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Reale Aussicht auf ein königliches Vergnügen

Die U19 der TSG Hoffenheim trifft an diesem Dienstag im Achtelfinale der Youth League auf Dynamo Kiew. Sollte die TSG gewinnen, wartet danach Real Madrid.

Die Prioritäten bei Marcel Rapp sind klar verteilt: Lieber Jahrgangsbester bei der Trainerausbildung oder die Youth League mit Hoffenheim gewinnen? "Jahrgangsbester wäre mir völlig egal", versichert der Trainer der Hoffenheimer U19 glaubhaft, bevor Ende des Monats sein Zeugnistag ansteht. Bei der Youth League, dem U19-Pendant zur Champions League der Profis, wird es heute schon ernst. Um 16 Uhr kommt Dynamo Kiew ins Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadion. Rund 3000 Zuschauer sind beim Achtelfinalspiel der Youth League dabei. Kein deutsches Team hat diesen Wettbewerb je gewonnen. Einzig Schalke 04 erreichte 2014 mal das Finalturnier der besten vier Team in Nyon.

Das Kuriose: Der Weg in die Schweiz ist weit für die U19 der TSG, obwohl er eigentlich nur nach Hoffenheim führt. Das liegt am K.o.-Modus mit nur einer Partie. Und dem Losglück des Kraichgau-Clubs, jeweils im Achtel- und einem möglichen Viertelfinale Heimrecht zu genießen. "Wir sind daheim besser als auswärts. Es ist zumindest kein Nachteil", sagt Marcel Rapp.

Real Madrid war nur zwei Minuten Thema

Bei einem Erfolg über Kiew steht im Viertelfinale ein Heimspiel gegen Real Madrid (2:1 gegen Athletico Madrid) an. Die 90 Minuten gegen Kiew sind deshalb die reale Aussicht auf ein richtig königliches Vergnügen. Das sei natürlich mal zwei Minuten Thema in der Kabine gewesen. "Aber wir fahren am besten, in dem wir das einfach nicht thematisieren", sagt Rapp.

Deshalb sind erst einmal alle Augen auf Kiew gerichtet. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußballlehrer war Rapp im vergangenen Sommer mit seinen Trainerkollegen bei der U19-Europameisterschaft. Einer der acht Teilnehmer hieß Ukraine. "Ich habe jetzt noch mal meine alten Unterlagen herausgekramt", sagt Rapp. Die vier ukrainischen Topspieler tragen aktuell allesamt das Trikot von Dynamo Kiew. Rapp hat sich viele Dynamo-Spiele über eine Onlineplattform angeschaut. Sein Fazit: "Die spielen sehr männlich, mit Verteidigern, die richtig verteidigen können, und haben ein super Umschaltspiel." Für Dirk Mack, den Leiter der TSG-Nachwuchsarbeit, ist es "ein 50-50-Spiel gegen einen richtig guten Gegner. Ein Spiel auf Augenhöhe."

Auf dem Niveau gilt: Mehr nach dem gegner richten

In der U19-Bundesliga geht es Marcel Rapp darum, Hoffenheim wie Hoffenheim spielen zu lassen. "In der Youth League muss man sich mehr nach dem Gegner richten, um zu gewinnen", sagt er zur Spielvorbereitung. Das ist Rapp mit seinem Team in den bisherigen sechs Spielen prima gelungen. Mehr Zuschauer, mehr mediales Interesse. All das gilt es nun auszublenden. "Die Jungs sind cooler als wir früher", erinnert sich der 39-Jährige.

Ein Hoffnungsträger heißt David Otto, einer der drei Spieler aus dem Jahrgang 1999, die zum Einsatz kommen dürfen. In den vergangenen zwei Heimspielen der TSG-Profis durfte der Stürmer erstmals Bundesligaluft schnuppern. "Ich hoffe, dass er Selbstvertrauen mitbringt", sagt Rapp über den 20-Jährigen. Auch Alfons Amade hat gerade erst sein Profidebüt gefeiert. Die Durchlässigkeit ist da - trotz des gestiegenen Anspruchs bei den Profis. Die Stärke dieser Hoffenheimer U19 liegt in ihrem Wesen. "Der auffälligste Spieler auf dem Platz, der war immer bei den anderen", hat Marcel Rapp erkannt. "In der Breite aber, als Kollektiv können wir mithalten."

Bei Unentschieden gibt es direkt Elfmeterschießen

Bei einem Unentschieden heute schließt sich an die 90 Minuten direkt ein Elfmeterschießen an. Es ist unter Fußballlehrern eine vieldiskutierte Glaubensfrage, ob sich das überhaupt trainieren lässt. Rapp beantwortet sie für sich so: "Wir haben so gute Elfmeterschützen, die können das. Wir trainieren das nicht dauerhaft, deshalb macht es keinen Sinn."

Die Sinnfrage stellt sich in Sachen Youth League nicht mehr, dafür war die TSG-Premiere zu erfolgreich. Die Youth League ist ein Schaufenster. "Für den Verein, die Nachwuchs-Akademie und die Spieler", sagt Dirk Mack, der Nachwuchsdirektor. Die internationalen Topclubs haben heute allesamt ihre Scouts nach Hoffenheim geschickt. "Gegen Heidenheim kommt keiner von Barcelona zum Zuschauen", sagt Marcel Rapp.

Ein Duo fehlt der TSG

Personell kann U19-Trainer Marcel Rapp aus dem Vollen schöpfen. Tobias Heiland fällt mit einem Kreuzbandriss schon länger aus. Samuel Lengle ist wegen seiner dritten Gelben Karte gesperrt. Die U19 hatte am vergangenen Wochenende spielfrei, einige Akteure sammelten Spielpraxis in der U23. fhu

Von unserem Redakteur Florian Huber
Auf seine Tore könnte es heute ankommen: Hoffenheims Hoffnungsträger David Otto beim Torschuss.
Auf seine Tore könnte es heute ankommen: Hoffenheims Hoffnungsträger David Otto beim Torschuss. (Foto: Archiv/Krüger)

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