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Hoffenheim braucht mehr als nur einen stürmischen Fixpunkt

Die TSG 1899 will die Last und Lust des Toreschießens auf mehr Schultern verteilen. Am Samstag kommt Wolfsburg, dann steht Oliver Baumann wieder im Tor des Kraichgauclubs.

Die Liste der Fast-Transfers im internationalen Fußball ist lang. 1994 waren dem VfB Stuttgart unter Ralf Rangnick vier Millionen Euro zu viel, um einen 17-Jährigen namens Ronaldo zu verpflichten, den Brasilianer wohlgemerkt - nicht den Portugiesen Cristiano. Vier Jahre ist es her, dass Erling Haaland ein Probetraining in der Jugendakademie der TSG 1899 Hoffenheim absolvierte und dabei überzeugte. Zu seinem 16. Geburtstag sollte er aus Norwegen in den Kraichgau ziehen.

"Es ist ein Kompliment an unser Scouting, dass er da war. Wir waren der einzige Bundesligist, der seine Fähigkeiten erkannt hat", sagt Hoffenheims heutiger Cheftrainer Alfred Schreuder, damals Co-Trainer. Der Transfer scheiterte am Geld. "Man darf nicht um jeden Preis ein Talent nach Hoffenheim holen", sagt Schreuder. 2000 Euro als maximales Monatssalär sieht die selbstauferlegte Gehaltsobergrenze für Talente vor, 5000 Euro wollte die Haaland-Seite damals. Das hätte für Probleme gesorgt. "Bei 15-Jährigen weiß man ja auch nie, wie sie sich entwickeln", sagt Schreuder.

Das gilt im übrigen auch für die junge Hoffenheimer Bundesliga-Mannschaft. Entwickeln ist eine der Lieblingsvokabeln des Niederländers, wenn er über sein Team spricht. Klar ist: Im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sky) wird Oliver Baumann nach seiner Meniskus-Operation schneller als ursprünglich erwartet ins Tor zurückkehren. "Kompliment an ihn und die Reha-Abteilung", sagt Schreuder. Sein starker Vertreter Philipp Pentke sitzt fortan wie geplant wieder auf der Bank. "Wir können ja nicht mit zwei Torhütern spielen", sagt Schreuder über seinen starken Ersatzmann. Baumann ist nicht der einzige Hoffenheimer Comeback-Kandidat.

Dabbur fehlt noch der Punch, sagt Schreuder

Auch Andrej Kramaric (Leistenbeschwerden) hat am Mittwoch wieder mittrainiert. "Das hat gut ausgesehen", sagt Schreuder über den Kroaten, den Fixpunkt der TSG-Offensive. Winter-Neuzugang Munas Dabbur wartet noch auf sein erstes Bundesliga-Tor. In Freiburg vergab er eine Riesenchance. "Die muss er machen", sagt Schreuder über den Israeli, "dem vielleicht noch der letzte Punch fehlt." Weil der 27-Jährige ohne Spielpraxis aus Sevilla kam, will Schreuder ihn langsam heranführen, damit er noch körperlich zulegen kann.

Ohne Kramaric blieb Hoffenheim erstmals im Jahr 2020 ohne Tor. Von Torschusspanik will Schreuder nichts wissen. "Wenn du in München in zwei Spielen fünf Tore machst, dann machst du offensiv schon viele Sachen sehr gut", argumentiert Schreuder.

Im Vorjahr machten Ishak Belfodil, Joelinton und Kramaric die Tore. Ein Goalgetter fehlt aktuell, diese Rolle kommt am ehesten einem fitten Kramaric zu. Die Devise lautet deshalb: Die Lust und Last des Toreschießens muss sich auf verschiedene Schultern verteilen. "Es ist besser, wenn verschiedene Stürmer Tore machen. Dann bist du viel überraschender für die Gegner", sagt Schreuder. Ein solcher toreschießender Überraschungskandidat ist der angeschlagene Sargis Adamyan (Sprunggelenksprobleme), der gegen Wolfsburg fraglich ist. "Letzte Woche in Freiburg war das Glück nicht da, die Woche davor gegen Leverkusen schon", brachte Schreuder die vergangenen zwei Partien auf den Punkt.

Schreuder und die positive Kritik

In Freiburg hatte Schreuder seine Mannschaft fürs 0:1 kritisiert. Man müsse mehr machen als der Gegner. "Das ist keine negative, sondern positive Kritik gewesen", stellte Schreuder klar: "Die Mannschaft ist gut, aber sie kann es noch besser." Viel fehlt nicht zu den Top-Teams der Liga, ein Europapokalrang ist trotz des großen Sommer-Umbruchs machbar. Schreuder versucht, ein paar Prozent mehr herauszukitzeln, damit es am Saisonende für den Europapokal reicht. Ob die TSG Hoffenheim schon so weit ist? Die nächsten drei Partien gegen Europapokalteams wie Wolfsburg, Mönchengladbach und Bayern München könnten darauf eine Antwort geben.

Florian Huber
Winter-Neuzugang Munas Dabbur (rechts) wartet noch auf sein erstes Bundesliga-Tor.
Winter-Neuzugang Munas Dabbur (rechts) wartet noch auf sein erstes Bundesliga-Tor. (Foto: Andreas Veigel )

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