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Otto Frey: Erst Feierabend-Profi, dann Erfolgscoach

Otto Frey war 1974 Zweitliga-Spieler des VfR Heilbronn und führte 1996 die A-Junioren als Trainer zum DFB-Pokalsieg. Auf die glorreichen Zeiten des Heilbronner Fußball blickt er oft zurück - per Fotoalbum.

Er steht für die Glanzzeiten des VfR Heilbronn, was die Aktiven, aber auch die Jugend betrifft. Otto Frey gehörte in der Saison 1974/1975 zur Mannschaft der Schwarz-Weißen in der 2. Bundesliga Süd. 21 Jahre später schrieb der Badener erneut Heilbronner Fußball-Geschichte, als Trainer der VfR-A-Junioren, die er sensationell zum deutschen Pokalsieg führte.

Die württembergische Pokalmeisterschaft ebnete damals der A-Jugend den Weg in den DFB-Pokal. "Wir haben von Runde zu Runde gedacht. Scheiden wir aus, sind wir fertig und fahren in Urlaub", erinnert sich Otto Frey. "Und dann standen wir plötzlich im Halbfinale." Auf dem Platz der Union Böckingen wurde 1860 München vor rund 2500 Zuschauern 3:1 besiegt.

Es folgte der denkwürdige 14. Juli 1996. Anpfiff im Frankenstadion vor mehr als 6000 Zuschauern gegen FC Energie Cottbus um 11 Uhr am Vormittag. "Meine Jungs haben losgelegt wie die Feuerwehr. Zur Halbzeit führten wir 4:0", sind die Erinnerungen bei Frey allgegenwärtig. Am Ende bejubelte Heilbronn einen 6:1-Erfolg.

Auch an seine aktive Zeit im Frankenstadion erinnert sich der gebürtige Heidelberger gerne, auch weil er mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz zusammenspielte, der im Januar 2019 verstarb. "Es war meine erste Station als Vollprofi, wobei der ein oder andere meiner Mitspieler nebenher gearbeitet hat und nur einmal am Tag trainieren konnte."

Nach dem VfR-Abstieg spielte er beim SV Darmstadt 98

Doch dem damals 22-Jährigen waren selbst zwei Trainings-Einheiten zu wenig. "Mir wurde es langweilig und ich arbeitete daher ein halbes Jahr bei der Firma Horten im Lager der Elektro-Abteilung." Otto Frey, der seine Karriere einst beim SV Sandhausen begonnen hatte, spielte nach dem VfR-Abstieg beim SV Darmstadt 98.

Mit den Lilien stieg der Manndecker in die 1. Bundesliga auf. Die Darmstädter Spieler gingen zu jener Zeit auch arbeiten und schrieben als Feierabend-Profis ein Stück Bundesliga-Historie. Über den VfR Bürstadt, seiner letzten Station als Profi, ging es zurück nach Sandhausen in die Oberliga.

Den Kontakt zum VfR hielt Frey aufrecht

Frey machte sich in Heidelberg als Taxifahrer selbstständig, trainierte den TSV Michelfeld, TSV Erlenbach und den VfB Wiesloch. Ganz nach dem Motto "einmal schwarz-weiß, immer schwarz-weiß" blieb der Kontakt zum VfR bestehen. Es folgte die Rückkehr als stellvertretender Jugendleiter, dann Jugendleiter, A-Jugend-Erfolgscoach und zwei Mal Interimstrainer bei den Aktiven in der Oberliga. Danach war der heute 68-Jährige noch in Kirchardt und Eppingen tätig, eh sich vor knapp zehn Jahren der Kreis abermals beim SV Sandhausen schloss.

Dort ist der zweifache Familienvater - Sohn Frank ist 46, Tochter Nadine 39 - und dreifache Opa aktuell Jugendleiter. Frey lebt mit seiner Frau Elvira im Heidelberger Stadtteil Kirchheim. "Das Taxifahren habe ich eingeschränkt, betreibe es nur noch stundenweise. In meinem Alter muss man ja nichts mehr übertreiben."

Sie haben sich nie aus den Augen verloren

Die Verbindung nach Heilbronn ist nie abgebrochen. "Ich habe immer mal wieder Kontakt zu Manfred Grimm oder Charly Hrynda", nennt Otto Frey zwei seiner alten Weggefährten. Auch die ehemaligen Spieler der Pokalsieger-Junioren sieht Frey regelmäßig. "Spätestens alle fünf Jahre gibt es ein großes Treffen." Das nächste 2021, zum 25-jährigen Jubiläum des Triumphes von 1996.

Den ein oder anderen seiner Ex-Schützlinge sieht er öfters. So wie Rüdiger Rehm, Trainer des SVS-Zweitliga-Konkurrenten Wiesbaden. Ebenso Onur Celik und Tobias Schwarz, die als Funktionäre den neuen VfR voranbringen. "Zwei Spiele habe ich in dieser Saison bereits gesehen. Was dort geleistet wird, ist toll.", berichtet Frey, dass sein Blick immer auch auf den Unterländer Fußball gerichtet ist. "Ich schaue mir am Sonntagabend, spätestens am Morgen darauf im Internet die Tabellen an."

Was das aktuelle Fußballgeschehen in Heilbronn direkt betrifft, da kommt ihm ein langgezogenes "Ooohjeeeh" über die Lippen. "Ich blättere oft in Foto-Alben aus den alten, erfolgreichen Jahren", wünscht Otto Frey dem neuen VfR Heilbronn viel Glück.

Alexander Bertok
DFB-Pokalsieger 1996 mit den A-Junioren des VfR Heilbronn. Für Trainer Otto Frey (rechts) war es ein Erfolg mit dem niemand gerechnet hatte. 2021 jährt sich der historische Tag zum 25. Mal.
DFB-Pokalsieger 1996 mit den A-Junioren des VfR Heilbronn. Für Trainer Otto Frey (rechts) war es ein Erfolg mit dem niemand gerechnet hatte. 2021 jährt sich der historische Tag zum 25. Mal. (Foto: Imago images/Baumann)

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