler, der zuletzt via "Sport-Bild" verkündet hatte: "Ich weiß selbst noch nicht, wie es weitergeht." Kommen alle drei Seiten, also Rudy, Schalke und Hoffenheim doch noch finanziell zusammen? Rosen sagt: "Mit dem Thema beschäftigen wir uns nach dem letzten Spiel."

Mit einer nächtlichen Zaunbotschaft am Trainingszentrum in Zuzenhausen sprachen sich zuletzt einige Mitglieder des TSG-Fanclubs Young Boyz für eine weitere Zusammenarbeit mit dem aktuellen Interimsteam um Co-Trainer Matthias Kaltenbach aus. Kaltenbach fehlt es allerdings an der nötigen Fußballlehrer-Lizenz. Ein neuer Chef und Nachfolger für Alfred Schreuder wird gesucht. "Das Filtern ging los", sagt Rosen zur Trainersuche, die ab Samstag dann Priorität genießt.

Abschiedsspiel für das Vier-Spiel-Trainerteam

Es steht also das Abschiedsspiel für das Vier-Spiel-Trainerteam an. Nach den zwei Siegen haben Rapp, Herdling und Co. die Qual der Wahl. Zuletzt habe kein Spieler enttäuscht. "Fünf, sechs Positionen sind in unseren Köpfen schon klar", sagt Rosen. Ein glückliches Händchen im Saisonfinale besteht nämlich nicht nur aus der Wahl des richtigen Glücksbringers.

Florian Huber
Glückwunsch: Urs Fischer (rechts), Trainer vom 1. FC Union Berlin, gratuliert Matthias Kaltenbach zum Sieg seiner Hoffenheimer Mannschaft.
Glückwunsch: Urs Fischer (rechts), Trainer vom 1. FC Union Berlin, gratuliert Matthias Kaltenbach zum Sieg seiner Hoffenheimer Mannschaft. (Foto: dpa )

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