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Schiedsrichtersuche: Mit Anreizen die Nachfolger ködern

Referees klagen bei einem Diskussionsabend der Schiedsrichtergruppe Künzelsau über zu wenig Nachwuchs. Mehr Wertschätzung gefordert.

Sie spielen nicht, sie pfeifen. Und sie kontrollieren meist vom Rand des Geschehens aus, ob sich Spieler und Trainer an die Regeln halten. Häufig stoßen sie mit ihren Entscheidungen auch auf Widerstand: die Schiedsrichter.

86 aktive Schiedsrichter gibt es zwar in der Schiedsrichtergruppe Künzelsau. Doch nur 58 davon stehen wirklich auf dem Spielfeld - zu wenige, um den Bedarf zu decken. Das Durchschnittsalter ist mit knapp 41 Jahren außerdem hoch. 2017 waren noch 13 Schiedsrichter der Künzelsauer Gruppe unter 18, jetzt sind es nur noch drei. Doch wie können die Schiedsrichter neuen Nachwuchs gewinnen? Und wie können die Vereine die Arbeit der Spielleiter besser wertschätzen? Die Schiedsrichtergruppe (SRG) Künzelsau hat in Gommersdorf zu einem Vortrag mit Diskussion mit Hardy Landbeck vom Schiedsrichterlehrstab des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) Vereine und Schiedsrichter eingeladen.

Viele junge Schiedrichter hören nach kurzer Zeit wieder auf

Die Aufgabe des Spielleiters ist anspruchsvoll. Über zahlreiche Regeln muss man Bescheid wissen, das Regelwerk ist zudem nicht einfach. "Das Potenzial sind junge Menschen", sind sich die Schiedsrichter einig. Doch dass die Fortbildung nicht ganz leicht ist, könnte manche junge Menschen abschrecken. "Neue Schiedsrichter zu gewinnen, geht nur über direkte Ansprache", erklärt Landbeck den Zuhörern. Man müsse Kontakte zu Schulen knüpfen und Schnupperkurse veranstalten, nehmen sich die Schiedsrichter vor. Außerdem besuchen junge Menschen eher einen Kurs, wenn auch Freunde teilnehmen, sagt Landbeck.

Viele junge Menschen täten sich heute schwer damit, sich zu verpflichten, hat der Schiedsrichter-Ausbilder festgestellt. "15, 12 oder sogar acht Spiele zu pfeifen, damit tun sich Schiedsrichter heute schon schwer." 80 Prozent der ausgebildeten "Schiris" hören in den ersten zwei oder drei Jahren wieder mit dem Pfeifen auf. Man müsse sich aber auf die Schiedsrichter verlassen können, das Amt erfordere regelmäßigen Einsatz, sagt Landbeck.

Vereine müssen Anreize schaffen, um Schiedsrichter zu gewinnen

Hohenloher Vereine haben auch in anderen Bereichen Schwierigkeiten, Engagierte zu finden, etwa bei den Jugendtrainern. 35 Fußball-A-Jugendmannschaften gibt es, doch Trainer fehlen. "Wie sollen da erst neue Schiedsrichter gefunden werden?", fragt Tobias Rudolph vom SC Amrichshausen.

"Die Vereine machen den Schiedsrichtern teilweise das Leben schwer", sagt der Obmann der Schiedsrichter-Gruppe, Mario Kuhn. Für Vereine sind Schiedsrichter manchmal regelrecht Feindbild, obwohl sie bloß die Durchsetzung der Regeln überwachen. Aber es gebe auch Schiedsrichter, die sich etwa zu viel auf Diskussionen mit Spielern einlassen oder provozieren, sagt Landbeck.

Trotzdem müssten die Vereine sehr viel stärker auf die Schiedsrichter zugehen und ihre Arbeit wertschätzen, indem diese etwa keinen Vereinsbeitrag zahlen müssten oder die Kosten ihrer Trikots übernommen werden. Außerdem müsse es in den Vereinen Verantwortliche für Schiedsrichter geben.

Erfahrene Trainer sollen Nachwuchsreferees unterstützen

Schiedsrichter zu sein, mache Spaß, sagt Landbeck. Aber eben erst, wenn man auch die Regeln beherrsche. "Junge Menschen sind frustriert, wenn es am Anfang nicht gut läuft." Man müsse den Jungen mehr Hilfestellungen geben und sie motivieren, dranzubleiben. Pfeife ein junger "Schiri" bei einem gestandenen Trainer, müsse der Verein den Trainer auch einmal darum bitten, den Spielleiter zu respektieren.

Vor rund drei Jahren gab es bereits eine ähnliche Veranstaltung. "Wir müssen Schiedsrichter und Vereine öfter an einen Tisch bringen, man braucht die Vereine im Boot", sagt Rudolph.

Marie-Luise Schächtele
Sie überwachen beim Fußballspiel die Regeln, aber erhalten von den Vereinen nur wenig Wertschätzung: Schiedsrichter.
Sie überwachen beim Fußballspiel die Regeln, aber erhalten von den Vereinen nur wenig Wertschätzung: Schiedsrichter. (Foto: Archiv/Fredrik von Erichsen)

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