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Rüdiger Rehm stand einst als VfB-Fan im A-Block

Wehens Trainer Rüdiger Rehm spricht über das Zweitliga-Spiel in Stuttgart. Er verrät, dass er als Spieler zwei Mal kurz vorm Wechsel zum VfB stand - und wie lange er schon Tim Walter kennt.

Der SV Wehen Wiesbaden ist der kleinste Club der zweiten Liga. Am vergangenen Freitag gelang dem Aufsteiger der erste Saisonsieg. Im Interview spricht Rüdiger Rehm, der Heilbronner Trainer der Hessen, über seine persönliche Beziehung zum VfB Stuttgart, bei dem Rehm mit seiner Mannschaft an diesem Freitag (18.30 Uhr/Sky) gastiert. "Ich bin mir sicher, dass der VfB aufsteigt", sagt Rüdiger Rehm.

Herr Rehm, wie viel besser schläft man denn nach einem Zweitliga-Sieg wie dem 2:0 gegen den VfL Osnabrück?

Rüdiger Rehm: Ich habe den Vorteil, dass ich eigentlich immer gut schlafe. Aber das Aufwachen am Samstagmorgen war sicherlich angenehmer.

Wie sind Sie denn mit dem schlechten Saisonstart umgegangen?

Rehm: Die Stimmung in der Mannschaft war immer ordentlich. Nur dieser Zusammenhalt kann uns auch zum Klassenerhalt tragen. Das weiß jeder. Im Umfeld sind alle ruhig geblieben. Der SV Wehen Wiesbaden war in der Vorsaison auch nach sechs Spielen Vorletzter − am Ende sind wir aufgestiegen. Wir sind hier in mehr als zweieinhalb Jahren als Führungsriege zusammengewachsen. Hier versucht keiner, allein rauszukommen, damit er im Boot sitzenbleiben darf und alle anderen gehen unter. Wir versuchen alle gemeinsam in Richtung Klassenerhalt zu schippern, in einem Boot gemeinsam ans sichere Ufer zu kommen.

Nachdem die Zählerei Ihrer sieglosen Zweitligaspiele ein Ende hat: Was wird ab jetzt gezählt?

Rehm: Ich habe nach dem 2:0 gegen Osnabrück scherzhaft zu den Journalisten gesagt: Jetzt habt ihr ein Problem − und nichts mehr zu zählen.

Am Freitagabend geht es zum VfB Stuttgart. Das Schlusslicht Wehen Wiesbaden gastiert beim Tabellenführer.

Rehm: Der VfB ist in allen Bereichen überdimensional und übermächtig. Der Verein spielt, was die finanziellen Dinge im Bereich Kader angeht, in einer anderen Liga als wir. Aber am Freitag stehen für 90 Minuten der VfB und der SVWW Elf gegen Elf auf einem Platz.

Wie geht man denn als Underdog in so ein Spiel?

Rehm: Wir werden mit Sicherheit nicht ins offene Messer laufen. Du musst sehr, sehr gut verteidigen, aber dich trotzdem trauen, Fußball zu spielen. Wir haben in jedem Spiel bislang unsere Torchancen gehabt. Wir waren nie chancenlos. Das soll auch am Freitag so sein.

Welche Beziehung haben Sie denn zum VfB Stuttgart? Hingen in Ihrem Jugendzimmer VfB-Poster?

Rehm: Als Schwabe hat ja jeder eine Beziehung zu diesem Club. Ich war ein VfB-Fan, der sehr oft im A-Block stand. Ich bin zu Auswärtsspielen mitgefahren, besonders im Alter zwischen 14 und 16 war ich sehr oft dabei. Bei der deutschen Meisterschaft 1992 der Stuttgarter habe ich vorm Radio mitgejubelt. Das Fan-Sein ist dann im Laufe meiner Profizeit verflogen. Aber natürlich verfolge ich, was sie machen. Deshalb wünscht man sich auch, dass der VfB in der ersten Liga spielt − und nicht in der zweiten.

Dann haben Sie als junges Heilbronner Fußball-Talent doch sicherlich davon geträumt, den Brustring auf dem Spielfeld zu tragen.

Rehm: Ich war zwei Mal nah dran. Einmal nach der B-Jugend. Ich wollte damals unbedingt zum VfB. Mein Vater hat dann vorgeschlagen, lieber beim VfR Heilbronn zu bleiben, aufgrund der täglichen Strecke zum Training und der Schule. Den zweiten Kontakt gab es zu meiner Waldhof-Zeit im Jahr 2000. Da stand ich kurz vor der Unterschrift beim VfB. Unterschrieben hat dann aber Stefan Blank, der über mehr Zweitligaerfahrung als ich verfügte. Es sollte nicht sein, ehrlicherweise war ich auch nicht gut genug. Es gab bessere Spieler für den VfB Stuttgart als mich. (lacht)

In Tim Walter hat der Verein offenbar den richtigen Trainer für die Mission Wiederaufstieg gefunden.

Rehm: Tim kenne ich schon seit 20 Jahren, seit meiner Mannheimer Zeit. Er ist ein sehr guter Freund von Thomas Kies, meinem damaligen Waldhof-Mitspieler. So waren wir damals schon privat sehr oft miteinander verbunden, häufig zusammen Kaffeetrinken. Ich war gegen Hannover bei Tims erstem Spiel mit dem VfB Stuttgart im Stadion. Wir telefonieren ab und zu. Diese Woche aber bestimmt nicht.

Was zeichnet ihn aus?

Rehm: Es ist extrem interessant, seinen Mannschaften zuzuschauen. Es birgt aber auch seine Gefahren, vielleicht finden wir ja einen Ansatz. Ich bin mir sicher, dass Tim Walter mit dem VfB Stuttgart aufsteigt. Auch ohne die Punkte, die er vielleicht am Freitagabend gegen uns liegenlässt.

Der junge Rüdiger Rehm stand einst im A-Block. Gibt es denn am Freitag dann auch einen R-Block, sprich den Rehm-Block?

Rehm: 50 bis 60 Leute kommen auf jeden Fall. Familie, Bekannte. Die sitzen aber eher in Richtung des Gästeblocks − und sind hoffentlich auch allesamt für den SV Wehen Wiesbaden.

Florian Huber
Foto: dpa
Foto: dpa

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