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Re-Start der Gemminger Fußballer: "Meinen Jungs juckt es im großen Zeh"

Gemmingens Trainer Daniel Kufner spricht über sein Trainingskonzept, die Abläufe und erste Erfahrungen in der Corona-Krise. Auch der DFB-Stützpunkttrainer mit A-Lizenz betritt mit den Restriktionen Neuland.

Der Lockdown hat auch den Amateursport in die Knie gezwungen. Stillstand statt Fußball. Zeit zum Nachdenken. Zumindest bis der Spielbetrieb - geplant Anfang September - wieder losgeht. Daniel Kufner will es dabei aber nicht belassen. Als Trainer des Kreisligisten SV Gemmingen hat er mit seinem Trainerstab und den Vereinsverantwortlichen ein Trainingskonzept erarbeitet, wie der Neustart gelingen könnte. Ein Gespräch über veränderte Zeiten.

Herr Kufner, warum nutzen Sie nicht die Ruhepause, um mal Abstand vom Fußball zu gewinnen?

Daniel Kufner: Ich bin erst 35 Jahre alt. Ich lebe Fußball. Ich habe mit all meinen Spielern über verschiedenste Kanäle persönlichen Kontakt gehalten, immer nachgefragt, wie es ihnen in Zeiten von Corona so geht. Und dabei habe ich gemerkt, dass es meinen Jungs im großen Zeh juckt, sie unbedingt wieder Fußball spielen oder zumindest trainieren möchten. Als DFB-Stützpunkttrainer mit A-Lizenz habe ich mir überlegt, wie wir dem nachkommen könnten.

Sie haben ein Konzept erarbeitet, das dem Profisport, mit Ausnahme der Testung, in fast nichts nachsteht. Wie sieht das genau aus?

Kufner: Das fängt schon bei der Anfahrt zum Sportplatz an. Jeder muss in seinem Auto in einem vorgegebenen Zeitfenster anreisen - und umgezogen erscheinen. Die Umkleiden sind gesperrt. Die Wertsachen verbleiben im Auto. Und nach dem Training geht es heim zum Duschen.

Wie wird das weitere Vorgehen dokumentiert?

Kufner: Die Spieler müssen ein persönliches Briefing durchlaufen, das 15 Minuten in Anspruch nimmt. Darauf achte ich besonders. Auf einem Fragebogen sind der derzeitige persönliche Gesundheitszustand und der in der Familie niederzuschreiben, möglichst mit Kontaktpersonen. Danach bekommen die Spieler den festgelegten Trainingsplan. Wir stellen Desinfektionsmittel bereit. Jeder hat seine eigene Trinkflasche.

Wie soll das Training dann vonstatten gehen?

Kufner: Die Vorgabe ist, dass sich nicht mehr als fünf Spieler innerhalb einer Fläche von 1000 Quadratmeter aufhalten sollen. Wir haben das Spielfeld in zwei Hälften unterteilt. Zwei Kleingruppen mit je fünf Spielern machen hier ihre Übungen. Das heißt, wir fangen erstmal mit zehn Spielern die ersten Trainingseinheiten zu je einer Stunde an. Bei größerem Interesse und Bedarf werde ich eine zweite Einheit dranhängen. Jeder Spieler erhält für das Training seinen eigenen Ball.

Wie sieht das im Einzelnen aus?

Kufner: Das Training ist besonders auf den technischen Fußball mit Ballkontakt angelegt. Natürlich unter Beachtung der Abstandregeln. Tacklings als auch das Kopfballspiel sind zu unterlassen. Die Übungseinheiten sind auf die individuelle Verbesserung der Grundlagen eines jeden Spielers ausgerichtet. Passspiel, Ballan- und -mitnahme, taktische Vorgaben, Stellungsspiel - all die Dinge will ich ansprechen und üben lassen. Ein Torwarttraining wollen wir anfangs noch nicht durchführen.

Gilt Ihr Trainingsplan nur für die erste und zweite Mannschaft?

Kufner: Nein, alle Trainer des Vereins sollen nach den gleichen Richtlinien verfahren. Das gilt auch für den Jugend- und den neu gegründeten Frauenfußball in Gemmingen.

Nutzen Sie technische Hilfsmittel?

Kufner: Wir haben eine Internetplattform eingerichtet. Hier präsentieren wir in einem Online-Seminar auf über 30 Seiten unser Trainingskonzept. Unsere Jugendtrainer wollen mit allen Eltern unserer Jugendspieler Kontakt aufnehmen.

Wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Kufner: Learning by doing. Wir können es nicht jedem recht machen. Erst einmal das Feedback der Spieler abwarten. Der Anfang wäre aber schon mal gemacht.

Von Werner Grässle

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