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Ihlas Bebou: Ruhiger Typ mit viel Tempo

Für den offensivstarken Ihlas Bebou hat die TSG Hoffenheim viel Geld ausgegeben, der Neuzugang will das mit Toren zurückzahlen. Der beste Weg für eine große Rendite ist relativ einfach: viele Tore.

Die Sprechchöre gelten anderen Hoffenheimer Profis. Als die Trainingseinheit am Donnerstag zur Mittagszeit beendet ist, fordern die Viertklässler der Heidelberger Landhausschule lautstark Autogramme: "Baumann, Baumann, Baumann", ruft die kleine Gruppe, die gerade ihr Schullandheim in Zuzenhausen verbringt.

"Bebou, Bebou, Bebou" fordert noch keiner. Dabei fällt der 25-Jährige auf. Mit seiner Schnelligkeit, seinen muskulösen Oberarmen. Rund 8,5 Millionen Euro hat die TSG Hoffenheim für ihn an Hannover 96 überwiesen. Mehr kostete einst nur Andrej Kramaric. Druck macht sich Ihlas Bebou deshalb keinen. "Das zeigt doch die Wertschätzung hier für mich", sagt er selbstbewusst. Der beste Weg für eine große Rendite ist relativ einfach: viele Tore.

"Mir hat schon immer die Spielweise der TSG gefallen. Das spielt mir als Offensivspieler in die Karten", sagt Ihlas Bebou, der in Togo geboren wurde und als Elfjähriger mit seiner Familie nach Deutschland kam.

Seine Stärken? "Das Tempodribbling", sagt Ihlas Bebou, blitzschnell aus der Tiefe des Raums kommend. Bebou hat schon Stürmer, Achter und Zehner gespielt. Am liebsten kommt er allerdings über Rechtsaußen.

Der Neue kommt aus Togo, spricht aber mit rheinischem Dialekt

Dort könnte der Afrikaner aus dem international-stürmischen Trio infernale mit Andrej Kramaric (Kroatien), Ishak Belfodil (Algerien) und Joelinton (Brasilien) künftig ein Quartett werden lassen. "Die haben letzte Saison einiges geleistet", sagt er über die Hoffenheimer Offensivkollegen. "Ich versuche, mich hier reinzuhängen und mehr Tore als letzte Saison zu schießen", sagt er mit rheinischem Dialekt. Schließlich ist er in Düsseldorf aufgewachsen, ein Wechsel zu Borussia Mönchengladbach wäre auch möglich gewesen.

Als "Unterschiedsspieler" bezeichnet Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen den Neuen. Nicht wenige in und um Hannover herum glauben, dass 96 mit einem fitten Ihlas Bebou in der Vorsaison nicht sang- und klanglos abgestiegen wäre. Verletzungsbedingt konnte er nur zwölf Saisonspiele bestreiten und vier Tore sowie drei Vorlagen beisteuern. "Letzte Saison war bitter, die zwei Jahre davor habe ich durchgespielt", sagt Bebou über die verkorkste vergangenen Saison. Beim Kraichgauclub weiß man hingegen: Ohne die Verletzungsgeschichte hätte man als TSG 1899 keine Chance gehabt, ihn zu verpflichten. Dann wäre er nämlich bei einem größeren Club gelandet. Trainer Alfred Schreuder und Manager Alexander Rosen überzeugten Bebou in vielen Gesprächen, dass er mit seiner Spielweise perfekt zur TSG passt.

Noch lebt er in Heidelberg im Hotel. Die Region hat er bereits vor dem Trainingsstart erkundet. Eine Wohnung in Heidelberg ist gefunden, kann aber erst in drei, vier Wochen bezogen werden. Dort wird er "mit einer Freundin einziehen", sagt er, um schnell zu korrigieren: "meiner Freundin". Amira heißt sie übrigens. In der neuen Wohnung wird dann auch häufiger sein Lieblingsessen (Spaghetti Bolognese) auf den Tisch kommen. Und an der Konsole gezockt (Fußball natürlich). Mit Teamkollege Kevin Akpoguma kickte er einst beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf und zuletzt bei Hannover 96. Wo beide im Verletzungspech vereint waren.

Statt Afrika-Cup Training bei der TSG Hoffenheim

Dass Bebou momentan schon im Kraichgau mitwirken kann, das hat die TSG Hoffenheim der Schwäche der togolesischen Nationalelf zu verdanken. Denn der WM Teilnehmer von 2006 verpasste die Qualifikation für den Afrika-Cup. Bebou dürfte davon profitieren, weil es ihm den Neustart im Kraichgau erleichtert.

"Das Training ist hier schneller. Das ist eine Herausforderung für mich. Es wird natürlich hier auf viele Details geachtet, das ist Neuland", sagt er über die ersten Trainingseinheiten mit der TSG.

Immerhin dauerte das Training am Donnerstag nur rund eine Stunde, die Tage davor ließ Alfred Schreuder die Profis oft mehr als zwei Stunden ackern.

Hoffenheim und Bebou, das könnte passen. "Ich bin eher ein ruhiger Typ. Der Trainer ist auch eher ruhiger", sagt Ihlas Bebou.

Von unserem Redakteur Florian Huber
Foto: imago images / Jan Huebner
Foto: imago images / Jan Huebner

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