News

Hoffenheims Munas Dabbur: Neuer Anlauf zu alter Stärke

Munas Dabbur möchte wie einst Andrej Kramaric bei der TSG Hoffenheim durchstarten und einen Karrierknick vergessen machen. Seine 1899-Kollegen haben intensiv Werbung für den Wechsel in den Kraichgau gemacht.

Nach mehr als zwei temporeichen Stunden ist dann das Hoffenheimer Vormittagstraining am Dienstag beendet. Endlich. "Das dauert hier länger als ich das gewöhnt bin", sagt TSG-Neuzugang Munas Dabbur. Weil aber irgendwie immer ein Ball mit dabei ist, sei das ja gar nicht so schlimm, lächelt der Israeli.

Eine Ablösesumme von bis zu 14 Millionen Euro zahlt die TSG Hoffenheim für den 27-Jährigen an den FC Sevilla. Der Neue scherzt während des Trainings immer wieder mit den neuen Kameraden, lässt beim Spielchen auf engem Raum sein Können mehr als nur einmal aufblitzen.

Das Ziel des neuen Torjägers: Endlich auch wieder in Pflichtspielen wieder befreit aufspielen. Beim FC Sevilla saß der 17-Millionen-Sommerneuzugang nämlich meist draußen. Gerade mal zwei Erstligaspiele bestritt er für die Andalusier. Beim Wechsel nach Spanien hieß sein Trainer noch Joaqun Caparrs, im Sommer kam jedoch Julen Lopetegui, der lieber auf einen großen Mittelstürmer setzt. "Es ist ja kein Geheimnis, dass es eine harte Zeit für mich in Sevilla war", sagt Munas Dabbur: "Die härteste in meiner Karriere."

Dabbur hat schon größere Rückschläge weggesteckt

Zuvor hatte Dabbur immer gespielt, war Torschützenkönig in der Schweiz und zwei Mal in Österreich. Der Karrierknick von Sevilla war nicht der erste Rückschlag im Leben den Munas Dabbur. 2009 verlor er seinen Vater bei einem Autounfall. Was ist dagegen schon ein halbes Jahr auf Bank und Tribüne in Sevilla?

Der 27-Jährige macht nun einen Schritt zurück, um zwei Schritte nach vorne zu kommen. Ein Modell, das bei der TSG Hoffenheim bereits sehr erfolgreich praktiziert wurde. Andrej Kramaric kam im Winter 2016 von Leicester City in den Kraichgau. Mit ganz wenig Spielzeit, aber mächtig Potenzial. Dreieinhalb Jahre später ist er der erfolgreichste TSG-Stürmer der Bundesliga-Geschichte. Mehr als 20 Vereine seien zuletzt hinter Dabbur hergewesen, verkündete Sportdirektor Alexander Rosen nach dem Transfercoup.

Dieser Coup ist auch einigen aktuellen TSG-Profis zu verdanken. "Ich kannte einige Jungs und war mit ihnen in Kontakt", sagt Dabbur. Sein ehemaliger Salzburger Mitspieler Diadie Samassekou machte Werbung für die TSG, mit Steven Zuber ist Dabbur schon länger befreundet. Sein junger israelischer A-Nationalmannschaftskollege Ilay Elmkies ist gerade dauerhaft in den Hoffenheimer Profikader befördert worden. "Ich will in einer Top-Liga in einem Top-Team spielen, wozu auch meine Art Fußball zu spielen passt", sagt Dabbur, der in seiner Spielweise an den verletzten Ishak Belfodil erinnert.

Reicht die Form schon fürs Debüt?

Am Samstag (15.30 Uhr, Sky) könnte der Neuzugang sein Bundesliga-Debüt gegen Eintracht Frankfurt geben. Ob es nach wenigen Trainingseinheiten mit den neuen Teamkameraden gleich schon für einen Startelfeinsatz reicht?

Dabbur hat hohe Ziele mitgebracht. "Wir wären mehr als glücklich, wenn wir uns für den Europapokal qualifizieren", sagt er. Damit nicht nur bei der alljährlichen Saisoneröffnung in der Sinsheimer Pre-Zero-Arena internationales Flair herrscht. Anfang August war Dabbur noch mit dem FC Sevilla zu einem Testspiel dort. Jetzt trägt er selbst das 1899-Trikot mit der Nummer zehn. Nach sechs Jahren mit der Rückennummer neun erhält Dabbur bei der TSG jene Zehn, der einst auch schon Roberto Firmino (heute FC Liverpool) Glanz verlieh.

Beim Gespräch am Rande des Trainingsplatzes bevorzugt der arabischstämmige Israeli noch Englisch. Durch insgesamt fünf Jahre in der Schweiz und Österreich versteht er jedoch Deutsch. Das erleichtert die Integration auf und neben dem Fußballplatz. Auch sein Hobby ist durchaus kompatibel, um schnell Anschluss zu finden. "Ich bin ein guter Fifa-Spieler und verbringe damit ganz viel Zeit", sagt er und lächelt. Zunächst heißt es aber, erst einmal ein Eigenheim zu finden. Seine Ehefrau wird demnächst ihr Medizinstudium beenden.

Dass Hoffenheim in Ilay Elmkies und Munas Dabbur nun zwei israelische Nationalspieler im Kader hat, das wird Folgen haben: "Ich bin mir mehr als sicher, dass wir künftig viel mehr Hoffenheim-Fans in Israel haben werden", sagt Dabbur. TSG-Fanclubs gibt es bereits in Indien, China, Vietnam, Thailand und den USA. Bald wohl auch in Israel.

Florian Huber
Endlich wieder gute Laune: Munas Dabbur hat nach einem schweren halben Jahr in Sevilla das Lachen nicht verlernt.
Endlich wieder gute Laune: Munas Dabbur hat nach einem schweren halben Jahr in Sevilla das Lachen nicht verlernt. (Foto: dpa )

zurück alle News

Error message here!

Error message here!

Passwort vergessen?

Registriere dich (natürlich kostenlos) und werde Teil der fussball-in-bw.de-Community!

Als Rasen-Reporter kannst du:
- Bilder und Videos hochladen
- Spielberichte veröffentlichen
- Ticker schreiben
- und vieles mehr.
Gestalte fussball-in-bw.de, dein Portal für den Amateurfussball der Region, mit!

Error message here!

Error message here!

Error message here!



Bitte beachte unsere Datenschutzerklärung sowie unsere Informationspflichten.

Passwort vergessen?
Trage die Email Adresse, mit der du dich registriert hast, in das Feld ein. Du erhältst dann einen Link, über den du dein Passwort zurücksetzen kannst.

zurück zur Anmeldung

schließen