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Ein Hoch auf den Hoffenheimer Sommerspeck

Bundesligist aus dem Kraichgau profitiert in der aktuellen Situation von den Transferüberschüssen der vergangenen Jahre. 1899 Hoffenheim sieht sich in der Corona-Krise gut aufgestellt

Während andere Bundesligavereine Existenznöte thematisieren, sieht sich die TSG 1899 Hoffenheim für die aktuelle Corona-Krise und die Bundesliga-Zwangspause gewappnet. "Wir sind in der privilegierten Situation, dass wir gut aufgestellt sind", sagt Alexander Rosen, seit bald sieben Jahren Sportdirektor des Clubs. Der Transferüberschuss des vergangenen Sommers von knapp 70 Millionen Euro kommt dem Verein nun zugute. Der Transfersommer erscheint nun rückblickend noch etwas glänzender, noch goldener.

Der Club zehrt in der Krise vom Sommerspeck. Aber auch von den erfolgreichen vergangenen Jahren mit einem alljährlichen Transferplus. Etwas, über das die Konkurrenz nicht so verfügt wie die TSG 1899 Hoffenheim. Rosen spricht in einer Telefonkonferenz mit mehreren Journalisten von "wirtschaftlicher Besonnenheit", davon, dass man "Entwicklungen nicht ans Marktwachstum angepasst hat."

TSG ist immer für Krisenszenarien gewappnet

Soll heißen: Auch als nordbadischer Fußball-Erstligist hilft die Orientierung an der schwäbischen Hausfrau, die spart, ohne aufs Notwendige zu verzichten. Die TSG Hoffenheim sei immer für Krisenszenarien gewappnet gewesen, betont Rosen. An einen höchst ansteckendes Virus hatte dabei allerdings im Kraichgauclub niemand gedacht. Eher an den Ausfall eines hochdotierten TV-Vertrags wie einst während der Kirch-Krise vor 18 Jahren, als die Clubs beim TV-Geld Abstriche machen mussten.

Rosen benutzt häufiger das Wort "privilegiert", es fällt auch, als es um mögliche Kurzarbeit bei den Angestellten des Vereins und Gehaltskürzungen bei den Spielern geht. "Wir kennen nicht das Ausmaß, was auf uns zukommt. Wir müssen nicht unter Druck diese Themen aufmachen", sagt Rosen.

Der schlimmste Fall wäre ein Saisonabbruch

Je länger die spielfreie Zeit anhält, desto wahrscheinlicher ist allerdings auch, dass es Gespräche zu diesen Themen geben wird. "Wir haben eine charakterstarke Mannschaft, die sich sehr viele Gedanken über eine Situation macht, für die es aus der Vergangenheit kein Muster gibt", sagt Rosen. Der schlimmste Fall hieße Saisonabbruch. Keine Spiele mehr, selbst ohne Zuschauer nicht. Ein Szenario, das immer realistischer erscheint. "Wir wollen als Liga alles dafür tun, dass es nicht soweit kommt" , sagt der 40-Jährige. Und was, wenn doch?

"Auch dafür wären wir so aufgestellt, dass wir das ohne Fremdkapital überstehen könnten", sagt Rosen. Klar ist aber auch, dass sich die Hoffenheimer Verluste bei diesem Schreckensszenario im achtstelligen Bereich bewegen. Alle Reserven, aller Speck sind zudem endlich, erst recht wenn die Zwangspause über den Sommer hinaus anhalten sollte. "Wir haben wirtschaftlich keinen unendlichen, aber einen langen Atem", ist sich Rosen sicher.

In Sachen Kaderplanung gut aufgestellt

Ein weiteres Hoffenheimer Plus in Zeiten, in denen alle über ein Minus sprechen: Nur drei Verträge laufen im Sommer aus. Jene der beiden Ersatztorhüter Alexander Stolz und Michael Esser (ausgeliehen aus Hannover), sowie von Sebastian Rudy (Leihe aus Schalke). "Wenn wir Transfersummen reduzieren müssten, dann sind wir finanziell und in Sachen Kaderplanung gut aufgestellt", blickt Rosen voraus. Da könnten dann die zehn möglichen Rückkehrer weiterhelfen, die aktuell noch an andere Clubs verliehen sind. Außerdem ist da ja noch die eigene Talentschmiede.

Im Hier und Jetzt findet das Spielertraining zumeist als Individualeinheit daheim statt, die Profis sind ab und zu zeitlich versetzt in Zuzenhausen zum Training. "Wir lassen die Spieler nicht zusammenkommen", sagt Rosen. Wie auch bei anderen Clubs gibt es Taktikschulung mit Videos aufs Smartphone. Im Trainingszentrum ist alles heruntergefahren, gerade einmal 20 Leute sind meist zugegen. Auch Alexander Rosen arbeitet mitunter im Homeoffice.

Klar ist bei aller zeitlicher Ungewissheit in Sachen Spielbetrieb: "Es wird weitergehen, wir wissen nicht wann, aber es wird weitergehen. Dieser aktuelle Zustand wird nicht über Wochen und Monate haltbar sein." Diese Hoffnung haben alle, nicht nur die Verantwortlichen eines Bundesligaclubs.

Florian Huber
Wohin geht der Blick von Alexander Rosen? Der Hoffenheimer Sportdirektor sieht seinen Club gerüstet für die derzeitige Corona-Krise.
Wohin geht der Blick von Alexander Rosen? Der Hoffenheimer Sportdirektor sieht seinen Club gerüstet für die derzeitige Corona-Krise. (Foto: dpa )

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