News

Heinz Dausch, die treue Seele des Heilbronner Fußballs

Heinz Dausch blickt auf eine bewegte Zeit als Vereinsmitarbeiter bei der Union Böckingen und dem FC Union Heilbronn.

Serie: Was macht eigentlich ...?

Sein Name steht für das Ehrenamt, Vereinstreue und Loyalität. Heinz Dausch blickt bei der Union Böckingen und dem Nachfolgeverein FC Union Heilbronn auf eine 67-jährige Mitgliedschaft zurück. Als aktiver Spieler, bei den AH-Kickern, als Betreuer, im Spielausschuss, als Spielleiter und Vorsitzender des Fördervereins. Pflege der Mitgliederdatei, Spielberichtsbogen ausfüllen und - wie Dausch 2011 in einem Bericht der Heilbronner Stimme sagte, "den Schiedsrichter ein bissle kratzbuckeln" - die Bezeichnung "Mädchen für Alles" trifft den Kern.

Der 85-Jährige war sich stets für keine Arbeit zu schade. Das Trikotwaschen übernahm für mehr als 30 Jahre Ehefrau Ernestine, die sich auch als "Kuchen-Lieferantin" bei den Heimspielen einbrachte. Es gibt wenige Funktionäre, die das Ehrenamt mit so viel Herzblut erfüllen. "Hier ist jeder ersetzbar, außer der Heinz. Ohne ihn und seine Frau könnten wir den Laden dichtmachen Menschen mit seiner Herzlichkeit und Verlässlichkeit lernt man im Leben ganz selten kennen", sagte der ehemalige Abteilungsleiter Werner Menold vor zehn Jahren.

Die Union ohne Dausch? Undenkbar. Doch auch für ihn ist irgendwann Schluss. Vor gut drei Jahren hat er sich aus dem aktiven Vereinsleben am Rande des Sportplatzes zurückgezogen und gibt demnächst auch sein letztes Ehrenamt ab, den Vorsitz des Fördervereins.

Spätstarter in Sachen Fußball

"Ich habe mit dem Fußballspielen spät angefangen, zu spät", erzählt Dausch. Erst als 18-Jähriger schnürte er für die Union seine Fußballschuhe, gegen den Willen der Familie. "Meine Eltern, der ganze Clan - alle waren bei der TG Böckingen. Mein Vater hat Faustball und Handball gespielt, ein bisschen Leichtathletik betrieben. Der Onkel war Turner." Heinz Dausch kickte überwiegend in der zweiten Mannschaft. "In der ersten waren es vielleicht 30, aber nicht mehr als 50 Spiele." Im Kader stand er öfters. Doch damals gab es keine Auswechslungen. "Gehörte man nicht zur Stammelf, war man Kofferträger und Zeugwart", erzählt Dausch.

Nach seiner aktiven Zeit rutschte Dausch ins Ehrenamt. "1968 wurde ich in den Spielausschuss gewählt", erzählt der ehemalige Telefunken-Mitarbeiter. Mitte der 70er Jahre wurde Dausch Spielleiter und war auf den Staffeltagen des Fußballbezirks Unterland ein gern gesehener Gast, fehlte nur einmal, im Jahr 2009. "Spielleiter?", meint Dausch mit einem Achselzucken und sagt augenzwinkernd: "Als Spielleiter habe ich mich nie gefühlt, das sind die Schiedsrichter. Ich bin nur ein Vereinsknecht." Dass er den Vereinsknecht so lange ausübt, war nie sein Plan. "Es besteht die Gefahr, vereinsblind zu werden", sagt Dausch: "Doch einmal Union, immer Union." Vereinsblind ist er aber nie geworden. Dausch vermisst die Kameradschaft, die er früher zu schätzen gelernt hat. Ein paar Euro zählen heute mehr als die Identifikation mit dem Verein.

Für Ernestine Dausch war der Verein Familie: "Nach den Spielen saß man zusammen und hat gesungen. Heute gehen die Spieler vom Platz, duschen und rennen auseinander."

Früher war halt doch einiges besser

"Vereinstreue, das kennen viele Spieler nicht mehr", bedauert Dausch, der seine Zeit im Ehrenamt jedoch nicht missen will. "Ich bereue es nicht. Ich hab viele Freunde gewonnen." Generationen von Spielern hat er betreut, etliche Abteilungsleiter, Vorstände und noch mehr Trainer erlebt. "Ich habe immer Wert darauf gelegt, dass es mit allen immer fair und anständig über die Bühne geht."

Früher war nicht alles besser, aber schöner. Heinz Dausch ist im Stadion am See weiterhin Stammgast. Auch das letzte Spiel vor der Corona-Zwangspause, die 0:1-Niederlage gegen die SGM Krumme Ebene hat er verfolgt. Geht es irgendwann weiter, wird er wieder dabei sein. "Wenn ich kann, gehe ich immer runter, auch dienstags zum Seniorentreff", sagt Dausch.

Heinz Dausch ohne die Union, undenkbar.

Alexander Bertok
Heinz Dausch Mitte der 1950er-Jahre vor der Abfahrt zu einem Auswärtsspiel (links) und 2011 an seinem Ehrenamts-Arbeitsplatz bei der damaligen Union Böckingen.
Heinz Dausch Mitte der 1950er-Jahre vor der Abfahrt zu einem Auswärtsspiel (links) und 2011 an seinem Ehrenamts-Arbeitsplatz bei der damaligen Union Böckingen. (Fotos: privat/Veigel)

zurück alle News

Error message here!

Error message here!

Passwort vergessen?

Registriere dich (natürlich kostenlos) und werde Teil der fussball-in-bw.de-Community!

Als Rasen-Reporter kannst du:
- Bilder und Videos hochladen
- Spielberichte veröffentlichen
- Ticker schreiben
- und vieles mehr.
Gestalte fussball-in-bw.de, dein Portal für den Amateurfussball der Region, mit!

Error message here!

Error message here!

Error message here!



Bitte beachte unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Informationspflichten.

Passwort vergessen?
Trage die Email Adresse, mit der du dich registriert hast, in das Feld ein. Du erhältst dann einen Link, über den du dein Passwort zurücksetzen kannst.

zurück zur Anmeldung

schließen