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Vizemeister hadern mit Streichung der Relegation

Sieben Vereine aus dem Unterland werden durch den Saisonabbruch um ihre Aufstiegschance gebracht. Das stößt auf Missfallen. Es regt sich Widerstand.

Die Coronavirus-Pandemie hat die Amateur-Saison 2019/2020 gestoppt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Runde zum 30. Juni abgebrochen. Freuen dürfen sich die Kellerkinder der Bezirksliga und A-Ligen. Es gibt keine Absteiger. Ob die Saison mit dem Stand nach dem letzten Spieltag gewertet wird oder alternativ mit dem der Hinrunde - es gibt zumindest sieben Vereine aus dem Unterland, die mit dieser Regelung hadern.

Es sind die sieben potentiellen Vizemeister, die sich um die Chance betrogen fühlen, über die Relegation den Aufstieg schaffen zu können. Im Bezirk Unterland sind dies der SV Schluchtern, Spfr Neckarwestheim, SGM Höchstberg/Tiefenbach, SGM MassenbachHausen, TGV Beilstein, SGM Widdern/Olnhausen und die SGM Frauenzimmern/Haberschlacht.

Warum nicht die Zweitplatzierten aufsteigen lassen?

"Ich habe mich mit vielen Vertretern der betroffenen Vereine unterhalten und keiner ist mit dieser Entscheidung so richtig glücklich", sagt Jochen Mühling, Abteilungsleiter des A3-Tabellenzweiten SGM MassenbachHausen, der nicht daran glaubt, dass auf dem Verbandstag am 20. Juni die Entscheidung fällt, dass die Saison ab September zu Ende gespielt wird. "Das will niemand. Aber egal wie der Vizemeister beim zu erwartenden Abbruch ermittelt wird, warum kann man in Baden-Württemberg nicht verfahren, wie in manch anderem Verband, und auch die Zweiten aufsteigen lassen?"

In der Spielordnung des Württembergischen Fußballverbandes ist kein Aufstiegsrecht eines Tabellenzweiten vermerkt, sondern nur die Rede von einer "Aufstiegs-Chance" (siehe Hintergrund: Tabellenzweite ohne Aufstiegsrecht).

Der Aufstieg der Vizemeister würde in Verbindung mit dem Aussetzen der Abstiegsregelung in manchen Bezirken in der einen oder anderen Staffel für einen zu deutlichen Überhang an Mannschaften führen. Die Bezirksliga Unterland würde sich auf 21 Teams erhöhen (17 minus zwei Aufsteiger in die Landesliga, plus je drei A-Liga-Meister und -Tabellenzweite).

Es gehe auch um Gerechtigkeit

"Es geht hier nicht um die Statuten, sondern ein Stück weit um Gerechtigkeit. Warum dürfen von vornherein sämtliche Absteiger, selbst wenn sie nach 16, 17 Spielen erst einen Punkt haben, die Klasse halten, während man den Tabellenzweiten, die sich einen Relegationsplatz verdient erkämpft haben, die Chance zum Aufstieg nimmt?", zeigt Mühling Unverständnis.

Bei der SGM hat man errechnet, wie viele Vereine im Bereich des WFV davon betroffen wären. "Es sind 141 Mannschaften", berichtet Mühling. "Wir haben diesbezüglich auch mit Vereinen aus Baden und Südbaden gesprochen." Am Montagabend beteiligte sich der Funktionär an einer Video-Konferenz mit Clubs aus Südbaden. "Auch hier ist die Meinung, der Umgang mit den Tabellenzweiten ist nicht in Ordnung." In Baden, im Fußballkreis Heidelberg, formieren sich derweil die Vizemeister und wollen sich ihr potenzielles Aufstiegsrecht vor Gericht erstreiten.

Der Weg des geringsten Widerstands

"Als Verein kommt es einem vor, der WFV geht den Weg des geringsten Widerstands", sagt Mühling. "Die Letzten werden nicht bestraft, um ja nicht in einen rechtlichen Konflikt verstrickt zu werden, und den Zweiten nimmt man die Aufstiegs-Chance." Dass die Zweitplatzierten auf dem Verbandstag gehört werden, glaubt Mühling indes nicht: "141 Vizemeister in Württemberg, wir sind in der Minderheit."

Die Argumentation der Verbände, "dass ein Abstieg wirtschaftlich und sportlich schwerer wiegt als ein Nichtaufstieg, können wir nicht nachvollziehen", sagt Mühling. "Wie heißt es so schön, der Zweite ist der erste Verlierer, mit dem Beschluss des WFV sind alle Zweiten die einzigen Verlierer."

Tabellenzweite ohne Aufstiegsrecht

Im Beschluss des WFV zum Saisonabbruch heißt es, nur die Meister werden über den Quotienten ermittelt, "nicht aber Platzierungen, die zur Teilnahme an Relegations- oder Aufstiegsspielen berechtigen. Während die WFV-Spielordnung vorsieht, dass alle Meister von der Landesliga bis zu den Kreisligen C aufsteigen, bedeutet eine Platzierung, die zur Teilnahme an der Relegation berechtigt, nur eine Aufstiegs-Chance. Ob aus dieser Aufstiegs-Chance ein Aufstiegsrecht erwächst, kann aber aus rechtlichen Gründen auf unabsehbare Zeit nicht ausgespielt werden. Zudem sehen wir keine sachgerechte Möglichkeit, anhand anderer sportlicher Kriterien eine dieser Mannschaften als Aufsteiger zu ermitteln."

Dass keine Absteiger ermittelt werden, wird wie folgt begründet: "...dass ein Abstieg nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich in der Regel schwerer wiegt als ein Nichtaufstieg und daher nicht auf Grundlage einer Quotienten-Regelung erfolgen soll."

Alexander Bertok
Die SGM MassenbachHausen gehört zu den Vereinen, die sich als Vizemeister um die Chance gebracht sehen, über die Relegation aufzusteigen.
Die SGM MassenbachHausen gehört zu den Vereinen, die sich als Vizemeister um die Chance gebracht sehen, über die Relegation aufzusteigen. (Foto: Alexander Bertok)

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